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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 21.Apr 2005 9:00 Titel: Betrüger Ralf Simon kehrte als Konsul zurück - in den Knast |
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Die Freiheit ohne schwedische Gardinen währte nur wenige Jahre: Seit einigen Jahren atmet der Osnabrücker Ralf Simon, der zweimal wegen Anlagebetrugs im großen Stil verurteilt wurde, wieder gesiebte Luft. Der 45-Jährige, der versicherte, er habe sich geändert, sitzt wegen Betrugsverdachts (und Fluchtgefahr) in Untersuchungshaft.
Über acht Jahre lang hatten die fast filmreifen Geschichten um den Anlagebetrüger die Osnabrücker Justiz beschäftigt und die Öffentlichkeit interessiert und zum Teil amüsiert. Der ungelernte Versicherungsvertreter wurde zuerst nach Verbüßung seiner zweiten Haftstrafe entlassen und es wurde zunächst still um ihn. Bis sein Name wieder die Runde machte. Fluggesellschaften aus Frankfurt, Rechtsanwälte, Steuerberater, Banken und Privatleute begannen, sich für sein Vorleben zu interessieren, während Ralf Simon ins Rampenlicht der Öffentlichkeit trat. Er zeigte einen liberianischen Pass vor, bezeichnete sich als Sonderbeauftragter des schwarzafrikanischen Landes, nannte sich Konsul und Diplomat. Seine teuren Wagen zierten Diplomatenkennzeichen, und er ließ sich stets von einem bewaffneten Leibwächter begleiten.
Seinen Wohnsitz hatte er mittlerweile ins Oldenburgische Neuenkirchen verlegt. Dort schienen ihm nicht alle Nachbarn zu trauen - eine Kirchengemeinde soll eine großzügige Spende von Simon zurückgewiesen haben; andere recherchierten in seiner Vergangenheit. Geschäftspartner aus Frankfurt, wo Simon eine Charterfirma gründete, erbaten Kopien der früheren Gerichtsberichte. „Es gilt die Unschuldsvermutung. Aber Herr Simon sagt, er besitze eine Bank in Liberia und versucht, Investoren zu finden, denen er hohe Gewinne verspricht“, berichteten die Inhaber einer Frankfurter Cargo-Firma.
Die Zweifel an Ralf Simon schienen zu wachsen. Er versicherte zwar, dass DAS was er früher gemacht habe, ist alter Mist. Er habe sich geändert und sei nun liberianischer Staatsbürger und von dem Land mit dem Aufbau der Telekommunikation beauftragt. Sogar der Bundesgrenzschutz nutze die Dienste seiner neuen Cargo-Gesellschaft und habe ihn mit der Abschiebung von Asylbewerbern beauftragt.
Einen weiteren großen Auftritt hatte der 45-Jährige während der Expo in Hannover, die er in Begleitung von zwei liberianischen Ministern besuchte. Dabei suchte er Kapitalgeber, die sich am Wiederaufbau des liberianischen Fernsehens beteiligen wollen. Und genau aus dieser Ecke kamen die Anzeigen gegen Ralf Simon. Nach Angaben der Zentralstelle für Wirtschaftskriminalität bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg hat eine Hannoveraner Ingenieursgesellschaft den Ex-Osnabrücker bezichtigt, sie um 250000 geprellt zu haben. Die Gesellschaft hatte mit der Zahlung des Geldes die Hoffung auf liberianische Regierungsaufträge verbunden. Simon soll das Konto geplündert haben, um damit seine Fluglinie nach Monrovia zu finanzieren.
Es kam wie es kommen musste, Ralf Simon wurde in einem Oldenburger Hotel festgenommen. Man prüfe, ob Simon auch erneut Privatanleger um Geld betrogen habe. Nach ersten Angaben soll er Anlegern hohe Renditen versprochen und versichert haben, das Geld sei treuhänderisch bei einem Rechtsanwalt hinterlegt. Der allerdings hat dem Vernehmen nach keine Zulassung mehr. „Wir wissen, dass Simon mehrfach versucht hat, sich der Justiz durch Flucht zu entziehen. Wir passen gut auf ihn auf“, versicherte die Oldenburger Staatsanwaltschaft.
