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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7214
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Verfasst am: 24.Apr 2006 4:48 Titel: Haus gegen eine Rente |
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Mit dem eigenen Haus gelassen in den Ruhestand
In den USA können Senioren ihr Haus gegen eine Rente an eine Bank verkaufen und darin wohnen bleiben. Das ist auch hier zu Lande möglich. Die Zukunft solcher Modelle in Deutschland ist allerdings ungewiss
Jeanne Luise Calment war 90 Jahre alt, als sie ihr Haus verkaufte. Statt einer festen Summe sollte ihr der Käufer, ein 47-jähriger Anwalt, bis zu ihrem Tod jeden Monat eine Leibrente zahlen. Was ein gutes Geschäft zu sein schien, endete für den Anwalt in einem finanziellen Fiasko.
Als die Dame aus dem französischen Arles mit 122 Jahren starb, hatte sie ihn überlebt. Seine Witwe musste die Rentenzahlungen fortführen, die den Hauswert bereits um ein Vielfaches überstiegen.
Nicht bei jedem ist eine Immobilie eine so profitable Altersvorsorge. Das Haus gegen eine Leibrente abzugeben, ist nur eine der Möglichkeiten, die Immobilien im Alter bieten. Eine weitere ist, Haus oder Wohnung zu einem festen Preis zu verkaufen oder zu vermieten.
Wer auf dieses Konzept baut, um sich im fortgeschrittenen Alter von Verkaufserlös oder Mietzahlungen einen Platz im Pflegeheim leisten zu können, sollte aber einiges beachten. "Der Trend geht in die Ballungszentren", erklärt Thomas Beyerle, Immobilienexperte der Deutschen Gesellschaft für Immobilienfonds, einer Tochter der Dresdner Bank.
Außerhalb gelegene Objekte bringen oft nicht so viel ein, wie ihre Besitzer hoffen. Käufer sollten darüber nachdenken, ob das Eigenheim sich in zehn Jahren noch verkaufen oder vermieten lasse, rät Beyerle.
Keine Miete zahlen
Viele investieren in eine Immobilie, um im Ruhestand keine Miete zahlen zu müssen. Sie bedenken aber oft nicht, dass die Lebenshaltungskosten steigen, während die Höhe der Renten tendenziell abnimmt.
Ein Teil der Rentner hat zwar ein relativ hohes Immobilienvermögen, aber nur geringe laufende Einnahmen. Diese Zielgruppe haben amerikanische Banken im Auge, die ein Modell namens "Reverse Mortgage" anbieten.
Ähnlich wie bei der Leibrente wird dabei das Haus im Alter gegen monatliche Zahlungen verkauft. Der Käufer ist in diesem Fall keine Privatperson, sondern ein Finanzdienstleister. Er zahlt jeden Monat eine Rente an den Hausbesitzer, deren Höhe nach der statistischen Lebenserwartung und dem Marktwert des Hauses berechnet wird.
Nach dem Tod des Senioren geht dessen Haus in den Besitz der Bank über. Das Besondere ist, dass der Rentner bis zu seinem Tod in seinem Haus wohnen kann. Bei der Leibrente ist das nur möglich, wenn mit dem Käufer ein Wohnrecht vereinbart wird.
Die zur Allianz gehörende Dresdner Bank plant, "Reverse Mortgages" in Deutschland auf den Markt zu bringen. "Wir halten es für ein zukunftsträchtiges Modell", sagt Sprecher Christoph Blumenthal, setzt aber nach: "Es gibt noch eine Fülle rechtlicher und finanzieller Fragen zu klären."
Das Unternehmen erwartet auf Grund der demografischen Entwicklung einen Bewusstseinswandel bei älteren Menschen. Weil mehr Rentner kinderlos sind, werde die Bereitschaft wachsen, das Eigenheim zu verrenten.
Ein ähnliches Modell bietet die HypoVereinsbank (HVB), Mitglied der italienischen Unicredit-Gruppe, bereits seit einigen Jahren an. Bei der so genannten Immobilien-Rente findet die Bank für den Immobilieneigentümer einen privaten Investor, der das Objekt kauft und dem ehemaligen Besitzer Wohnrecht zuspricht.
Der Verkaufserlös fließt in eine Rentenversicherung, aus der eine monatliche Rente an den Verkäufer geht, der damit die Miete bezahlt. Die Nachfrage ist allerdings gering. "Es wird nicht häufig verlangt", berichtet Hartmut Pfeifer, Sprecher der HVB.
Wohneigentum vererben
Der Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland, Jürgen Michael Schick, ist skeptisch gegenüber "Reverse Mortgage". "Das mag im Einzelfall eine interessante Alternative sein, aber ich sehe da ein Akzeptanzproblem", erklärt er.
Hier zu Lande werde Wohneigentum meist mit dem Hintergedanken erworben, es zu vererben. Das Haus zu Geld zu machen, um die eigene Rente aufzubessern, sei für viele Deutsche undenkbar.
Quelle: ftd.de, 23.04.2006 |
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