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GM&P Mod. Team Insider

Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 653
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Verfasst am: 2.Jun 2006 7:03 Titel: Geldjäger |
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An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Bei seinem Ermittlungstempo käme "kein Staatsanwalt hinterher", sagt Jürgen Jaitner. Der "Geldjäger" diente einst dem Bundeskriminalamt, nun fahndet er als Chef einer Privatfirma nach versteckten Schätzen. Seine Methoden sind bisweilen skurril - aber legal.
Es gibt Worte, die produzieren im Kopf nicht nur Bilder, sondern eine ganze Geschichte. "Geldjäger" ist so ein Wort. Nach dem Bankrott der Geldtransportfirma Heros hätten geprellte Konzerne eben solche "Geldjäger" mit der Suche nach verschwundenen 80 Millionen Euro beauftragt, meldete jüngst eine Nachrichtenagentur. Die Vorstände der Unternehmen wollten nicht allein auf die Fahnder des Landeskriminalamts vertrauen - sie suchten Hilfe bei den Ermittlern aus der freien Wirtschaft.
"Geldjäger", das klingt aufregend und gefährlich. Wie der Titel eines Thrillers.
Der wohl erfolgreichste dieser diskreten Ermittler ist Jürgen Jaitner. Doch der elegant gekleidete Mann mag das reißerische Schlagwort nicht. "Völliger Quatsch" sei es, sagt der 54-Jährige. Er selbst sieht sich eher als "Risikomanager" im Auftrag der Wirtschaft, als Dienstleister mit hochexklusivem Service.
Wenn Firmengelder unterschlagen werden oder einer Bank Millionenbeträge abhanden kommen - dann ist es oft Jaitners Firma Espo, die wenig später den Rechercheauftrag erhält. Der Chef und seine 22 freiberuflichen Ermittler arbeiten in einem lukrativen Geschäftsfeld. Den Wirtschaftsprüfern von PricewaterhouseCoopers zufolge wurde in den vergangenen zwei Jahren fast jedes zweite Unternehmen Opfer eines Wirtschaftsdelikts.
Im Fall Heros hat Espo vier Ermittler abgestellt. Ihr Auftrag lautet offiziell: "Lokalisierung von Vermögenswerten der Beschuldigten" und "Vorbereitung zur Abwehr von Ansprüchen der Geschädigten". Auftraggeber ist ein großer britischer Versicherungskonzern.
Jaitners Ermittlerfirma residiert in Wiesbaden in einem unauffälligen Haus, einen Kilometer von der Zentrale des Bundeskriminalamts entfernt. Früher hatten der Firmenchef selbst und viele seiner Mitarbeiter ihren Schreibtisch hinter den Zäunen der obersten Verbrechensbekämpfungsbehörde.
Jetzt arbeiten sie in der freien Wirtschaft, doch das Aufgabengebiet ist ähnlich: Zielfahndung in den Bereichen Geldwäsche und organisierter Kriminalität. "Diskretion gehört zu unseren selbstverständlichen Geschäftsgrundlagen", heißt es auf der Website der Firma.
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