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Bilanzskandale - USA

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Spiritus Rector
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Anmeldungsdatum: 12.12.2003
Beiträge: 1126
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 16.Nov 2005 8:24    Titel: Bilanzskandale - USA Antworten mit Zitat

Die Serie der Bilanz- und Betrugsskandale in US-Unternehmen hatte einen neuen Höhepunkt erreicht. Sie begann im Dezember mit der Pleite des Energiehandelsgiganten Enron und gipfelte im Insolvenzantrag des Telefonriesen WorldCom und seiner aktiven US-Tochterfirmen.

WORLDCOM

Der zweitgrößte US-Anbieter von Ferngesprächen hat durch Falschbuchungen in Höhe von 3,85 Milliarden Dollar seit Anfang vergangenen Jahres Verluste in Gewinne verwandelt. Der gewaltige Bilanzbetrug erschüttert im Juni weltweit die Börsen. Mit Schulden von mehr als 30 Milliarden Dollar ist der WorldCom-Konkurs die größte Firmenpleite der US-Geschichte. Er übertrifft sogar das Insolvenzverfahren des Energiehändlers Enron.

ENRON

Der größte Energiehändler der Welt versteckte über Jahre Milliarden-Verbindlichkeiten bei Partnerfirmen. Im Dezember bricht die undurchschaubare Konstruktion zusammen. Das siebtgrößte US- Unternehmen beantragt Gläubigerschutz. Die Schulden belaufen sich auf mehr als 30 Milliarden Dollar. Der Wirtschaftsprüfer Andersen steht im Verdacht, belastendes Material vernichtet zu haben.

GLOBAL CROSSING

Die Telekomgesellschaft soll die Umsätze durch Austausch von Kapazitäten mit anderen Telekomfirmen künstlich gesteigert haben.

MERRILL LYNCH

Die größte US-Brokerfirma zahlt im Rahmen eines Vergleichs mit dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer 100 Millionen Dollar. Einige Analysten hatten Aktien hausintern negativ bewertet und sie dann den Kunden trotzdem empfohlen.

TYCO

Der langjährige Chef des Mischkonzerns, Dennis Kozlowski, soll eine Million Dollar an Steuern hinterzogen haben. Er tritt zurück. Es hatte wiederholt Gerüchte über angebliche Bilanzunregelmäßigkeiten bei Tyco gegeben, die allerdings stets unbestätigt blieben.

IMCLONE

Der ehemalige Chef des Biotechnologieunternehmens Samuel Waksal wird im Juni wegen Verdachts auf Insiderhandel festgenommen. Er soll Unternehmensaktien aus seinem Besitz verkauft haben, weil er vor der offiziellen Bekanntgabe wusste, dass ein Krebsmedikament von ImClone keine Zulassung erhalten werde. Die Aktie war nach der Ablehnung drastisch gefallen.

XEROX

Der Kopiergeräte-Spezialist soll die Umsätze von 1997 bis 2001 um sechs Milliarden Dollar aufgebläht haben, wird im Juni bekannt. Dabei handelt es sich offenbar um vorgezogene Buchungen aus längerfristigen Leasingvereinbarungen.

ADELPHIA

Der Kabelfernsehriese landet beim Konkursrichter. Das Unternehmen geriet in Schwierigkeiten, nachdem bekannt wurde, dass es Kreditgarantien in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar für Familienmitglieder des Konzernchefs John Rigas vergeben hatte. Rigas tritt nach 50 Jahren an der Adelphia-Spitze zurück.

MERCK

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. soll in den vergangenen drei Jahren 12,4 Milliarden Dollar Einnahmen seiner Tochterfirma Medco als Umsätze verbucht haben, obwohl die Gelder nie eingenommen wurden.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5913

BeitragVerfasst am: 12.Jul 2006 5:51    Titel: Britische Banker werden ausgeliefert Antworten mit Zitat

Drei britische Banker werden wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Betrugsskandal beim US-Pleitekonzern Enron in die Vereinigten Staaten ausgeliefert.
Wie ihr Anwalt am Montag abend in London mitteilte, sollen seine Mandanten am Donnerstag mit einem Flugzeug in das texanische Houston gebracht werden, wo sie ein Prozeß erwartet.

