| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Jim Phelps Pathfinder
Anmeldungsdatum: 14.01.2002 Beiträge: 297
|
Verfasst am: 13.Apr 2002 19:03 Titel: |
|
|
Alle reden über Basel II. Wie ein Gespenst aus Kindertagen geistert es durch die Finanzdienstleistungsbranche und erzeugt Heulen und Zähneklappern.
Und warum? Weil es die bisherige Finanzierungspolitik auf den Kopf stellen wird. Sind die Banken jetzt schon zurückhaltend gegenüber der Herauslage an bestimmte Zielgruppen, so wird sich die ganze Geschichte noch verschärfen.
Aber was wird am Ende stehen?
Die Finanzierungsquoten werden sich drastisch verringern. Man rechne mal mit:
Privat: 0 - 50%
Gewerblich: 0 - 25%
Sie glauben mir nicht? Wir werden sehen.
Fröhliches Sparen,
Phelps
|
|
| Nach oben |
|

|
woba966 Newbie
Anmeldungsdatum: 10.03.2003 Beiträge: 1 Wohnort: Wülfrath
|
Verfasst am: 12.März 2003 9:05 Titel: Basel II ????????? |
|
|
Gib mir mal einen Tipp was ist Basel II.
Einige Kollegen reden immer dadrüber und ich stehe da wie doof.
Was ist so besonders?
Gruß Wolfgang |
|
| Nach oben |
|
|
money-baer Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2002 Beiträge: 779 Wohnort: /Mfr.
|
Verfasst am: 12.März 2003 9:25 Titel: |
|
|
Handelsblatt Topix >
HANDELSBLATT, Mittwoch, 02. Oktober 2002
Banken konkurrieren mit externen Anbietern
Bonitätsbewertung wird zum Standardinstrument
HANDELSBLATT, 2.10.2002
pk FRANKFURT/M. Beim Thema Mittelstands-Rating herrscht bei vielen deutschen Unternehmern weiterhin große Unsicherheit. Nur 37 % der Firmen fühlten sich „sehr gut“ oder „gut“ vorbereitet, sagte Dieter Horst von der Unternehmens- beratung PWC Deutsche Revision auf einer Veranstaltung in Frankfurt. Nur ein Drittel der Geschäftsführer planten in den nächsten Monaten mit entsprechenden Maßnahmen auf die neuen Publizitäts- und Transparenzanforderungen zu reagieren, vieles im Mittelstand geschehe „immer noch aus dem Bauch heraus“, so der PWC-Manager.
Das Mittelstandsrating resultiert aus den Anforderungen von „Basel II“. Diese Richtlinie schreibt den Banken eine risikogewichtete Eigenkapitalunterlegung ihrer Kredite vor. Um die tatsächlichen Ausfallrisiken berechnen zu können, müssen die Kreditinstitute ihre Kunden in verschiedene Risiko- beziehungsweise Rating-Klassen einteilen.
„Das Interesse am Rating ist bei den Banken sehr groß, da ihre Insolvenzprognosen für die Firmen darauf aufbauen“, erklärte Harald Schönebeck von der Deutschen Bank auf dem Diskussionsabend der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA). Dabei sei die Forderung nach Transparenz keine Einbahnstraße. Die Banken seien gehalten, ihren Rating-Prozess offen zu legen und die Unternehmen müssten das notwendige Zahlenmaterial und vor allem Einschätzungen zum zukünftigen Geschäftsverlauf vorlegen. Bei ihrer Bonitätsprüfung sehe sich die Deutsche Bank quantitative Kriterien wie Bilanzen und Cash-flow-Analysen an, aber auch qualitative Faktoren wie Produktpalette und Managementqualitäten. Zwar sei die Umsetzung der neuen Basler Eigenkapitalverordnung in nationales Recht erst für das Jahr 2006 geplant, aber schon heute seien die Vorschriften eine Art Leitfaden bei der Kreditvergabe.
Die Deutsche Bank denke an eine Unterteilung in „viele Risikoklassen mit großer Trennschärfe“. Prof. Jens Leker von der Uni Münster und Vorsitzender der DVFA-Kommission „Rating Standards“ hegte aber Zweifel daran, ob dies in der Praxis umsetzbar ist. Für Leker ist die Anfangseuphorie bei vielen Anbietern verflogen, die auf ein Geschäft mit externen Ratings, die nicht von Banken und Sparkassen angefertigt werden, hofften. Im Vordergrund stehe jetzt ganz klar das bankinterne Rating. Dabei waren sich alle Beteiligten einig, dass die verschiedenen Rating-Systeme der Banken auch unterschiedliche Ergebnisse liefern werden. Schönebeck glaubt aber, dass sich die Ratings langfristig annähern werden. Bei Banken, die mit positiven Ratings Kunden werben wollten, sei Vorsicht geboten: „Man sollte nicht zu dem Arzt gehen, der die beste Gesundheit bescheinigt“, so Schönebeck.
