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Klimaschutz wird teuer für Hausbesitzer

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5918

BeitragVerfasst am: 6.Aug 2007 15:37    Titel: Klimaschutz wird teuer für Hausbesitzer Antworten mit Zitat

Die von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgelegten Pläne für den Klimaschutz kommen Haushalten und Immobilienbesitzern teuer zu stehen: Das Bundeswirtschaftsministerium beziffert die Mehrkosten allein im Gebäudebereich auf 60 Milliarden Euro. Hinzu kämen Umlagen auf den Strompreis und Steuergelder von bis zu zehn Milliarden Euro.
Nicht berücksichtigt sind die Kosten für die Ausweitung der Lkw-Maut oder die strittige Verschärfung der Besteuerung von hochvolumigen Dienstautos. In der überschlägigen Berechnung des Bundeswirtschaftsministeriums sind allerdings die niedrigeren Energiekosten als Folge zusätzlicher Dämm- und Einsparmaßnahmen noch nicht gegengerechnet.

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) lehne die diversen Vorschläge nicht rundweg ab, er dringe aber auf eine möglichst wirtschaftsfreundliche Umsetzung, also ohne zu detaillierte staatliche Vorgaben, sagte sein Staatssekretär Joachim Wuermeling. Die Regierung will in gut zwei Wochen in Meseberg Eckpunkte für das verabredete Energie- und Klimapaket beschließen.
Bei vielen der 29 Vorschläge sei man sich einig, hieß es. Ein Teil stehe unter Finanzierungsvorbehalt. Das Finanzministerium hatte Zusatzbelastungen für den Etat, etwa die Verdreifachung der Kosten des Gebäudesanierungsprogramms auf 2,5 Milliarden Euro, abgelehnt. Das gilt auch für Programme zur Sanierung öffentlicher Gebäude wie Schulen.

Der bessere Schutz des Klimas koste Geld, sagte Wuermeling. Doch werde das Wirtschaftsministerium bei der Rahmensetzung darauf achten, „dass sich die Marktkräfte entwickeln können“. Statt mit Ver- und Geboten zu operieren sei es sinnvoller, auf Anreize zu setzen.

Als eine falsche Maßnahme nannte er die Forderung, Nachtstromspeicheröfen grundsätzlich zu verbieten. Gerade diese Öfen würden in energetisch vorteilhaften Niedrigenergie- und Passivhäusern zur Notfallversorgung eingesetzt.
Es sei auch falsch, bundesweit allen Haushalten den Austausch von Strom- und Gaszählern vorzuschreiben oder von Hausbesitzern den Austausch aller Fenster nach 30 Jahren zu verlangen. Es wäre sinnvoller, Vorgaben für den Energieverbrauch zu machen, sagte Würmeling.

Wie diese dann erreicht würden – durch den Austausch der Fenster, bessere Dämmung von Dach, Keller und Wänden oder den Austausch der Heizanlage –, das sollte dann dem Eigentümer überlassen werden. Gabriel warb indes für seinen Vorschlag, dass Mieter eine Mietkürzung durchsetzen könnten, wenn sie höhere Nebenkosten hätten, weil ihre Wohnung nicht ausreichend gedämmt sei.
Quelle: faz



Nachtspeicheröfen:
Bundesweit erzeugen rund 1,4 Millionen Haushalte Wärme mit elektrischen Heizsystemen. Sie sollen alle ersetzt werden. Ausbau und Einbau einer entsprechenden Gasheizung kostet etwa 20.000 Euro, macht unter dem Strich 28 Milliarden Euro.

Intelligente Zähler:
Moderne elektronische Zähler können den Energieverbrauch minutengenau ablesen. Ihr Einsatz wäre die Voraussetzung für Stromtarife, die nachts günstiger ausfallen könnten. Bei 40 Millionen Haushalten und 100 Euro je Zähler kostete die Austauschpflicht 4 Milliarden Euro.

Selbstgenutzte Häuser:
Wenn jedes fünfte der 14 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser unter die Nachrüstverpflichtung (Dämmung Leitungen, Kellerdecke) fiele, ergäbe dies mindestens 2.000 Euro je Haus, zusammen 5,6 Milliarden Euro.

Sanierung vermieteter Wohnungen:
Einscheiben-Fenster über 30 Jahre und Heizungen, die älter als 20 Jahre sind, sollen ausgetauscht werden. Wenn jede Zehnte der 24 Millionen Mietwohnungen betroffen ist, beliefen sich die Kosten bei 5.000 Euro je Wohnung auf 12 Milliarden Euro.

