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Corax Specialist
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 247 Wohnort: Hannover
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Verfasst am: 3.Aug 2005 10:31 Titel: Immobilien weltweit gefragt - außer in Deutschland |
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In den USA, in Großbritannien und in Frankreich herrscht rege Kauflust auf dem Immobilienmarkt. Häuser und Wohnungen sind Mangelware; Experten warnen schon vor einer Immobilienblase. In Deutschland gebe es allerdings keinerlei Anzeichen für eine Blase, beruhigt Peter-Georg Wagner, Marktforschungsexperte beim Immobilienverband Deutschland (IVD).
Preise seit zehn Jahren auf gleichem Niveau
Im Gegenteil: "Die Preise für Reihen- und Einfamilienhäuser sind auf dem Stand von Mitte der 90er Jahre, die für Eigentumswohnungen sogar darunter", sagt der Experte. Auch die niedrigen Zinsen haben die Kauflust der Deutschen nicht anzustacheln vermocht. Stattdessen überwiege in der allgemeinen Konjunkturflaute die Angst vor der Arbeitslosigkeit, sagt Wagner. Hinzu kommt, dass die Zinsen wohl weiter auf ihrem Niedrigstand bleiben werden. "Warum soll ich gerade jetzt ein Haus kaufen", gibt Volker Russig vom Münchner ifo-Institut die vorherrschende Stimmung wieder.
Ein Loch in Manhattan - gefragt
Die Wohnung ist ein hässliches Loch ohne Fenster? Kein Problem, solange sie in Manhattan liegt. Im New Yorker Geschäftsviertel suchten im Moment so viele solvente Interessenten ein Appartment, dass selbst solche Angebote problemlos einen Käufer fänden, sagt Douglas Wagner, Präsident der Immobilienagentur Benjamin James. Der Run auf die eigenen vier Wände mag im Big Apple besonders ausgeprägt sein, doch sieht es in London, Paris, Bangkok und Schanghai nicht viel anders aus.
Weltweite Immobilienblase
Experten warnen mittlerweile vor einer weltweiten Immobilienblase, deren Platzen auch die Konjunktur erschüttern könnte. Die Deutschen bekämen die Folgen wohl weniger zu spüren: Sie stecken ihr Geld derzeit viel lieber in den Sparstrumpf statt in Immobilien.
Nachfrage drastisch gestiegen
"Die Leute denken, das ist die Chance ihres Lebens, sie müssen jetzt kaufen oder nie", beschreibt Immobilienmakler Wagner die Lage auf dem US-Markt. Das bis 2004 historisch niedrige Zinsniveau, das Kredite billig machte, und das Misstrauen in die Börse nach dem Zusammenbruch vieler Dot.Com-Firmen sind Gründe dafür, dass die Nachfrage nach Immobilien so drastisch nach oben kletterte.
Preise klettern seit 13 Jahren
In den Vereinigten Staaten stiegen die Preise 2004 das 13. Jahr in Folge. Im Juni wechselten 7,33 Millionen Immobilien den Besitzer - ein neuer Rekord. Immer mehr Spekulanten wittern zudem ein gutes Geschäft und treiben die Preisrallye weiter voran.
Preise in Großbritannien verdoppelt
Auch Großbritannien und Frankreich haben in den vergangenen Jahren ähnlich drastische Preiserhöhungen erlebt. Franzosen müssen für eine Immobilie mittlerweile 70 Prozent mehr auf den Tisch legen als 1998. In Großbritannien verdoppelte sich nach Angaben der Halifax-Bank der Durchschnittspreis für eine Wohnung zwischen 2000 und 2004 auf 162.000 Pfund (rund 242.000 Euro).
Indiz für eine Blase
Die zweistelligen Preissteigerungen seien deutliches Indiz für eine Blase, sagt IVD-Experte Wagner. Weiteres Indiz für einen ungesunden Hype: Immer mehr Briten und US-Amerikaner kaufen ihre Häuser und Wohnungen auf Pump oder nehmen auf ihr Wohneigentum Hypotheken auf, um damit andere Anschaffungen zu finanzieren.
Gespenst der Arbeitslosigkeit
Das geht aber nur so lange gut, solange die Immobilienpreise weiter klettern, warnen Experten. Noch ist die Arbeitslosigkeit in Großbritannien niedrig, doch wächst die Zahl der jobsuchenden Briten seit Jahresanfang. Sollte die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten stark zunehmen, bestehe das Risiko einer brutalen Preiskorrektur auf dem Immobilienmarkt, sagt der britische Ökonom Howard Archer. Denn Menschen ohne regelmäßiges Einkommen konsumieren weniger und kaufen erst recht kein Wohneigentum.
Rezession nicht ausgeschlossen
Angesteckt von der Goldgräberstimmung prüften zudem viele Banken die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden nicht sorgfältig. 2004 galt schon ein Drittel der US-Immobilienkredite als risikobelastet, schreibt die Vereinigung der Hypothekenbanken MBA. Bei einem Preisverfall könnten viele überschuldete Investoren ihre Kreditraten nicht zahlen, müssten im schlimmsten Fall ihre Immobilien unter Wert verkaufen, und Banken blieben vielfach auf ihren Forderungen sitzen. "Die Situation gleicht mehr und mehr einer Blase", warnt John Llewellyn von der US-Bank Lehman Brothers. Selbst eine Rezession im Falle eines Preissturzes schließt er nicht aus.
Quelle: t-online.de |
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