Die externen Rating-Agenturen wie Standard &Poor's, Moody's oder Fitch wollen den Banken das Feld aber nicht ganz überlassen. Maria Bissinger, Bereichsleiterin Unternehmensratings bei Standard & Poor's Frankfurt sagte, ein S&P-Rating sei die Eintrittskarte in die internationalen Kapitalmärkte. Eine einmalige Erst- bewertung koste zwischen 40 000 und 80 000 Euro, die laufende Überwachung zusätzlich 25 000 bis 40 000 Euro jährlich. Von der Mandatserteilung an dauere ein Ratingverfahren rund vier bis zwölf Wochen, eine Veröffentlichung erfolge nur auf Wunsch des Emittenten. S&P prüfe dabei das Geschäftsrisiko (Branche, Wettbewerb etc.) und das Finanzrisiko (etwa Finanzpolitik, Ertragskraft).
Letztlich, so der Tenor der Diskussion, wird der Rating-Prozess keine Natur- wissenschaft werden. Die Modelle würden wohl nie identisch werden und die Qualität der Bonitätseinstufung hänge auch von der Ehrlichkeit der Beteiligten ab.
Quelle: Handelsblatt
Dazu muß man wissen, daß die deutschen Banken insgesamt ähnlich wie der Mittelstand im Verhätlnis zur weltweiten Positionierung einen sehr niedrigen Eigenkapitalstock aufweisen. Und dieses wenige Eigenkapital müssten sie jetzt nach den BII-Vorgaben an ausgereichte Kredite binden je nach Risikoklasse zwischen 10-25%. Deshalb sind diese Banken jetzt alle bemüht, die >Kreditlinien< einzufrieren, neu zu gestalten, nicht mehr zu gewähren bei Neuantrag, etc. um den Deckel von der Seite her dicht zu kriegen. Bei ungünstigen Geschäftsentwicklungen wird die Kreditlinie gekürzt oder fälliggestellt, um nicht auch noch Eigenkapital im erhöhten Maße dahinter stellen zu müssen.
Deshalb die derzeitige restriktive Vergabehandhabung der Banken und das Leid im Mittelstand, keine "frischen" Gelder auf Kredit zu erhalten.
Eine weitere Auswirkung findet auf die Zinsen statt, bei gleichem Betrag aber unterschiedlich gerateten Unternehmen, erfolgt eine unterschiedliche Zinserhebung für die gleiche Kreditlinie, gekoppelt an das Risiko welches die Bank hat und mit welcher Quote an Eigenkaptial sie dann den Kredit hinterlegen muß und ebenfalls damit nicht mehr arbeiten kann.
Zuletzt bearbeitet von money-baer am 12.März 2003 9:34, insgesamt 1-mal bearbeitet |
|
| Nach oben |
|
|
A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
|
Verfasst am: 12.März 2003 9:31 Titel: |
|
|
Aber worum geht es bei Basel II?
Prinzipielles Ziel von Basel II ist es, die Stabilität im Kreditwesen zu erhöhen. Um dies zu erreichen, soll die Unterlegung von Krediten mit Eigenkapital durch das Kreditinstitut neu geregelt werden. Dabei will man das Ausfallrisiko eines Kredits künftig stärker berücksichtigen. Bislang ist eine Pauschale von acht Prozent des Kreditbetrages vorgesehen. Bei einem Kredit von einer Million Euro muss das Geldinstitut demnach 80.000 Euro eigenes Kapital hinterlegen.
Bonität wird wichtiger
Wie viel Eigenkapital in Zukunft zur Absicherung von Krediten eingesetzt werden muss, soll wesentlich stärker von der Bonität des Kreditnehmers abhängen. Damit sind die Kosten bzw. Zinsen für einen Kredit je nach Risiko eines Zahlungsausfalls unterschiedlich hoch. Die einfache Formel dabei lautet:
Gute Bonität = geringes Risiko = niedrige Kreditzinsen
Schlechte Bonität = hohes Risiko = hohe Kreditzinsen oder kein Kredit
Rating.
Aber wie lässt sich die Finanzkraft eines Kreditnehmers einschätzen? Vor allem bei einem Unternehmen, das mit dem Kredit eine Investition finanziert?
Die Antwort lautet: Rating. Dies bedeutet nichts anderes als die Einstufung der Bonität in eine Rangliste. Diese reicht beispielsweise von AAA, sehr gute Bonität, bis C, schlechte Bonität.
Externes Rating – internes Rating
Ein Rating kann auf zwei Arten erfolgen. Extern durch eine Ratingagentur oder intern durch das jeweilige Kreditinstitut. Gerade für mittelständische Unternehmen kann ein externes Rating ziemlich kostspielig werden. Beim internen Rating jedoch können in partnerschaftlicher Zusammenarbeit, die Stärken und Schwächen des Unternehmens ermittelt werden. Hierin liegt die Chance, die finanzielle Situation eines Unternehmens gezielt zu verbessern.
Professionelles Management und offene Kommunikation
Unternehmen, die von den neuen Basel II-Bestimmungen profitieren wollen, sollten intensiv an einer weiteren Verbesserung ihrer Bonität arbeiten. Für ein gutes Rating ist zudem einen offene Kommunikation mit der Hausbank entscheidend.