Erneuerbare Energien:
Der Ausbau der Kraft-Wärme-Koppelung würde je nach Fördergrad bis zu 5 Milliarden Euro Mehrkosten verursachen, die Umlage für den Ökostrom um 800 Millionen auf vier Milliarden Euro steigen. Die Pflicht für jeden Wohnungsbesitzer, seine Energie zu mindestens zehn Prozent aus Erneuerbaren Quellen zu speisen, führt zum Austausch von etwa einer Million Heizkessel im Jahr und kostet bei 10.000 Euro je Anlage 10 Milliarden Euro im Jahr.
(ami.)
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5918

BeitragVerfasst am: 6.Okt 2007 21:02    Titel: Antworten mit Zitat

Gabriel will Hausbesitzer zum Klimaschutz zwingen

Im Ringen um die Details des Klimaschutzprogramms beharrt das Bundesumweltministerium offenbar gegen den Widerstand anderer Ministerien auf Sanktionen gegen widerspenstige Hausbesitzer. Wer sich beispielsweise weigert, sein Haus nach den neuesten Energiesparstandards zu dämmen, soll künftig zur Kasse gebeten werden.

Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wolle unter anderem erreichen, dass in solchen Fällen Mieter ihre Zahlungen an Vermieter kürzen können, berichtete das Magazin „Der Spiegel“ vorab. Notwendig wäre dafür entweder eine Änderung des Mietrechts oder der Heizkostenverordnung. Unter Berufung auf Regierungskreise berichtete der „Spiegel“, dass unter anderem das Justizministerium „wenig begeistert“ von dem Vorhaben sei.

Eine solche Regelung sei nicht mit dem im Grundgesetz verbrieften Eigentumsrecht vereinbar. Widerstand gebe es auch im Bauministerium. Dort warnten die Experten davor, das „sehr fein ausbalancierte“ Mietrecht durch die Änderung in eine Schieflage zu bringen.

In den kommenden Tagen solle das Thema nun nochmals von den Abteilungsleitern erörtert werden. Falls diese sich nicht einigten, solle es nach dem Willen Gabriels auf Ministerebene geklärt werden. Eine Entscheidung muss bald fallen: Nach dem Zeitplan der Regierung soll das Klimaprogramm am 5. Dezember vom Bundeskabinett als Gesetzespaket auf den parlamentarischen Weg gebracht werden, schreibt der „Spiegel“.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5918

BeitragVerfasst am: 24.Okt 2007 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Bundesregierung will Haus- und Immobilienbesitzer ab 2009 bei Neubauten zum Einsatz von Öko-Energien vergattern. Wer die Vorschrift missachtet, dem drohen im Ernstfall sogar Bußgelder bis maximal 50.000 Euro.

Ein Ministeriumssprecher bestätigte heute in Berlin einen Bericht in dem auf Details des geplanten Erneuerbare-Energie-Wärme-Gesetz der Koalition verwiesen wird. Das Gesetz befinde sich derzeit in der Ressortabstimmung.

Danach muss bei Neubauten, die nach dem 31. Dezember 2008 fertig gestellt werden, der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Weiter werde bei Altbauten der Einsatz von Öko-Energie vorgeschrieben, wenn eine "grundlegende Sanierung" ansteht. Gemeint seien damit beispielsweise der Austausch des Heizkessels oder Dacherneuerungen. Wer die Auflagen "fahrlässig" verletze, könne mit einer Geldbuße mit bis zu 50.000 Euro belangt werden.

Auf der anderen Seite soll aber auch die Förderung verbessert werden. So bekommen Hausbesitzer beim Einbau moderner Heizungsanlagen künftig mehr Geld vom Staat. Wie das Bundesumweltministerium heute mitteilte, wird ab sofort ein Bonus von 750 Euro gezahlt, wenn beim Einbau einer Solaranlage auch der alte Heizkessel durch einen modernen sogenannten Brennwertkessel ergänzt wird.

"Wir wollen damit das hohe Potenzial zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien noch besser ausschöpfen", erklärte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Der Einbau von Anlagen zur Gewinnung von Sonnenwärme zur Unterstützung der Heizung wird bereits heute finanziell gefördert.

Nach einer Modellrechnung des Ministeriums können Besitzer eines Einfamilienhauses, die ihre alte Heizung mit einem neuen Brennwertkessel und einer zehn Quadratmeter großen Solaranlage zur Heizungsunterstützung erneuern, mit einem Investitionskostenzuschuss von insgesamt 1800 Euro rechnen - bei einer Gesamtinvestition von rund 16.000 Euro. Die neue Kombinationsförderung ist den Angaben zufolge bis zum 30. Juni 2008 befristet.
Quelle: mik/AP

Weitere Informationen: Was sich 2007 für Immobilieneigentümer ändert
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5918

BeitragVerfasst am: 12.Mai 2008 7:33    Titel: Antworten mit Zitat

Litfaßsäulen mit Wollmütze warben in deutschen Städten für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung. Kommunale, gewerbliche und private Eigentümer von Gebäuden sollen investieren, um den Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid zu reduzieren. "In einem mit 30.000 Euro sanierten Eigenheim können pro Jahr rund 2500 Euro Heizkosten gespart werden", hat Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee den Eigenheimbesitzern vorgerechnet. Für Hausbesitzer stellt sich die Frage nach der Finanzierung.

