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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1123 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 5.Feb 2008 7:23 Titel: Italienische Polizei verhaftet Zürcher Devisenhändler |
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Die Mailänder Justiz hat Italo-Schweizer verhaftet, die für die kalabresische Mafia Millionen gewaschen haben sollen. Dabei kamen mutmasslich rund 1700 Schweizer Anleger zu Schaden.
Salvatore Paulangelo und Alfonso Zoccola sind in der Schweiz keine Unbekannten. Mit den Firmen World Financial Services und PP Finanz machten die heute 44- und 39-jährigen Devisenhändler 2003 und 2004 Schlagzeilen. Rund 1700 Anleger sollen zwischen 80 und 100 Millionen Franken verloren haben, als die beiden Firmen im Oktober 2003 Konkurs gingen, ohne dass irgendwelche Aktiven zum Vorschein gekommen wären.
Nun hat die Mailänder Staatsanwaltschaft gemäss italienischen Nachrichtenagenturen neun Haftbefehle wegen Geldwäscherei ausgesprochen. Sie richten sich gegen mutmassliche Mitglieder der kalabresischen Mafia, der ’Ndrangheta, und ihre Helfershelfer. Sie sollen Einkünfte aus dem Geschäft mit Drogen und Waffen über die Schweiz reingewaschen haben. Jahrelang haben deshalb italienische und schweizerische Polizisten und Staatsanwälte gemeinsam ermittelt. Nach Einschätzung eines italienischen Untersuchungsrichters ist der Fall komplexer und umfangreicher als die meisten bisher bekannten Geldwäschereiverfahren.
Paulangelo flüchtete nach Sardinien
Die Haftbefehle betreffen unter anderem Paulangelo und Zoccola, die beiden Hauptakteure beim vermuteten Anlagebetrug in der Schweiz.
Die Zürcher Justiz hatte 2004 wegen Betrugs in der Höhe von 80 bis 100 Millionen Franken gegen den flüchtigen Devisenhändler Paulangelo ermittelt. Um den Schweizer Untersuchungsbehörden zu entgehen, flüchtete der ursprünglich aus Apulien stammende Paulangelo im Sommer 2003 nach Sardinien. Dort kann der Automechaniker, der zum Devisenhändler aufgestiegen war, sich sicher fühlen: Wie die Schweiz auch, liefert Italien eigene Staatsangehörige nicht aus. Immerhin fanden die Carabinieri Anfang 2005 laut dem Haftbefehl gegen einen anderen Angeklagten bei einer Untersuchung von Paulangelos Haus in der Nähe von Olbia eine nicht angemeldete Waffe, worauf der Flüchtige kurz inhaftiert wurde.
Zoccola wurde im August 2004 in der Schweiz wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei und Beteiligung an einer kriminellen Organisation verhaftet. Er war ein enger Mitarbeiter von Paulangelo. Nach der Verhaftung AS er lange in Untersuchungshaft; danach durfte er das Land nicht verlassen. Vom letzten Freitag bis heute Montag hatte er laut der Agentur Apcom eine Bewilligung erhalten, um in Neapel Verwandte zu besuchen. Die italienische Polizei legte ihm sofort nach der Ankunft am Flughafen Handschellen an.
Die Zürcher Bezirksanwaltschaft und das eidgenössische Untersuchungsrichteramt in Bern hatten im Oktober 2006 die italienischen Behörden gebeten, die Strafverfolgung von Paulangelo, Zoccola und einem weiteren Italo-Schweizer zu übernehmen. Das Justizministerium in Rom willigte ein und beauftragte die Staatsanwaltschaft in Mailand damit.
Laut Haftbefehl des Mailänder Untersuchungsrichters sollen die Angeklagten ein Gestrüpp von Finanz- und Offshoregesellschaften auf die Beine gestellt haben, die unter anderem Immobilieninvestitionen in Sardinien, Spanien und in der Schweiz tätigten. Einziges Ziel: Reinwaschen der Gelder, die der Clan der Familie Ferrazzo aus dem Dorf Mesoraca in den kalabresischen Bergen mit Drogen und Waffen gemacht hatte.
Waschmaschinen der Mafia in Zürich
Eine zentrale Rolle hatten dabei die Zürcher World Financial Services und die PP Finanz mit Sitz in Berikon AG. Laut den Untersuchungsbehörden zeichneten sich die beiden miteinander verbundenen Firmen durch «eine grosse buchhalterische Unordnung» aus.