Informationen über "Basel II" gibt es unter: http://www.bundesbank.de/bank/bank_basel.php
Eine deutsche Fassung gibt es bei der Deutschen Bundesbank unter http://www.bundesbank.de/bank/download/pdf/biz_press_0702.pdf |
|
| Nach oben |
|
|
letti Specialist
Anmeldungsdatum: 17.02.2003 Beiträge: 169 Wohnort: Sachsen, bei Leipzig
|
Verfasst am: 12.März 2003 9:45 Titel: ... Hallo,.. |
|
|
... niemand soll dumm sterben..
Basel II ist eine Verpflichtung an die Banken in Euroland, ausgereichte Darlehen je nach Investitionsrisiko mit eigenem Eigenkapital abzusichern.
Grundlage für die Risikobewertung ist nicht nur das Eigenkapital der Unternehmen, sondern auch deren Zukunftsaussichten. Die Schwerpunkte und Randkriterien legt jedes Kreditinstitut für sich selber fest.
Im großen und ganzen wird Basel II einfach dazu genutzt aus den wenig Ertragreichen und relativ risikoreichen Finanzierungen des Mittelstands auszusteigen.
Nach meiner Meinung hat Jim die Prozentsätze noch sehr optimistisch angesetzt.
Bereits heute finanzieren hypobanken keine Immobilien unter 10 Mio. mehr. Firmenkredite werden nur noch ab 5 Mio. aufwärts bearbeitet. Das spart erstens Personalkosten und reduziert das Risiko eines Ausfalls.
mfg. |
|
| Nach oben |
|
|
letti Specialist
Anmeldungsdatum: 17.02.2003 Beiträge: 169 Wohnort: Sachsen, bei Leipzig
|
Verfasst am: 12.März 2003 9:51 Titel: ..Nachtrag... |
|
|
... Eine Eigenkapitalquote von unter 25% ist bereits ein k.o. Kriterium
... Fehlende Nachfolgeplanung fast schon ebenfalls
... Sind die Branchenaussichten nicht positiv ... vergiss es...
mfg. |
|
| Nach oben |
|
|
Bernd M. Leimer Newbie
Anmeldungsdatum: 14.01.2003 Beiträge: 46 Wohnort: ad libitum
|
Verfasst am: 7.Apr 2003 21:42 Titel: |
|
|
Ist Ihr Unternehmen fit für Basel II ?
| Zitat: |
"Harte" und "weiche" Faktoren:
An diese Begriffe werden sich Unternehmer gewöhnen müssen,
wenn Sie zukünftig bei Neukrediten und Kreditverlängerungen
gute Karten besitzen wollen. Während sich "harte" Faktoren an Ihren
betriebswirtschaftlichen Daten wie
- Rentabilität
- Liquidität
- Eigen- und Fremdkapitalrelationen orientieren,
interessiert sich die Bank oder Sparkasse bei den „weichen" Faktoren
vor allem für die Qualitäten des Unternehmens,
beispielsweise im Controlling, in der Kostenrechnung oder
in der Prognosefähigkeit. |
Beantworten Sie die Fragen des folgenden Rating-Tests sorgfältig.
Dann ergibt sich eine Einschätzung darüber,
wie das Kreditinstitut Ihr Unternehmen beurteilt.
1. Gibt es in Ihrem Unternehmen eine detaillierte Rentabilitäts- und Liquiditätsvorausschau?
a) bisher nicht
b) in unregelmäßigen Abständen
c) regelmäßig mit jährlicher Aktualisierung
2. Können Sie etwas mit dem Begriff „Controlling" anfangen?
a) nein
b) ja, Controlling hat etwas mit Planung zu tun
c) ja, Controlling gehört zu meiner Unternehmenssteuerung
3. Welche Bedeutung besitzt der „Cashflow" für Sie?
a) bisher habe ich mich nicht daran orientiert
b) ich plane regelmäßige Cashflow-Analysen
c) der Cashflow ist für mich eine wichtige Steuerungsgröße innerhalb meiner Finanzplanung
