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Real Investment Trusts-Reits nehmen Gestalt an

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 13.Aug 2006 17:44    Titel: Real Investment Trusts-Reits nehmen Gestalt an Antworten mit Zitat

Deutschland ist mit einem Volumen von 3 Bill.
Euro der größte Immobilienmarkt Europas. Dennoch bringen die hiesigen
Immobilien-AGs nur wenige Milliarden Euro auf die Waage. Der Grund:
Es fehlt ein international gängiges, transparentes - und nur auf
Aktionärsebene besteuertes - Kapitalanlageinstrument wie der in
anderen Ländern weit verbreitete Real Estate Investment Trust (Reit).

Die Abwanderung von in Deutschland aktiven Investoren, die ihre
Immobilien zum Handel an anderen Börsenplätzen wie Paris und London
notieren, setzt sich deshalb fort.

Diesen Aderlass des Finanzplatzes will die Bundesregierung
stoppen. Im September soll das Kabinett ein Reit-Gesetz
verabschieden. Ein erster Rohentwurf, der Hoffnung auf tatsächlichen
Vollzug weckt, kursiert in der Branche.

Der Vorstoß geht in die richtige Richtung. Denn nach dreijähriger
Diskussion über Reits zeichnen sich Lösungen für die zwei
Hauptprobleme ab. Neben den sozialpolitischen Bedenken von Teilen der
SPD-Fraktion bezüglich Wohnungsmieten und -preisen ist dies vor allem
die Sicherstellung einer angemessenen Besteuerung ausländischer
Reit-Aktionäre. Der Fiskus scheint sich bei der Ausländerbesteuerung
nun endlich für eine einfache Lösung unter den insgesamt fünf
möglichen Varianten entschieden zu haben. Man folgt dabei dem Vorbild
in Großbritannien, wo Reits Anfang 2007 eingeführt werden. Die Lösung
lautet: Kein Aktionär darf direkt 10% oder mehr Anteile am Reit
halten.

Grund sind die Doppelbesteuerungsabkommen. Ab einer darin jeweils
festgelegten Beteiligungshöhe zwischen 10 und 25% können ausländische
Aktionäre nämlich in den Genuss eines Quellensteuersatzes von nur 0
bis 5% kommen - und das wäre dem Fiskus deutlich zu wenig gewesen.
Von der Branche wird die jetzt geplante Anteilsgrenze von 10% als
Lösung des Steuerproblems akzeptiert - auch weil sie durch indirekte
Beteiligungen umgangen werden kann.

Was sozialpolitische Bedenken angeht, so sollen diese durch eine
Haltefrist für die Immobilien gemildert werden. Über eine Zeit von
mehreren Jahren dürfen nur 50% des durchschnittlichen Anlagevolumens
veräußert werden. Damit sollen Reits als "gute" Bestandshalter von
"bösen" Immobilienhändlern abgegrenzt werden. Auf Wohnungspreise und
Mieten wird diese Regel jedoch kaum Einfluss haben.
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Orkus
Specialist


Anmeldungsdatum: 14.07.2006
Beiträge: 51
Wohnort: London

BeitragVerfasst am: 29.Aug 2006 16:12    Titel: Antworten mit Zitat

Gibt es schon Firmen die solche Reits schon vorbereiten? Die müssten doch schon heute kaufen.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 19.Sep 2006 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Das Bundesfinanzministerium hat die Vorlage eines Gesetzentwurfs zur Einführung börsennotierter Immobilien-Investmentgesellschaften auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Ministerium schafft es nicht, die Gesetzesvorlage zu den so genannten Real Estate Investment Trusts (Reits) rechtzeitig vorzulegen.

Darüber informierte die parlamentarische Staatssekretärin Barbara Hendricks am Dienstag die Arbeitsgruppe Finanzen der Union. Ein Sprecher des Finanzministerium bestätigte, es gebe derzeit keinen Zeitplan für das Reits-Gesetz.