Um sich den Anschein einer normalen Anlagefirma zu geben, hatten diese tatsächlich Millionen von Franken bei Schweizer Anlegern eingesammelt, um damit in London Devisengeschäfte zu tätigen. Doch Hauptzweck der Gesellschaften war die Geldwäsche: Laut Haftbefehl sollen allein aus dem Drogenhandel 1,2 Millionen Dollar pro Woche in Zürich gewaschen worden sein. Laut Aussagen einer früheren Angestellten flogen Paulangelo und andere Mitarbeiter der World Financial Services regelmässig nach Kalabrien und kehrten mit Koffern voller Bargeld zurück. Dieses wurde jeweils im Tresor eingeschlossen und nicht ordentlich verbucht. Einige «Kunden» seien zu später Stunde auch mit einer Pistole unter der Jacke im Büro aufgetaucht.
Bereits 2003 hatte die Zürcher Bezirksanwaltschaft die italienischen Kollegen darüber informiert, dass die drei Italo-Schweizer aus der World Financial Services und der PP Finanz Gelder von Anlegern in die eigene Tasche abgezweigt hatten. Insgesamt sollen so 14,81 Millionen Franken auf eigene Konten oder solche von Firmen, welche die drei besassen, umgeleitet worden sein.
Wie Zoccola wurde am Freitag in Mailand auch der bekannte Anwalt Giuseppe Melzi bereits verhaftet. Er hatte in den 1980er-Jahren die Interessen der Kleinsparer nach dem Zusammenbruch des Banco Ambrosiano vertreten. Er gab sich als Treuhänder einer wohlhabenden italienischen Familie aus und diente der Mafia-Organisation als unverdächtige Adresse, um in der Mailänder Finanzwelt Auffangfirmen für diverse Gelder zu gründen. So sollen Mittel aus den beiden Schweizer Firmen über Offshorefirmen auf den britischen Jungferninseln in der Karibik nach Mailand abgezogen worden sein, nachdem das Pflaster in Zürich zu heiss geworden war. Wo diese Gelder heute sind, wissen die Untersuchungsbehörden nicht.
Uster-Clan hatte Kontakt zu Zoccola
Die Affäre um die Zürcher Devisenhandelsfirmen weist enge Bezüge zu einem anderen Verfahren auf, das die Bundesanwaltschaft und das eidgenössische Untersuchungsrichteramt in der Schweiz gegen das organisierte Verbrechen führen. Auch hier geht es um mutmassliche Mitglieder des Mesoraca-Clans aus Kalabrien. Der Hauptbeschuldigte, ein schweizerisch-italienischer Doppelbürger, war am 19. Juli 2004 in Uster zusammen mit weiteren Beschuldigten verhaftet worden. Ihm werden Mitgliedschaft und Unterstützung einer kriminellen Organisation, Drogenhandel, Geldwäscherei, Verstösse gegen das Waffengesetz, Angriff, Nötigung und Hehlerei vorgeworfen. Er ist wegen Drogenhandels vorbestraft.
Das Ermittlungsverfahren richtet sich insgesamt gegen rund 40 Beschuldigte. Der Hauptverdächtige AS fast drei Jahre in Untersuchungshaft und wurde erst im letzten Juli gegen eine Kaution von 50’000 Franken auf freien Fuss gesetzt. Er bestreitet alle Vorwürfe. Wegen diverser Beschwerden der Beschuldigten – der Hauptverdächtige verglich sein Haftregime mit Guantánamo – gibt es Dutzende von Urteilen des Bundesgerichts und des Bundesstrafgerichts.
Quelle: Tagesanzeiger |
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gator45 Specialist
Anmeldungsdatum: 27.06.2007 Beiträge: 61 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 6.Feb 2008 11:43 Titel: Paulangelo und Konsorten - Züricher Devisenhändler |
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Es geht weiter:
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04. Februar 2008, 22:23 – Von Christina Leutwyler
Mafia-Verdächtiger will Beizer werden
Fast drei Jahre lang AS er in Untersuchungshaft - unter anderem wegen des Verdachts, er gehöre zur kalabresischen Mafia. Jetzt will Fortunato A. in Zürich ein Restaurant eröffnen.