4. Wie hoch ist Ihr Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital?
a) weniger als zehn Prozent
b) zwischen zehn Prozent und 20 Prozent
c) mehr als 20 Prozent
5. Kennen Sie die Fristenstruktur (Fälligkeiten) und Zinssätze Ihrer Kredite?
a) nein
b) ungefähr
c) ja, in allen Einzelheiten
6. Reden Sie mit dem Kundenberater Ihres Kreditinstituts über Ihre betriebswirtschaftliche Situation?
a) nur, wenn mein Kreditinstitut ein Gespräch wünscht
b) hin und wieder
c) mindestens einmal im Jahr
7. In welchen Abständen reden Sie mit Ihrem Steuerberater über Ihre Unternehmenskennzahlen?
a) eher selten
b) alle paar Jahre
c) bei Bedarf, mindestens aber einmal im Jahr
8. Kennen Sie Ihre Wettbewerbssituation?
a) nur in groben Zügen
b) ich plane regelmäßige Analysen
c) ja, und zwar detailliert
9. Bieten Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gezielte Fortbildungsmöglichkeiten an?
a) bisher nicht
b) hin und wieder
c) ja, regelmäßig
10. Gibt es konkrete Planungen bezüglich Ihrer Nachfolge?
a) nein
b) es gibt bisher lediglich Grobplanungen
c) ja, ich besitze darüber genaue Vorstellungen
Zur Auflösung klicken Sie bitte hier: Auflösung und Auswertung
( Bitte notieren Sie Ihre Antworten - a / b / c ) |
|
| Nach oben |
|
|
mimamo Specialist
Anmeldungsdatum: 10.10.2003 Beiträge: 54
|
Verfasst am: 28.Okt 2003 14:13 Titel: |
|
|
| Zitat: |
| ..Basel II ist eine Verpflichtung an die Banken in Euroland.. |
Euroland ist abgebrannt. Basel II macht nur aus folgendem Grund Sinn:
Es geht um die Absicherung der eigenen Gelder aufgrund der tollen Eurowährung. Die defacto wertlosen Peseten, Drachem und weisdergeier 3.Weltwährungen im Euro zusammengefasst bieten eine hervorragende Möglichkeit die Staatsschulden "wegzuwischen" und die Profite für große dt. exportorientierte Unternehmen zu maximieren, ganz einfach durch Währungsverfall. Das betrifft dann auch Kredite, die dann defacto abgeschrieben werden müssen. Wieder einmal wird Deutschland vor dem Nichts stehen, ein Volk zur dritten mal binnen hundert Jahren um sein Vermögen gebracht. Beamtendiktatur, finanzielles Aus, (Bürger)krieg. So die wahrscheinliche Reihenfolge. Leave me allone. |
|
| Nach oben |
|
|
A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
|
Verfasst am: 19.Jul 2005 7:32 Titel: |
|
|
Verfasst am: Mo Apr 07, 2003
| Bernd M. Leimer hat folgendes geschrieben:: |
Ist Ihr Unternehmen fit für Basel II ?
| Zitat: |
"Harte" und "weiche" Faktoren:
An diese Begriffe werden sich Unternehmer gewöhnen müssen,
wenn Sie zukünftig bei Neukrediten und Kreditverlängerungen
gute Karten besitzen wollen. |
|
Sind Sie fit für Basel II? Der 2-Minuten Schnellcheck!
Basel II bedeutet: Neue Ratingkriterien für Ihr Unternehmen. Sind Sie bereit? Machen Sie den Schnellcheck und erfahren Sie es: Schnell, Unverbindlich, Kostenlos.
http://www.schnellcheck.de/st/opencms/de/basel_ii/ |
|
| Nach oben |
|
|
Fact Specialist
Anmeldungsdatum: 04.03.2005 Beiträge: 64 Wohnort: Hessen
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 18:23 Titel: |
|
|
| Bernd M. Leimer hat folgendes geschrieben:: |
Ist Ihr Unternehmen fit für Basel II ?
|
Aus meiner Erfahrung sind von 100 Unternehmen bei Umsatzgrößen von kleiner 1 Mio. € maximal 2-3 Unternehmen fit für Basel II. Mitverantwortlich für diese traurige Bilanz sind auch die sogenannten "steuerberatenden" Berufe (Buchhaltungsfabriken), wo doch ausschliesslich auf gewinnmindernde Buchungen (Tricks??) geachtet wird. Für viele sind Bilanzkennzahlen und ähnliches noch heute Dinge aus einer anderen, fremden Welt. Betrachtet man eine Dezember-BWA und dann anschliessend die daraus erstellte Bilanz, so treten einem, unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten das ganze betrachtet, die Tränen in die Augen. So hat man auch den Eindruck, das beides nicht von derselben Firma stammt.
Das Fazit daraus ist im Normalfall folgendes:
Man zahlt 100,- € weniger Steuern, bekommt den benötigten Kredit von 50.000,- € von der Bank nicht. That's live
Aber, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das Gute, die Ausnahmen werden mehr.
Grüße aus Hessen |
|
| Nach oben |
|
|
P.Wilhelm * Consulter *
Anmeldungsdatum: 23.08.2003 Beiträge: 2277 Wohnort: 58730 Fröndenberg
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 19:54 Titel: Wo nix is, können'se nix holen... ;-) |
|
|
Hallo User Fact...
Sie erlauben, daß ich mich zu diesem Thema zu Worte melde...
| Fact hat folgendes geschrieben:: |
| Bernd M. Leimer hat folgendes geschrieben:: |
Ist Ihr Unternehmen fit für Basel II ?
|
Aus meiner Erfahrung sind von 100 Unternehmen bei Umsatzgrößen von kleiner 1 Mio. € maximal 2-3 Unternehmen fit für Basel II. Mitverantwortlich für diese traurige Bilanz sind auch die sogenannten "steuerberatenden" Berufe (Buchhaltungsfabriken), wo doch ausschliesslich auf gewinnmindernde Buchungen (Tricks??) geachtet wird. Für viele sind Bilanzkennzahlen und ähnliches noch heute Dinge aus einer anderen, fremden Welt. Betrachtet man eine Dezember-BWA und dann anschliessend die daraus erstellte Bilanz, so treten einem, unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten das ganze betrachtet, die Tränen in die Augen. So hat man auch den Eindruck, das beides nicht von derselben Firma stammt. |
Zunächst ist allgemein festzustellen, daß die meisten Jahresabschlüsse der Unternehmen bis zu etwa 30 Mio. Umsatz, den steuerlichen Erfordernissen entsprechend, reine Steuerbilanzen sind. Die Mühe, Handelsbilanzen für die Öffentlichkeit und abweichende Steuerbilanzen für das FA zu erstellen, bleibt in der Regel a) den umsatzstärkeren Unternehmen vorbehalten und bringt b) auch bei den kleineren Unternehmen in der Regel nichts als zusätzliche Kosten...