Ursprünglich sollte das Gesetz heute im Bundeskabinett verabschiedet werden. Nach der nun angekündigten Verschiebung ist es kaum wahrscheinlich, dass das Gesetz Anfang 2007 in Kraft treten kann, weil auch der Bundesrat dem Vorhaben zustimmen muss. Als Grund für die Verzögerung nannte Hendricks die Arbeiten am Gesetzentwurf zur Erbschaftsteuerreform, der Mitte Oktober im Kabinett besprochen werden soll.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte betont, dass er die Einführung steuerbegünstigter Immobiliengesellschaften zu Beginn des nächsten Jahres favorisiert. Auch der Finanzplatz Deutschland wartet auf die Gesetzesinitiative. Das Marktpotential schätzen Experten bis 2010 auf 70 bis 120 Mrd. Euro. In Europa gibt es Reits bereits in den Niederlanden, Luxemburg, Italien, Spanien, Belgien und Frankreich. Großbritannien will nächstes Jahr mit einer eigenen Variante starten.

Georg Fahrenschon, finanzpolitischer Sprecher der CSU, bezeichnete die geplante Verschiebung als nicht akzeptabel. „Das ist eine Bankrotterklärung des Bundesfinanzministeriums“, sagte Fahrenschon dem Handelsblatt. Der Unionspolitiker sieht vor allem die Gefahr, dass das Immobiliengeschäft mit dem Finanzmarktinstrument Reits dann nicht über Frankfurt, sondern über London oder Paris abgewickelt wird. Den Banken sei es am Ende egal, welchen Börsenplatz sie nutzen. Schon heute würden deutsche Privatbanken Reits-Geschäfte im Ausland erledigen. „An diesem Trend wollte der Bundesfinanzminister eigentlich etwas ändern“, sagte Fahrenschon.

Umstritten ist die Einführung der steuerbegünstigten und börsennotierten Immobiliengesellschaften innerhalb der SPD-Fraktion. Einige Sozialdemokraten fürchten nicht nur den Verlust von Steuereinnahmen, sondern auch das Ende des sozialen Wohnungsbaus und Mieterhöhungen. Das Bundesfinanzministerium überlegt nun, Reits rückwirkend einzuführen, was die Union jedoch ablehnt.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 17.Okt 2006 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

SPD-Finanzexperten lehnen Steinbrücks REITs-Entwurf ab

Die Finanzexperten der SPD-Fraktion stellen sich gegen die Pläne von Finanzminister Peer Steinbrück zur Einführung von börsennotierten Immobilienfonds.

Die Mehrheit der 16-köpfigen Arbeitsgruppe habe den Referentenentwurf von Steinbrück am Dienstag in Berlin zurückgewiesen, hieß es aus Kreisen des Gremiums. Sie sähen die steuerlichen Probleme im vom Ministerium vorgelegten Regelwerk zur Einführung von Real Estate Investment Trusts (REITS) nicht gelöst. Auch den Bedenken über die Auswirkungen auf die Wohnimmobilien und den Immobilienmarkt werde nicht Rechnung getragen. Die Arbeitsgruppe besteht aus den sozialdemokratischen Mitgliedern des Bundestags-Finanzausschusses. Eine Empfehlung der Fachpolitiker gilt im allgemeinen als richtungsweisend für die Fraktion.

Steinbrück wollte den Entwurf ursprünglich am 25. Oktober im Kabinett beraten lassen. Am Dienstag kündigte er an, die Regierungsmitglieder würden sich nun eine Woche später am 2. November damit befassen. Nach seinem Willen sollen die REITs zum Beginn des kommenden Jahres in Deutschland zugelassen sein - falls sich das Gesetzgebungsverfahren verzögert, notfalls rückwirkend. Das Ministerium rechnet in den nächsten fünf Jahren daraus mit Mehreinnahmen von 2,755 Milliarden Euro. Die Kritiker des Vorhabens rechnen hingegen mit milliardenschweren Steuermindereinnahmen durch Steuerschlupflöcher. Zudem befürchten sie negative Konsequenzen für die Mieter.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 20.März 2007 8:04    Titel: Antworten mit Zitat

Die Reits-Arbeitsgruppe der großen Koalition hat sich auf neue Eckdaten für das geplante Gesetz für börsennotierte Immobiliengesellschaften geeinigt. Damit steht der Einführung nichts mehr im Wege. Für die Finanzbranche positiv: Die Regelungen sind gelockert worden.

„Wir haben eine gute Grundlage für das geplante Reits-Gesetz gefunden“, sagte der Reits-Experte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Leo Dautzenberg, dem Handelsblatt. Am Freitag soll das Gesetz vom Bundestag verabschiedet werden. Reits sind börsennotierte Immobiliengesellschaften, die ihren Gewinn zu mindestens 90 Prozent an die Anleger ausschütten.

