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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 28.Apr 2005 19:13 Titel: Luxusvilla auf Rechnung - Nonnen zahlten |
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Nichts soll stimmen von dem, was die Staatsanwaltschaft da sagt. Niemand habe die Christkönigschwestern getäuscht, keiner habe sie um ihr Vermögen gebracht. Das behauptet jedenfalls der Geschäftsführer der Dominikushaus GmbH., die das Vermögen der Ordensschwestern betreute.
Vor fast 80 Jahren haben sich die Christkönigschwestern in einem alten Gutshaus an der Dorfaue in Lankwitz niedergelassen. Sie kümmerten sich insbesondere um die Pflege von alten Menschen. Heute sind sie noch zu fünft. Schwester Stephana, die Priorin, ist 73 Jahre alt, die jüngste Schwester ist 69.
Unter dem Dach der Dominikushaus GmbH betrieben die Nonnen ein Gutshaus, ein Gästehaus und das Theodosius-Krankenheim mit 53 Plätzen. Damit wollten sich die Schwestern finanziell absichern. Martin S. kam 1999 auf Empfehlung der Augsburger Caritas zwei Wochen im Monat nach Berlin, um die Schwestern in Finanzfragen zu beraten. Er hatte bis dahin im süddeutschen Raum mehrere Altenheime saniert. S. machte Pläne für den Bau eines neuen Pflegeheims mit 150 Betten auf dem Gelände des Ordens, das alte Theodosius-Heim sollte Frühstückspension werden. Doch im Februar 2003 mussten die Schwestern Insolvenz anmelden.
Die Staatsanwaltschaft spricht von Betrug und gewerbsmäßiger Untreue. und eröffnete den Prozess gegen Martin S. und einen zweiten, 39-jährigen Geschäftsführer. Die beiden Männer sollen sich nahezu das gesamte Vermögen des Ordens in Höhe von 2,3 Millionen Euro angeeignet haben. Dazu erfanden sie laut Staatsanwaltschaft Dienstleistungen, die nie erbracht wurden, oder zweigten das Geld über Firmen ab, an denen sie beteiligt waren.
So sollen 489 000 Euro für den Aufkauf einer wirtschaftlich wertlosen Gesellschaft ausgegeben worden sein, an der sie beteiligt waren. 365 000 Euro gingen laut Anklage für angebliche Beratungen drauf. Und für knapp 300 000 Euro soll die Dominikushaus GmbH ein Anwesen an der Schweizer Grenze gekauft haben, dass S. für weitere 800 000 Euro luxussanieren ließ. In der Villa hat er dann selbst gelebt. "Die Schwestern wussten, dass ich eine Wohnung suchte", erklärte S. dazu vor Gericht.
Aus Sicht des Angeklagten waren die Schwestern generell über alle Geldgeschäfte im Bilde. So will er den betagten Frauen extra zwei Computer zur Verfügung gestellt und ein Dokumentenverwaltungssystem installiert haben, damit sie den Überblick behielten. "Sie hatten auf alle Dateien Zugriff", sagte S. Sein Verteidiger erklärte, es gebe hunderte Seiten von kopierten Rechnungen und Belegen mit den Unterschriften der Schwestern. Er sagt, das Konzept von S. wäre aufgegangen, wenn die Berliner Diözese sich nicht eingemischt hätte. Kardinal Georg Sterzinsky hatte die Aktivitäten der Geschäftsführer gestoppt und die Auflösung der GmbH verlangt.
Die Schwestern hätten die Wahl gehabt zwischen Geschäftssinn oder Gehorsam gegenüber ihrem Kardinal, sagte der Anwalt von S. Sie hätten sich für Letzteres entschieden und alles aufgekündigt. Aus Sicht des Angeklagten ein Fehler: "Wir haben damals ganz stark vor den Risiken gewarnt, die mit so einem Schritt verbunden sind, sagte Martin S. – 2 Jahre auf Bewährung! |
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