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Regelinsolvenzverfahren und Verbraucherinsolvenzverfahren

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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 3696

BeitragVerfasst am: 5.Nov 2006 10:04    Titel: Regelinsolvenzverfahren und Verbraucherinsolvenzverfahren Antworten mit Zitat

Zitat:
Verbraucherinsolvenz - Chance für ehemalige Selbständige

Trotz anziehender Konjunktur in Deutschland ist es leider noch immer keine Seltenheit, dass gute Geschäftsideen nicht zu goldenen Aussichten, sondern vielmehr in die Pleite führen. Von der guten Idee bleibt meist nicht mehr übrig als ein Schuldenberg, den man mit Darlehnsverbindlichkeiten, Mietrückständen und unbezahlten Rechnungen aufgebaut hat.

Hier ist grade für diejenigen, die nicht durch Gründung einer GmbH oder Ldt. vorgesorgt haben, oft nur noch der Weg in die Insolvenz möglich, um aus der Schuldenfalle herauszukommen. Dieser Weg ist allerdings aufgrund der zahlreichen Vorschriften für den Laien oft unübersichtlich.

Grundsätzlich sieht die Insolvenzordnung (InsO) zwei unterschiedliche Wege vor, um aus der Misere wieder herauszukommen. Unterschieden wird hierbei zwischen dem Regelinsolvenzverfahren und dem Verbraucherinsolvenzverfahren. Allein der Name Verbraucherinsolvenzverfahren ist bereits missverständlich, suggeriert er doch, dass nur ein Verbraucher, nicht also ein Unternehmer dieses Verfahren durchlaufen kann.

Diese Unterscheidung ist generell gar nicht so falsch, denn dem Verbraucher, als einer Person, die nicht Unternehmer ist und war, steht das Verbraucherinsolvenzverfahren generell und ohne Einschränkung offen.

Ebenfalls begünstigter des Verbraucherinsolvenzverfahrens kann jedoch auch ein ehemaliger Selbständiger sein. Dieses ist unter der Voraussetzung möglich, dass die Selbständigkeit mittlerweile beendet ist. Zusätzlich müssen nach der Insolvenzordnung die Vermögensverhältnisse des ehemals Selbständigen überschaubar sein. Dieses ist nach der Rechtsprechung dann der Fall, wenn der Selbständige nicht mehr als 20 Gläubiger hat. Ist dies der Fall, steht auch dem ehemals Selbständigen das Verbraucherinsolvenzverfahren offen.

Das Verbraucherinsolvenzverfahren sieht vor, dass vor dem Antrag an das zuständige Insolvenzgericht ein außergerichtlicher Schuldbereinigungsversuch durchgeführt werden muss. Hierbei können Rechtsanwälte und Steuerberater behilflich sein. Wenn dieser Versuch scheitert, was oftmals leider wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft der Gläubiger der Fall ist, muss man Antrag auf Verbraucherinsolvenz stellen. Nach Eingang des Antrags wird die Vermögensverwaltung einem Treuhänder übertragen. Sämtliche bestehende Zwangsvollsteckungsmaßnahmen werden aufgehoben.

Das Regelinsolvenzverfahren, das Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften und weiterhin Selbständige sowie Selbständige deren Vermögensverhältnisse nicht übersichtlich sind, durchlaufen müssen, ist anders gegliedert. Es findet kein außergerichtlicher Schuldbereinigungsversuch statt. Dafür gibt es einen Termin zur Insolvenzprüfung bei Gericht mit einem vom Gericht bestellten Insolvenzverwalter. Dieser stellt dann fest, ob und wie ein Verfahren gestaltet werden kann. Es kann ferner ein Gläubigerausschuss gewählt werden.

Ziel beider Verfahren ist es, dass nach einer Wohlverhaltensperiode von sechs Jahren die Restschuldbefreiung erreicht wird. Innerhalb dieser Zeit sind Einnahmen, die über den gesetzlichen Pfändungsfreibeträgen liegen, über den Treuhänder oder Insolvenzverwalter an die Gläubiger abzuführen. Die Freibeträge bemessen sich hierbei nach den Vorgaben der Zivilprozessordnung.