Die grau-weiss linierte BWA eines großen deutschen Datenverarbeitungsinstitutes ist im Kern nichts anderes als eine GuV; diese jedoch in gewissen Positionen zusammengefasst und mit ein paar Prozentwerten versehen...
Jedoch; BWA und die später erstellte Bilanz miteinander vergleichen zu wollen, halte ich schon für sehr gewagt in dieser konkreten Aussage...! Weitergehende Äußerungen betr. Ihrer Qualifikation verkneife ich mir an dieser Stelle...
- Die Jahresabschluss (bestehend aus Bilanz und GuV wird nicht aus der BWA entwickelt, sondern aus der Summen- und Saldenliste Sachkonten bzw. den dahinterstehenden Konten. Die BWA enthält allerdings nur die GuV-Postitionen, eine Entwicklung der Bilanz ist daraus also überhaupt nicht möglich!
- Die Bilanz (gleich ob Steuer- oder Handelsbilanz) unterliegt den Vorschriften des EStG / KöStG für die Steuerbilanz bzw. dem HGB für die Handelsbilanz.
Zu Ihrer Anmerkung betr. der tränenden Augen unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten...
Sie können selbstverständlich für Verhandlungsgespräche, z. B. mit Kreditgebern, die GuV ummodeln. Sie können unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gewisse Aufwands- und Ertragspositionen miteinander saldieren. Z. B. Mieterträge mit dem entsprechenden Zinsaufwand für den eigens erstellten Neubau... Im steuerlichen Jahresabschluss dagegen ist das Saldierungsverbot zu beachten!
Nur eines können Sie nicht: Sie können auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten aus einem negativen JA keinen postitiven machen...
Ähnlich können Sie verfahren auf Bilanzseite. Aber auch hier werden Sie durch Saldierungen z. B. die tatsächliche Kapitalsituation eines Unternehmens höchstens kaschieren können, keinesfalls jedoch verbergen...
Dazu kommt folgendes:
Die Banken schlafen heutzutage auch nicht mehr auf dem Baum; gerade vor dem Hintergrund von Basel II...
Entweder wird Ihnen abverlangt, Ihren Steuerberater zu beauftragen, gewisse Routinen zu erledigen - oder aber Sie fügen neben dem JA umfangreiche weitere Unterlagen, wie z. B. die komplette Summen- und Saldenliste bei.
| Zitat: |
Das Fazit daraus ist im Normalfall folgendes:
Man zahlt 100,- € weniger Steuern, bekommt den benötigten Kredit von 50.000,- € von der Bank nicht. That's live
Aber, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das Gute, die Ausnahmen werden mehr.
Grüße aus Hessen |
Freundliche Grüße aus NRW
Peter Wilhelm
http://www.wilhelm-data.de/ |
|
| Nach oben |
|
|
Gast Pathfinder
Anmeldungsdatum: 22.12.2004 Beiträge: 316
|
Verfasst am: 23.Jul 2005 7:43 Titel: Was bedeutet Basel 2? |
|
|
| Zitat: |
| In der Presse war längst zu lesen, dass die veränderte Bankenstrategie jedes vierte Unternehmen in Deutschland in die Insolvenz treiben kann. Die BüSo fordert mit allem Nachdruck, dass die Vertreter der Mittelstandsorganisationen diese alarmierende Lage zum ersten Punkt der Diskussion machen. Es ist unverantwortlich, ein bankrottes Finanzsystem als unabänderliche Tatsache hinzunehmen, um dann wie selbstverständlich den noch produktiven Teil unserer Wirtschaft zu schädigen. Dieses noch als Chance für den Mittelstand anzupreisen, dokumentiert nur, dass die monetaristischen Theorien der "Neuen Ökonomie" viele schon um den Verstand gebracht haben. |
aus:
http://www.planer-forum-deggendorf.de/basel2.htm
Dem schließe ich mich uneingeschränkt an!
Alternative Finanzierungsmodelle existieren derzeit nicht.
Die Eigenkapitalquote kann und konnte durch die immer stärker werdende Konsumflaute im Inland nicht verbessert werden.
Der Rückzug der Banken löst Unternehmenspleiten aus, erhöht die Arbeitslosigkeit, senkt die Realeinkommen und somit den Konsum. Er unterstützt kurzzeitig große Konzerne im internationalen Wettbewerb, den Binnenmarkt macht er mittelfristig kaputt. Langfristig schadet die Zerstörung des Binnenmarktes sogar den Konzernen. Keine neuen Technologien, Absatzflauten n. Innen. ( siehe GM, etc. )
Da hilft dann auch kein "schön rechnen"der Zahlen mehr, auch nicht bei den Großen!
