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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5857
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Verfasst am: 29.Apr 2008 18:30 Titel: Atlantic Flottenfonds |
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Der Atlantic Flottenfonds lässt Schiffe im attraktiven Spotmarkt fahren. Der Einnahmepool federt ein höheres Risiko ab. Von der Entwicklung bei kleinen Tankern profitiert der Fonds.
Erdöl und Produkte daraus stellen die größte Gütergruppe im Weltseeverkehr. Im Jahr 2006 wurden täglich weltweit knapp 39 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) Rohöl auf dem Seeweg befördert, dazu kommen Raffinerieprodukte in Höhe von rund 15 Millionen Barrel.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen dürfen ab 2010 nur noch Tanker mit Doppelhüllen Öl transportieren. Das ist eine Konsequenz, die man aus den katastrophalen Havarien der vergangenen Jahre gezogen hat, dem Tankerunglück der "Exxon Valdez" etwa, die im Jahr 1989 rund 2000 Kilometer Küste vor Alaska mit Öl verschmutzte.
Anleger des "Atlantic Flottenfonds" beteiligen sich ab 15.000 Euro plus fünf Prozent Agio an vier neuen Produktentankern mit jeweils 13.000 Tonnen Tragfähigkeit.
Objekte
Jedes der vier Schiffe kostete den Fonds inklusive Bauzeitzinsen und Erstausrüstung rund 28,5 Mio. $. Umgerechnet in Euro ergibt das eine Summe von rund 81,5 Mio. Euro. Ein Gutachten bewertet den Preis als marktkonform. Schiffsexperte Michael Niefünd hat in seinem aktuellen Marktbericht ermittelt, dass vergleichbare, ein Jahr alte Schiffe im Oktober vergangenen Jahres für knapp 31 Mio. $ gehandelt wurden.
Markt
Aktuell sind 444 Tanker der Größenklasse 10.000 bis 15.000 Tonnen im Einsatz. Rund 100 Schiffe davon sind älter als 20 Jahre und müssen in Kürze ausgetauscht werden, weil ihr Schiffsrumpf nur über eine Hülle verfügt. Ungefähr dieselbe Anzahl läuft in den kommenden drei Jahren vom Stapel.
Gleichzeitig profitiert die Größenklasse von den Entwicklungen bei den kleineren Tankern mit bis zu 10.000 Tonnen Tragfähigkeit. Rund die Hälfte dieser mehr als 2050 Exemplare zählen zu den alten Einhüllenschiffen und müssen ausgemustert werden. Dem gegenüber stehen nur 460 Neubestellungen, weil die kleineren Tanker aufgrund ihres geringen Transportvolumens im Verhältnis zu den Betriebskosten immer weniger nachgefragt werden. Dieser als "Economies of Scale" bezeichnete Effekt dürfte sich vor allem auf die Schiffe des nachfolgenden Größensegments - bis zu 15.000 Tonnen Tragfähigkeit - positiv auswirken.
Einnahmen
Die vier Tanker fahren im sogenannten Spotmarkt. Charterer mieten sie in der Regel nur für eine Reise. Die Einnahmemöglichkeiten sind hier besser als bei Charterverträgen über mehrere Jahre, die Risiken aber entsprechend hoch: Findet sich kein Nutzer, liegen die Schiffe vor Anker. Ein Einnahmepool schwächt dieses Wagnis beim Atlantic Flottenfonds ab. Die Fondsschiffe fahren im "Marida Tankers Pool" von Heidmar, dem weltweit führenden Tanker-Pool-Manager unter dem Dach der Morgan-Stanley-Gruppe. Der Fonds kalkuliert mit Einnahmen von 13.500 $ täglich für dieses Jahr und anschließend mit 13.950 $. Schiffsexperte Niefünd gibt die Durchschnittsrate seit 1997 mit 15.040 $ an. Die Kalkulation scheint demnach nicht unrealistisch zu sein. Anleger müssen jedoch berücksichtigen, dass die Charterraten im Spotmarkt für Tankschiffe stark schwanken. In den vergangenen Jahren rutschten diese regelmäßig im Hochsommer ab.
Kalkulation
Anleger bringen insgesamt 31,4 Mio. Euro auf. Die Fremdkapitalquote liegt bei 63 Prozent. Atlantic rechnet im Prospekt mit Zinsen zwischen 6 und 6,75 Prozent für die Dollar-Darlehen. Tatsächlich hat Atlantic die Konditionen über die ersten fünf Jahre erheblich günstiger gefixt und dadurch zusätzliche Liquidität für den Fonds geschaffen. Ein Viertel der Kredite hat das Emissionshaus in zinsgünstigen japanischen Yen aufgenommen. Atlantic zahlt auch dafür weniger als im Prospekt prognostiziert. Angemessen erscheint der kalkulierte Verkaufserlös von 30 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises nach 18 Jahren.
Gewinne
Fondszeichner bekommen laut Prognoserechnung anfängliche Ausschüttungen von sieben Prozent. Innerhalb der Laufzeit bis Ende 2026 sollen sie ein Plus von insgesamt 126 Prozent erwirtschaften. Der Euro wird über die gesamte Laufzeit mit 1,40 $ berechnet.
Nebenkosten
Bezogen auf das Eigenkapital kommen knapp 24 Prozent zusammen, das sind rund zehn Prozent der Gesamtinvestition. Für Schiffsinitiatoren sind das durchschnittliche Werte.
Steuern
Die Tonnagesteuer sorgt für weitgehend abgabenfreie Rückflüsse.
Fazit
Die Nachfrage nach Erdöl wird trotz der Suche nach erneuerbaren Energiequellen hoch bleiben. Das hat Auswirkungen auf die erforderlichen Transportkapazitäten. Gleichzeitig müssen bis 2010 Hunderte der kleineren Tanker (bis zu 15.000 Tonnen Tragfähigkeit) gegen neue Doppelwandhüllenschiffe ausgetauscht werden.
Die Fahrten im Spotmarkt mit seinen kurz laufenden Verträgen erlauben attraktivere Einnahmen bei einem höheren Risiko, das aber durch die Einbindung in den Marida Tankers Pool von Heidmar aufgefangen wird. Das bei Schiffsbeteiligungen durchaus übliche, zinsgünstige Yen-Darlehen pusht die Ausschüttungen, stellt aber ein Spekulationsrisiko dar.
Der Atlantic Flottenfonds ist für Anleger geeignet, die bereit sind, ein unternehmerisches Wagnis einzugehen.
Quelle: M.Gotzi |
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