Pressemitteilung von: Rechtsanwalt Sven Tintemann
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London
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Anmeldungsdatum: 08.08.2006
Beiträge: 44
Wohnort: Blumenau 44, 22089 Hamburg

BeitragVerfasst am: 7.Nov 2006 8:34    Titel: Strategien für den geschäftlichen Neubeginn nach Insolvenz Antworten mit Zitat

Werte Forenteilnehmer,
in Ergänzung des Beitrages "Verbraucher-und Regelinsolvenz" möchten wir einige Informationen zum geschäftlichen Neubeginn nach Insolvenz veröffentlichen.
Ausgangspunkt ist die Überschuldung des Einzelunternehmens und/oder der BGB-Gesellschaft oder die Durchgriffshaftung auf die natürliche Person des GmbH-Geschäftsführers. Rechtsfolgen: Die natürliche Person haftet mit Ihrem Privatvermögen, bei Insolvenz 6 Jahre bis zur Restschuldbefreiung. Erfolgt die Restschuldbefeiung nach englischem Recht:
http://www.london-consulting.org/insouk.htm
so ist der Schuldner nach ca. 12 Monaten schuldenfrei.
Aus juristischen Gründen möchten wir darauf hinweisen, dass nachfolgende Gestaltungen einem gewissen "Risiko" unterliegen. Die Darstellungen dieser "Risiken" müssten in einem persönlichen Gespräch erörtert werden.

Lösungsansätze:

1. Gründung einer UK Limited
Der Schuldner gründet eine UK Limited mit steuerlicher Betriebsstätte Deutschland, sofern sein Geschäftsgegenstand nach DBA eine steuerliche Betriebsstätte in Deutschland auslöst. Die Ausgestaltung der Limited erfolgt i.d.R. mit Treuhand-Shareholder, der Schuldner kann als Direktor der Gesellschaft auftreten:

http://www.london-consulting.org/ltd01.htm

Rechtsfolgen: Die Gläuibiger haben keinen Zugriff auf das Vermögen oder den Gewinn der Limited. Pfändbar ist allein das Gehalt, welches der Schuldner als Direktor von "seiner" Limited erhält.
Eine Mithaftung der Limited bei fingierter Betriebsübernahme kann durch geschickte Strategien ausgeschlossen werden.

1.1. Berliner Modell Ltd
Bei dieser Lösung wird der Geschäftssitz in Berlin realsiert, inkl. garantierter Kontoeröffnung, unabhängig von der Bonität des Direktors:
http://www.london-consulting.org/ltd_berlin.htm

2. Gründung einer UK Limited mit steuerlicher Betriebsstätte England

Diese Lösung macht Sinn, sofern der Geschäftsgegenstand keine steuerliche Betriebsstätte nach DBA in Deutschland auslösen muss:

http://www.london-consulting.org/ltd_basis.htm

Mutmaßlicher Gestaltungsmissbrauch, auch unter Rechtsbezug §42 AO und Folge, kann durch die EU-Niederlassungsfreiheit, der EuGH-Rechtsprechung und einem "realen" (Treuhand-) Direktor verhindert werden.

B. Insolvenzverfahren in England

Nach englischem Insolvenzrecht erfolgt eine Restschuldbefreiung spätestens nach 12 Monaten. Grundlage für die Restschuldbefreiung nach 12 Monaten, auch für "Deutsche", bildet die EU-Rechtsprechung und das BGH-Urteil vom 18. 9. 2001, mit dem Aktenzeichen: IX ZB 51 / 00. Der Leitsatz des BGH-Beschlusses lautet:

Wenn sich ein deutscher Staatsangehöriger ins Ausland begibt und sich dort einem Verfahren zur Restschuldbefreiung unterwirft, welches den Regelungen der deutschen InsO, insbesondere in Bezug auf die Vermögensverwertung, grundsätzlich entspricht, so ist eine dort erteilte Restschuldbefreiung auch im Inland anzuerkennen. Die im Ausland ( hier: England ) geltenden Fristen zur Erlangung der Restschuldbefreiung müssen nicht den relativ langen Fristen der deutschen InsO entsprechen. BGH, Beschluß vom 18. 9. 2001 - IX ZB 51 / 00

Zunächst muss der Schuldner seinen Lebensmittelpunkt (gewöhnlichen Aufenthalt) zumindest nach außen- nach England verlagern. Dazu ist es notwendig, in England eine Wohnung anzumieten. Zumindest "nach außen" sollte der Schuldner seine beruflichen und/oder privaten Interessensschwerpunkte in England haben, wobei NICHT auf den steuerrechtlichen Lebensmittelpunkt im Sinne abgestellt wird. Daher sollte im Rahmen des englischen Insolvenzverfahrens auch eine englische Limited mit Betriebsstätte England und ggf. Repräsentanz oder Niederlassung in Deutschland gegründet werden. Der Schuldner wird bei "seiner" Limited angestellt und erhält ein Gehalt, Zufluss auf sein englisches Privatkonto. Die Gründung der englischen Limited erfolgt i.d.R mit Treuhand-Direktor und Treuhand-Shareholder, da der Schuldner nicht Direktor einer Limited sein darf und um den Zugriff auf den Gewinn der Limited zu vermeiden. Allein das Gehalt als Angestellter der englischen Limited ist pfändbar im Sinne.