Auch hierzu:
http://www.zeitreport.de/basel2.htm
http://www.mittelstand-deutschland.de/DOWNLOAD/2000-08-Rating.htm
Grüße von Gast |
|
| Nach oben |
|
|
Elly * Consulter *
Anmeldungsdatum: 18.03.2004 Beiträge: 1180
|
Verfasst am: 25.Jul 2005 6:08 Titel: Re: Was bedeutet Basel 2? |
|
|
Werter User "Gast",
mit Verlaub, es sei Ihnen widersprochen:
de facto ist es nicht die Schuld der bösten Banken, sondern ursächlichst ein untragbarer Zustand des jeweiligen Unternehmers, welcher mit meist derart dilattantischen Ansätzen bis gar nicht sich um die Durchfinanzierung seines spezifischen Unternehmens auf professioneller Ebene kümmert.
Sie und viele andere scheinen vergessen zu haben, dass die Hauptverantwortung der Banken u.a. darin liegt, die verwalteten Sparguthaben und Einlagen sorgfältigst zu verwalten, anzulegen und mit dem geringstmöglichen Risiko zu vermehren.
Aus diesem Grunde wäre es auch ooportun, sich mit der Sichtweise von solcherart Bankenkunden auseinanderzusetzen. Selbige sollten heilfroh sein (und sind es auch), wenn deren Guthaben und Einlagen nicht sinnlos und unkontrolliert in Unternehmen gepumpt werden, welche nicht auf solider Eigenkapitalbasis stehen und somit für ihr Geld ein erhöhtes Risiko darstellen.
Es ist nicht die Pflicht der Banken, Geld an unterkapitalisierte Unternehmen (ob klein oder groß) zu verleihen. Für mich persönlich liegt die Krux ganz woanders.
Die vorstehend erwähnten Sparer, etc. wollen einen maximalen Profit ohne Risiko. Das heisst wiederum, dass Gelder sehr wohl in Unternehmen geleitet werden (z.B. via Börsen, etc.), welche sich auf die Darstellung von entsprechenden Kriterien verstehen. Um nichts anderes allerdings geht es bei Basel-II. Die brauchare Darstellung eines potentiellen Finanzeirungswerbers, zu halbwegs einheitlichen Kriterien und somit allgemein nachvollziehbar.
Erst dann, wenn Unternehmen (Klein oder Mittel) es verstehen, von Anfang an diese Hausaufgaben richtig zu machen, werden sie auch für Privatkapital (Venture, Mezzanin, etc.) attraktiv genug um sich die Gelder auf dem sogenannten Kapitalmarkt zu besorgen, welche sie benötigen. Somit übernimmt ein Finanzier nach nachvollziehbaren Kriterien auch ein Risiko.
Die Wahrheit sieht nämlich derzeit bei den meisten Klein- und Mittelbetrieben so aus, dass eine nicht nachvollziehbare Eigenmittel- und generell Bonitätsdarstellung vorliegt, frei nach dem Motto "ist eh wurscht, alles passt und es geht sich alles aus...."
Die Nichterfüllung der Hausaufgabe solcher Unternehmer kann nicht mit Schuldzuweisungen an die Banken kompensiert werden, sondern sollten vielmehr die Ärmel aufgekrempelt werden, die Basel-II-Kriterien im Unternehmen zur Anwendung gelangen und somit eine eigene Standortbestimmung durchgeführt werden. Vielen, die glauben, dass "eh alles passt", wird es wie Schuppen von den Augen fallen, denn werden sie professionell feststellen, was ihnen die schlimmen Banken bereits mitteilen: "Sorry, no credit!"
| Gast hat folgendes geschrieben:: |
.........., dass die veränderte Bankenstrategie jedes vierte Unternehmen in Deutschland in die Insolvenz treiben kann.
....................... Es ist unverantwortlich, ein bankrottes Finanzsystem als unabänderliche Tatsache hinzunehmen, um dann wie selbstverständlich den noch produktiven Teil unserer Wirtschaft zu schädigen. Dieses noch als Chance für den Mittelstand anzupreisen, dokumentiert nur, dass die monetaristischen Theorien der "Neuen Ökonomie" viele schon um den Verstand gebracht haben.
.....................Der Rückzug der Banken löst Unternehmenspleiten aus, erhöht die Arbeitslosigkeit, senkt die Realeinkommen und somit den Konsum...................... |
|
|
| Nach oben |
|
|
Gast Pathfinder
Anmeldungsdatum: 22.12.2004 Beiträge: 316
|
Verfasst am: 25.Jul 2005 7:37 Titel: |
|
|
Werte Userin Elly,
Banken hatten / haben nicht die beschränkte Aufgabe einer Einlagensicherung / Vermehrung. Sollte dies der Fall werden, könnten diese sich selbst auflösen!
Leistungsträger ( Unternehmen), keine Kapitalträger ( Banken) bestimmen die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. ( klassische Ökonomie)
Basel 2 entspricht hingegen nicht dem marktwirtschaftlichen Leistungsprinzip!
