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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6457
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Verfasst am: 25.März 2007 10:45 Titel: Tip: Oft untersuchte Anlagevariante „Momentum-Strategie“ |
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„Simpler geht’s nimmer“, so ließe sich wohl auf den ersten Blick das beschreiben, was in Fachkreisen als „Momentum-Strategie“ bezeichnet wird. Denn die in der Wissenschaft so oft untersuchte Anlagevariante bedeutet bei Tageslicht betrachtet nichts anderes als: „Was in der Vergangenheit gut gelaufen ist, wird dies wohl auch in Zukunft tun.“
Dass die Umsetzung der Momentum-Strategie in die Praxis am Ende doch nicht so einfach ist, liegt an den weitreichenden Möglichkeiten der Ausgestaltung der im Prinzip simplen Grundidee. Die wichtigsten Fragen, die sich stellen: Innerhalb welchen Zeitraums wird aus welcher Grundgesamtheit gewählt, was sind die wesentlichen Faktoren für Aus- und Einstieg, und wie gelingt es am ehesten, Anomalien an den Märkten in profitable Handelsstrategien umzusetzen?
Die grundlegenden Erkenntnisse dazu hat Ende der sechziger Jahre der amerikanische Wissenschaftlicher Robert Levy mit seiner „Theorie der relativen Stärke“ herausgefunden. Er zählte bei 200 Aktien jeweils die Schlusskurse der letzten 26 Wochen zusammen, teilte diese durch 26, um anschließend den Durchschnittskurs zu erhalten. Anschließend teilte er den aktuellen Kurs durch den Durchschnittskurs. Eine Zahl größer als eins bedeutete ein Kaufsignal: „Diese Aktie hat sich im letzten halben Jahr überdurchschnittlich entwickelt, wegen des Herdentriebes an den Märkten wird sie das auch weiter tun“, lautete die Erkenntnis.
Über die Jahrzehnte hinweg führte die simple Theorie auffällig oft zum Erfolg. Dabei soll jedoch nicht unterschlagen werden, dass die Strategie in einigen Zeiträumen über Jahre hinweg nicht aufging. Beispielsweise dann, wenn es am Aktienmarkt zu einem rapiden Kurssturz kam. Dann litten meist die Werte besonders, die zuvor zu den besten gehörten, etwa Eon und MAN bei Kursturbulenzen vor zwei Wochen.
Für den Anleger gibt es im Wesentlichen drei Varianten, um auf die Momentum-Strategie zu setzen. Die erste und zugleich einfachste ist die Direktanlage in Aktien oder Fonds, die in der Vergangenheit die besten Renditen erzielt haben. Vorteil dabei: Wer hier per Computer und einfachem Tabellenkalkulationsprogramm die interessantesten Titel selbst aussucht, der spart nicht nur Geld für den Vermögensverwalter, er hat auch das Gefühl der Unabhängigkeit. Weiterer Vorteil: Wer auf die jüngsten Siegeraktien setzt, ist an Unternehmen beteiligt, deren Gewinnaussichten sich im letzten Jahr deutlich verbessert haben. Wesentliche Nachteile sind der hohe Zeitaufwand und die Gebühren, die bei Umschichtungen anfallen.
Nach Levys Theorie sollen Anleger die besten fünf bis sieben Prozent einer Rangliste von Aktien kaufen, aus den 30 Dax-Werten also die besten zwei der letzten sechs Monate. Sobald das geschehen ist, muss erstens überprüft werden, ob die beiden Aktien in den Folgewochen unter einen bestimmten Rang fallen. Bei Levy ist dies das letzte Drittel. Dann muss verkauft und mit dem Geld in neue Spitzenreiter investiert werden.
Die Theorie aus den sechziger Jahren gilt übrigens noch heute. Vor kurzem hat sie der Lehrstuhl des Mannheimer BWL-Professors Martin Weber in einer Studie bestätigt.
Nun mag es nicht wenige Anleger geben, die zwar Gefallen an diesem Anlagestil gefunden haben, denen die Rechnerei und der damit verbundene Zeitaufwand aber zu viel ist. Für sie haben die Produktentwickler der Banken als zweite mögliche Anlagevariante jede Menge Fonds und Zertifikate parat. Wesentlicher Unterschied: Während sich Zertifikate strikt nach der Momentum-Strategie richten, ist diese bei Fonds häufig nur ein Teil eines analytischen Gesamtansatzes.