In den nächsten Wochen werde sein Mandant «in der Nähe des Kreises 4» ein Restaurant eröffnen. So erklärt der Tessiner Anwalt Tuto Rossi, weshalb der 51-jährige Fortunato A. als einziger Verwaltungsrat in eine Firma eingestiegen ist. Recherchen des TA haben ergeben, dass die Aktiengesellschaft Mitte Januar in Locarno gegründet wurde. Sie soll ihren Sitz demnächst nach Zürich verlegen.
Unklar ist, wem die mit 100'000 Franken Aktienkapital ausgestattete Firma gehört. Fortunato A.s gesamtes Vermögen sollte längst beschlagnahmt worden sein, denn er wird seit längerem verdächtigt, einer kriminellen Organisation anzugehören: der kalabresischen 'Ndrangheta. Er wurde im Sommer 2004 in Uster verhaftet. Nach knapp drei Jahren Untersuchungshaft kam er im Sommer 2007 wieder frei. Er musste aber eine Kaution von 50'000 Franken hinterlegen. Diesen Betrag hiess das Bundesstrafgericht gut, obwohl Fortunato A. geltend gemacht hatte, seine Familie könne nicht mehr als 20'000 Franken Kaution aufbringen. Zudem muss er sich zweimal pro Woche bei der Polizei melden.
Während Fortunato A., der früher schon Restaurants führte, wieder ins Gastrogewerbe einsteigen will, läuft die Strafuntersuchung gegen ihn und andere Verdächtige weiter. Es handle sich um einen «recht grossen Fall», sagt der zuständige eidgenössische Untersuchungsrichter Jacques Ducry. Er hofft, die Voruntersuchung, die er im vergangenen April von einem Kollegen übernommen hat, bis in einem halben Jahr abschliessen zu können. Sie betrifft rund 30 Verdächtige.
Drogenhandel, Geldwäscherei, Waffenhandel
Fortunato A. ist eine der zentralen Figuren in der Untersuchung, die seit Dezember 2002 läuft. Ihm werden nicht weniger als elf Delikte vorgeworfen: von der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation über Drogenhandel, Geldwäscherei, Waffenhandel, Wucher bis hin zur Urkundenfälschung. Von der Fülle der Vorwürfe wenig beeindruckt zeigt sich sein Anwalt. «Das Dossier ist schwach», sagt Tuto Rossi. Allerdings beschäftigt ihn der Straftatbestand der kriminellen Organisation. In der Schweiz gebe es noch kaum eine Rechtsprechung zur Frage, wann jemand einer kriminellen Organisation zugerechnet werde. «Man weiss nicht, ob ein simpler Kontakt genügt», sagt Rossi.
Fortunato A. stammt aus der süditalienischen Region Kalabrien, genauer aus dem Ort Mesoraca, wo in der ersten Hälfte der 90er-Jahre ein eigentlicher Mafiakrieg tobte. A. lebte zunächst im Tessin, bevor er in die Deutschschweiz zog und 1996 in Zürich eingebürgert wurde. Schon zwei Jahre später verurteilte ihn ein Geschworenengericht in Lugano zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten, namentlich wegen Kokainhandels.
Im Gefängnis lernte Fortunato A. den in den Schweiz aufgewachsenen Italiener Alfonso Zoccola kennen, der wegen eines Millionenbetrugs verurteilt worden war. Die beiden blieben auch nach der Entlassung aus dem Gefängnis in Kontakt. Sie sollen, so der Verdacht der italienischen und schweizerischen Ermittler, in der Region Zürich für einen 'Ndrangheta-Clan aus Mesoraca tätig gewesen sein. Zoccola wird insbesondere vorgeworfen, zusammen mit anderen Verdächtigten über die World Financial Services in Zürich Geld gewaschen zu haben. Er hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Haftbefehl wirft Fragen auf
Ein Haftbefehl gegen eine dritte Person, der in Italien publik geworden ist, wirft nun die Frage auf, welche Rolle Fortunato A. im Zürcher Gastgewerbe spielen wollte oder spielt. Gemäss diesen Informationen hatten sich A. und Zoccola «für den Kauf von Restaurants in Zürich und Umgebung» interessiert. Besitzer von Restaurants, Pizzerias und Nachtlokalen hätten Fortunato A. oft angerufen, um seinen Rat einzuholen, bevor sie Investitionen getätigt hätten. Es sei nicht auszuschliessen, dass er als verdeckter Teilhaber oder Darlehensgeber gewirkt habe.