Erstes Beispiel:
Eigenkapital: 50 % - Geschäftsidee mittelmäßig - Kreditwürdigkeit: ja
Eigenkapital: 25 % - Geschäftsidee mittelmäßig - Kreditwürdigkeit: fragwürdig
Eigenkapital: 0 % - Geschäftsidee mittelmäßig - Kreditwürdigkeit: nein
Zweites Beispiel:
Eigenkapital: 50 % - Geschäftsidee mittelmäßig - Kreditwürdigkeit: ja
Eigenkapital: 25 % - Geschäftsidee sehr gut - Kreditwürdigkeit: fragwürdig
Eigenkapital: 0 % - Geschäftsidee sehr gut - Kreditwürdigkeit: nein
Eine Entscheidungsfindung nach dem Kapitalprinzip ist mit Verlaub ökonomischer Schwachsinn, und als Volkswirtschaftliches Desaster zu bezeichnen!
"Der Kurs einer Aktie hat nie etwas mit dem Wert einer Aktie zu tun, sondern mit der Angst oder der Gier der Anleger." Roland Flach Vorstandsvorsitzender WCM AG
Freundliche Grüße vom Gast |
|
| Nach oben |
|
|
Elly * Consulter *
Anmeldungsdatum: 18.03.2004 Beiträge: 1180
|
Verfasst am: 25.Jul 2005 9:30 Titel: |
|
|
Es ist nicht die Aufgabe der Banken, die Wirtschaft zu finanzieren, sondern ein von Finanzierungswerbern ersehntes Instrument, weil eben direkter Zugang zum Kapital.
Unter der Beurteilung aller Hard- and Softfacts entsteht ein relativ einheitliches Rating, welches (in Wahrheit völlig unabhängig) ein entsprechendes Bild einer Unternehmung zeichnet.
Dass viele bis dato am Rande des Dilettantismus agierenden Unternehmungen, die kommerzielle Seite (und nicht die fachliche Qualifikation !) betreffend, ist evident. Es ist daher nicht an der Bank, einer in dieser Beziehung schlecht geführten Unternehmung Geld zu leihen (welches nicht ihres ist), sondern am Unternehmer unter nachvollziehbaren Kriterien (und das ist Basel-II nun mal) die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen.
Je schlechter das Rating, umso höher das Risiko, ergo um so höher das Erfordernis einer Eigenkapitalquote und umso höher die Geldkosten für den Finanzierungsnehmer.
Und? Wo ist das Problem? Oder würden Sie jemandem Geld leihen, der für Sie ein hohes Risiko darstellt, ohne dass Ihnen eine geeignete Besicherung gegenübe steht und das für so kostengünstig wie möglich?
Mit Sicherheit nicht.
Jedes Risiko einer (womöglich unorganisierten) Geschäftsidee oder -planung den Banken oder wem auch immer umzuschnallen ist der wohl einfachste und amateurhafteste Zugang zum Thema.
Auch wenn dadurch vieles derzeit nicht ermöglicht wird. Ich persönlich erlaube mir davon auszugehen, dass wenn die Idee, das Konzept, das Umfeld, der Businessplan und die Darstellungen wohl durchdacht sind, es sehr wohl möglich ist, die Mittel zur Realisierung von einer Bank oder auch im privaten Bereich zu lukrieren.
Falls dies nicht gelingt, so wäre meiner Meinung (und nach Basel-II) zu hinterfrage, was auf Seiten des Finanzierungswerbers nicht in Ordnung ist (und korrigiert gehört) anstatt über missliche Umstände und die bösten verweigernden Kapitalgeber zu jammern. |
|
| Nach oben |
|
|
Gast Pathfinder
Anmeldungsdatum: 22.12.2004 Beiträge: 316
|
Verfasst am: 25.Jul 2005 10:12 Titel: ? |
|
|
Werte Userin Elly,
ich möchte nicht alles von Ihrem obrigen Beitrag kommentieren. Der Aufwand wird wahrscheinlich nicht dem zu erwartenden Nutzen entsprechen.
Nur so viel sei angemerkt:
| Zitat: |
Ich persönlich erlaube mir davon auszugehen, dass wenn die Idee, das Konzept, das Umfeld, der Businessplan und die Darstellungen wohl durchdacht sind, es sehr wohl möglich ist, die Mittel zur Realisierung von einer Bank oder auch im privaten Bereich zu lukrieren. |
Derzeit in Deutschland unrealistisch! Leider!
Freundliche Grüße
Gast |
|
| Nach oben |
|
|
Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6446
|
Verfasst am: 18.Sep 2006 12:35 Titel: |
|
|
Bankenverband sieht Basel II auf der Kippe
| Zitat: |
Angesichts möglicher weiterer Verzögerungen in den USA stehen die neuen Basel-II-Eigenkapitalregeln nach Einschätzung der deutschen Privatbanken vor dem Aus.