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In Neuseeland war er Millionär
24 Jahre jung war Ralf Simon, als er 1986 zum ersten Mal in Osnabrück vor dem Kadi stand. Der smarte „Geschäftsmann“ mit den braunen Augen hatte Anlegern in seinen noblen Geschäftsräumen Traumzinsen versprochen - und die Gelder in die eigene Tasche gesteckt. Die Quittung: zweieinhalb Jahre Haft.
Nach seiner Entlassung machte er weiter, wo er aufgehört hatte. Doch als sich die Verdachtsmomente verdichteten und er festgenommen werden sollte, verschwand Ralf Simon. Über Mexico und Thailand ging es nach Neuseeland. Dort lebte Simon 1991 in einer Fünf-Millionen-Villa und man riss sich um den Mann, der ein Ferienzentrum plante. Bis die Bombe platzte, sein Vorleben bekannt wurde und die Neuseeländer den unerwünschten Kriminellen loswerden wollten.
Der Ausweisung versuchte er sich zu entziehen und legte einen (gefälschten) liberianischen Diplomatenpass vor. Simon flüchtete aus Neuseeland, kam über Tokio nach Malaysia - und wurde dort schließlich verhaftet und ausgeliefert.
Im August 1993 saß er schließlich im Untersuchungsgefängnis in Neumarkt, brachte sich selbst eine Verletzung bei und wurde ins Klinikum gebracht – um sodann unbehelligt durch eine zweite Tür des Behandlungsraumes herauszumarschieren. Diese Flucht dauerte allerdings nur drei Monate: Im Dezember 1993 wurde der Ausreißer in einem Strandhotel auf den Fitschi-Inseln verhaftet und ausgeliefert.
Im September 1994 verurteilte ihn die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Osnabrück zu fünf Jahren Haft: Simon hatte vor seiner Flucht Anleger um 2,4 Millionen DM betrogen. Wo das Geld geblieben war, konnte während des Prozesses nicht geklärt werden. Bis 1997 verbüßte der Anlagebetrüger seine Haftstrafe um nunmehr erneut ins Gefängnis zu gehen. |
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Elly * Consulter *
Anmeldungsdatum: 18.03.2004 Beiträge: 1180
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Verfasst am: 21.Apr 2005 9:27 Titel: Re: Betrüger Ralf Simon kehrte als Konsul zurück - in den Kn |
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Das ist interessant, jedoch meinen Informationen nach mehr als sehr überholt. Simon sitzt - meines Wissens nach - bereits zumindest seit Anfang letzten Jahres rechtskräftig wegen Betrug, Veruntreuung, etc. verurteilt, für etliche Jahre. Soviel mir bekannt ist, sollen es 6 1/2 Jahre sein, unbedingt, da Wiederholungstäter.
Weitere Informationen, welche direkt von einem von ihm Geschädigten stammen, zu Folge soll Ralf Simon wohl auf psychiatrisch behandelt werden. Er dürfte tatsächlich krankhaft schizophren sein.
Soweit bekannt, hat es auch seinen Anwalt, der offenbar in die Betrügereien von Ralf Simon verwickelt war, insoferne erwischt, als dass dieser zumindest seine Zulassung verloren hat.
Die von Ralf Simon ins Leben gerufene Fluggesellschaft, über welche er scheinbar 2 Boeings geleast hatte, ist zwischenzeitlich wohl ebenso wohl von Gläubigern und Staatsanwaltschaften aufgelöst, wie andere seiner Projekte auch. |
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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 22.Apr 2005 11:03 Titel: |
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| Zitat: |
| Er dürfte tatsächlich krankhaft schizophren sein. |
Wenn ich mal von den Haftstrafen absehe, dann hat der Kerl doch super gelebt. und genügend Menschen sind ihm auf den Leim gegangen. |
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MariBo Newbie
Anmeldungsdatum: 02.03.2004 Beiträge: 21
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Verfasst am: 22.Apr 2005 11:31 Titel: Super gelebt, genügend auf den Leim gegangen ? |
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Darüber kann ich nicht lachen. Wenn so etwas von einem Moderator eines "Schutzforums" kommt, naja, ich weiß´nicht.