Hinweis: Bei der englischen Limited handelt es sich um eine juristische Person im Sinne, analog einer deutschen GmbH. Da nicht die englische Limited Schuldner ist, sondern Sie als natürliche Person, können die Gläubiger nicht auf das Vermögen der Limited zugreifen. Die Gläubiger hätten aber Anspruch darauf, dass die Gewinne der Limited an Sie ausgeschüttet werden und somit verfügbare Masse sind. Aus diesem Grunde schalten wir einen Treuhand-Shareholder vor (englische Steuerkanzlei), die nach außen als Shareholder auftritt. Weiterer Vorteil der englischen Limited: Fahrzeugleasing, Kommunikation, Bewirtung usw.. können als Betriebsausgaben der Limited geltend gemacht werden und/oder die Limited erwirbt Vermögen und nicht Sie als natürliche Person.

Selbständige können nun parallel mit "Ihrer" englischen Limited Geschäfte tätigen, ohne Gläubigerzugriff auf das Vermögen der Limited.

Mehr zum Thema:
http://www.london-consulting.org/insouk.htm

MFG
RA Martin Bischoff
_________________
London Consulting & Trustee Ltd
Netzwerk internationaler Steuerberater:
Internationale Firmengründungen,
Strategien zur Senkung der Steuerlast.

www.london-consulting.org
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viel erlebt
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Anmeldungsdatum: 06.05.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Reutlingen

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 8:21    Titel: "super Idee" Antworten mit Zitat

Vielleicht sollten Sie auch an die Menschen denken, die durch bewußtes Fehlverhalten der Schuldner in Schwierigkeiten kommen.

Ich finde es nicht "cool", wenn Menschen das Geld ausgeben, ihren Verpflichtungen nicht nachkommen und dann mal eben in 12 Monaten aus "Allem" raus sind.

Aber was zählt schon Moral und Anstand, wenn es ums Geld geht? Erst den Schuldner "sauber machen" und dann den Gläubiger (der zwischenzeitlich auch "umgegangen ist") noch hinterher - das wäre doch mal eine Geschäftsidee!?

Ihr solltet mal daran denken, dass nicht alle Schuldner nur Gläubiger haben, die mal schnell eine Wertberichtigung machen und das wars.
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Observatorium
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Anmeldungsdatum: 06.10.2006
Beiträge: 136
Wohnort: Ostsee

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 9:16    Titel: Re: "super Idee" Antworten mit Zitat

In beiden Reihen gibt es diesen und jenen Typus. Die Geschäfts-Insolvenzen sprechen für sich; d.h. es gibt nicht nur Privat-Insolvenz. In beiden Abteilungen befinden sich Korrekte und Unkorrekte. Die Moral steckt im Detail der individuellen Gründe.
Eine große Anzahl der heutigen Pleiten steckt in den "Geschäftspraktiken" der hier auf Gomopa - u.a. - beobachteten Abzocker oder Betrüger des abseits und innerhalb des sogenannten Legitimismus. Die Moral davon wäre allerdings genauer zu betrachten und hängt nicht allein beim Gesetzgeber. Die versuchen, eine Lösungsmöglichkeit zu finden, einfach zu helfen, haben oft moralische Gründe (nicht alle!). Genau das, was irgendwie nötig ist.

Das Wirtschaftssystem ist ausgeartet und läßt Abzocker in sämtlichen Schichten zu. Die Frage wäre, welche/n sie obendrein unterstützt!?
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Kerstin1956
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Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Cloppenburg

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 9:54    Titel: Re: Strategien für den geschäftlichen Neubeginn nach Insolve Antworten mit Zitat

Ich finde so etwas kriminell, denn ich bin z B in der Situation, dass ich zwei Schuldner habe, die beide inzw. insolvent sind und ich lebe von ALG II und mich zieht es mit in den Sog der Pleite. Dass ich inzw. mein Konto max. überzogen habe und auch bald Insolvenz anmnelden muß, interessiert diese Leute natürllich nicht. Meine Schuldner haben fahrlässig, dumm und kriminell gehandelt, um in ihre jeweilige Situation zu kommen. Solche Leute kommen davon und leben unbeschwert weiter - haben überhaupt kein Gewissen.

So wie mir geht vielen Gläubigern.
Sie sanieren einen Schuldner mit Ihren Tipps und ziehen diverse andere Gläubiger in die Armut.
Schämen Sie sich.
Aber da sieht man mal wieder: Anwälte sind Rechtsverdreher. Sie werden nicht dafür belohnt, Recht zu fördern und für Gerechtigkeit zu sorgen, sondern die Gesetze so zu verdrehen, dass ihr Mandant gut dabei weg kommt. Die Macht ist da, wo das Geld ist, und Sie sehen zu, dass Sie diese geldgierigen Pleitiers noch fördern.

Mit Moral und Ethik hat das jedenfalls nichts zu tun.
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viel erlebt
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Anmeldungsdatum: 06.05.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Reutlingen

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 10:40    Titel: und genau deswegen Antworten mit Zitat

muß und sollte man solche Dinge nicht unterstützen!