„Ich sehe mit großer Sorge, dass wir im Grunde genommen jetzt vor einem Scheitern von Basel II stehen“, sagte Banken-Präsident Klaus-Peter Müller am Montag in Singapur am Rande der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Müller begründete dies mit einer zunehmenden Uneinigkeit der verschiedenen US-Regulierungsbehörden. Er halte es für möglich, dass auch der zuletzt von den USA angepeilte, verzögerte Starttermin für Basel II Anfang 2009 nicht eingehalten werde. Es habe dort noch nicht einmal die politische Debatte begonnen. Massive Wettbewerbsverzerrungen oder gar das Scheitern des gesamten Regelwerks wären die Folge. Womöglich werde es nötig, bald „Basel III“ zu verhandeln, fügte der Chef der Frankfurter Commerzbank hinzu.
Ähnlich besorgt äußerte sich Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis. Sein Eindruck sei, dass sich die USA mit den Regelungen „noch Zeit lassen“ wollten. Dies sei vielleicht eine Lehre für alle an solchen Verfahren Beteiligten, „wie man auf Druck der Amerikaner reagiert“.
Basel II war 2004 nach jahrelangen Verhandlungen verabschiedet worden und soll in Europa ab 2007 gelten. Die USA hatten die schrittweise Einführung ursprünglich ab 2008 geplant. Mit dem neuen Regelwerk soll das Bankensystem widerstandsfähiger gegen wirtschaftliche Schocks werden. Die Absicherung von Kreditrisiken mit Eigenkapital richtet sich unter Basel II stärker nach der Risikolage einer Bank.
Die USA, die die neuen Vorgaben für weltweit einheitliche Eigenkapitalrichtlinien für die Kreditwirtschaft vor Jahren selbst angeregt hatten, hatten zuletzt eine erneute Verschiebung auf nunmehr mindestens Januar 2009 angekündigt. Hintergrund für die wahrscheinliche Verzögerung sind auch erhebliche Unterschiede zwischen US-Großbanken sowie den zahlreichen kleineren Instituten sowie Differenzen unter den vier amerikanischen Aufsichtsbehörden.
Die von den USA nach jüngsten Entwicklungen angestrebten „offenbaren Sonderlösungen“ seien international nicht kompatibel. „Mit der ursprünglichen Zielsetzung von Basel II hat dies beileibe nichts mehr zu tun“, hob Müller hervor. „Seit meiner Ankunft in Singapur bin ich pessimistischer geworden“, sagte er. „Es kann zu Ungleichgewichten kommen, indem es zu Regulierungsarbitrage kommt“, warnte er. Er könne die Ansätze, die zu einer Umsetzung von Basel II führen könnten, momentan nicht erkennen.
Müller verwies darauf, dass große Banken in Europa für die Umstellung auf Basel II bereits dreistellige Millionenbeträge investiert hätten. Wegen der weiteren drohenden Verzögerungen in den USA werde wohl auch Japan mit der Einführung des Regelwerks abwarten, fügte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) hinzu. Dies alles sei ein „ausgesprochen unerwünschter Zustand“, sagte Müller.
Die deutschen Banken und Sparkassen haben sich nach Angaben der Branchenverbände BdB und DSGV mit großem Aufwand und erheblichen Kosten auf die Einführung vorbereitet und sind gerüstet. „Wir müssen politischen Druck machen“, forderte Müller. In Deutschland würden die Sorgen auf politischer Ebene geteilt. Er wisse aber nicht, mit welcher Priorität der neue US-Finanzminister Henry Paulson „das in seinem Land tief hängende Thema“ behandelt. Die Bundesregierung müsse sich nun für die Umsetzung von Basel II rund um den Globus engagieren.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warnte indes vor einer Dramatisierung. Das Thema werde verhandelt, eine Entscheidung gebe es bislang nicht, sagte der SPD-Politiker. Europa habe selbstverständlich kein Interesse, Regelungen einzuführen, die in den USA erst Jahre später Gültigkeit erlangten. Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Edgar Meister sagte, es sei momentan zu früh, von einem sich abzeichnenden Scheitern von Basel II zu sprechen.
Wegen der zunehmenden Kapitalzuflüsse bei Hedge-Fonds plädierte der Verband erneut für mehr Transparenz in der Branche. „Je stärker Hedge-Fonds an den internationalen Kapitalmärkten an Gewicht gewinnen, desto mehr müssen sie ins Blickfeld der nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden rücken“, sagte Müller. Es gehe um Transparenz, nicht um Regulierung. Er wolle auch keine Panikmache betreiben, aber es bestehe Unklarheit, welche Risiken Hedge-Fonds mittlerweile verwalteten. Die Finanzwelt dürfe nicht erst darauf warten, „dass es knallt“, sondern müsse vorher tätig werden. Rund um den Globus verwalten Hedge-Fonds derzeit rund 1,3 Billiarden Dollar.
Müller forderte einmal mehr, die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute in Deutschland - Sparkassen und Landesbanken - für private Geldhäuser zu öffnen. „Der Staat muss sich aus der Kreditwirtschaft soweit wie möglich zurückziehen, wenn er mehr wirtschaftliche Dynamik auslösen will“, sagte er. Der Bankenverband bekräftigte seine Konjunkturprognose für 2007. „Mit einer Zuwachsrate von gut einem Prozent dürfte sich das Wirtschaftswachstum gegenüber dem laufenden Jahr etwa halbieren“, hieß es. 2006 würden gut zwei Prozent erwartet.
(Handelsblatt) |
|
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|