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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 6.Mai 2007 6:33 Titel: Chancen für Anleger - Unterbewertete Öldienstleister |
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Da die meisten US-Börsenindizes sich ihren Allzeithochs nähern, brechen harte Zeiten für Schnäppchenjäger an. Branchen, deren Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) noch niedrig ist, finden sich nach der langen liquiditätsgetriebenen Hausse kaum noch.
Aber es gibt sie noch, ganz vereinzelt, Branchen mit einem Durchschnitts-KGV von runden zehn.
Die auffälligste ist zurzeit die Branche der Öldriller. Offshore-Bohrunternehmen wie Transocean, Diamond Offshore Drilling und Global Santa Fé sind günstig bis unterbewertet, gemessen an Cash-Flow und Gewinn. Die Unternehmen vermieten ihre Plattformen an Energiekonzerne, die weltweit unter den Ozeanen nach Öl und Gas suchen.
Ihre Aktien werden für das 7- bis 11-Fache des für 2007 erwarteten Gewinns und das 6- bis 7-Fache des für 2008 prognostizierten Ergebnisses gehandelt. Das gibt es derzeit in kaum einer anderen Branche. Die Bewertungen der Driller sind so niedrig, weil man an der Wall Street befürchtet, die Gewinnsträhne werde enden, sobald 2010 eine Reihe neuer Bohrinseln auf den Markt kommt. In der Vergangenheit waren die Gewinne wegen der beträchtlichen Schwankungen der Tagesmietsätze tatsächlich ziemlich wankelmütig.
Erst seit 2004 arbeiten die Bohrunternehmen wieder mit schwarzen Zahlen. Ein weiteres Manko ist die Gewinnverwendung. Mit Ausnahme von Diamond Offshore zahlt – trotz bester Geschäfte – keine der großen Firmen eine nennenswerte Dividende. Stattdessen fließen die Gewinne in Aktienrückkäufe und neue Plattformen.
Aber wer sagt, dass die Skeptiker recht behalten müssen? Der aktuelle Ölsuchboom könnte bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein andauern – und mit ihm die satten Gewinne und Cash-Flows der Ölsucher. Hohe Öl- und Gaspreise heizen die Nachfrage nach Bohrplattformen immer weiter an.
Die großen Energiekonzerne glauben, dass die letzten großen Ölvorräte unter dem Meeresgrund liegen. Das sind alles andere als schlechte Voraussetzungen.
Derzeit hat die Branche mehr als 600 Bohrinseln in Betrieb – hauptsächlich im Golf von Mexiko, in der Nordsee und vor Westafrika, Asien und Australien.
Manche Anleger befürchten, sinkende Öl- und Gaspreise könnten die Tagesmieten schmälern. Und Plattformen, die in den seichten Gewässern des Golfs von Mexiko operieren, werden bereits jetzt günstiger angeboten. Aber die teuersten Ölbohrinseln – sogenannte Floater, die in mehr als 1300 Meter tiefem Wasser eingesetzt werden – sind für die nächsten zwei Jahre schon fast ausgebucht.
Für Floater werden im Golf von Mexiko Tagessätze von 425 000 Dollar verlangt. 2004 lag der Tarif noch bei 70 000 Dollar.
Auch von Übernahmen könnten Anleger profitieren. Seadrill etwa, ein rasch wachsendes norwegisches Bohrunternehmen, weist die höchste Gewinnbewertung der Gruppe auf und soll einige Übernahmen planen. Citigroup-Analyst Geoff Kieburtz hat kürzlich Global Santa Fé und Noble als die wahrscheinlichsten Kaufziele für Seadrill genannt. Auch Private-Equity-Unternehmen sollen an dem Sektor Gefallen finden, da die Driller meist über gesunde Bilanzen verfügen, was fremdfinanzierte Übernahmen bekanntermaßen erleichtert.
Die Laufzeit von Mietverträgen für Bohrplattformen beträgt üblicherweise nicht mehr als drei Jahre. Danach könnten die Tagessätze sinken. Käufer aus dem Private-Equity-Lager könnten bereit sein, für etwas niedrigere Tagestarife die Laufzeit der Mietverträge um einige Jahre zu verlängern, was über einen gewissen Zeitraum höhere Gewinne sichern würde. Eine gut gewartete Bohrinsel hat eine Nutzungsdauer von 30 oder mehr Jahren.
Eine weitere Möglichkeit, die Aktienkurse der Ölbohrer in die Höhe zu treiben, wären höhere Dividenden, meint Ole Slorer, bei Morgan Stanley für Öldienstleister zuständig. Würde mehr als die Hälfte – und nicht wie jetzt weniger als ein Viertel – der Gewinne an die Anleger ausgeschüttet, könnten die Aktienkurse laut Slorer mittelfristig um 50 Prozent steigen. In einer anderen Branche mit stark schwankenden Gewinnen ist ein solches Umsteuern in der Dividendenpolitik von den Investoren mit großer Begeisterung aufgenommen worden: bei Transportunternehmen.
Viele Bohrunternehmen setzen lieber auf Aktienrückkäufe, da sie ihre Aktien für unterbewertet halten. Transocean hat 2006 Aktien im Wert von 2,6 Milliarden Dollar zurückgenommen – zehn Prozent der Marktkapitalisierung. Aber selbst diese immensen Rückkäufe beflügelten den Aktienkurs nicht, er fiel 2006. Mit umfangreichen Rückkäufen lasse sich zwar der Gewinn je Aktie steigern, nicht aber der Optimismus der Investoren, glaubt Slorer.
Diamond Offshore hat beschlossen, einen anderen Weg als der Rest der Branche einzuschlagen, und im Januar 2006 mit der Auszahlung ansehnlicher Jahresdividenden begonnen. Die Gesellschaft gehört zu 50,1 Prozent Loews, einem von der Familie Tisch kontrollierten New Yorker Mischkonzern. Im Januar 2007 gab es eine Sonderdividende von vier Dollar je Aktie, was etwa 80 Prozent des Nettogewinns 2006 ausmachte. Zusätzlich werden jedes Quartal 12,5 Cent je Aktie ausbezahlt.
Bisher scheinen die Dividendenzahlungen von Diamond der Aktie noch keine Kurssprünge beschert zu haben. Dennoch meint Slorer, das Unternehmen sollte noch weitergehen und eine offizielle Dividendenpolitik festlegen.
Andere Ölsucher wären gut beraten, sich an Diamond Offshore ein Beispiel zu nehmen. Aber selbst wenn nicht, werden Anleger, die Aktien von Bohrunternehmen besitzen, vermutlich von der anhaltenden Prosperität der Branche und eventuellen Unternehmensübernahmen profitieren. Unternehmen mit niedrigem KGV stoßen oft wunderbare Dinge zu.
Quelle: WiWo
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