| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4940 Wohnort: Osten
|
Verfasst am: 2.Apr 2004 15:29 Titel: In Pirmasens - Immobilienbetrug mit mafiösen Strukturen |
|
|
Ganz schön was los - in Pirmasens.........
Immobilienbetrug mit mafiösen Strukturen
Pirmasenser zu 21 Monaten auf Bewährung verurteilt
Von PZ-Mitarbeiterin Maria-Luise Hehner
Vor dem Schöffengericht war ein bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getretener 35-jähriger arbeitsloser Werkzeugmacher aus dem Landkreis angeklagt. Ihm wurde gemeinschaftlich begangener gewerbsmäßiger Betrug mit unseriösen Immobliengeschäften zur Last gelegt. Bereits vor einer Woche war eine weitere Beschuldigte aus diesem Betrügerring zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Bis zu seinem 27. Lebensjahr war das Leben des Angeklagten in geordneten Bahnen verlaufen. Aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen wurde er jedoch arbeitslos. Spontan half ihm ein Freund aus dem Sportverein, der ihn als Seiteneinsteiger im Versicherungsgewerbe anwarb, wo er jedoch aufgrund mangelnder Vertragabschlüsse scheiterte. Wieder war es der vermeintliche Freund, der ihn für das Immobiliengeschäft begeisterte.
Eine Immobilien-Vermittlungs- und Finanzierungs-GmbH wurde in den Räumen eines ehemaligen Bordells in Pirmasens gegründet. Dabei wurde der Beschuldigte von seinem Freund als "Strohmann"-Geschäftsführer vorgeschoben, da er als eigentlicher "Frontmann" bereits die Eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte. Mit dem An- und Verkauf von Eigentumswohnungen in der ganzen Republik sollte das große Geld gemacht werden. Munter unterschrieb der Angeklagte ihm vorgelegte Vordrucke "Selbstauskunft", die dann "finanziell passend" gemacht wurden. Schon war er mitten in die Szene dieser Immobilienhaie mit mafiaähnlichen Strukturen eingebunden, deren Fälscher jede Art von Bescheinigungen und Urkunden notfalls auf Original-Finanzamtpapier herstellten.
Angeklagter bleibt auf 1,5 Millionen Euro Schulden sitzen
Bei einer weit entfernt ansässigen Bank wurde der erste Kreditantrag für eine wiederum anderswo zu kaufende Wohnung gestellt. Jede Menge gefälschte Unterlagen bezogen auf die persönliche Einkommens- und Vermögenssituation des Angeklagten wurden seitens der zwischengeschalteten Vermittler eingereicht. Insgesamt sechs Mal klappte so der Ankauf von bewusst weit überteuert angesetzten Wohnungen, vier Mal blieb es bei dem Versuch, da die Banken die Unterlagen als gefälscht erkannten. Da die Vorgänge jedoch schon sieben Jahre zurücklagen, konnte sich der Angeklagte nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern. Viele Dinge passierten ohnehin ohne sein Wissen und Zutun, so seine Versicherung vor Gericht.
12 000 Seiten Belastungsmaterial gesammelt
Dass die Vorgänge jedoch nicht verjährt sind, machte ihm Richter Dieter Dexheimer in aller Deutlichkeit klar. In blindem Vertrauen auf den Freund und angeblichen Fachmann habe er die Wohnungen gekauft, so der Beschuldigte. Er selbst habe ja keine Ahnung vom Immobiliengeschäft gehabt, auch die in Rede stehenden Wohnungen nie besichtigt. Doch ganz so wollte Richter Dexheimer die vorgegebene Unwissenheit nicht gelten lassen, schließlich hätten den Angeklagten doch auch gewisse Provisionszusagen gelockt und verführt. Spätestens bei dem Kauf der zweiten Wohnung sei auch dem Angeklagten klar gewesen, dass es sich hier um Betrügereien handele.
Da der Beschuldigte die Zinsen und Tilgungen für die gekauften Eigentumswohnungen aufgrund fehlenden Einkommens nicht aufbringen konnte, wurden die gewährten Kredite schon zur Jahresmitte 1998 zur sofortigen Rückzahlung fällig gestellt. Zwei der sechs Wohnungen wurden mittlerweile versteigert, die restlichen vier sind noch in seinem Bestand und werden bis zur Versteigerung zwangsverwaltet. Die Höhe der auf dem Angeklagten lastenden Schulden werden derzeit mit rund 1,5 Millionen Euro angenommen.
Gegen die vielen in die Betrugsaffäre eingebundenen sonstigen unseriösen Immobilienhändler, Vermittler und Finanzdienstleister laufen Ermittlungen an unterschiedlichsten Gerichten bis zur Wirtschaftsstrafkammer Mannheim, die alleine schon 12 000 Seiten Belastungsmaterial gesammelt hat. Positiv wertete das Gericht das Geständnis des Angeklagten, das so in erheblichem Maße zur Aufhellung der betrügerischen Machenschaften beigetragen hat. Trotzdem wurde er wegen gemeinschaftlich begangenem vollendetem Betrug in sechs Fällen und versuchtem Betrug in vier Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt, deren Verbüßung auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Pirmasenser Zeitung vom 31.03.2004
http://www.pirmasenser-zeitung.de/news/04/pirmasens/040331/mafia.php3 |
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|
| |