Der eidgenössische Untersuchungsrichter Ducry äusserte sich auf Anfrage nicht zu diesem Punkt, wie er auch sonst nichts zum Inhalt der laufenden Voruntersuchung sagte. Fortunato A.s Anwalt Rossi erklärte: «Solche Vorwürfe wurden nie erhoben - weder in den Akten noch in den Befragungen von A.». |
Quelle: Tagesanzeiger http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/838798.html |
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gator45 Specialist
Anmeldungsdatum: 27.06.2007 Beiträge: 61 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 6.Feb 2008 11:54 Titel: Mafia-Verdächtiger will Beizer werden |
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Suuchmaschine anwerfen:
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SHAB: 020 / 2008 vom 30.01.2008 (Seite 14)24.01.2008 (808)
Tutogest SA, in Locarno, CH-501.3.009.970-1, Società anonima (FUSC no. 16 del 24. 1. 2008, pagina 15, publ. 4304898).
Persone dimissionarie e firme cancellate: Petralli, Daniele, da Corticiasca, in Sant'Antonino, amministratore unico, con firma individuale.
Nuove persone iscritte o modifiche: Andali, Fortunato, da Zurigo, in Kindhausen ZH (Volketswil), amministratore unico, con firma individuale.
SHAB: 016 / 2008 vom 24.01.2008 (Seite 15)18.01.2008 (578)
Tutogest SA, in Locarno, CH-501.3.009.970-1, Via Gallinazza 9, 6600 Locarno, Società anonima (nuova iscrizione).
Data dello statuto: 12. 1. 2008, 16. 1. 2008.
Scopo: Compra-vendita, gestione di esercizi pubblici, compra- vendita di mobili e immobili, import-export, partecipazione a società similari.
Capitale azionario: CHF 100'000.--.
Capitale azionario liberato: CHF 100'000.--.
Azioni: 100 azioni al portatore da CHF 1'000.--.
Organo di pubblicazione: FUSC. Le comunicazioni della società agli azionisti, se noti, avvengono mediante lettera. Con dichiarazione del consiglio di amministrazione del 16.01.2008 la società non è soggetta alla revisione ordinaria e rinuncia ad una revisione limitata.
Persone iscritte: Petralli, Daniele, da Corticiasca, in Sant'Antonino, amministratore unico, con firma individuale. |
Quelle: moneyhouse.ch
Der Rechtsanwalt heisst Tuto Rossi
Salute wünscht gator45 |
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gator45 Specialist
Anmeldungsdatum: 27.06.2007 Beiträge: 61 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 6.Feb 2008 12:14 Titel: Und so geht es - quasi eine Anleitung |
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06. Februar 2008, 00:01 – Von Romeo Regenass
Wie 1700 Kleinanleger ihr Geld verloren haben
Im Fall Paulangelo haben die drei Akteure viel Kreativität im Umgang mit Kundengeldern an den Tag gelegt. Kein Problem war das Geldwäschereigesetz.
Der Verdacht auf Anlagebetrug und Geldwäscherei für die kalabresische Mafia durch Salvatore Paulangelo, Alfonso Zoccola und einen Angestellten wirft viele Fragen auf. Eine lautet: Wie können 80 bis 100 Millionen Franken von Kleinanlegern in relativ kurzer Zeit verschwinden, so dass beim Konkurs der Anlagefirma keine Aktiven mehr vorhanden sind? Ein Haftbefehl, den die Mailänder Justiz gegen einen Mittäter erlassen hat und der dem TA vorliegt, zeigt Elemente des Vorgehens im konkreten Fall.
Mitte Juni 2002 fliessen in verschiedenen Tranchen knapp 5 Millionen Franken von der Aargauer PP Finanz zu Konten von Offshore-Gesellschaften mit Domizil auf den britischen Jungferninseln. Hinter jeder Gesellschaft steht ein Kunde. Die Konten haben Paulangelo, Zoccola und ihr Angestellter kurz zuvor bei der Credit-Suisse-Tochter Bank Leu, heute Clariden Leu, eröffnet (siehe Grafik).
Konten nach sechs Monaten saldiert
Kurz darauf werden diese Beträge jeweils in bar abgehoben und auf Nummernkonti einbezahlt, welche die drei Partner ebenfalls kurz zuvor bei der Bank Leu eröffnet haben. Diese Konten werden nach rund sechs Monaten wieder saldiert. Am Ende landet das Geld auf Konten der Mailänder Finmed und der Georgia Finance auf den britischen Jungferninseln bei Bank Leu. Beide Firmen gehören dem angesehenen Mailänder Anwalt Giuseppe Melzi.
