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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 27.Jun 2007 7:26 Titel: ImmoConcept - Ostimmobilien, die Masche funktioniert noch! |
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Eine Immobilie für schlappe 25 Euro im Monat und Dank der Mieteinnahmen und Steuervorteile lassen sich die 100.000-Euro-Wohnung zum Spottpreis finanzieren - ohne Eigenkapital und ohne Risiko?
Der Betroffene erinnert sich an das Verkaufsgespräch: „Wir haben zwei, drei Mal nachgefragt, aber es hieß immer `nein, es bleibt bei 25 Euro`. Sollten wir arbeitslos werden, sollten wir Mietausfall haben, unsere maximale Belastung belaufe sich auf 25 Euro.“ Mit solchen Rechnungen ziehen Immobilienvermittler durch ganz Deutschland.
Das Ard Wirtschaftsmagazin Plusminus wurde neugierig und vereinbarte einen Beratungstermin. Auch da macht man sagenhafte Versprechungen: „Wir suchen uns nur Objekte aus, die sich auch vermieten lassen. Denken sie an München Marienplatz“, schwärmte der Vermittler. Die Immobilie sei dann durch Mieten, Steuererleichterung und den geringen Eigenanteil in zehn, 15 Jahren bezahlt, dann könnten wir sie mit hohem Gewinn wieder verkaufen.“
Mieteinnahmen aus leerstehendem Haus
Mit Gewinn verkaufen, das hört sich gut an. 2003 haben andere Geschädigte sich für eine Luxuswohnung zum Spottpreis entschieden. Und die Bilder im Prospekt sprachen für sich. Leipzig, beste Lage, hoher Komfort. Und in der Tat. Die Fassade beeindruckt noch heute. Doch das Bild trügt. Das Haus ist komplett leer. Betreten verboten. Es droht Einsturzgefahr. Hausschwamm bedroht die Substanz des Hauses. Von all dem wussten die Investoren (oder Abgezockten?) lange nichts. Für sie schien alles ganz normal. Schließlich wurden ihnen zwei Jahre lang Mieteinnahmen überwiesen. Dann hörten die Zahlungen plötzlich auf.
Verkäufer war die ImmoConcept die gegenüber plusminus erklärte, die Sache mit dem Hausschwamm sei ein Einzelfall. Von dem habe man selbst nichts gewusst. plusminus nimmt Kontakt zu weiteren Käufern auf, die eine Wohnung von ImmoConcept gekauft haben. Diese berichten, dass die Immobilie angeblich über 160.000 Euro wert sein sollte. Wie sich später herausstellte, lag der tatsächliche Wert weit darunter, bei gut 30.000 Euro.
Die alte Masche erlebt eine Rennaissance
Dubiose Immobiliengeschäfte zum Steuernsparen sind eigentlich ein alter Hut. Schon vor Jahren sind viele Anleger darauf hereingefallen. Doch Verbraucheranwalt Jochen Resch warnt: „Man steigt seit einiger Zeit wieder neu ins Geschäft ein. Der Markt erlebt einen enormen Aufschwung in den letzten Monaten“.
18 Jahre nach Mauerfall bleibt Leipzig Hauptziel der Immobilienabzocker mit Pseudo-Steuersparmodellen. Jede zehnte Wohnung in Leipzig steht leer. Und doch wird ständig neu saniert. Am Markt vorbei werden 95 Prozent dieser Wohnungen als Steuersparanlage verkauft von ImmoConcept und anderen. Die Folge: Statt Wertsteigerung erwarten die Käufer dramatische Verluste.
Vermittler Teil eines eingespielten Teams
Die Käufer sind meist ahnungslos, naiv. Geschickt setzten die Vermittler sie unter Druck. Schnell muss alles gehen, sonst verpasse man die einmalige Chance. Finanzierung? Gar kein Problem. Man erinnert sich: „Wir haben nie eine Bank von innen gesehen, es lief alles nur über die ImmoConcept.“ Dieses Vorgehen hat System. Neben korrupten Notaren sind es vor allem Banken, die gemeinsam Jagd auf naive Steuersparer machen.
Verbraucher-Anwalt Resch ist Spezialist in Sachen Kapitalbetrug. 7000 Fälle betreut seine Kanzlei. „Man macht sich schon Gedanken, wenn man sieht, wie eingespielte Verhältnisse da so sind, Vertriebe und manche Banken und manche Mitarbeiter von Banken sehr glatt zusammen arbeiten. Man kann schon spekulieren, ob das Wort Mafia das richtige ist, oder ob man ein anderes Wort dafür wählen sollte“.
Auch die Vermittler sind Teil des eingespielten Teams. Ständig ändern sich die Firmen-Namen. Doch die Masche beginnt immer mit einem Telefonat. Also, Vorsicht, wenn da jemand fragt, ob Sie Steuern sparen wollen.
Quelle: ARD Plus Minus _________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5913
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Verfasst am: 29.Jun 2007 13:34 Titel: |
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Ein Kommentar aus unserem Finanzblog24:
| Zitat: |
Ihr Artikel ist sehr einseitig recherchiert. Wie in jeder Branche gibt es auch hier negative Beispiele die nicht von der Hand zu weisen sind.
Auf der anderen Seite überwiegt der weitaus größere Teil der zufriedenen Anleger wenn die Rahmenbedingungen realistisch sind.
Ein Beispiell aus Leipzig: In der selben Wohnanlage können Sie über eine Wohnungsbaugesellschaft “Pinselsanierte” Wohnungen für 4,50€/m² (kalt) mieten. Ein Bauträger sanierte gleich daneben dieselbe Bausubstanz. Diese kernsanierte Wohnungen erzielen 4,60-5,00€/m² Kaltmiete.
Um den Mietern eine deutlich hochwertigere Ausstattung zu bieten ist natürlich ein hoher Renovierungsaufwand nötig. Genau dieser wird gefördert.
Die Gewinner sind die Mieter die in einer gewachsenen Wohnlage eine deutliche Steigerung Ihrer Wohnqualität zu bezahlbaren Preisen erhalten und die Investoren die für Ihr Engagement unterstützung erhalten.
Der mtl. Aufwand für den Investor liegt in solche einem Beispiel, je nach Steuerlast und eingesetzten Eigenkapital zwischen 40€-170€ mtl.
Kritik an unseriösen Geschftspraktiken ist notwendig. Jedoch eine gesamte Branche unter Generalverdacht zu stellen verzerrt das Gesamtbild. Gerade in eine Region wie Leipzig die seit Jahren Bevölkerungswachstum hat ist es sinnvoll die Jahrzehnten vernachlässigte Altbausubstanzen auf ein zeitgemäßes Wohnniveau zu bringen.
Meine Anregung ist: Jede Medaille hat zwei Seiten, zeigen Sie auch mal die schöne Seite. Auch auf die Gefahr hin das Sie weniger Einschaltquoten haben. Gehen Sie doch mal weg von “only bad news sells”.
Kommentar von Sammy 06.29.07 @ 12:02 pm |
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