Das gibt es nicht, dass man an "seiner Situation" nicht schuld sei - mindest 50 % sind "eigene Selberschuld" - und wenn diesen Leuten geholfen wird, sich in 12 Monaten zu waschen und die Gläubiger stehen im Regen...

Ich finde es nicht gut!
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Sambolero
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Anmeldungsdatum: 21.09.2005
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

@ kerstin
@ viel erlebt

Sehen Sie, die Medaille hat immer zwei Seiten und was hier angeboten wird, ist ein Segen für ehrliche Pleitiers und eine Verlockung für die weniger ehrliche Fraktion.

Nachdem ich in einer kettenreaktion mehrere Firmen, Haus, Familie und sämtliches Vermögen verloren habe, ist bei mir nichts mehr zu holen gewesen. Das deutsche Insolvenzrecht sorgt mit einer Frist von 6 Jahren, die eher 7-8 Jahre sind, da man die Insolvenz nicht so schnell eingeleitet bekommt, dafür das einem nicht nur sämtliches Vermögen und Einkommen, sondern auch sämtliche Motivation genommen wird. Übrigens bekommen Sie auch keinen gut bezahlten Job mehr, wenn der Arbeitgeber weiß, dass er Sie mit Geld nicht motivieren kann ! Im Ergebnis ist wahrscheinlich die Schuldenrückführung in den 6 Jahren nicht größer als in 1nem Jahr in England. Mißbraucht werden beide Verfahren mit Sicherheit in gleichem Maße.

Das alles ist unter anderem auch eine Mentalitätsfrage. Die Amerikaner wickeln in vielen Fällen die Insolvenz innerhalb von wenigen Tagen ab und nehmen dabei nur Rückgriff auf das Vermögen, nicht auf das laufende Einkommen. Das nenntt sich dann "Fresh start".
Die Kreditwürdigkeit ist dann = 0, kann aber durch positives Verhalten mit Debitkarten und ordentlicher Kontoführung Stück für Stück wieder hergestellt werden. Jeder bekommt eine 2te Chance.

In Deutschland wird man hingegen lebenslang gebrandmarkt und kommt nie wieder in eine normale Ausgangssituation. Und das unabhängig davon, ob man schuldhaft oder unverschuldet in die Situation geraten ist, oder wie hier auch angesprochen, durch andere Insolvenzen mitgerissen wurde.

Und auch wenn es noch so viele Ausreden gibt, dass die anderen Schuld waren: Am Ende hat man SELBST SCHULD ! Und das sage ich jedem, der jammert ins Gesicht. Rückblickend hätte auch ICH alles nur durch mein eigenes Verhalten verhindern können. Also schluß mit gejammer, Blick nach vorn und weiter geht das Leben !!!


Bitte immer beide Seiten betrachten ! Wir leben nur einmal !

Sambolero
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uranus
Specialist


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Kritiker!


Ich möchte einmal eine wahre Geschichte erzählen


Vor vielen Jahren war Max Mustermann ein hochdekorierter Manager
eines multinationalen Konzerns. Name des Konzerns ist in Deutschland
allen bekannt, daher werde ich ihn nicht benennen.


Max Mustermann denkt, ich mach mich selbstständig und nutze meine
binationalen Kontakte!. Gedacht getan - mit einem Kollegen als gleich-
berechtigten Geschäftspartner. Als Gesellschaftsform wählte man die OHG.
Etwas naiv, aber diese Erkenntnis kam erst später.


Es wurden in die verschiedensten Länder Industrieanlagen exportiert - das
Geschäft lief super gut. Max Mustermann und sein Geschäftspartner waren
in kürzester Zeit das was man einen Millionär nennt, ....und die Geschäfte
liefen weiter so gut wie bisher.


Eines Tage fuhr Max M. in den verdienten Urlaub. Eine konfigurierte Anlage
war fertig und musste nur noch ausgeliefert werden. Wurde auch - aber der
Geschäftspartner vergaß, dass die Auslieferung versichert werden musste.
Einfach vergessen.


Ihr ahnt es sicherlich, die Lieferung kam nieeee an. Wert: ca 3.000.000,- DM
und dies vor gut 20 Jahren!!!!


Der Bau / die Konfiguration der Anlage erfolgte in Deutschland und wurde
von einer Bank vorfinanziert. Die diversen Bankgespräche die jetzt folgten
könnt ihr Euch sicherlich vorstellen. Dabei wurden diverse Pläne von Max M.
nebst Kollege vorgelegt wie man die Bankforderung wieder zurückführen könnte.


