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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5910
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Verfasst am: 1.Jul 2007 6:51 Titel: Seniorengerecht - der Trend bei Verkauf und Vermietung |
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Der demografische Wandel stellt auch private Grundeigentümer vor erhebliche Herausforderungen. Gute Vermietungs- und Verkaufschancen werden in Zukunft nur Eigentumswohnungen und Eigenheime haben, die seniorengerecht sind, meinen Marktexperten.
Wegen der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung würden bis 2020 zusätzlich mindestens 800.000 altengerecht ausgestattete Wohnungen in Deutschland benötigt, hat der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) errechnet. Die Zahl könnte noch untertrieben sein. Derzeit sind der Studie zufolge lediglich 400.000 Wohnungen - ein Prozent des Bestands - in der Bundesrepublik so konzipiert, dass ältere Menschen mit Behinderungen in ihnen unabhängig leben können. Das bedeutet: keine Schwellen, breite Türrahmen und Badezimmer mit ebenerdigen Duschen, die ein Rollstuhlfahrer allein nutzen kann.
Mit den zusätzlichen 800.000 Einheiten würde die Quote lediglich auf drei Prozent angehoben. Dabei werden nach Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts im Jahr 2015 bereits knapp 17 Millionen Menschen, rund 21 Prozent der Bundesbürger, älter als 65 Jahre sein. Davon werden knapp fünf Millionen Menschen, also vier Prozent der Bevölkerung, sogar über 80 Jahre alt sein.
Aus diesen Zahlen auf einen deutlich steigenden Bedarf an Pflegeheimplätzen zu schließen, wäre ein Fehler, meint Helmut Braun, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Wohnen im Alter (KWA). Denn: "Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtzahl älterer Menschen fällt seit Jahren kontinuierlich", weiß der Gerontologe. So stieg die Zahl der Senioren in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts von 2001 bis 2003 um 6,6 Prozent. Die Zahl der Pflegebedürftigen hingegen wuchs im selben Zeitraum lediglich um 1,8 Prozent.
Gleichwohl achten ältere Menschen bei der Wahl einer Wohnung oder eines Hauses immer stärker darauf, dass sie das neue Domizil auch dann noch nutzen können, wenn sich die Altersgebrechen einstellen. Nach einer Umfrage des Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung unter Senioren, die einen Umzug vorgenommen haben, hat jeder zweite sein bisheriges Heim verlassen, weil es nicht altengerecht ausgestattet war. Lediglich 21 Prozent bestellten den Umzugswagen, weil sie mit dem Umfeld unzufrieden waren, nur 15 Prozent wechselten den Standort, weil ihnen die bisherige Miete zu hoch war.
In den USA und einigen europäischen Staaten wie Italien und den Niederlanden werden neue Mehrfamilienhäuser fast generell mit Fahrstühlen ausgestattet - auch wenn das Haus nur zwei oder drei Stockwerke hat. Statt Badewannen werden ebenerdige Duschen eingebaut. "In den Niederlanden wird heute jede zweite neue Wohnung barrierearm errichtet oder aber so entworfen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt mit minimalem Aufwand an die Bedürfnisse behinderter oder pflegebedürftiger Menschen angepasst werden kann", weiß der BFW-Vorsitzende Walter Rasch.
Dass barrierefreies Wohnen in diesen Ländern zum großen Trend geworden ist, hat vor allem einen Grund: "Diese Wohnungen und Eigenheime sind wegen ihres hohen Komforts auch bei jüngeren Menschen heiß begehrt", weiß Degi-Chefresearcher Beyerle. Auch ein 30-Jähriger wolle den Wocheneinkauf nicht in eine Wohnung im dritten Stock tragen, sondern kaufe oder miete lieber in einem Haus mit Fahrstuhl.
Ebenso würden auch jüngere Menschen Badezimmer bevorzugen, in denen sie zum Duschen nicht erst über den hohen Rand einer Badewanne steigen müssen. Zudem denkt manch 30-Jähriger beim Kauf einer Eigentumswohnung vielleicht auch schon an sein Leben im Alter. Dass sich der neue Trend auch in Deutschland durchsetzen werde, davon ist Degi-Experte Beyerle überzeugt. "Wohnungen und Eigenheime, die nicht barrierefrei sind, werden in wenigen Jahren nur noch mit deutlichen Preisabschlägen vermiet- und veräußerbar sein."
Wer heute ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung erwerben will, sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass das Objekt entweder bereits barrierefrei ist oder leicht und kostengünstig umgebaut werden kann, rät der Degi-Chefresearcher. In Wohneigentumsanlagen sollte mit den Grundeigentümern schon heute darüber beraten werden, wie die Häuser entsprechend den Bedarfsanforderungen von morgen modernisiert werden können. "Wenn erst die Mieter ausziehen und die Leerstände steigen", sagt Beyerle, "kommen noch mehr Kosten auf die Eigentümer zu."
Quelle: FTD |
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