Den Bankern David Bermingham, Gary Mulgrew und Giles Darby von NatWest wird angelastet, den Anteil ihrer Bank an einer Firma auf den Cayman-Inseln weit unter Wert an den Energiekonzern Enron verkauft zu haben.
Der Umfang des Betrugs wird von der US-Staatsanwaltschaft auf 19 Millionen Dollar beziffert. Die Banker bestreiten ihre Schuld und versuchten bis zuletzt vergeblich, ihre Auslieferung an die US-Behörden zu verhindern.
Enron war im Dezember 2001 in Konkurs gegangen. Zuvor war ans Licht gekommen, daß das Unternehmen in seinen Bilanzen über Jahre hinweg Schulden in Höhe von schätzungsweise 40 Milliarden Dollar verschleiert hatte.

(AFP/jW)
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MCD
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 06.12.2004
Beiträge: 274

BeitragVerfasst am: 12.Jul 2006 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

sorry, aber das sind doch alles peanuts.
was ist denn mit den bisher nicht veröffentlichten pensionsforderungen der ehemaligen postbeamten? es soll sich dabei um ein volumen in höhe eines bundeshaushaltes handeln...

und eine weitere pressemitteilung spricht von einem loch von 7 billionen..., sofern die gesundheitsreform nicht richtig durchgezogen wird.
siehe auch bei t-online: Lücke von sieben Billionen
Raffelhüschen: Künftige Generationen müssen eine Riesenlast stemmen.

was sind da schon die "lächerlichen" milliarden beträge von enron oder worldcom...

viele grüsse

mcd
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5913

BeitragVerfasst am: 19.Okt 2006 6:14    Titel: Antworten mit Zitat

Enron

Kenneth Lay, der frühere Chef des bankrotten US-Energieriesen Enron, erlag zwar bereits am 5.Juli dieses Jahres einem Herzinfarkt, doch der texanische Bezirksrichter Sim Lake erweckte ihn am Dienstag (Ortszeit) in Houston noch einmal zum Leben.
Er annullierte sein Urteil vom 25.Mai, in dem Lay der Betruges, der Bilanzfälschung und der Verschwörung schuldig gesprochen wurde.

Zusammen mit anderen Top-Managern der Firma hatte sich Lay führend an der Verschleierung eines riesigen Schuldenberges des Konzerns beteiligt, was schließlich 2001 zur bis dahin größten Firmenpleite der Wirtschaftsgeschichte führte, die Tausenden Beschäftigen Job und Altersvorsorge kostete.
Für die entstandenen Schäden, ca. 40 Milliarden Dollar, hätte Lay nach der Verurteilung auch mit seinem ansehnlichen Privatvermögen einstehen müssen. Zudem drohten ihm bis zu 165 Jahre Haft. Das Strafmaß sollte am kommenden Montag verkündet werden.

Doch sein fristgerechter Tod verschonte seine Erben vor diesem deutlichen finanziellen Einschnitt. Da Lay keine Chance auf eine Berufungsverhandlung gehabt habe, sei das Urteil zu annullieren, entschied Richter Lake nach einer entsprechenden Klage der Fami­lienanwälte. Damit sei auch die aus dem Urteil abzuleitende Haftungsverpflichtung erloschen.