Nach ein paar Wochen erhielt unser Max Mustermann an einem Freitag ein
Telefax, dass die Bank am Monat die erste Tranche in Höhe von 800.000,- DM
erwartet. Anderenfalls erfolge die Kündigung des Kreditengagements.
Von Freitag auf Montag = UNMÖGLICH!!!
Kündigung folgte prompt - der Mahn- und Vollstreckungsbescheid und der Gerichts-
vollzieher auch!!!!


Unser Max Mustermann verlor in der Folge ALLES. Sein Haus, seine Alters-
versorgung und... und... und...! Er hatte, so ehrlich wie er war, keine Vermögens-
werte rechtzeitig auf seine Ehefrau (Gütertrennung bestand auch nicht) übertragen.


Max Mustermann ist heute über 70 Jahre alt und die letzten 20 Jahre ein Sozialfall!!


Man kann natürlich sagen, hier ist unser Max selber schuld. Er hätte ein
entsprechendes Risk-Management betreiben sollen. Nun ja, er war ehrlich!!


Was ich heute in vergleichbarem Fall tun würde ist klar. Da ist es mir dann
ganz egal, ob jemand über die insolventen sich entschuldenden England-
reisenden moralisch herzieht oder nicht!!


Soweit meine Meinung!!!


uranus


PS: Diese Geschichte entspricht der Wahrheit!! Dem Geschäftsparter von
Max M. ereilte das gleiche Schicksal.
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Sambolero
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Anmeldungsdatum: 21.09.2005
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

@ uranus

Ich heiße zwar nicht Max, aber die von Ihnen geschilderte "Geschichte" entspricht nur zusehr der gängigen Praxis, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass "gescheiterte" Menschen VERZWEIFELT nach Lösungen suchen, um Ihr Leben wieder lebenswert gestalten zu können.

Sambolero
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Anmeldungsdatum: 06.10.2006
Beiträge: 136
Wohnort: Ostsee

BeitragVerfasst am: 1.Dez 2006 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte von "uranus" entspricht der gängigen Wirtschaftspraxis. Gibt ungezählte Bespiele, die nicht unbedingt alle mit Millionen zu tun haben, sondern redliche Bürger zu Sozialfällen verdonnern.

Niemand fragt hierbei, wie diese in die Schuldenfalle liefen - ob geschäftlicher oder privater Art; keine Schufa erzählt die Tatsachen. Nicht jeder "Schuldner" ist in die moralische Verdammnis abzuschieben. Die Hintergründe können hierbei in unmoralischen Geschäfts-Handlungen eines oder mehreren Gläubigern liegen.
Wieviele Unternehmer/innen wurden in die Insolvenz getrieben, ohne eigenes Verschulden - Vorsätzlichkeit (Mitbewerber, Intrigen, Mobbing, Neid) oder lediglich Weiterleitung/Reflektion (Rechnungen wurden nicht bezahlt, eigene Rechnungen konnten deshalb ebenso nicht erledigt werden)?
Wieviele Private landeten durch private Pleiten (z.B. Scheidung oder Gauner/Betrüger) in der Unbeweglichkeit, im sozialen u. existenziellen Aus, in diesem Wirtschaftsystem?
Wievielen wurde die Lebensmöglichkeit genommen - symbolisch ein Strick geschenkt - mit den bestehenden Möglichkeiten, d.h. Unmöglichkeiten in diesem Lande?

Dann frage ich mich, wie jemand hier - sehr einseitig - Ankläger sein
möchte???
Was wäre, wenn diese Erfahrung genau jenen bevorsteht? Ist das Einfühlen, Eindenken in andere Situationen - moralisch begründet -
so schwer oder ohne Gewissen, das doch so sehr angesprochen wird, in Ablehnung? Widersprüchlich, der Moral und Logik nach!

Es gehört bereits Zivilcourage dazu, ein guter Anwalt zu sein; ein Vertreter des Rechts, das eigentlich Moral beinhalten sollte und leider
oft zur Geisel des Geldgötzen wurde/wird. Sie sind selten - die wirklichen
Advokaten/Staatsanwälte/Richter des Rechts.
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Anmeldungsdatum: 06.05.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Reutlingen

BeitragVerfasst am: 2.Dez 2006 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Schade, dass es nur Menschen zu geben scheint, die völlig ohne eigene Schuld in die Insolvenz getrieben wurden!?

Ich hatte und habe auch heute noch Schulden - aber ich zahle sie zurück. Dabei habe ich die ganze Härte erleben dürfen, die einen Menschen dabei treffen kann.

Gerade deshalb habe ich kein Verständnis dafür, dass andere Menschen ihr Geld verleben, mal schnell eine Insolvenz hinlegen und es ihnen dann egal ist, ob ein Anderer damit in den Ruin getrieben wird.

Übrigens tut der M. Muster mir "wirklich leid" - aber mit dem realen Leben scheint es wenig zu tun zu haben. Wer solche Geschäfte abwickelt und mal schnell in Urlaub fährt und jemanden vergessen läßt die Lieferung abzusichern - sorry, da hört mein Mitleid auf.

Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass die Bank einer Projekt- oder Zwischenfinanzierung ohne Absicherung zustimmt. Einen Moment noch - ich halte mir noch eben schnell die Hosentaschen zu!

Hier wird schlicht in die falsche Richtung diskutiert - leider unterstützt ihr damit die falsche Einstellung vieler Menschen und fordert diese regelrecht auf, ohne Verantwortung durch's Leben zu geben.

Soll hier bald Jeder Jeden "bescheißen"?
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Anmeldungsdatum: 06.10.2006
Beiträge: 136
Wohnort: Ostsee

BeitragVerfasst am: 2.Dez 2006 21:41    Titel: ? Antworten mit Zitat

... viel erlebt - noch lange nicht genug, d.h. zu wenig!

Abwarten, die Zeit löst vieles - Verbohrtheit, Versteifung, Verbissenheit, Scheuklappen, Schubladen-Denke, Voreingenommenheit, begrenzten Horizont oder egoistischen Blickwinkel etc..

Betrache ich mir den Text, spricht dieser von geringen Lebenserfahrungswerten und das Restliche von weit verbreiteter Spekulation, viel zu kennen. Klingt irgendwie herausfordernd nach
weiteren Erfahrungen.

Wo bleiben die Lehren, aus den bisher kleinen Lektionen - wie anzunehmen ist? Wie und wo könnte Bescheidenheit plaziert werden?

Besinnliche Adventszeit!
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Anmeldungsdatum: 06.05.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Reutlingen

BeitragVerfasst am: 3.Dez 2006 8:50    Titel: Antworten mit Zitat

@ Observartorium

Sie sprechen von Empfinden, Verständnis und Einfühlen in eine Situation - wohl aber nur solange, wie sich das mit Ihrem Empfinden, Verständnis und Einfühlen deckt!?

Natürlich können Sie Ihre eigene Meinung haben und kundtun - aber immer "sauber" bleiben.

Auch Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit.
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Anmeldungsdatum: 06.10.2006
Beiträge: 136
Wohnort: Ostsee

BeitragVerfasst am: 3.Dez 2006 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

@ viel erlebt
@ trotzdem nicht genug

Sie dürfen gern mehr über sich erzählen. Manchmal reichen bereits einige Sätze.

Nach Ihrer Erlaubnis wurde nicht gefragt. Falls Sie hierbei Unsicherheit haben, bitte nochmals nachlesen!
Von Meinungen war keine Rede. Aus Diskussionen, Foren sprechen diverse Meinungen (Info-Erfahrung-Weiterleitung-Interpretation-Fehlinterpretationen-Unverarbeitetes-Verarbeitetes-Eingetrichtertes etc.), jedoch ebenso Fakten, Realität, Erkennbares, Durchschaubares, Fachbezogenes, Aktuelles etc.. Eine Differenzierung hierbei, ist empfehlenswert!
Dann nehmen Sie sich Ihren Rat zu Herzen, betr. "sauber bleiben"!
Meine Wenigkeit benötigt kein Erwähnen der eigenen Normalität in den Grundzügen. Lebenserfahrungen lieferten den Beweis, dass eine bestimmte Menschenart bevorzugt Worte spricht/schreibt, an deren Inhalt es ihnen mangelt.


Abwarten - was das weitere Leben bietet!

Danke für die Wünsche! Seien Sie gewiss, dass Besinnlichkeit ein Teil meiner Person darstellt. Sollte jedoch beim Lesen & erhofftem Verstehen erkennbar sein.
-------------------------------

Allgemein u. unpersönlich:
Verantwortung: Auch Worte/Sätze, die jemand verteilt, können unter diesen Bereich fallen.
Das Bedauerliche, dass eine erhebliche Anzahl meint, beim Schreiben/Tippen im Internet wäre Verantwortung ausgeklammert.
Empfindungs-Gefühlssache, wieder ein Teil des EQ, schafft hierbei Raum.

Bei der Bildung verhält es sich ähnlich, da diese EQ-IQ beinhaltet und gern mit der Einbildung verwechselt wird.
Information ist nur ein Bruchteil der Bildung und bereits da besteht - trotz Google oder u.a. oftmals begrenztem Erfahrungswert - erheblicher Mangel allgemein.

Stoff genug für die, welche nachdenken oder vieles überdenken wollen; zumal die Gegenwarts- wie Zukunftssituation dazu herausfordert.
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uranus
Specialist


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 4.Dez 2006 9:29    Titel: Antworten mit Zitat

@ viel erlebt

vorab: ich bleibe mal bei dem im Internet üblichen DU!!