Die meisten haben längst an steigenden Gas- oder Ölrechnungen bemerkt, dass Handlungsbedarf besteht. Drei Viertel aller Eigenheime in Deutschland sind älter als 25 Jahre. Energetisch gehören sie in die Ära vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1984. Sie verbrauchen rund 20 Liter Heizöl oder 20 Kubikmeter Erdgas je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Ein Neubau dagegen kommt mit sieben Litern oder Kubikmetern aus. Typische Investitionen in die energetische Sanierung von Eigenheimen sind der Einbau von Brennwertkesseln, die Dämmung der obersten Geschossdecken, der Fassade und der Kellerdecke sowie die Erneuerung der Fenster. Im Durchschnitt summieren sich diese Investitionen je Eigenheim auf 30.000 Euro bis 40.000 Euro.

Wer bei seiner Bank ein Darlehen für die Finanzierung von Modernisierungsinvestitionen will, wird rasch feststellen, dass die meisten Institute Kredite unter 50.000 Euro entweder gar nicht ausreichen oder aber Zinsaufschläge verlangen. Mitunter erreichen die Konditionen in dieser Größenordnung sogar das Niveau von Konsumentenkrediten. Auch bei den ansonsten günstigen Internet- und Direktbanken ist das nicht viel anders als bei den Filialbetrieben.

Das freut vor allem die Bausparkassen, von denen viele das Gros ihrer Geschäfte schon mit Modernisierungsfinanzierungen machen. Das kommt nicht von ungefähr. Denn Bauspardarlehen sind für die Finanzierung von Modernisierungsmaßnahmen besonders geeignet. Anspruch auf ein Darlehen hat jeder Bausparer bei Erreichen der Zuteilungsvoraussetzungen, Alter, Einkommen oder Beruf des Kreditnehmers spielen - anders als bei Banken - keine Rolle. Die Darlehenstilgung ist beim Bausparen innerhalb weniger Jahr erledigt, woran insbesondere ältere Hausbesitzer interessiert sind, die ihre Renten nicht belasten wollen. Sondertilgungen sind jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigungen möglich.

Entscheidend ist jedoch, dass die Zinsen von Bauspardarlehen deutlich günstiger sind als die der billigsten Bankanbieter. Wer Bank- und Bausparangebote vergleichen will, darf allerdings nicht nur die Darlehenszinsen betrachten. Ein solcher Vergleich würde einseitig zugunsten des Bausparens ausgehen. Denn bei den Bausparkassen muss man bekanntlich erst sparen bis zur Zuteilung, die zu einem Bauspardarlehen berechtigt. Weil die Guthabenzinsen zurzeit mit 1,0 bis 1,5 Prozent extrem niedrig sind, haben Bausparer im Vergleich zu Hausbesitzern, die ihr Geld alternativ anlegen, zunächst einen Sparverlust. Dieser Zinsnachteil ist der Preis für das spätere niedrig verzinste und zinsstabile Darlehen. Ein Konditionenvergleich zwischen Bank- und Bauspardarlehen muss also immer sowohl die Spar- als auch die Darlehensphase einschließen. Erst der Grenzzins weist aus, von welchem Punkt an die eine oder andere Variante für den Kunden günstiger ist.

Die Beispielrechnung zeigt: So günstig wie die Bausparkassen sind auch vergleichbare Angebote der preiswertesten Banken nicht. Die ING-Diba beispielsweise verlangt für den "Aktionskredit Wohnen" effektiv 7,50 Prozent im Jahr, Dr. Klein für seinen Modernisierungskredit 7,89 Prozent und die Hanseatic Bank 8,35 Prozent. Billiger als bei den Bausparkassen sind nur die Förderdarlehen der staatlichen KfW. Dabei müssen Kreditnehmer allerdings lange Laufzeiten akzeptieren und außerdem bankübliche Sicherheiten bieten.


Nichts für Kurzentschlossene

Vorteil
Zwei Hausbesitzer sparen für eine 40.000 Euro teure Modernisierung ihres Heimes. Der erste zahlt monatlich 200 Euro in einen Bausparvertrag, der andere pumpt das Geld in einen Banksparplan. Eine Bankfinanzierung ist trotz der höheren Anlagezinsen in der Ansparphase nur günstiger, wenn die effektiven Kreditzinsen im Jahr unter 5,41 Prozent liegen.

Nachteil
Das günstige Bauspardarlehen bekommt der Immobilienbesitzer nur, wenn der Vertrag zuteilungsreif ist, was einige Jahre dauern kann. Im Beispiel dauert die Ansparphase acht Jahre und drei Monate. Eine spontane Energiesanierung lässt sich mit einem Bausparvertrag also nicht finanzieren. Soll es schnell gehen, muss der Bauherr bei der Bank anklopfen.
Quelle: H.Pfeifer
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