Mit der Einführung von Reits will die Bundesregierung deutschen Unternehmen insbesondere den Verkauf von Immobilien schmackhaft machen. Im Entwurf waren allerdings nur Immobilien vorgesehen, die sich länger als zehn Jahre im Unternehmensbesitz befunden haben. Die Arbeitsgruppe hat sich jetzt auf eine Halbierung dieser Frist geeinigt. Allein die 65 größten börsennotierten Gesellschaften in Deutschland verfügen nach Informationen des Bundesfinanzministeriums über Immobilienreserven von 80 Mrd. Euro.

Wie geplant, bleibt es bei der so genannten Exit-Tax. Für einen Zeitraum von drei Jahren wird die Bundesregierung demnach die Gewinne aus dem Verkauf betrieblicher Immobilien nur zur Hälfte besteuern. Nach dem Regierungsentwurf sollte die Exit-Tax dann gewährt werden, wenn Unternehmen ihre Immobilien an Reits oder offene Immobilienfonds verkaufen. Nun haben sich die Parlamentarier darauf verständigt, die Steuerbegünstigung nur für den Verkauf an Reits zu gewähren.

Ferner soll es deutschen Reits nach der gestrigen Einigung erlaubt sein, ausländische Wohnimmobilien zu erwerben. Die SPD hatte sich zuvor nach langem Streit mit der Forderung durchgesetzt, keine deutschen Wohnimmobilien in Reits aufzunehmen.

In der Branche werden die avisierten Änderungen des deutschen Reits-Gesetzes begrüßt. „Die Verkürzung der Haltefrist im inländischen Anlagevermögen von zehn auf fünf Jahren als Voraussetzung für die so genannte Exit-Tax ist grundsätzlich zu begrüßen“, sagte Michael Schmidt, Partner der Kanzlei Taylor Wessing, dem Handelsblatt. Die Zahl der Immobilien, die damit steuerbegünstigt in die neue Form der Immobilienaktiengesellschaft (Real Estate Investment Trust, kurz „Reit“) einbezogen werden kann, steigt damit deutlich. Auch der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft hatte sich in einer Anhörung für eine Halbierung der Mindesthaltedauer stark gemacht.

Auch bei Bankenexperten trafen die sich anbahnenden Änderungen am Reits-Gesetzentwurf auf Zustimmung. „Das sind Schritte in die richtige Richtung“, sagte Peter Barkow, Immobilienexperte der britischen Großbank HSBC. Die bisherigen Regelungen galten den Investoren als zu restriktiv.

Einer HSBC-Umfrage zufolge bewerteten 80 Prozent der befragten Immobilieninvestoren den bisherigen Entwurf als „unattraktiv.“ Einige Fondsmanager sagten sogar, die Bundesregierung riskiere, dass das Gesetz eine „Totgeburt“ werde. Schließlich stehe das deutsche Gesetz in Konkurrenz um Anlegergelder mit den Reits-Varianten in vielen anderen Ländern.
Quelle:HB
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 24.März 2007 6:06    Titel: Antworten mit Zitat

Nach jahrelangem Streit in der Koalition hat der Bundestag der Einführung steuerbegünstigter Immobilien-Aktiengesellschaften (REITs) zugestimmt. Die Kritik ist allerdings noch nicht verstummt - die FDP bezeichnet das neue Gesetz als "schweren Geburtsfehler".

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte am Freitag in der abschließenden Debatte, mit dem in mehr als 20 Ländern gängigen Finanzmarkt-Instrument solle es vor allem Unternehmen erleichtert werden, ihre stillen Immobilien-Reserven zu heben. Schätzungen zufolge könnten REITs bis 2010 in Deutschland ein Marktvolumen von bis zu 60 Mrd. Euro erreichen.

Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen, was aber als sicher gilt. Die "Real Estate Investment Trusts" (REITS) sollen rückwirkend zum 1. Januar diesen Jahres eingeführt werden. Der Wohnungsbestand bleibt ausgeklammert, was die FDP als "schweren Geburtsfehler" des Gesetzes bezeichnete.

