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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4926 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 7.Mai 2004 20:15 Titel: dringender Verdacht von Anlagebetrug |
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SEC schließt Mutual Benefits Corp. und erhebt Anklage / 07.05.2004
Angeblich bei 90% der Policen erwartete Laufzeit überschritten
Schaden für österreichische und deutsche Anleger derzeit noch nicht absehbar
Wie US-Medien berichten, hat die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC gemeinsam mit der Versicherungsaufsicht des Staates Florida der Settlementgesellschaft Mutual Benefits Corp. (MBC) wegen des dringenden Verdachts von Anlagebetrug beim Verkauf von Second-Hand-Lebensversicherungen die Lizenz für den Geschäftsbetrieb entzogen und das Unternehmen geschlossen. Gleichzeitig hat das zuständige Gericht die SEC bevollmächtig die Gesellschaft unter staatliche Aufsicht zu stellen und ihr Vermögen einzufrieren .
Gegen das Unternehmen und drei seiner führenden Manager, Joel und Leslie Steinger sowie Peter Lombardi, wurden Zivilklagen erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft Mutual Benefits Anlagebetrug in 15 Fällen vor, der Vorwurf basiert auf den Untersuchungsergebnissen der Florida Divison of Insurance Fraud.
Nach SEC-Angaben hat Mutual Benefits mehr als eine Millarde US-Dollar von mehr als 29.000 Anlegern mit Hilfe betrügerischer Angebote für Secondhand-Lebensversicherungs-Investments eingesammelt.
Laut SEC sollen rund 65 Prozent der laufenden Lebensversicherungspolicen mit Hilfe gefälschter Lebenserwartungsschätzungen verkauft worden sein. Mutual Benefits soll es zudem verabsäumt haben, so der Vorwurf der SEC weiter, die Investoren darauf hinzweisen, dass bereits bei mehr als 90 Prozent der Lebensversicherungspolicen die erwartete Lebenserwartung der Versicherten überschritten ist.
MBC war in den letzten zwei Jahren auch in Deutschland und Österreich aktiv geworden, in wie weit heimischen Investoren betroffen sind, ist derzeit unklar. Die wichtigste Frage, die sich nun stellt ist, gilt den Prämienreserven, die von europäischen Anlegern einbezahlt wurden und die dazu dienen, die Versicherungsprämien bis zum Ableben der urspünglichen Policeninhaber weiter zu bezahlen. Bernhard Huber von der Wiener Vertriebsgesellschaft PortfolioBrokerage, die zuletzt mit Mutual Benefits zusammen gearbeitet hatte, zu FONDS professionell: "Wir wissen zwar auch noch nicht genau was los ist, haben aber zuerst einmal bei unserem Treuhänder der Union Planters Bank angerufen und überpüft, ob die Prämienreserven vorhanden und die Policen real sind." Dem Kunden in Österreich und Deutschland entstehe somit vorerst einmal noch kein Schaden, da MBC nur der Broker, nicht aber der Schuldner gegenüber dem Kunden sei. "Natürlich ist das nun ein schwerer Imageschaden für uns, da wir mit MBC geworben haben, allerdings muss man feststellen, dass der Provider austauschbar ist", meint Huber weiter. Die vorhandenen Prämienreserven belaufen sich laut Huber auf rund 40 Millionen Dollar und würden somit die fortwährende Zahlung der Prämien sichern. Unsicherheitsfaktor Nummer eins ist nun aber, wie viel "alte" Aids-Policen aus diesem Prämientopf noch bedient werden müssen. Huber geht davon aus, dass die Probleme vor allem Aids-Policen zurück zu führen sind, die in den 90er-Jahren von MBC gekauft worden waren und heute immer noch laufen - wer in solche Policen seinerzeit investiert hat, wartet heute immer noch auf sein Geld. Problematisch werde das vor allem dann, wenn der Prämientopf aufgebraucht ist, denn ab diesem Zeitpunkt müssen die Policenbesitzer, also die Investoren, frisches Kapital aufbringen, um ihren Teil der Prämien weiter zu bezahlen, da die Policen bei Nichtbezahlung der Prämien wertlos verfallen.
Dass laut den SEC-Anschuldigung 75 bis 90 Prozent der Policen nicht zur angegebenen Zeit fällig werden, kann Huber nicht glauben: "Wir kennen unsere Policen. Man muss auch bedenken, dass eine Police auch dann in eine solche Negativ-Statistik eingeht, wenn sie zwei Tage über der Zeit fällig wird.“
Als Worst-Case-Szenario kann sich PortfolioBrokerage-Chef vorstellen, dass MBC zusperren muss, wahrscheinlicher sei aber ein Management Buy-out, da sich die Vorwürfe vor allem gegen die Firmenbesitzer richten. Für die Zukunft kann sich Huber vorstellen, seine Policen direkt über den Brokerdesk zu kaufen und auf eine Provider zu verzichten.
Die in Florida ansässige Mutual Benefits Corp. war zuletzt die größte Settlementgesellschaft für viaticals und life settlements in den USA. viaticals sind Lebensversicherungspolicen von todkranken Versicherungsnehmern, die sich ihre Ansprüche von Anlegern mit einem entsprechenden Preisabschlag ablösen lassen, um noch vor ihrem Ableben einen Teil der Versicherungssumme zu erhalten. Bei life settlements handelt es sich um Policen von älteren Versicherungsnehmern, deren statistische Lebenserwartung nur noch wenige Jahre beträgt.
Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der nächsten Ausgabe von FONDS professionell (Ende Mai).
Quelle: FONDS professionell |
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