Klingt so als beneiden Sie ihn darum. Kapitalanlagebetrüger gehören m.E. mit min. 10 Jahren bestraft, nicht mit maximal 5-6. |
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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 22.Apr 2005 12:59 Titel: |
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@ MariBo
Das ich mich von dieser oder anderer Art von Betrügereien absolut distanziere dürfte außer Frage stehen.
Mich wundert nur immer wieder wie lange Betrüger agieren können.
Ich teile Ihre Ansicht zu der Höhe der Haftstrafe, schlimmer jedoch ist der angerichtete materielle Schaden, kein Geschädigter wird jemals entschädigt werden.
Welche .......... Satzstellung erwarten Sie, wenn ein bischen Ironie oder Zynismus zu einem absolut hartem Thema nicht verstanden wird.
Sie sehen ein Smillies von mir ! !
Ronald |
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MariBo Newbie
Anmeldungsdatum: 02.03.2004 Beiträge: 21
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Verfasst am: 22.Apr 2005 14:58 Titel: Schon o.k. |
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habe Sie richtig verstanden und wollte Sie nicht beurteilen. Manches ist auch nur mit Ironie oder Sarkasmus zu ertragen. Ich bin nur etwas empfindlich da ich mich selbst in der Finanzdienstleistung bewege und es zum kotzen finde das anscheinend weit über 50 % aus unserer Branche, gleich ob aus Versicherung, Bank oder Beteiligung Abzocker sind und am Wohl des Anlegers kein Interesse zeigen sondern nur an möglichst hoher Provision.
Gehört nicht hier her, aber höre ich das Wort "keine Stornohaftung" oder "Höchstprovisionen" streuben sich mir die Nackenhaare. Andere scheinen nur solche Argumente zum Vertrieb irgendeines Produktes in Betracht zu ziehen.
Traurig, traurig |
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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 22.Apr 2005 16:23 Titel: |
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| Zitat: |
| Gehört nicht hier her, aber höre ich das Wort "keine Stornohaftung" oder "Höchstprovisionen" streuben sich mir die Nackenhaare... |
Doch - es gehört hier her, schließlich werden seriöse Finanzdienstleister in Mißkredit gebracht und der berühmte Finger zeigt immer auf die gesamte Branche. |
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beih14 Specialist
Anmeldungsdatum: 07.04.2004 Beiträge: 145 Wohnort: im deutschsprachigen Raum
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Verfasst am: 22.Apr 2005 20:10 Titel: |
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Zitat
Weitere Informationen, welche direkt von einem von ihm Geschädigten stammen, zu Folge soll Ralf Simon wohl auf psychiatrisch behandelt werden. Er dürfte tatsächlich krankhaft schizophren sein.
Hallo Elly das muss man den Nachbarn zugestehen, dass zumindest "Krankheit" nicht vor Strafe schützt.
Wenn bei uns in Öterreich einer der schon eine lange Liste an Betrügereien hat, dann auf krank setzt,
kann es sein dass so ein Miststück nicht in eine psychatrische Anstalt kommt weil er nicht rechtskräftig verurteilt ist, aber auch nicht verurteilt wird weil er krank ist.
Er gibt da in Linz einen Rechtsanwalt der mit einem Neurologen befreundet ist und dann noch einen Staatsanwalt der sich vielleicht überzeugen lässt einen § einzusetzen...
Wenn die Sache nicht so traurig wäre, müsste man meinen, der Ralf Simon hat schon Pech nicht in Österreich zu sein, da bekäme er vielleicht sogar einen roten Teppich. |
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