Zum Anschub gewährt der Staat Firmen einen Steuervorteil, wenn sie ihre stillen Immobilienreserven heben und in einen REIT einbringen. Über einen Zeitraum von drei Jahren erhalten sie einen Steuernachlass von 50 Prozent auf den Wertansatz. Außerdem sind REITs von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit, der Fiskus greift stattdessen bei den Anteilseignern zu.

Vor 2007 errichtete Wohnimmobilien sind mit Rücksicht auf den Mieterschutz von REITs ausgeschlossen, was in der Koalition umstritten war. Die Union hofft, die SPD in einigen Jahren davon überzeugen zu können, den Wohnungsmarkt doch noch für das neue Finanzanlageprodukt zu öffnen.

Steinbrück sagte, die Bedenken, dass der Mieterschutz zu kurz kommen könnte, seien nachvollziehbar. Das Argument der FDP und der Finanzbranche, dass REITs damit ein gutes Stück an Attraktivität verlören, aber nicht.

Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Carl-Ludwig Thiele warf Steinbrück vor, er habe sich von der SPD-Linken demontieren lassen. Diese habe einen "ideologischen Popanz" aufgebaut und die Mieter verunsichert. Denn selbstverständlich gelte auch für REITs der Mieterschutz.

Der auf inländische Gewerbeobjekte spezialisierte Immobilieninvestor DIC Asset könnte noch im laufenden Jahr einen ersten börsennotierten Immobilienfonds (REIT) platzieren. Auf eine entsprechende Frage des Magazins "Euro am Sonntag" sagte Firmenchef Ulrich Höller: "Das ist durchaus möglich." Das Blatt zitierte ihn am Freitag in einer Vorabmeldung weiter mit den Worten: "Wir prüfen die Möglichkeiten, die sich bieten.“

Eine Umwandlung der gesamten, im Kleinwerteindex SDax notierten Gesellschaft in einen so genannten Real Estate Investment Trust (REIT) schloss Höller hingegen weitgehend aus. "Das kommt für uns wahrscheinlich nicht in Frage", sagte er.
Quelle: FTD
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 1.Apr 2007 4:56    Titel: Antworten mit Zitat

Rennen um erste Reits

Kaum hat der Bundesrat das Gesetz über deutsche Real Estate Investment Trusts (Reits) gebilligt, kommen auch schon die ersten Interessenten an die Börse. Am kommenden Dienstag werden die Aktien der Hamburger Immobiliengesellschaft Alstria erstmals frei gehandelt. Erst am Mittwoch hatten die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Satzung geändert, damit Alstria später in einen Reit umgewandelt werden kann.

"Frühestmöglicher Termin hierfür ist der 1. Juli", sagt Firmenchef Olivier Elamine. Bis dahin sollen zwei Wohnhäuser verkauft sein, die nicht in den Reit eingebracht werden dürfen. Ebenfalls im Rennen um den ersten deutschen Reit ist die Berliner Firma Polis Immobilien Chart zeigen. Deren Börsengang war bereits vor einer Woche. Auch hier ist die Richtung klar: "Polis strebt an, sich künftig als Reit AG zu qualifizieren", heißt es im Unternehmen. Reits haben gegenüber Aktien von Immobilienunternehmen den Vorteil, dass die Erträge nicht im Unternehmen besteuert werden. Im Vergleich zu offenen Immobilienfonds lassen sie sich besser handeln.

Den Rang ablaufen könnte den beiden Neuemissionen ein kleines Unternehmen namens Deutsche Reit. Die Firma, die ihr Geschäftsmodell schon im Namen trägt, fuhr 2006 einen Umsatz von nur 1,1 Millionen Euro ein, ist aber bereits seit einem Jahr an der Börse. "Wir sind so aufgestellt, dass wir die Möglichkeiten direkt nutzen werden", kündigt Vorstand Stephan Perthel gegenüber manager-magazin.de an. "Wir werden Gewerbeimmobilien zukaufen und haben einen sehr guten Marktzugang." Schon am Freitag gründete das Unternehmen eine Tochter namens Deutsche Reit 1, die einen Vor-Reit-Status beantragen soll. Ein Vor-Reit kann, wenn alle Bedingungen des Gesetzes erfüllt sind, in einen Reit umgewandelt werden, der dann erst an die Börse geht.

