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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 20.Apr 2005 13:42 Titel: Millionenbetrüger aus NÖ in Brasilien verhaftet |
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"Superhirn" hat über 72 Millionen Euro hinterzogen - Auslieferung noch ungewiss
Wien - Schotter zu Marmor: mit solch wundersamen Verwandlungen soll ein 48-jähriger Österreicher Millionenbetrug begangen haben. Am Mittwoch wurde der Mann in Brasilien festgenommen, ob er auch ausgeliefert wird, steht aber noch nicht fest.
Zwischen 1992 und 1995 soll der verdächtige Niederösterreicher "schweren gewerbsmäßigen Betrug mit einem Schaden von mindestens einer Million Euro" begangen haben, zitiert Helmut Reinmüller, Leiter der Zielfahndung im Bundeskriminalamt, aus dem im Jahr 2002 ausgestellten internationalen Haftbefehl. Der nun dazu führte, dass die brasilianische Bundespolizei Werner R. auf dem Flughafen der Hauptstadt Brasilia in Auslieferungshaft nahm. Bei mehreren Hausdurchsuchungen wurden auch Akten und Computer sichergestellt.
Finanzamt um mehr als 50 Mio. Euro betrogen
Der tatsächliche Schaden könnte aber weit höher sein, Schätzungen des Finanzministeriums zufolge soll er das Finanzamt um mehr als 50 Millionen Euro betrogen haben. Der Trick des Mannes: er verschob in einem weltweiten Geflecht von scheinbar unabhängigen Firmen minderwertige Waren, deklarierte sie um und ließ sich die anfallenden 20 Prozent Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückzahlen.
Beispielsweise lieferte Firma A Schotter oder minderwertiges Holz aus einem Drittland nach Österreich an Firma B. Firma B wiederum verkaufte die Güter an eine weiterE Firma des Rings, diesmal allerdings als Marmor oder Edelhölzer deklariert und zu einem viel höheren Preis. Firma A bleibt die Umsatzsteuer schuldig, Firma B holt sich allerdings die Steuer auf die "teureren" Waren vom Finanzamt retour.
1996 nach Brasilien abgesetzt
Als die Steuerfahnder das System durchschauten, setzte sich der Verdächtige 1996 nach Brasilien ab. Dort heiratete er und nahm die brasilianische Staatsbürgerschaft an. "Wir gehen derzeit aber davon aus, dass sie ihm wieder aberkannt wird, da die Kollegen von Interpol Brasilien offenbar überzeugt sind, das die Heirat nur eine Scheinehe war", berichtet Reinmüller. Für eine Auslieferung ist das aber unbedingt nötig, da Brasilien keine eigenen Staatsbürger ausliefert.
Derzeit liegt der Fall vor Gericht.
Schon im Dezember 2003 konnten die Ermittler einen Komplizen des Verdächtigen verhaften. Der 44-jährige Johann Sch. hatte sich ebenfalls nach Brasilien abgesetzt, war aber aus privaten Gründen nach Deutschland gekommen, wo er in einem Lokal festgenommen wurde.
(DER STANDARD - Printausgabe, 1. April 2005) |
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