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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6452
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Verfasst am: 19.Mai 2007 6:45 Titel: Geldanlage für Abenteurer: Afrika |
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Der afrikanische Kontinent galt für Investoren lange Zeit als Tabu. Armut, Krankheiten, Kriege und Korruption schreckten Anleger ab. Hinzu kam, dass mit Ausnahme von Südafrika eigentlich kein afrikanisches Land über gewachsene wirtschaftliche Strukturen verfügte und die lokalen Aktienmärkte aufgrund minimaler Liquidität keinen Zugang boten.
Viele der Probleme bestehen auch heute noch. Trotzdem ist das Interesse an Afrika deutlich gewachsen. Selbst für Privatanleger gibt es inzwischen einige Angebote: Mit der Landesbank Berlin (LBB) und ABN Amro haben zwei Banken Afrika-Zertifikate auf den Markt gebracht, die Commerzbank folgt als Dritte Ende Mai.
„Afrika ist einer der letzten weißen Flecken auf der Weltkarte, wo Anleger bisher kaum Zugang haben. Das Thema ist jetzt reif“, sagt Ralph Stemper, Zertifikate-Experte der Commerzbank. Ähnlich sieht es Marteen-Jan Bakkum, Fondsmanager bei ABN Amro: „Die Märkte sind strategisch hoch interessant. Im aktuellen Umfeld, in dem die Welt ein großes Defizit an Rohstoffen hat, ist Afrika in der besten Position dies auszunutzen“, sagt er.
Dem weltweit wachsenden Rohstoffbedarf ist es auch zu verdanken, dass Afrika überhaupt ins Blickfeld der Investoren geraten ist. Denn die Vorkommen des Kontinents an Gold, Öl, Uran, Platin und anderen wichtigen Ressourcen sind gewaltig. Vor allem China hat die Chancen in Afrika entdeckt. Bis 2010 will die Volksrepublik größter Handelspartner des Kontinents sein. Aber auch internationale Minen-Konzerne drängen in die Region, weil sie in den noch weitgehend unerschlossenen Minen großes Geschäftspotenzial wittern.
„In Afrika herrscht zurzeit Goldgräberstimmung“, sagt Dietmar Hornung, Schwellenländerexperte der Dekabank. „Und die Chancen sind auch groß. Vom Emerging-Markets-Boom haben alle Regionen der Welt profitiert, nur Afrika hinkt weit hinterher.“ Hauptaufgabe der Staaten sei es jetzt, die Erträge aus den Rohstoffexporten gewinnbringend und im Sinne der Bevölkerung einzusetzen.
Leider sieht die Realität oft anders aus. Gerade der Rohstoffreichtum ist regelmäßig Ursache für Konflikte und Bürgerkriege in Afrika, weil sich lokale Warlords ihren Anteil an den Einnahmen sichern wollen. Wie wackelig die politische Stabilität in vielen Staaten ist, hat jüngst das Beispiel Nigeria gezeigt, wo die Wahlen im Chaos endeten.
Außerhalb des lukrativen Rohstoffsektors schrecken internationale Konzern deshalb nach wie vor mit Engagements in Afrika zurück: „Investitionen in das produzierende Gewerbe sind bisher kaum zu sehen, weil die attraktiven Lohnstückkosten die sonstigen Risiken nicht auffangen“, erklärt Hornung. Damit bleibt die dringend benötigte Diversifizierung der Volkswirtschaften in vielen Regionen vorerst aus.
Dort, wo es besser läuft – nach Meinung von ABN-Fondsmanager Bakkum entwickeln sich neben den Maghreb-Staaten vor allem Mosambik, Angola und Botswana sehr gut –, bleibt die geringe Börsenliquidität ein großes Problem für Anleger. Als investierbar gelten unter Experten eigentlich nur Ägypten, Marokko und Südafrika. Die Börse Johannesburg bietet aber zumindest einen indirekten Zugang zu den Nachbarmärkten, da viele südafrikanische Konzerne dort sehr aktiv sind.
Auf Umwegen nähern sich auch die neuen Anlageprodukte dem Thema Afrika. Das Papier von ABN Amro etwa investiert in Rohstoffkonzerne, die den Großteil ihrer Umsätze in Afrika erzielen, deren Aktien aber in Europa oder in den USA notiert sind. Die Zertifikate von LBB und Commerzbank investieren zwar direkt in Afrika, der Schwerpunkt liegt jedoch ganz klar auf der Börse in Johannesburg. Damit sinkt für Anleger das Risiko; andererseits sind die Chancen auf üppige Gewinne angesichts der rasanten Kursrally südafrikanischer Aktien in den vergangenen Jahren nur gering.
Quelle: HB |
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