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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1213 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 4.Jan 2007 18:25 Titel: Indonesien - vergessenes Paradies für Anleger? |
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Indonesien, das größte islamische Land der Welt mit 245 Millionen Einwohnern hat viel zu bieten: Unter den ohnehin schon guten asiatischen Märkten gehört die indonesische Börse in Jakarta zu den Besten. Die Aktien der asiatischen Märkte sind 2006 das vierte Jahr in Folge gestiegen. Der MSCI Asia-Pacific Index (ausgenommen Japan) wurde vor allem durch die Märkte in China, Hongkong, Indien und Indonesien nach oben getrieben und legte auf Jahressicht um rund 30 Prozent zu.
Der nordwestlich von Australien gelegene Inselstaat beschreitet weiter den Weg des wirtschaftlichen Aufstiegs. Die jährlichen Wachstumsraten liegen bei etwa 5 Prozent, die Zentralbank hat 2006 mit wiederholten Zinssenkungen die noch immer sehr hohe Inflation offenbar in den Griff bekommen, die Kaufkraft der Bürger steigt.
Weitere Zinssenkungen würden sowohl inländische Unternehmensinvestitionen als auch den privaten Konsum weiter beflügeln. Das vom IWF für das vorige Jahr erwartete Wirtschaftswachstum von 5,2 Prozent ist noch vor allem auf die starken Exporte zurückzuführen. 2007 steht es dagegen auf einem breiteren Fundament. So prognostiziert der IWF für dieses Jahr eine Wachstumsrate von 6 Prozent.
Trotz einiger Risiken, wie etwa die schlechte Infrastruktur und die im Land
üblichen Bestechungsgelder, stehen in Indonesien die Zeichen für steigende Unternehmens- und Aktiengewinne gut. Nach meinen Beobachtungen kommen die politischen Maßnahmen der vergangenen Jahre nun offenbar auch bei den Bürgern an. Da zudem die Börse immer in die Zukunft schaut und wirtschaftliche Entwicklungen vorweg nimmt, könnte sich die Erfolgsstory in Jakarta fortsetzen.
Indonesische Aktien sind im Asien-Ländervergleich unterbewertet
Ich habe mir einmal die historische Kursentwicklung großer indonesischer Dividendenpapiere angeschaut und dabei zu meiner Überraschung festgestellt, dass der Gewinn pro Aktie im Schnitt von Jahr zu Jahr um ein Viertel gestiegen ist. Die "Blue Chips" notieren ungeachtet des stabilen Gewinnwachstums in US-Dollar gerechnet zum Teil noch deutlich unter ihren bisherigen Höchstständen, während der breite Markt sich immer weiter nach oben hangelt. Zudem sind sie im asiatischen Ländervergleich um rund 30 Prozent unterbewertet.
Positive Impulse für den indonesischen Aktienmarkt könnten sich übrigens auch durch verbesserte Zugänge für ausländische Investoren ergeben. Würden obendrein noch in diesem Jahr die Steuern sinken, würden vermutlich zusätzliche Gelder in den engen Markt fließen. Womöglich ist auch mit Mitteln aus dem benachbarten Thailand zu rechnen, wo die Regierung kürzlich die ausländischen Investoren mit der Nachricht schockte, 30 Prozent ihres Investitionskapitals zinslos einfrieren zu wollen.
Und welche Branchen kommen für ein Indonesien-Investment in Frage? Analysten raten vor allem in Sparten zu investieren, die von Zinssenkungen und einer höheren Binnenmarktnachfrage profitieren. Obwohl Banktitel in den vergangenen Monaten schon sehr gut gelaufen sind, sehen Experten vor allem bei großen Instituten - wie etwa der staatlich geführten Bank Rakyat - noch Kurspotenzial. Positive Kommentare begleiten auch die Aktien von Plantagenfirmen, da der Trend zu alternativen Energien die Nachfrage für Palmöl erhöht. Gut aufgestellt in diesem Segment ist Astra Agro Lestari. Lohnen könnten sich auch Investments in die Baubranche und die Baustoffindustrie, die von steigenden Investitionen im Inland profitieren dürften. Zu nennen wäre hier beispielsweise Indocement. Außerdem bleiben Minengesellschaften wie Aneka Tambang (Antam) oder Inco wegen der hohen und womöglich noch weiter steigenden Rohstoffpreise interessant. Zudem muss Indonesien den Rohstoffabbau vorantreiben. Denn schließlich zählt das Land zu den Regionen mit den größten Vorkommen der Welt an Erdöl, Holz, Kohle, Gold, Silber, Palmöl oder Kakao.
Der größte Wert im Leitindex Jakarta Composite ist übrigens die staatlich kontrollierte Telekomunikasi Indonesia mit einem Anteil von gut 17 Prozent. Der Konzern bietet von Festnetz über Mobiltelefon, Internet- und Satellitendienste die gesamte Palette der Telekommunikation an. Bis 2008 will Telekomunikasi zu den 500 größten Konzernen der Welt aufsteigen. Ein Risiko stellen bei Investments in indonesische Aktien allerdings die häufig niedrigen Handelsumsätze dar. Daher bieten sich für den Privatanleger breiter streuende Open End-Zertifikate oder Länderfonds an.
Als Aktien- und Rentenanleger sollten Sie ohnehin bei Investments in Indonesien immer wachsam sein. Ein vorsichtiges Verhalten mit dieser Region legen allein schon die jüngsten Entwicklungen in Thailand nahe. Denn politische Turbulenzen, die stärkere Kursrückgänge verursachen, sind angesichts der immer noch nicht wirklich stabilen Verhältnisse im Land durchaus möglich. Auch die Gefahr erneuter Terroranschläge ist nicht gebannt. Zudem wird der von vielen Urlaubern immer noch als Paradies wahrgenommene Inselstaat häufig von Naturkatastrophen heimgesucht, aber trotz alledem, ein Investment ist bestimmt eine Überlegung wird. SR _________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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