Ich kann dich ja verstehen. Wenn ich alle Dinge meiner
Verschuldung betrachte, dann sind es viele einzelne Segmente
und nur die Summe aller Dinge führte zu dem Ergebnis, mit
dem ich mich jetzt herumschlage. Natürlich sind es nicht
nur äußere Einflüsse sondern ebenso eigenes Unvermögen,
Naivität und gelegentlich auch eigene Besserwisserei, die
mir geschadet hat. Dann kommt auch noch die große Gruppe
derer, die nicht bereit waren Ihre Verpflichtungen zu erfüllen.
Genau diese große Gruppe frustet aber ich bin nicht bereit soweit
zu gehen, dass ich alle, die versuchen sich zu entschulden als
unredlich bezeichne.

Schön, dass du deine Schulden bezahlen willst. Das ehrt dich.
Ich kann nur sagen, meine Gläubiger bestehen zu 65 % aus
Banken und Versicherungen. Gerade die Banken waren es, die
auch mich in die Knie gezwungen haben... so peinlich, dass mein
damaliger Geschäftskundenbetreuer um Versetzung innerhalb der
Bankengruppe bat. Ich war halt Opfer eines persönlichen Macht-
kampfes geworden. Meine Anwältin bestätigte mir, dass die Bank
in allen Dingen illegal gehandelt hätte, aber sie gab mir auch zu
verstehen, dass dies ein Kampf David gegen Goliath sein würde,
wenn ich Rechtsmittel einlegen würde. Soll ich da Hemmungen bei
einer englischen Variante haben?? Wohl kaum. Ich bin denen auch
nicht mehr böse. "Die Dinge sind wie sei sind - du kannst sie nicht
ändern" habe ich von Dale Carnegie gelernt. Es hat lange gedauert
bis ich diesen Satz verstanden habe, Aber Recht hat er!!

Ich will zum Thema kommen! Solange ich mich im Rahmen geltender
Gesetze bewege, sehe ich nicht mehr ein, etwas als moralisch oder
unmoralisch zu bewerten. Hier gehts nur um Geld und nicht um Dinge
wie Faschismus oder Völkermord. Das ist der Unterschied.


Auf deinen getätigten Kommentar zur Geschichte von Max Muster
will ich hier nicht weiter eingehen. Ich könnte noch vieles dazu schreiben,
weil ich ihn, er war bereits weit über 70 Jahre alt, in meinem Büro als
400 Eurokraft beschäftigt hatte. Nur was bringt es????


Insofern wünsch ich dir alles Gute, mir aber auch!!!


uranus
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Anmeldungsdatum: 06.10.2006
Beiträge: 136
Wohnort: Ostsee

BeitragVerfasst am: 4.Dez 2006 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

@ uranus
"... ein Kampf David gegen Goliath sein würde ...."

... nachzulesen, wie dieser Kampf verlief oder endete.


T-Online (Themen) hat derzeit ein Angebot, günstiger als im Buchhandel:
"Die Bank als Gegner: Vorsorge und Gefahrenabwehr gegenüber der eigenen Bank" (116 Seiten)

---------------
@ viel erlebt
Moral - hierzu eine weitere Buchempfehlung "Moral-Intelligence" (Redline Wirtschaft).
Vorgeschobene "saubere Moral", entpuppt sich manchmal - beim genaueren Nachsehen und Hinterfragen - als Unmoral.
In der Wirtschaftspraxis entwickelte sich, stillschweigend und geduldet, einiges wider die guten Sitten/Geschäftsgeist/Ethik, unter "großen Decknamen", in die Normalität - umgepinselt zur Moral. Genau da liegt
ein Hauptansatzpunkt zur Innovation und genau da wird ein großer Bogen gezogen. Wo schlummert diese Problematik, die einen erheblichen Anteil der desolaten Zustände besetzt? Es existiert nicht nur ein Grund und u.a. können "Herren" dieser "Verfechtung" nur durch ihre "Knechte oder Sklaven" ihre "unmoralische Moral" durchsetzen.
Wieviele "Bezahldienste" müssen erbracht werden und rechtfertigen nicht
die "Gabe oder Arbeitsleistung" des Forderers/Gläubigers? Ein Gebiet, das sehr im Morast steckt.
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Anmeldungsdatum: 06.10.2006
Beiträge: 136
Wohnort: Ostsee

BeitragVerfasst am: 4.Dez 2006 11:14    Titel: Anhang Antworten mit Zitat

Natürlich ist nicht strittig, dass vorsätzliche Schuldner existieren - Schmarotzer/Betrüger, Kleine wie Große, in allen Bereichen. Die gab es zu allen Zeiten. Unter den Fittichen des Sozialen schälte sich eine Sonderschicht heraus, die diesen Schutz unsozial-asozial mißbrauchte/mißbraucht (wiederholend: in allen Ebenen/Schichten). Eine veränderte Gesellschafts-Moral züchtete unbemerkt die eigenen Bankrotteure.
Aber - Gomopa spricht für sich! Ein Teil dieser Sorte ist in Bearbeitung.
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 13.Dez 2006 10:16    Titel: Nach Insolvenzverfahren Antworten mit Zitat

Meine Frage zu dem Thema Insolvenz. Hat jemand Erfahrung wie es sich nach den 7 Jahren verhält.
Wird man wieder als normaler Bürger betrachtet oder bekommt man immer noch irgendwelche Prügel in die Füße gelegt.
Konkret wie sieht es aus mit Hauskredite, wieder normale Berufsperspektiven usw.