Die Herkunft der Gelder wird laut Haftbefehl mit einer Vielzahl von Barabhebungen und Bareinzahlungen vertuscht. Dazu braucht es bei der Bank einen Gehilfen. Bei Paulangelo und seinen Leuten hat der Angestellte der Bank Leu den Übernamen «Sandokan». Die Frage, ob der Helfer bestraft worden ist, wollte der für den Fall Paulangelo zuständige Zürcher Staatsanwalt Michael Frank nicht beantworten. Die Bank Leu hat bei der Aufklärung des Falles mit den Behörden kooperiert.
Soweit Methode eins. Bei Methode zwei ist ebenfalls eine Offshorefirma im Spiel, die dem Anwalt Melzi gehörende Evax. In ihrem Namen überweisen die Paulangelo-Firmen WFS und PP Finanz in mehreren Tranchen insgesamt 5,5 Millionen auf ein Konto von Melzi bei der CFS Oxalis mit Sitz in Zollikon. Bei der Devisenhandelsfirma hat Melzi seit dem Jahr 2000 ein Konto. Das bestätigt der damalige Oxalis-Präsident Roger F. dem TA.
Überweisungen vom leeren Konto
Nur: Auf dem Konto der Evax ist laut Haftbefehl gar kein Geld. PP Finanz und WFS zahlten Melzi also Gelder aus, die zuvor bei Kleinanlegern aus der Schweiz und Deutschland eingesammelt wurden. Hinzu kommen wohl Gelder der kalabresischen Mafia.
Der ehrbare Anwalt, der in früheren Jahren die Geschädigten eines Bankskandals vertreten hatte, als Auffangbecken der Mafia für die Gelder aus der Schweiz? Das Resultat der von Italienern und Schweizern gemeinsam geführten Untersuchung legt diesen Schluss nahe. Melzi soll auch Investitionen in Immobilienprojekte auf Sardinien und in Spanien organisiert haben. Eine Durchsuchung der Büros der PP Finanz und der WFS im September 2003 bringt diverse Unterlagen zu Immobilienkäufen auf Sardinien zu Tage. Laut dem «Corriere della Sera» wurden Grundstücke für den Bau von über 400 Ferienvillas gekauft.
Nach dieser Razzia wird der Anwalt Melzi laut Haftbefehl damit beauftragt, bei einer Bank in Monte Carlo ein Konto zu eröffnen. Endziel dieser Aktion: Alle Gelder, welche die Schweiz noch nicht Richtung Italien verlassen haben, sollen im Rahmen der von Ministerpräsident Silvio Berlusconi beschlossenen Amnestie für Steuerflüchtlinge eingeführt werden.
Im November 2003 schliesslich untersucht die Zürcher Staatsanwaltschaft auch die Büros von Oxalis und vernimmt ihren Präsidenten Roger F. Dieser zeigt sich «überrascht», dass Melzis Gelder deliktischer Herkunft sein könnten. F. bestätigt, das einschlägige Formular zur Bekämpfung der Geldwäscherei eigenhändig ausgefüllt zu haben. Melzi habe ihm gesagt, er vertrete eine wohlhabende Familie mit einem Vermögen von 500 Millionen Euro, und das habe er dem Anwalt, der einen seriösen Eindruck hinterliess, auch geglaubt.
Am 16. April 2004 wird Roger F. laut Haftbefehl nochmals von der Staatsanwaltschaft vernommen; es geht um offene Fragen im Zusammenhang mit den Evax-Geldern - unter anderem bezüglich eines Darlehens. Zwei Monate später macht die Oxalis Konkurs.
Offshore-Firmen, Nummernkonten und hohe Investitionen in Immobilien - so können Millionen verschwinden. Hinzu kamen grössere Währungsverluste beim Traden mit dem Dollar. Ach ja, und dann gibt es noch das eine oder andere Luxusobjekt, das sich die Herren leisteten. So haben die italienischen Behörden letzte Woche im Fall Paulangelo auf Sardinien eine 15 Meter lange Jacht im Wert von 300'000 Euro beschlagnahmt. Sie soll mit Geldern deliktischer Herkunft bezahlt und nicht versteuert worden sein. |
Quelle: Tagesanzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/839071.html |
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