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Verbraucheranwalt .

Anmeldungsdatum: 22.06.2004 Beiträge: 221 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 13.Okt 2006 7:51 Titel: Dr. Kloiber, Evantus und die BKS GmbH |
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Dr. Frankenstein, Dr. Caligari, Dr. Mabuse. - Bekannt, verehrt und und von Angsthasen gefürchtet. Das Kabinett dieser exzellenten Akademiker ist um einen ranghohen Wissenschaftler reicher. Sein Name ist Dr. Kloiber. Pünktlich zum Anfang des neuen Jahrtausends kam dieser Mann auf eine fantastische, geradezu revolutionäre Idee, durch die ein Menschheitstraum in Erfüllung gehen sollte: Die wundersame Geldvermehrung. - Kann Dr. Kloiber Gold oder Diamanten herstellen? Züchtet er Dukatenesel in geheimen Genlaboratorien? Weit gefehlt. Er erfand das „Bankinvest“.
Herrn Dr. Kloiber war bekannt, dass fast die gesamte Bevölkerung gerne Darlehen aufnimmt, wenn diese fast ohne Sicherheiten ausgezahlt werden. So gründete er zusammen mit anderen die Evantus GmbH, um Darlehen zu vergeben. Die Evantus arbeitete mit der Firma BKS Geld- und Werttransport GmbH zusammen und schloss mit dieser einen Kooperationsvertrag. Die Gesellschaft für Informationsmanagement (GFI) und andere durften das fantastische Darlehensmodell der kreditsuchenden Bevölkerung näherbringen. Finanzmakler wie Mario Weiß und Melanie Woscidlo (mittlerweile vom LG Berlin am 09.02.2006 unter dem AZ 8 O 139/05 zum Schadensersatz verurteilt) machten ahnungslosen Darlehenssuchenden das Modell schmackhaft:
Das Rechenbeispiel las sich wie folgt: Der Darlehensnehmer suchte einen günstigen Kredit, zum Beispiel über 150.000 EUR. Um diesen zu erlangen, sollte der Darlehnssuchende zunächst einmal 10% der Darlehnssumme an die Evantus oder die BKS auszahlen. Die hier fälligen 15.000,00 Euro sollten als so genanntes Bankinvest für zwölf Jahre festgelegt werden. Nach Fälligkeit des Darlehens sollte nach zwölf Jahren allein durch das gut laufende Bankinvestment das Darlehen zurückgezahlt werden. Was genau sich hinter dem Begriff Bankinvest verbirgt, wurde dem Darlehnssuchenden nicht mitgeteilt. Allerdings sollten Traumrediten um die 18 % erreicht werden.
Das Eigenkapital sollte vor Darlehensgewährung an das Unternehmen Evantus oder an die Firma BKS ausgezahlt werden. Für die BKS konnte sogar Bundespräsident Dr. von Weizäcker als Werbeträger motiviert werden. Das Unternehmen galt daher als grundsolide. Bei der Einzahlung an die BKS oder auch an Evantus erhielten die Anleger ein Dokument in englischer Sprache, das mit Safekeeping Recipe (SKR) überschrieben war. Dieses garantierte, dass die BKS das eingezahlte Geld für 50 Tage verwahren würde. Eine Auszahlung sollte nur bei schriftlicher Anweisung und Vorlage der Original-Einlagebestätigung erfolgen.
Nachdem die von Evantus oder deren Vermittlern versprochenen Darlehn nicht zur Auszahlung gelangten, nahmen etliche Anleger die BKS auf Rückzahlung ihrer Einlage in Anspruch. Das Unternehmen stellte daraufhin selbst Insolvenzantrag, welcher am 16.12.2004 durch Beschluss des Amtsgericht Memmingen (AZ 1 IN 310/04) angenommen wurde. Hintergrund des Insolvenzantrages war die Tatsache, dass die BKS die eingenommenen Gelder mittlerweile an die Evantus weitergeleitet hatte. Für die Rückforderungen der enttäuschten Anleger stand daher nichts mehr zur Verfügung.
Der Drahtzieher Dr. Kloiber befindet sich mittlerweile zum Aktenzeichen 430 Js 43417/04 in Untersuchungshaft. Der Finanzmakler Weiß, der das betrügerische Geschäftsmodell nach seinen Aussagen gutgläubig gegen Provision weitervermittelt hat, wurde vom Berliner Kammergericht in zweiter Instanz (AZ16 U 18/06) zum Schadensersatz verurteilt. Das Landgericht Memmingen hat in zwei Urteilen (3 O 2483/04 vom 21.04.2006) und (3 O 506/05 vom 15.03.2006) den Geschäftsführer der BKS und den Gerling Konzern als Versicherungsunternehmen der BKS zum Schadenersatz in Höhe von insgesamt 890.736,00 EUR verurteilt. Im Urteil vom 21.04.2006 wurde auch die BKS selbst als Gesamtschuldner mit verurteilt, was allerdings bei einer insolventen Gesellschaft nicht allzu großen Nutzen hatte.
Das ist die Geschichte von Dr. Kloiber, dem Erfinder des Bankinvest. Und wenn er nicht gestorben ist, dann forscht er wohl noch heute. _________________ RAe Dr. Thomas Schulte & Kollegen
Kurfürstendamm 42
10719 Berlin (Charlottenburg)
E-Mail: Dr.Schulte@dr-schulte.de
Webseite: http://www.dr-schulte.de |
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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 13.Okt 2006 7:59 Titel: |
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| Dat Ding ist so alt, der ist sogar in Teheran schon wieder aus der "Bartwickelmaschine" raus! |
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Struckischreck * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.04.2005 Beiträge: 1975 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 13.Okt 2006 10:10 Titel: |
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@Spiritus Rector,
aaaber, wie man sieht, funktioniert es immer noch und immer wieder. Neuer Name, neues Konzept und ab geht die Post. Es gibt nichts, wofür Kreditsuchende nicht bereit sind, ihre letzten Cent zusammen zu kratzen, um sie einem Kreditvermittler als irgendwie getarnte Vorkosten in den Rachen zu schmeissen.
Struckischreck |
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Verbraucheranwalt .

