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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 20.Okt 2007 10:13 Titel: Wohnen auf dem Wasser |
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Hamburg fördert das Wohnen auf dem Wasser und liegt damit im internationalen Trend.
Hausbootsiedlungen erwecken meist den Eindruck, als hätten ihre Besitzer die Moderne verschlafen. Karierte Vorhänge hinter kleinen Fenstern, Blumenrabatten, Holzaufbauten mit Giebeldächern und dekorative Rettungsringe, so liegen sie an bröckelnden Kaimauern. Bewohnt werden diese Kleingarten-Idyllen auf flüssigem Grund von Gunter Gabriel, der Kelly-Family und alternativen Studienräten. Aus billigen Wohnprovisorien nach dem Krieg sind emotionale Notunterkünfte für Menschen geworden, denen das Leben in der Stadt zu kalt und zu schnell ist.
Soweit das romantische Vorurteil. Denn seit einigen Jahren bekommt die liebevoll renovierte Schute starke Image-Konkurrenz. Leben auf dem Wasser gilt neuerdings als elegante Lebensführung mit ökologischem Gewissensbonus.
Die Suche des Immobilien-Sektors nach originellen Angeboten und die zeitweise Unterbeschäftigung der Architektenbranche haben den neuen Trend ebenso beflügelt wie die Prognosen des Klimawandels mit steigenden Wasserpegeln und die Diskussionen um vernünftige innerstädtische Verdichtung.
Seit Ole von Beust (CDU) in Hamburg die politischen Geschäfte leitet, führt die Hansestadt eine massive Imagekampagne für den Wirtschaftsstandort Hamburg mit Stadtentwicklungsprojekten.
Die Erschließung der innerstädtischen Wasserflächen durch Wohn- und Freizeitprojekte erfüllt diese Doppelstrategie. Spektakuläre Projekte aus anderen Städten werden in größer und schöner wiederholt, zugleich wird die Sehnsucht nach dem Einfamilienhaus im kühlen Nass aber mit Designvorschriften und ökologischen Ansprüchen reguliert.
Ein hundert Meter langes Badeschiff in der Außenalster, gebaut von den Architekten des Berliner Vorbilds in Treptow, Wilk und Salinas, soll 2008 die neue Siedlungsinitiative auf Elbe, Alster und Bille bekannt machen. Ein weiteres Badeatoll in der Elbe ist geplant, eine schwimmende Jugendherberge in Veddel soll die längerfristige Umwandlung des Hafenbeckens in eine Großsiedlung vorbereiten.
Schwimmende Schrebergärten soll es nicht geben. Ein offener Architekturwettbewerb am Eilbekkanal wählte aus achtzig Modellen jene zehn zur Realisierung aus, die auch in Zeitgeist-Magazinen abgebildet werden können. Nächstes Jahr soll das Designdorf schwimmen.
Quelle: Till Briegleb |
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