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Zinsen - Die Banken knausern beim Tagesgeld

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6461

BeitragVerfasst am: 10.Apr 2007 15:15    Titel: Zinsen - Die Banken knausern beim Tagesgeld Antworten mit Zitat

Die Europäische Zentralbank beglückt derzeit die Anleger mit Zinserhöhungen. Doch die Freude könnte noch größer sein: Denn die Kreditinstitute geben längst nicht als Zinsschritte an ihre Kunden weiter. Nur wenige Anbieter fallen positiv auf.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank entpuppt sich mehr und mehr als Liebling der Anleger. Seitdem sich Jean-Claude Trichet um die Geschicke der Geldpolitik in der Eurozone kümmert, wurden die Zinsen stetig angehoben – zuletzt Anfang März auf 3,75 Prozent. Damit befindet sich der Leitzins in der Eurozone auf dem höchsten Niveau seit 2001.

Doch auch wenn viele Kreditinstitute mit steigenden Zinsen für Erspartes werben: „Wenn in den vergangenen eineinhalb Jahren die Hälfte der EZB-Zinserhöhungen an die Kunden weiter gegeben wurden, ist das viel“, sagt Uwe Döhler, Projektleiter Geldanlage bei „Finanztest“.
Dass die Banken die Zinserhöhungen nur unzureichend an die Kunden weiter geben, bestätigt auch eine aktuelle Analyse der Finanzberatung FMH. Danach werfen Tagesgeld-Konten derzeit im Schnitt gerade einmal 2,65 Prozent an Zinsen ab – ganze 1,1 Prozentpunkte weniger als der aktuelle Leitzins.

Der Marktführer auf dem Tagesgeldmarkt – die ING-Diba – bietet trotz Leitzinserhöhung nach wie vor drei Prozent Zinsen. „Eine Erhöhung ist derzeit nicht geplant“, sagt ING-Diba-Sprecher Ulrich Ott.
Doch auf dem Tagesgeld-Markt tummeln sich inzwischen etliche Angebote, die mehr als drei Prozent versprechen.

So bietet etwa Driver & Bengsch derzeit auf dem Cash-Management-Konto 3,65 Prozent Zinsen und führt damit die Liste der Top-Anbieter auf dem Tagesgeld-Markt ohne besondere Haken und Ösen an.

Die in Quickborn ansässige Comdirect hob jüngst den Zinssatz für das „Tagesgeld plus“ auf 3,6 Prozent an. Diese üppige Zinskost gewährt der Finanzdienstleister jedoch lediglich bis Anlagesummen von 30.000 Euro. Für darüber hinaus gehende Beträge werden Anleger mit mageren 0,5 Prozent Zinsen abgespeist.

Anders bei der Daimler-Chrysler-Bank: Diese bietet Kunden, die ihr Tagesgeld-Konto ausschließlich online führen, 3,3 Prozent Zinsen – ganz gleich wie hoch die Anlagesumme ausfällt. Nur wer sein Tagesgeld-Konto nicht online führt, muss sich mit immerhin noch üppigen 3,2 Prozent Zinsen zufrieden geben.

Die Kunden der Haspa direkt, die derzeit 3,15 Prozent Zinsen auf das online geführte Tagesgeld-Konto erhalten, können sich ab dem 15. Mai über eine Zinserhöhung freuen: Ab diesem Zeitpunkt winken 3,3 Prozent Zinsen auf das Ersparte. „Anleger sollten sich derzeit beim Tagesgeld auf keinen Fall mit Zinsen unter drei Prozent zufrieden geben“, rät Döhler.
Deutlich mehr als drei Prozent werden derzeit jedoch nach wie vor lediglich Neukunden offeriert.

Oder aber der Anleger muss wie im Fall der Amsterdam Trade Bank, die derzeit vier Prozent Zinsen bietet, eine eingeschränkte Einlagensicherung in Kauf nehmen. „Sparer sollten pro Person auch keine höhere Summe bei den entsprechenden Banken anlegen“, warnt Petra Locher, Geldanlage-Expertin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Denn im Fall einer Pleite sind beispielsweise bei der DenizBank lediglich 20.000 Euro pro Person abgesichert.

Vorsicht ist auch bei Anlagen bei der Nürnberger Umweltbank geboten. Diese befindet sich als einziges deutsches Kreditinstitut nur in der einfachen Einlagensicherung. Anleger bekommen hier – wie im Fall der Reithinger Bank – bei einer Pleite des Instituts lediglich 90 Prozent ihrer Einlagen – maximal jedoch 20.000 Euro - erstattet.
„Andere, überdurchschnittlich verzinste Angebote sind zudem häufig an bestimmte Konditionen geknüpft“, sagt Geldanlage-Expertin Petra Locher.

So können sich lediglich Neukunden bei der Volkswagen-Bank direct oder aber bei der 1822 direkt über Zinsen von 3,6 Prozent freuen.

Und die Osteraktion mit üppigen Zinsen von 3,6 Prozent bei der DAB-Bank richtet sich ebenfalls an Neukunden. Dieses verspricht 3,6 Prozent Zinsen ab einer Mindestanlage von 1000 Euro und einer gleichzeitigen Depoteröffnung. Die 3,6 Prozent gibt es nur für Anlagesummen bis 10.000 Euro. Alles, was darüber hinausgeht, wird mit 2,7 Prozent verzinst.
In der bis 20. April gültigen Osteraktion gibt es zudem 100 Euro Startguthaben sowie einen Tankgutschein im Wert von 25 Euro.