Hat hier schon jemand Erfahrungen sammeln können?

Gruß
sorgenlos
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Mastertom
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Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 17.Jan 2007 11:26    Titel: Wer's nicht erlebt hat kann's nicht einschätzen! Antworten mit Zitat

Ist ja eine nette Diskussion, aber die meisten hier wissen nicht wovon sie reden.

- wenn plötzlich der Automat die Karte schluckt und drei Leute dabeistehen.

- wenn Du dem Nachbar sagen mußt, daß Du kein Heizöl mittanken willst, obwohl der Tank leer ist.

- wenn der Lieferant sagt, er müsse aber Vorkasse haben.

- wenn Dich einer anruft und sagt, jetzt werde er aber andere Seiten aufziehen.

- wenn Du Deiner Frau noch nicht mal den Sprit fürs Auto bezahlen kannst.

- wenn Du alles bei Ebay verkaufst, was Du eigentlich gerne behalten hättest.

- wenn Du über Jahre nicht krankenversichert bist, weil Du es nicht bezahlen kannst.

- wenn der Gerichtsvollzieher, den hier jeder kennt, ständig bei Dir zu Besuch ist.

- wenn Dein Auto immer unter 1000.- kostet und Du bei Minusgraden in der Scheune stehst, damit es morgen nochmal fährt.

- wenn Du erklären mußt, warum Du mit der KV-Karte Deiner Frau behandelt werden willst.

Es ist verständlich, daß die Menschen diesem Druck entweichen wollen, denn er ist mörderisch und er nimmt einem einfach die Energie um wieder hochzukommen.

Wenn wir hier in Deutschland vernünftig damit umgehen würden, wenn eine Pleite nicht als persönliches Brandmal gesehen würde, wenn es danach nochmal die Chance gäbe vollwertig weiterzuleben, dann bräuchten wir diese ganzen Angebote der "Schnell-Insolvenz" doch gar nicht.

Angenommen der "Schuldner" ist 45. EV für drei Jahre, nochmal probiert das zu regeln. Danach ist er insolvent. Wenn er fertig ist, zählt er 55 Lebensjahre und kann nicht mehr. Was sind denn das für Aussichten?

Der Ansatz muß also ein anderer sein.
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germany
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Anmeldungsdatum: 15.10.2004
Beiträge: 4
Wohnort: Hohen Neuendorf

BeitragVerfasst am: 17.Jan 2007 13:35    Titel: Antworten mit Zitat

Wirklich mal ein interessantes Thema!

Mal abgesehen von den Privatinsolvenzen ohne geschäftlichen Hintergrund, stellt sich mir seit Jahren die Frage, warum es keine ausreichenden Gesetze zu Zahlungsmodalitäten gibt?

Es gibt nicht wenige Auftraggeber, die überhaupt nicht über die finanziellen Mittel, entsprechend Ihrer Aufträge verfügen. Das steht nicht auf deren Stirn und ist auch nicht unbedingt über Auskunftsdienste zu erfahren.

Genauso gehen auch Auftraggeber, bevor sie bezahlt haben, in die Insolvenz.

Einige zahlen ja auch noch nach Wochen, Monaten ....
Aber Beiträge zu den KK, Lohnsteuer und Löhne müssen pünktlich bezahlt werden.

Irgendwie ein Kreislauf!

Für viele, ( besonders häufig betroffen, Handwerksfirmen ), entstehen dadurch größere finanzielle Engpässe, die dann wiederum zur eigenen Insolvenz führen können.

Eigentlich wäre es ganz einfach. Ähnlich wie beim Grundstückskauf könnte zum Beispiel die Auftragssumme auf ein Notaranderkonto hinterlegt werden und nach Abnahme, Rechnungsstellung und Prüfung ausbezahlt werden.

Sollte es jemals so eine Regelung geben, vieleicht gäbe es dann nur noch die Hälfte der Aufträge. Dann gäbe es wahrscheinlich noch wesentlich mehr Arbeitslose. Das drittgrößte Problem unserer Politiker nach der Wiederwahl und der Diätenerhöhung.

Sicher trägt jeder auch seine eigene Schuld, aber wer ist frei von Fehlern?

Und ganz ehrlich, mir sind schon seit vielen Jahren nur sehr, sehr wenige ehrliche Menschen begegnet - leider!
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