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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 25.Apr 2007 3:22 Titel: Der Devisenmarkt ist der liquideste |
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Im Bereich der Zertifikate konnten Privatanleger bislang kaum Gewinne mit steigenden Devisenkursen machen. Das Angebot ist der Nachfrage angepasst und dementsprechend dürftig. Doch nun gibt es Möglichkeiten, vom Rekordhoch des Euros zu profitieren.
Der Devisenmarkt liefert zurzeit Schlagzeilen wie lange nicht mehr: Der Euro steht kurz vor seinem Rekordhoch zum Dollar, das britische Pfund ist im Vergleich zur US-Währung so teuer wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, und auch Hochzinswährungen wie der australische Dollar rücken mit hohen Kursgewinnen in den Fokus. Gleichzeitig purzelt in Japan der Yen von einem Tief zum nächsten.
Privatanleger haben von der Entwicklung bei den Währungen in der Regel wenig. Das liegt zum einen daran, dass sie sich am steigenden Aktienmarkt zurzeit bestens aufgehoben fühlen. Zum anderen sind die Möglichkeiten, auf die Entwicklungen am Devisenmarkt zu setzen, bisher dürftig. Ein größeres Angebot an Produkten auf die Kursrelationen von Dollar, Euro oder etwa dem britischen Pfund gibt es zurzeit nur bei Optionsscheinen.
Am auf Privatanleger zugeschnittenen Zertifikatemarkt gewinnen Währungsprodukte erst allmählich an Gewicht. Von den gut 80 000 Produkten, die zurzeit an deutschen Börsen gehandelt werden, bezieht sich nur eine niedrige zweistellige Zahl auf Devisen. Dirk Heß, Zertifikate-Experte bei Goldman Sachs, erklärt das vor allem mit dem geringen Interesse der Anleger: „Auf dem deutschen Kapitalmarkt spielen Devisen fast keine Rolle. Die meisten Privatanleger trauen sich eher zu, die Entwicklung des Dax vorherzusagen als die des Euros.“
In der Tat sind die Währungskurse einer Fülle von Einflüssen unterworfen. „Devisen sind das analytisch schwierigste Segment am Kapitalmarkt“, sagt Eugen Keller, Leiter des Währungs- und Rentenresearch beim Bankhaus Metzler.
Neben den Haupteinflussfaktoren Zinsen und Leistungsbilanz gebe es eine Reihe weiterer Aspekte, die die Kursentwicklung bestimmen, angefangen von Kapitalströmen über die Diversifizierung von Notenbankreserven bis hin zu politischen Verbalinterventionen.
Dennoch hält Keller Währungen als Anlagethema für aussichtsreich: „Der Devisenmarkt ist der liquideste überhaupt und bietet hohe Transparenz. Zudem weisen Währungen eine geringe Korrelation zu anderen Anlagen auf und bieten so neben zusätzlichen Ertragschancen auch den Vorteil der Risikominimierung.“
Den Ansatz, mit Währungen das Depot zu diversifizieren, hält auch Uwe Becker, Leiter des Zertifikategeschäfts bei Barclays Capital, für viel versprechend: „Je stärker die Aktien steigen, desto größer wird der Bedarf nach Alternativen. Viele Anleger haben den Einbruch des Jahres 2000 noch im Kopf“, sagt Becker. Bereits im vergangenen Sommer hat Barclays deshalb Zertifikate auf die Entwicklung des Währungspaares Euro/Dollar sowie die Devisen der Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China emittiert. Beide Papiere bieten neben einer Kapitalgarantie eine so genannte „Win-Win-Struktur“, bei der Anleger sowohl von fallenden als auch bei steigenden Kursen profitieren. Ihr Gewinn ist umso größer, je stärker die Kursausschläge ausfallen.
Einen anderen Weg gehen drei Zertifikate, die in jüngster Zeit auf den Markt gekommen sind. Im Vordergrund stehen hier die viel diskutierten „Carry Trades“ am Devisenmarkt. Hierbei nehmen Anleger Kredite in Währungen mit niedrigem Zinsniveau auf und investieren dieses Geld anschließend in Zinspapiere aus Hochzinsländern. Mit der UBS, Barclays Capital und Goldman Sachs bieten gleich drei Banken Zertifikate an, die diese Strategie abbilden. Während sich diese bei Goldman auf eine Wette gegen den Yen beschränkt, beziehen sich die anderen beiden Papiere auf sämtliche Devisen der führenden Industrieländer (G10), die je nach Zinsniveau als Anlage- oder Kreditwährung genutzt werden.
Neben den Carry Trades stehen vor allem Währungen aus Schwellenländern im Fokus der Zertifikatebranche. So bietet etwa ABN Amro ein Papier auf einen Korb aus asiatischen Währungen an. Goldman Sachs hat kürzlich drei Zertifikate auf Devisen aus den „Bric plus“-Staaten – einer Mischung aus den Bric- und den so genannten Next-11-Staaten – herausgebracht.
Das Kalkül der Produktmanager ist einfach: Das hohe Wachstum in den aufstrebenden Märkten lockt internationales Kapital an und führt nach und nach zu einem Aufwertungsdruck auf die Währungen. Für langfristig orientierte Anleger sollte diese Rechnung aufgehen, erwartet auch Metzler-Analyst Keller: „Letztlich setzen sich die Fundamentaldaten am Devisenmarkt“, sagt er.
Nach Meinung von Goldman-Experte Heß bieten Währungsengagements zudem einen Emerging-Markets-Zugang mit Sicherheitspuffer: „Anders als am Aktienmarkt stehen bei Devisen die Fundamentaldaten im Vordergrund. Außerdem sind die Märkte wesentlich liquider und die Schwankungen geringer als bei Aktien.
Quelle: Hb |
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