Diesen Wink mit dem Sargnagel sollte sich Lays Kompagnon Jeffrey Skilling, der gemeinsam mit Lay verurteilt wurde, zu Herzen nehmen. Da nach einer Verkündigung des Strafmaßes die Rechtslage etwas anders wäre, hat er also noch rund 100 Stunden Zeit, seine Familie vor herben Vermögensverlusten zu schützen. Zumal für den gläubigen Christen, der seine Verurteilung im Mai mit den Worten »Gott hat noch etwas anderes vor« kommentierte, der Aufenthalt in himmlischen Gefilden bestimmt atraktiver ist, als 165 Jahre Haft.
(balc)
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5913

BeitragVerfasst am: 24.Okt 2006 5:54    Titel: Antworten mit Zitat

Über die Schuld des ehemaligen Enron-Chefs Jeffrey Skilling bei der Milliardenpleite des texanischen Energie-Konzerns haben die US-Richter schon im Mai geurteilt. Jetzt hat das Gericht das Strafmaß festgesetzt. Für 24 Jahre und vier Monate muss Skilling hinter Gitter.

Fünf Monate nach dem Schuldspruch setzte das Gericht in Houston am Montag das Strafmaß auf 292 Monate - 24 Jahre und vier Monate - fest. Eine Jury hatte Skilling und seinen Co-Chef Kenneth Lay Ende Mai wegen Verschwörung, Betrugs und Insider-Handels in 19 von 29 Anklagepunkten für schuldig befunden. Richter Simeon Lake hätte den 52-jährigen Skilling deshalb theoretisch bis zu 185 Jahre hinter Gitter schicken können.

Der 52-Jährige muss außerdem Schadenersatz in Höhe von rund 45 Mill. Dollar (36 Mill. Euro) zahlen.

Richter Lake lehnte den Antrag Skillings ab, gegen Zahlung einer Kaution zunächst auf freiem Fuß zu bleiben. Er bewilligte ihm aber, sich bis zum Antritt der Haftstrafe im eigenen Hause aufhalten zu können, wobei Skilling eine elektronische Fußfessel tragen muss. Lake empfahl der Justizverwaltung, Skilling in das Gefängnis in Butner, North Carolina, einzuweisen. Bei guter Führung kann der Straftäter 54 Tage für jedes Jahr seiner Haft erlassen bekommen. Außerdem kann er ein Jahr Haftverschonung erhalten, wenn er sich erfolgreich einer beratenden Therapie wegen Alkoholkonsums und psychischer Probleme unterzieht.

„Seine Verbrechen haben hunderte, wenn nicht tausende zu einer lebenslangen Strafe der Armut verurteilt“, sagte der Richter. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen Scheingeschäfte, mit denen ein überhöhter Konzerngewinn ausgewiesen wurde. Die Insolvenz von Enron im Jahr 2001 war eine der größten Pleiten in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte. Tausende wurden arbeitslos, die Wall Street musste Milliardenverluste an Vermögenswerten hinnehmen. Anleger mussten mit ansehen, wie ihre Enron-Aktien von einstmals fast 90 Dollar bis auf wenige Cent abstürzten. Das Energieunternehmen zählte einst zu den zehn größten Konzernen der USA und beschäftigte weltweit 20 000 Mitarbeiter.

Vor einem Monat war der frühere Enron-Finanzchef Andrew Fastow wegen Betrugs zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die relativ milde Strafe begründete das Gericht mit Fastows Zusammenarbeit mit den Ermittlern und seiner sichtlichen Reue auch gegenüber Geschädigten. Im Hauptprozess gegen Skilling und Lay war er als Kronzeuge der Anklage aufgetreten.

Vor dem Gerichtsgebäude kündigte Skilling an, er werde Berufung einlegen. Der gegen ihn verhängte Schuldspruch erstreckt sich auf 19 Fälle von Betrug, Verschwörung, Insider-Handel und falscher Angaben gegenüber den Rechnungsprüfern; freigesprochen wurde er in neun Anklagepunkten des Insider-Handels. Eine höhere Strafe in einem Wirtschaftsdelikt erhielt zuletzt nur WorldCom-Vorstandschef Bernard Ebbers, der wegen seiner Beteiligung an Bilanzbetrug zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde.
(HB)
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