Auch bei Zertifikaten ist die Auswahl groß – angesichts der vielen Indizes, die die Grundlage bilden. Besonders beliebt sind die großen, länderübergreifenden Indizes wie der MSCI World oder der Euro Stoxx 50. Wegen des großen Erfolges der Nebenwerte in den letzten Jahren gibt es jedoch auch hierfür Produkte wie das MDax Momentum Select Zertifikat der DZ Bank. Das setzt auf die 15 Gewinneraktien aus den 50 MDax-Werten.
Gerade bei Fonds zeigt die Momentum-Strategie große Erfolge. Mit dem Finter Fund European Equities und Invesco European Core waren im vergangenen Jahr zwei Fonds an der Spitze aller 323 europäischen Standardwertefonds, die sich unter anderem dieser Theorie bedienen. Eine Kursentwicklung von 35,74 Prozent schaffte Placido Albanese, Fondsmanager beim Schweizer Bankhaus Finter, bei Michael Fraikins Invesco-Fonds waren es 33,48 Prozent. Albanese erreichte dieses Ergebnis mit einem Mix aus Momentum-Strategie und der Auswertung von Fundamentaldaten aus den Unternehmen. Ähnlich geht Michael Fraikin vor: „Für jede Aktie des Anlageuniversums wird ein Attraktivitätswert anhand der vier Indikatoren Gewinnrevision, relative Stärke, Management-Verhalten und Bewertung ermittelt“, sagt er.
Dritte Variante der Momentum-Strategie ist deren mathematische Weiterentwicklung im Hinblick darauf, dass der Anleger rückwirkend von der besseren von zwei Anlageformen profitieren soll. Mit der so genannten „Best-of-two“-Strategie der Hamburger Conrad Hinrich Donner Bank kann der Anleger über geschickt miteinander gekoppelte Austauschoptionen während des Kalenderjahres rückwirkend in die bessere Anlageklasse investieren. Im Optimix-Fonds ging das bisher nur im Wechsel zwischen Aktien und Anleihen. Seit kurzem gibt es mit dem Devisen-Fonds auch die Möglichkeit, rückwirkend auf die jeweils bessere Strategie bei Euro- bzw. Dollar-Anlagen zu setzen.
Quelle: HB |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6457
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Verfasst am: 25.März 2007 11:56 Titel: |
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Fallstricke der "Momentum-Strategie"
Kurseinbrüche: Geht es an den Aktienmärkten wie vor drei Wochen rapide bergab, dann verstärkt die Momentum-Strategie in der Regel den Abwärtseffekt. Der Grund ist, dass in solchen Phasen besonders die Werte leiden, die vorher die beste Kursentwicklung gezeigt haben. Wer hier trotzdem die Momentum-Strategie anwendet, läuft Gefahr, „in ein fallendes Messer zu greifen“. Er kauft damit Aktien, die sich im freien Fall befinden.
Erklärungsansatz: Zwar erklärt die Mehrzahl der Wissenschaftler das Momentum-Phänomen mit dem Herdentrieb der Anleger. Die laufen stets einer erfolgreichen Entwicklung an den Märkten hinterher. Wissenschaftlich erwiesen ist dies jedoch nicht. So gesehen besteht auch die Gefahr einer Abschwächung dieses Effektes.
Massenphänomen: Die Momentum-Strategie lebt zwar vom Herdentrieb an den Börsen. Wenn dennoch zu viele Anleger darauf vertrauen, verliert die Strategie ihre Ausnahmestellung und damit auch die Chance der starken Kursentwicklung. Weil es unter Investoren jedoch eine Vielzahl von Anlagestilen gibt, ist diese Gefahr ziemlich gering.
Zeitaufwand: Wer als Anleger selbst zu rechnen beginnt, der hat dabei zwar das gute Gefühl, sein eigener Vermögensverwalter zu sein und so Geld zu sparen. Er muss sich jedoch auch darüber im Klaren sein, dass er dazu relativ viel Zeit investieren muss.
Gebühren: Bei der Anlage in Einzelwerten gilt, dass bei Umschichtungen Gebühren anfallen, die einen Teil des Gewinns auffressen. Fonds und Zertifikate verlangen allerdings auch ihren Obulus. Letztlich liegt es damit im Ermessen des Anlegers, zu welchem Modell er tendiert. Generell gilt: Der erfahrene Anleger wird wohl eher selbst rechnen, andere kaufen Fonds oder Zertifikate. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6457
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Verfasst am: 25.März 2007 12:02 Titel: |
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„Überrenditen lassen sich vor allem bei Nebenwerten erzielen“, sagt Martin Weber, Professor an der Universität Mannheim. Im Interview spricht er über Momentum-Strategien und erklärt, welchen Nutzen sie für Anleger haben.
