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GoMo&Pa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2174
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Verfasst am: 17.März 2008 7:30 Titel: Schechter-Anleihe |
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Der Mann, der für viele Vereine zum rettenden Engel werden könnte, residiert im vornehmen Londoner Stadtteil Mayfair. Gleich um die Ecke von Sotheby’s und der neuesten Rolls-Royce-Vertretung. Hinter einer geputzten Fassade ein kleines Büro, 50 Quadratmeter. Darin schwere Schreibtische aus dunklem Holz für die vier Mitarbeiter der Firma Schechter & Co. Ltd. Eine „Finanzierungsboutique“ nennt Stephen Schechter seine Firma. Termine nur nach Absprache. Nicht einmal ein Messingschild hängt an der Haustür.
In Fußballkreisen wird der 58 Jahre alte Amerikaner auch der „Pate der Anleihenfinanzierung“ genannt. Ein halbes Dutzend englischer Klubs hat sich mit seiner Hilfe saniert. Sein Prinzip ist einfach: Schechter, seit 40 Jahren an der Wall Street und in der Londoner City im Geschäft, geht zu Versicherungen oder Pensionsfonds, sammelt dort das Geld ein, und der Fußballklub verpfändet – als Sicherheit für die Geldgeber – einen Teil seiner Einnahmen über einen Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren. Auf diese Weise erhielt der FC Schalke 85 Millionen Euro; wohlgemerkt, um damit alte Kredite abzulösen.
Um an Schechters Geld zu kommen, müssen Fußballvereine vor allem eines beachten: Geschäftsbereiche wie Kartenverkauf, Fanshop, Gastronomie, Sponsorenverträge und Fernsehrechte dienen Schechter und seinen Anlegern als Sicherheiten. „Wer einen Fußballklub führt, als ginge es nur um das Spiel, der kommt nicht weit“, meint er.
Das Geschäft mit Fußballvereinen wird von Banken im Allgemeinen als sehr riskant eingestuft, erst recht, wenn sie nicht zu den Spitzenklubs gehören. Entscheidend für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Klubs ist, genau wie beim Häuslebauer, die Höhe seines Eigenkapitals. Bei den deutschen Profiklubs ist die Eigenkapitaldecke, vor allem im Vergleich zur englischen Premier League, traditionell dünn. Um die Eigenkapitalquote in der Bilanz und damit die Kreditwürdigkeit zu erhöhen, kann ein Verein gegenwärtige oder zukünftige Zahlungsansprüche gegenüber Dritten (z.B. Zuschauereinnahmen) an einen Investor übertragen.
Darauf spezialisierte Finanzmakler, wie der Londoner Stephen Schechter, verbriefen diese Forderungen als Wertpapiere und verkaufen sie an vorwiegend instutionelle Anleger auf dem Kapitalmarkt. Die zukünftig erwarteten Einnahmen aus diesen Forderungen dienen dabei als Sicherheit. Diese Form der Anleihe kommt daher im Grunde nur für umsatzstarke Klubs mit konstant hohen Zuschauerzahlen in Frage. Nach der Höhe und den Schwankungen der Zuschauereinnahmen richtet sich auch der Zins für die Finanzierung. Schalke 04 hat als erster deutscher Klub insgesamt 85 Mio. Euro über eine so genannte Schechter-Anleihe aufgenommen und im Gegenzug die Zuschauereinnahmen über 24 Jahre beliehen.
Mit dem frischen Kapital löste Schalke vor allem bereits bestehende Kredite ab und hat nun eine langfristig gesicherte Finanzierung aus einer Hand. Insgesamt haben 13 Vereine in Europa eine ähnliche Anleihe aufgenommen (Stand: Mai 2004). Dass sie kein Allheilmittel ist, zeigen die inzwischen insolventen Schechter-Kunden AC Florenz und Leicester City. Bei beiden standen Klub und Investoren am Ende mit leeren Händen da. _________________ „Es ist produktiver, einen Tag lang über sein Geld
nachzudenken, als einen Monat dafür zu arbeiten.“
- Heinz Breselt -
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