Nach der Zustimmung des Bundesrats fehlen nur noch die Unterschrift des Bundespräsidenten und der Abdruck im Bundesgesetzblatt. Das Gesetz soll rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten. Das ist vor allem symbolisch bedeutsam, weil Deutschland zumindest formell mit Großbritannien gleichzieht. Dort haben sich allerdings zu Jahresbeginn gleich neun existierende Immobilien-AGs in Reits umgewandelt und den britischen Markt auf einen Schlag zum zweitwichtigsten nach den USA gemacht.

Solche großen Sprünge sind vom deutschen Markt nicht zu erwarten - zum einen, weil es hierzulande längst nicht so viele und so hoch bewertete Immobilien-AGs gibt wie in Großbritannien. Für eine Komplettumwandlung in einen Reit kommen auch nur wenige von ihnen infrage, weil die meisten hauptsächlich Mietshäuser verwalten. Deutsche Wohnimmobilien, die vor 2007 gebaut wurden, dürfen nach dem jetzigen Gesetz aber nicht in Reits eingebracht werden.

Trotzdem können Wohnungsunternehmen der Steuer entgehen: indem sie ihren Sitz nach Luxemburg verlegen. Die Gagfah, seit ihrem Börsengang im September 2006 das Schwergewicht der deutschen Immobilienaktien, hat es vorgemacht. Das größte deutsche Wohnungsunternehmen Deutsche Annington hat seinen geplanten Börsengang zunächst verschoben, will aber im Laufe des Jahres dem Beispiel der Gagfah folgen. Über einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen, hinter denen die Private-Equity-Gesellschaften Fortress und Terra Firma stehen, wird ebenfalls spekuliert.

Auch für manche auf Büro- und Geschäftsbauten spezialisierte Firmen ist das Reits-Gesetz unattraktiv. "Für Projektentwickler oder opportunistische Investoren sind die Fesseln im Reit zu stramm", sagt Tobias Just, Immobilienanalyst. Unternehmen wie Patrizia Immobilien, die ihre Gebäude meist nach wenigen Jahren weiterverkaufen, könnten am Kriterium der fünfjährigen Haltefrist im Reit-Gesetz scheitern.

Für einen Reit infrage kommen unter den großen bestehenden Immobilien-AGs, vor allem die auf Einkaufszentren spezialisierte Deutsche Euroshop, die Gewerbeimmobilienfirmen DIC Asset und IVG Immobilien. "Den Ausschluss von Wohnimmobilien halten wir nach wie vor für falsch, er betrifft uns aber nicht direkt", sagt IVG-Chef Wolfhard Leichnitz. Die IVG hat sich auf Bürogebäude spezialisiert. Im Februar kaufte sie die Londoner "Gurke", die architektonisch auffällige Zentrale der Rückversicherung Swiss Re. "Es ist wahrscheinlicher, dass wir Tochter-Reits gründen, als dass wir das Unternehmen komplett in einen Reit umwandeln."

Dennoch rechnet Just damit, dass in den kommenden Jahren ein großer Markt entsteht. Auf 92 Milliarden Euro schätzt er das Marktpotenzial bis 2011. Wohnimmobilien, schätzt Just, hätten weitere 26 Milliarden Euro bringen können. Einiges Potenzial haben laut Just geschlossene Immobilienfonds, die über die Börse an flüssige Mittel kommen könnten. Der Großteil aber soll mit 55 Milliarden Euro aus Unternehmensimmobilien stammen. "Die Unternehmen mit aktivem Portfoliomanagement werden das schon durchgespielt haben", meint er. Auch die lange Diskussion vor der Einführung der Reits könne zum Vorteil für einen erfolgreichen Start werden: "Die Marktteilnehmer haben Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten."

Produktionsanlagen seien schwer verkäuflich, räumt Ralf Dibbern von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg ein. Nicht betriebsnotwendige Teile wie Büros aber könnten den Unternehmen Milliardenerlöse bringen. Zwar gab es solche Verkäufe bereits in der Vergangenheit. "Jetzt hätten sie den Vorteil, dass sie steuerlich begünstigt sind", sagt Dibbern. Das gilt allerdings nur bis Ende 2009. So lange soll die sogenannte Exit Tax, ein 50-prozentiger Steuernachlass für die verkaufenden Firmen, den Reits Starthilfe geben.

