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dls-24 Insider

Anmeldungsdatum: 27.02.2006 Beiträge: 577 Wohnort: Österr. /DAN u. LG/Niedersachsen
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Verfasst am: 24.Jan 2007 16:06 Titel: so etwas kann auch mal nach hinten losgehen |
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Insolvenzverfahren gegen Call-Center eröffnet
Staatsanwaltschaft Stade ermittelt jetzt gegen Tele Media und dessen Betreiber Ernst-Adolf Guß
ahe Lüneburg. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat die Ermittlungen gegen das ehemalige Call-Center Tele Media und dessen Betreiber Ernst-Adolf Guß an die Staatsanwaltschaft Stade abgegeben. "Dort ist die Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen angesiedelt, die bei umfangreicheren oder wichtigen Sachen ermittelt", erklärt der Lüneburger Oberstaatsanwalt Manfred Warnecke. Unterdessen ist gegen Tele Europe, Betreiber und Geschäftsräume des Call-Centers waren identisch mit Tele Media, ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Ins Visier der Strafverfolgungsbehörden war Tele Media geraten, nachdem die LZ mehrfach über die dubiosen Praktiken des Call-Centers, allen voran seines Betreibers Ernst-Adolf Guß, berichtet hatte. Ermittelt wird wegen Betrugsverdacht: Guß soll Mitglieder für einen vermeintlich im Dienst der guten Sache arbeitenden Verein geworben, sich die Mitgliedsbeiträge aber in die eigene Tasche gesteckt haben.
Ob die Staatsanwaltschaft Stade nun Anklage erhebt, stehe noch nicht fest. "Wir haben die Akten gerade erst bekommen, jetzt müssen die Unterlagen ausgewertet werden - und das sind nicht gerade wenige", bittet Warneckes Stader Kollege Oberstaatsanwalt Dr. Burkhard Vonnahme um Geduld.
Als Chef pflegte Guß einen laxen Umgang mit der Bezahlung seiner Mitarbeiter: Weil er deren Gehalt nicht oder nur teilweise bezahlte, hat ihn das Arbeitsgericht bereits in mehreren Fällen zu nachträglichen Zwangszahlungen verurteilt.
Dass Guß' Geschäfte schon vorher offensichtlich nicht auf finanziell soliden Füßen gestanden haben, beweist der Fall Tele Europe. So hieß sein Call-Center, das er ebenfalls an der Stadtkoppel betrieben hatte, bevor er an gleicher Stelle mit dem neuen Namen Tele Media aktiv wurde. Gegen Tele Europe wurde am 20. Dezember ein Insolvenzverfahren eröffnet.
Federführend sind der Hamburger Anwalt Henning Sämisch und sein Mitarbeiter, der Jurist Sascha Khan. Ihnen liegt eine vorläufige Gläubigerliste vor, danach belaufen sich die Ansprüche gegen Tele Europe bislang auf 150 000 Euro, ein Drittel davon wegen nicht gezahlter Löhne. Bis zum 22. Februar können noch Ansprüche geltend gemacht werden, im März wird dann geprüft, ob die Ansprüche berechtigt sind.
Jurist Khan hatte bereits im Oktober gegenüber der LZ davon gesprochen, dass es sich bei der Pleite von Tele Europe sehr wahrscheinlich um eine "professionelle Firmenbestattung" handle. Das Unternehmen sei vermutlich verkauft worden, eine Berliner Firma, die auf Firmenpleiten spezialisiert sei, habe das Ganze für 6000 Euro abgewickelt und einen mittellosen Strohmann als neuen Geschäftsführer eingesetzt, der für 500 Euro Handgeld bereitwillig eine Reihe von Blankounterschriften geleistet habe. So habe sich der ehemalige Geschäftsführer Guß erhofft, die Haftungsansprüche zu umgehen.
Quelle: Landeszeitung Lüneburg _________________ Achtung:KEINE GEWÄHR, dieser Beitrag GIBT NUR MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG WIEDER UND DARF NICHT ALS RECHTSBERATUNG MISSVERSTANDEN WERDEN.
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