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US-Immobilienmarkt - Schnäppchenjäger machen gutes Geschäft

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5905

BeitragVerfasst am: 20.Okt 2007 10:28    Titel: US-Immobilienmarkt - Schnäppchenjäger machen gutes Geschäft Antworten mit Zitat

Der amerikanische Immobilienmarkt schwächelt: Zum ersten Mal seit Jahren stagnieren die Häuserpreise, in einigen Regionen fallen sie sogar. Doch die Hypothekenkrise ist nicht für alle von Nachteil: Sie nützt den Käufern und ruft Schnäppchenjäger auf den Plan.

„Back to School“ – in den USA sind seit einigen Wochen die Sommerferien zu Ende und damit die wohl heißeste Zeit des Jahres für die Eigenheimmakler. Denn Hunderttausende US-Bürger ziehen jedes Jahr während der monatelangen Urlaubszeit um, oft auch aus ihrem Bundesstaat in einen anderen – und bevor die Kinder wieder in die Schule müssen, soll der Hauskauf in trockenen Tüchern sein. In diesem Jahr bedeutet das: Eine ohnehin schon schleppende Saison wird sich weiter verlangsamen. Der Immobilienmarkt schwächelt, viele Eigentümer können ihre Hypotheken nicht mehr abzahlen.

Doch nicht für alle ist diese Entwicklung von Nachteil. „Die Käufer kommen im Moment ganz gut weg“, sagt Walter Molony, Verbandssprecher der US-Maklergesellschaft NAR. „So groß wie jetzt war das Angebot seit Anfang der 90er-Jahre nicht mehr. Noch vor kurzem waren die Käufer oft frustriert, weil so wenige Objekte auf dem Markt waren, jetzt hat sich der Bestand in etwa verdoppelt.“

Dass die Häuserpreise zum ersten Mal seit Jahren stagnieren und in einigen Regionen sogar fallen, ruft vor allem eine Gruppe auf den Plan: die Schnäppchenjäger. Besonders findige Käufer wie die selbständige Immobilienveteranin Sylvia Davis aus New Jersey ergattern auch schon mal Einfamilienhäuser samt Grundstück zu Spottpreisen von 7 000 Dollar.

„Ein guter Kauf, hat weniger gekostet als meine Uhr“, sagte Davis der Nachrichtenagentur AP. „Ich weiß, es ist völlig verrückt.“ In Las Vegas erzielen viele Objekte Preise von 20 bis 30 Prozent unter ihrem Marktwert. Auch in Detroit wechseln Häuser regelmäßig für 30 000 Dollar und darunter den Besitzer – weniger als der Durchschnittspreis der zahllosen Fords, Chryslers und GM-Autos, die in den örtlichen Fabriken vom Band laufen.

Die größten Schnäppchen gibt es oft bei Hausversteigerungen, die in den USA seit einiger Zeit beliebt sind. Oft, aber nicht immer handelt es sich dabei um Liegenschaftsverpfändungen – also um Häuser, deren Besitzer ihre Hypothek nicht mehr zurückzahlen können und die daher an die Gläubigerbank zurückgehen.

Zwar machen Versteigerungen mit etwa einem Prozent noch immer nur einen kleinen Teil des Gesamtvolumens am 1,8 Billionen schweren Privat-Gebrauchthausmarkt aus. Doch allein im vergangenen Jahr wuchsen die Einnahmen hier um knapp 13 Prozent auf 16 Mrd. Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2006 nur etwa 91 000 Immobilien zwangsversteigert. Damit war der Haussektor die am schnellsten wachsende Versteigerungssparte, sagt der US-Auktionatorverband NAA.

Hoffnungen auf einen guten Kauf machen sich jetzt auch viele jüngere Käufer und Familien, die zum ersten Mal ein Haus erwerben wollen. Obwohl auch eine Portion Glück dazugehört, um einen guten Fang zu einem unterdurchschnittlichen Preis zu machen, stehen die Chancen für sie nicht schlecht. „Da das Angebot derzeit größer ist als die Nachfrage, haben viele Verkäufer ein Interesse daran, Erstkäufern ein wenig auf die Sprünge zu helfen“, sagt Walter Molony. „Früher gab es oft einen regelrechten Bieterkrieg um die begehrten Objekte, und wer den Zuschlag bekommen wollte, musste dem Verkäufer deutlich mehr geben als dessen ursprüngliche Forderung. Heute kommen die Verkäufer eher auf die Kunden zu und lassen beim Preis oder der Erstanzahlung mit sich reden.“

llerdings: nicht für alle sind die Aussichten so rosig. Wer in New York City kaufen will, für den ändert sich auch weiterhin nichts – astronomische Preise selbst für Mini-Apartments und keine Erleichterung in Sicht. Zwischen Manhattan und dem Rest des Landes „hat sich eine erstaunliche Kluft aufgetan“, konstatierte jüngst die Tageszeitung New York Times: „Landesweit sind die Verkäufe bereits bestehender Häuser um 17 Prozent zurückgegangen, in Manhattan haben sie sich mehr als verdoppelt.“

Auch Interessenten mit schlechter Kreditwürdigkeit sehen erst einmal in die Röhre. In den vergangenen Jahren verteilten übereifrige Kreditgeber an nahezu jeden potenziellen Käufer Hypotheken, was den Boom zunächst befeuerte und dann sein Ende einläutete, als die Ratenzahlungen ausblieben. Deshalb ist die Stimmung jetzt vorsichtiger geworden – worauf die Maklerbüros ihre enthusiastischen Kunden inzwischen explizit hinweisen: „Bringen Sie erst einmal Ihre Finanzen in Ordnung, die Darlehensgeber haben ihre Standards deutlich verschärft.“
Quelle: Anette Kiefer


Zuletzt bearbeitet von Moderator GM&P am 5.Apr 2008 18:59, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5905

BeitragVerfasst am: 5.Apr 2008 9:59    Titel: Antworten mit Zitat

Bislang ist die Immobilienkrise, die die USA ergriffen hat, an Manhattan vorbeigegangen.

Keine Schilder “Haus zu verkaufen”, keine Umzugswagen mit den Habseligkeiten von Familien, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können und deren Heim deshalb zwangsversteigert wird.

Doch hinter den Kulissen zeichnet sich eine andere Entwicklung ab: Die Zahl der Wohnungsverkäufe in dem New Yorker Stadtteil, in dem auch die Wall Street liegt, ist im ersten Quartal um ein Drittel eingebrochen.

Der Leerstand von angebotenen Wohnungen hat sich zudem deutlich erhöht. Das geht aus Zahlen hervor, die Maklerfirmen in der zurückliegenden Woche veröffentlichten.

Bislang ist das New Yorker Zentrum weitgehend von der Krise verschont geblieben. Das hat vor allem einen Grund: Wer sich eine Wohnung in Manhattan leisten kann, ist normalerweise kein Subprime-Kunde, dessen wackelige Hypothek mit leicht steigenden Zinsen platzt.

Subprime ist eher ein Thema in Stadtteilen wie Brooklyn oder Queens, wo die Wohnungspreise bereits leicht nachgegeben haben. Dort ist auch die Zahl der Zwangsräumungen sprunghaft angestiegen. ... [mehr]
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