Die Angst vor höheren Steuern sei "ein Grund, warum die Unternehmen bisher auf ihren Immobilienschätzen saßen", sagt Dibbern. Im internationalen Vergleich sei die deutsche Immobilienbesitzquote mit ungefähr zwei Dritteln außergewöhnlich hoch. "Auch deshalb sind die Kapitalrenditen hier niedriger", so Dibbern weiter. Je geringer der Buchwert der Immobilien im Vergleich zum aktuellen Marktwert ist und je länger sie im Unternehmensbesitz sind, umso attraktiver sei der Verkauf an Reits nach dem jetzigen Gesetzentwurf.

Aus den großen Unternehmen kommen bislang allerdings kaum Signale, dass sie dieses Instrument auch bald nutzen wollen. "Unser aktives Immobilienmanagement werden wir auch im Geschäftsjahr 2007 fortsetzen", verkündete etwa Metro-Chef Hans-Joachim Körber auf der Bilanzpressekonferenz des Handelskonzerns am 21. März.

Die Münchener Rück zeigen, die bereits im vergangenen Jahr ein milliardenschweres Immobilienpaket verkaufte, hält sich zurück. "Grundsätzlich stehen wir Reits sehr positiv gegenüber", sagt Josef Wild, Sprecher der Konzernvermögensverwaltung Meag. "Wir sind aber nicht festgelegt, ob wir Reits verwenden werden. Es ist eine weitere Option für uns, um Immobilien zu verkaufen, aber auch nur eine Möglichkeit unter verschiedenen."

Ähnlich bedeckt hält sich DaimlerChrysler. "Wir beobachten das, wir prüfen das auch, aber wir sehen derzeit keine attraktive Möglichkeit für uns", sagt Ute von Fellberg, Sprecherin der Immobiliensparte. Nach Dibberns Einschätzung könnte der Konzern mit rund elf Milliarden Euro die größten stillen Reserven heben.

Für einen schnellen Erfolg fehlt den Reits also noch das Bekenntnis verkaufswilliger Unternehmen. Dibbern verweist jedoch darauf, dass auch KarstadtQuelle stets erklärt hatte, an den eigenen Immobilien festhalten zu wollen - inzwischen hat sich der Konzern aber vollständig von seinem Eigentum an Kaufhäusern getrennt und die Gebäude zurückgeleast.

Quelle: manager-magazin
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 17.Mai 2007 3:21    Titel: Antworten mit Zitat

Der Hamburger Immobilienkonzern TAG Tegernsee will als eines der ersten Unternehmen in Deutschland einen börsennotierten Immobilienfonds (Reits) begeben.

„Wir wollen voraussichtlich im dritten Quartal einen Reit platzieren“, sagte Vorstandschef Andreas Ibel am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Der Fonds solle ein Immobilienvermögen von mindestens 300 Mill. Euro umfassen. „Es gibt großes Interesse von Investoren aus dem Ausland, die gerne in einen deutschen Reit investieren wollen“, sagte Ibel.

TAG wolle sich mit einer raschen Platzierung in dem günstigen Marktumfeld einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz sichern. In Deutschland sei die neue Anlageform aber noch ein „Experimentierfeld“. Der Manager kritisierte in dem Zusammenhang fehlende Kompetenz in der Bundesregierung. Die Regierung hatte das zuständige Gesetz nach langem Ringen unter Ausschluss von Wohnimmobilien im Frühjahr verabschiedet. Neben den Hamburgern haben bereits der Bonner Immobilienkonzern IVG, der Immobilieninvestor DIC Asset und Alstria Office angekündigt, die Einführung eines Reit zu prüfen.

Für das laufende Jahr sieht sich TAG nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal gut aufgestellt. Der Vorsteuergewinn soll sich auf 31 (Vorjahr: 6,4) Mill. Euro nahezu verfünffachen. Die Mieterlöse will der Konzern auf 40 Mill. Euro steigern von 25 Mill. Euro im Vorjahr. In den ersten drei Monaten legte der Vorsteuergewinn unterstützt durch eine Höherbewertung des Immobilienbestands um gut ein Zehntel auf 2,6 Mill. Euro zu. Die Mieterlöse kletterten um 40 Prozent auf 6,9 Mill. Euro.
Quelle: HB
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