Anmeldungsdatum: 22.06.2004 Beiträge: 221 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 17.Okt 2006 12:48 Titel: Finanzvermittler verurteilt durch das Kammergericht |
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Dr. Kloiber ist hundert Jahre alt; das Urteil gegen einen Vermittler kam aber erst heute per Post, dieser haftet auf den vollständigen Schaden der Dr. Kloiber Geschichte. Die Angelegenheit bereite ich ordentlich auf, damit die Geschichte rund wird..... und berichte dann erneut. _________________ RAe Dr. Thomas Schulte & Kollegen
Kurfürstendamm 42
10719 Berlin (Charlottenburg)
E-Mail: Dr.Schulte@dr-schulte.de
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Verbraucheranwalt .

Anmeldungsdatum: 22.06.2004 Beiträge: 221 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 20.Okt 2006 11:46 Titel: Dr. Kloiber und die Schadensersatzurteile |
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Wie angekündigt, berichte ich noch ausführlicher über die von uns erwirkten bzw. vorliegenden Urteile:
Vor dem LG Berlin haben wir gegen die Berliner Finanzmakler ein Urteil auf Rückzahlung des vereinnahmten Eigenkapitals erwirkt, weil sich die Berater an dem System beteiligt hatten (Urteil 8 O 139/05). Einer der Beklagten wollte sich damit nicht zufrieden geben und ging in Berufung. In der zweiten Instanz äußerte sich das Kammergericht wie folgt:
"Die Pflichtverletzung war die Vermittlung des Kreditangebots, das ersichtlich unsinnig und unseriös ist. Eine derartige "Vertragskonstruktion" spricht schon auf den ersten Blick für einen Betrugsversuch. Eine derartige Konstruktion, bei der die Begriffe und Zusammenhänge derartig durcheinander geraten, dient typischerweise dazu, unsinnige und betrügerische Verträge zu verschleiern. Ein Kredit- oder Anlagevermittler darf so einen Unsinn einem Kunden nicht anbieten und vermitteln."
Uns liegen ferner zwei Urteile des LG Memmingen vor, die die weiteren Hintergründe des "Eigenkapitalnachweises" bei der BKS beleuchten. In beiden Entscheidungen (3 O 2483/04 vom 21.4.2006 und 3 O 506/05 vom 15.3.2006) waren der BKS von den Klägern erhebliche Bargeldbestände anvertraut worden. Diese wurden trotz eines anderweit lautenden Schuldscheins an die Firma Evantus weitergeleitet. Das Gericht sah darin eine Untreue des BKS-Geschäftsführers nach § 266 StGB und verurteilte ihn zum Schadensersatz. Der Gerling-Konzern als Wertversicherer der BKS wurde als Gesamtschuldner mitverurteilt.
Die StA ermittelt unter dem Aktenzeichen 430 Js 43417/04 weiterhin gegen Dr. Kloiber. Dass er sich in Untersuchungshaft befinde, hatten wir fälschlicherweise mitgeteilt. Dies entspricht leider nicht den Tatsachen: Dr. Kloiber ist weiterhin auf freiem Fuß und es wird immer noch nach ihm gefahndet. _________________ RAe Dr. Thomas Schulte & Kollegen
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