Doch ganz gleich für welche Offerte man sich entscheidet: „Anleger sollten sich nicht längerfristig festlegen“, rät Geldanlage-Experte Döhler. Derzeit verlaufe die Zinskurve äußerst flach, so dass sich eine feste Bindung über einen längeren Zeitraum nicht rentiere. Wer sich hingegen lediglich für ein oder zwei Jahre binden möchte, für den lohnt es sich durchaus, die Offerten für Festgeld unter die Lupe zu nehmen.

So offeriert die Deutsche Bank derzeit für Anlagen zwischen 2500 und 100.000 Euro für einen Anlagezeitraum von einem Jahr vier Prozent Zinsen.

Die Dresdner Bank wartet bei ihrem Laufzeitkonto (Anlagezeitraum: ein Jahr) für Beträge zwischen 1000 und 250.000 Euro mit 4,1 Prozent Zinsen auf. Dieses Angebot gilt jedoch lediglich bis zum 30. April.

Wer sich jetzt noch nicht für ein passendes Angebot entscheiden kann, kann auch ein wenig abwarten: Das Gros der Finanzexperten geht davon aus, dass Trichet die Anleger im Juni mit einem weiteren Zinsschritt beglücken wird – dann auf vier Prozent.
Quelle: Welt
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6461

BeitragVerfasst am: 2.Jun 2008 8:11    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt Leute, die ärgern sich über Banken, die Neukunden bessere Konditionen geben als Stammkunden. Zumeist handelt es sich um Kunden, die keine Lust auf Zinshopperei haben, also von einer Bank zur anderen springen, um noch ein oder zwei Zehntel mehr an Zinsen herauszuholen.

Wenn diese nicht so kleine Zielgruppe dann noch ein möglichst einfaches Konto-Eröffnungsverfahren will, dann ist die Amsterdam Trade Bank (ATB) das richtige Geldhaus für sie.

Denn nach dem Start im Herbst 2006 hat die Bank aus Amsterdam die Zinsen fürs Tagesgeld nur dreimal auf nunmehr 4,40 Prozent angehoben. Das ist zwar nicht mehr der Top-Satz, doch liegt er immer noch unter den Top Ten. Beim Festgeld belegt die ATB mit 5,05 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit den zweiten Platz. Und bei den dreijährigen Anlagen, die die Amsterdamer auch Festgeld nennen, rangiert dieses Geldhaus mit 5,30 Prozent sogar Platz 1.

Neben den hohen Zinsen spricht auch die einfache Konteneröffnung für diese Bank.

Sie verlangt nicht das sonst übliche Post-Ident-Verfahren. Da man als Privatkunde für das Online-ATB-Tagesgeld-Konto ein Referenzkonto bei einer deutschen Bank angeben muss, an das man ja ohne Post-Ident-Verfahren auch nicht kommt, hat diese Direktbank darauf verzichtet.

Eine Einschränkung darf nicht unerwähnt bleiben: Pro Person sind 20.000 Euro Einlage zu 100 Prozent abgesichert. Die nächsten 20.000 Euro jedoch nur zu 90 Prozent.
Quelle: H.Biallo


Auch hier:
Tagesgeld wieder attraktiver
Einlagensicherung bei ausländischen Banken
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6461

BeitragVerfasst am: 6.Jul 2008 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Als erste Banken reagierten die deutsche Tochter der isländischen Kaupthing Bank sowie die Amsterdam Trade Bank auf die Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank vom Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte.

Der Marktneuling hob seine Festgeldzinsen um den gleichen Wert an, die Niederländer sogar um 0,10 Prozentpunkte mehr.

Unsere Zinsgarantie gilt auch nach der EZB-Leitzinserhöhung, deshalb geben wir die Erhöhung an unsere Kunden weiter ... [mehr]
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6461

BeitragVerfasst am: 11.Jul 2008 5:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Deutschen sparen viel, aber falsch. Sie verschenken Rendite, weil sie ihr Geld auf Sparbüchern schlummern lassen statt ertragreichere Anlageformen zu nutzen: Tages- oder Festgeld etwa.

Darauf hat in einer Studie die ING Diba hingewiesen, einst als Gewerkschaftsbank gegründet, dann von den der niederländischen ING übernommen und zu einer großen Direktbank ausgebaut.

Mehr als die Hälfte aller Sparer verschenke Geld: Auf Sparbüchern bekomme man derzeit - ohne Sonderkonditionen - im Schnitt 1,2 Prozent Zinsen. Natürlich ist mehr drin: Wer weiß, dass er sein Geld ein Jahr lang nicht braucht, der kann es auf ein Festgeldkonto legen. Dann bekomme er im Schnitt 4,0 Prozent Zinsen. Das mache bei einer Summe von 10 000 Euro schon einen Unterschied von 280 Euro aus.

Schön gerechnet. Noch schöner wäre es, wenn die Diba ihren Kunden auch mehr Zinsen gönnte.

Sie bezeichnet sich mit ihrem "Extra-Konto" als Marktführer im Tagesgeldbereich. Doch dort werden seit August vorigen Jahres 3,25 Prozent gezahlt. Bei anderen Produkten hat sie zwar die Zinsen erhöht, im Festgeldangebot soll "in nächster Zeit", so die Auskunft, der EZB-Schritt von 0,25-Prozentpunkten weitergegeben werden. Aber beim "Extra-Konto" sei "nichts geplant".

Warum nicht ? Wer Zinssätze anderer Institute kritisiert, sollte mit steigenden Zinsen gerade bei Produkten vorangehen, bei denen man Marktführer ist. Eine isländische Bank bietet 5,65 Prozent. Gründe, dass die ING Diba unter dem Renditedurchschnitt für Tagesgeld von 3,27 Prozent bleibt, gibt es nicht. Nur den, dass Marktführer sich nicht mehr anstrengen müssen.
Quelle: M.Braun
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