Handelsblatt: Herr Weber, sind Momentum-Strategien auch aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll?
Martin Weber: Dass Momentum-Strategien tatsächlich eine Überrendite einbringen, haben die Wissenschaftler Narasimhan Jegadeesh und Sheridan Titman bereits Mitte der 90er-Jahre nachgewiesen. Am Anfang wurde diese Studie zwar noch skeptisch betrachtet, mittlerweile haben aber etliche andere Untersuchungen ebenfalls gezeigt, dass es den Effekt tatsächlich gibt – und zwar nicht nur an den amerikanischen Märkten.
Wie sicher sind denn derartige Erkenntnisse?
Kritiker werfen den Statistikern bei derartigen Untersuchungen ja häufig so genanntes „Data-Mining“ vor. Im Prinzip bedeutet dies, dass so lange nach entsprechenden Grunddaten gesucht wird, bis diese das gewünschte Ergebnis ergeben. Bei Momentum-Strategien sind die Kritiker inzwischen aber verstummt. Immerhin haben weitere Wissenschaftler den Effekt in den vergangenen Jahren für zahlreiche Märkte und verschiedenste Zeiträume ebenfalls nachgewiesen.
Also können auch am deutschen Aktienmarkt Momentum-Strategien erfolgreich sein?
Prinzipiell ja. Wir haben aber festgestellt, dass bei Dax-Werten mit diesem Ansatz keine Überrendite erzielt werden kann. Bei den so genannten Mid-Caps existiert der Effekt aber. Dies ist übrigens überall auf der Welt so.
Woher kommt denn dieser Unterschied?
Sobald ein Markt von vielen Analysten und Marktteilnehmern beobachtet wird, wird er effizienter. Für Momentum-Strategien ist das ein Nachteil. Generell gilt daher, dass sich Überrenditen vor allem bei Nebenwerten erzielen lassen. Zu klein darf die Marktkapitalisierung und vor allem der Börsenumsatz der Aktien jedoch auch nicht sein, da illiquide Werte kaum handelbar sind und sich Momentum-Strategien daher nicht so leicht in der Praxis umsetzen lassen.
Gibt es inzwischen eigentlich eine Erklärung für den Effekt?
Noch sind die Wissenschaftler nicht zu einer eindeutigen Erkenntnis gelangt. Während einige vor allem verhaltenstheoretische Ansätze verfolgen, sehen andere Forscher die Ursachen in dem Zusammenspiel zwischen unterschiedlichen Anlagetypen an den Märkten. Viel diskutiert wird auch noch darüber, ob sich der Effekt in Zukunft nicht abschwächen könnte. In den kommenden Jahren werden diese Fragen aber sicher beantwortet.
Können Anleger denn tatsächlich von einer derartigen Strategie profitieren?
Allzu große Hoffnungen sollte man sicher nicht wecken. Die Studien haben zwar gezeigt, dass Überrenditen von bis zu vier Prozent möglich sind. Dabei gilt jedoch, dass nicht nur die in der Vergangenheit besten Werte gekauft, sondern gleichzeitig die schlechtesten Titel leerverkauft werden. Da dies jedoch nicht immer möglich ist, können Privatanleger meistens nur mit einer Rendite rechnen, die ein oder zwei Prozent über dem Marktdurchschnitt liegt.
Trotzdem verfolgen aber auch etliche Fonds einen derartigen Ansatz ...
Prinzipiell ist das auch nicht verkehrt. Auch wenn sich eine Überrendite von ein oder zwei Prozent zunächst nicht nach besonders viel anhört, kommt über mehrere Jahre doch einiges zusammen. Zudem schneiden zahlreiche andere Fonds ja sogar schlechter ab als der Marktdurchschnitt – zumindest wenn die Gebühren in die Rechnung einbezogen werden. Meiner Meinung nach sollte ein optimaler Momentum-Fonds daher rein mathematischen Modellen folgen. Damit könnten dann gleichzeitig die Kosten für das Management deutlich reduziert werden.
Quelle: HB |
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