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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5909
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Verfasst am: 23.Nov 2007 17:01 Titel: Krise erreicht Pfandbrief-Handel |
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Experten werten das Aussetzen des geordneten Interbanken-Handels für Jumbo-Pfandbriefe als Alarmsignal für die gesamte Finanzbranche.
Denn mit der europaweiten Einstellung des sogenannten Market-Makings für großvolumige Covered Bonds hat die Kreditkrise nun eine der sichersten Anlageklassen erreicht.
„Die Verunsicherung am Markt ist immens“, sagte Florian Hillenbrand, Pfandbrief-Analyst bei Unicredit.
Der Europäische Pfandbrief-Verband ECBC hatte am Mittwochabend angekündigt, das Stellen von Kaufs- und Verkaufskursen im Handel zwischen Banken bis kommenden Montag auszusetzen.
Seit der Einigung auf ein Market-Making vor über zehn Jahren ist es noch nie zu einem solch gravierenden Schritt gekommen. Das Stellen von Kauf- und Verkaufskursen in engen Spannen – zuletzt drei Basispunkte – soll für hohe Liquidität sorgen. Mit diesem Argument bewirbt die Branche Jumbo-Pfandbriefe.
Grund für die Einstellung des Interbanken-Handels ist der Rückzug der Anleger aus Teilen des Marktes. Im Vergleich zu Zeiten vor Beginn der Subprime-Krise im Juli sind die Kurse der mit hochrangigen Hypothekenkrediten gedeckten Covered Bonds abgesackt, die Renditen entsprechend gestiegen.
Der Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen hat sich seit dem Sommer im Schnitt auf 0,6 bis einem Prozentpunkt verdoppelt. Am Dienstag musste dann mit Allied Irish Bank (AIB) ein renommiertes Institut überraschend die Emission eines Covered Bonds über eine Mrd. Euro ablasen, weil die Orderbücher nicht voll wurden. Dies führte zu panikartigen Verkäufen.
Halten die Banken in diesem Umfeld daran fest, Kurse in engen Spannen zu stellen, riskieren sie selbst kräftige Verluste. Denn sie reichen die Positionen häufig an einen anderen Market-Maker weiter und müssen dabei Abschläge in Kauf nehmen.
Analyst Ted Packmohr von Dresdner Kleinwort sieht die vorübergehende Aussetzung des Market-Makings als Chance, den Markt zu beruhigen und weitere Kurs-Ausschläge zu verhindern. Allerdings riskieren die Banken durch diese erstmalige Aussetzung der Preisstellung, dass die Marke „Jumbo“ Schaden nimmt. „Diese heile Welt hat Kratzer bekommen“, sagte ein Experte.
Zumindest für den deutschen Pfandbrief wollte dies der heimische Branchenverband VDP nicht gelten lassen. „Ich glaube nicht, dass der Jumbo-Pfandbrief durch die Einstellung des Market-Makings im Interbanken-Handel Schaden nimmt“, sagte Verbandspräsident Henning Rasche.
„Mein Appell ist ganz klar, hier zu differenzieren.“ Die Risikoaufschläge bei heimischen Papieren seien stabil. „Wir sehen ganz deutlich, dass hier Effekte aus dem europäischen Markt in den deutschen Markt hereingetragen werden“, fügte Rasche mit Blick auf die Aussetzung des Market-Makings hinzu. „Das ist eine Art Sippenhaft.“
Darüber hinaus hätten Emittenten nach wie vor kleinere Pfandbriefe oder Namenspfandbriefe begeben: „Hier besteht auch durchaus Nachfrage seitens der Investoren.“ Rasche räumte aber ein, die Platzierung eines Jumbo-Pfandbriefs sei im aktuellen Umfeld kaum machbar.
Tatsächlich dürfte die Emission großvolumiger Covered Bonds für Hypothekenbanken vorerst ausfallen. „Der Primärmarkt ist zum Erliegen gekommen“, sagte Analyst Packmohr.
Noch skeptischer gibt sich die Landesbank Baden-Württemberg. „Sollten die Probleme beim qualitativ hochwertigsten Refinanzierungsinstrument von Banken weiter auf derart hohem Niveau anhalten, so dürfte dies unserer Meinung nach auch nicht ohne Auswirkung auf deren Refinanzierungsmärkte bleiben“, hieß es.
Sichere Bank:
Der deutsche Pfandbrief gilt als überaus sichere Anlageklasse. Seine Ausgestaltung ist gesetzlich geregelt, weshalb die Papiere häufig mit „AAA“ die höchste Bonitätsnote erreichen. Gerade für Hypothekenbanken, aber auch für Staatsfinanzierer stellen sie eine beliebte Refinanzierungsmöglichkeit dar. Der Pfandbrief gilt als Urform der international als Covered Bonds bezeichneten Papiere.
Jüngste Emissionen:
Erst Ende vergangener Woche hatte die Eurohypo einen Jumbo-Pfandbrief über 2,5 Mrd. Euro platziert. Die Emission sollte eigentlich als Türöffner für andere Institute fungieren. Zwar konnte die HVB am Dienstag nachziehen. Mehrere internationale Häuser aber scheiterten am Misstrauen der Investoren und machten einen Rückzieher.
Quelle: Hans G. Nagl/Anke Rezmer |
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