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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 1.Apr 2007 4:28 Titel: Debt Equity Swap Schulden in frisches Eigenkapital umwandeln |
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Hilfe zum Abheben: Mit "Debt Equity Swaps" lassen sich Schulden in frisches Eigenkapital umwandeln. Eine wichtige Frage ist allerdings, ob die neuen Miteigentümer Mitspracherechte erhalten.
Walter Drasl drohte der Absturz. Ende 2005 geriet sein Unternehmen Pro Toura, das Spezialflüge und Astronautentrainings anbietet, in eine Bilanzkrise. 400.000 Euro Miese standen in den Büchern, die Banken verlangten mehr Sicherheiten und kürzten die Kreditlinien um die Hälfte.
Drasl brauchte dringend frisches Geld - und tatsächlich fand der frühere Lufthansa-Kapitän einen Ausweg: Er handelte mit einigen Kreditgebern aus, dass diese seine Schulden quasi in Eigenkapital umwandeln - das macht aus Gläubigern neue Anteilseigner. Dieser Eigenkapitalersatz, neudeutsch Debt Equity Swap genannt, brachte die Bilanz des Bremer Unternehmens wieder ins Gleichgewicht.
Auf solche Deals lassen sich bislang nur wenige Unternehmer ein, obwohl der Schuldentausch nach Ansicht von Experten oft eine gute Option ist. "Der Debt Equity Swap ist für Mittelständler attraktiv, nur wenige kennen und nutzen ihn allerdings", sagt Rechtsanwalt Matthias Gündel.
Unternehmer entscheiden sich in aller Regel nur dann dafür, Fremdkapital in Eigenkapitalersatz umzuwandeln, nachdem sie in eine Krise geschlittert sind. Dabei ist die Sache durchaus auch für gesunde Firmen interessant, sagen Experten.
Nicht nur bestehende Kredite können Unternehmen in Eigenkapitalersatz umwandeln - die gleiche Operation können sie auch bei neuen Darlehen anwenden. Dann hat das Kind nur einen anderen Namen - es werden Genussscheine ausgegeben.
Der Vorteil findet sich in der Bilanz: Die sieht deutlich besser aus. "80 Prozent des Mittelstands unterschätzen, wie wichtig es ist, eine gute Eigenkapitalquote in der Bilanz ausweisen zu können", sagt Gündel, der sich auf die Beratung von Mittelständlern in Finanzierungsfragen spezialisiert hat.
Wer seine Kredite in Eigenkapitalersatz umwandelt, hübscht damit seine Bilanz auf. "Und die Schulden werden auf andere Töpfe verteilt", sagt Pro-Toura-Chef Drasl. Das allerdings hat seinen Preis - nach einem Debt Equity Swap muss der einstige Schuldner für das Kapital mehr bezahlen als vorher. Im Regelfall sind die Zinsen zweieinhalb bis drei Prozentpunkte höher als bei normalen Darlehen, sagt Norbert Winkeljohann, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Zu den Zinsen kommt noch eine ertragsabhängige Gewinnausschüttung. Darauf aufgesattelt werden noch diverse Transaktionskosten.
"Für den klassischen Handwerksbetrieb lohnt sich das nicht", sagt Winkeljohann. Für größere Mittelständler aber bringen die Tauschgeschäfte keine ernsthaften Nachteile mit sich. Winkeljohann: "Durch die höheren Zinsen ist diese Variante zwar teurer. Dennoch halte ich sie für sehr empfehlenswert."
Die Geldgeber dagegen gehen bei Debt Equity Swaps und Genussscheinen ein höheres Risiko ein. Denn eine Voraussetzung für solch einen Deal ist die sogenannte Nachrangigkeit des Kapitals. Das bedeutet: Wenn das Unternehmen pleitegeht, werden aus der Konkursmasse erst alle anderen Forderungen bedient. Ist dann kein Geld mehr im Topf, gehen sie leer aus. "Das ist das Risiko für die Inhaber der Darlehen", sagt Winkeljohann.
Skeptisch sind viele Mittelständler vor allem, weil sie sich ungern fremde Anteilseigner ins Unternehmen holen. Auch Pro-Toura-Chef Drasl hatte anfangs diese Bedenken. "Ich habe mich nicht getraut, mein Unternehmen für andere zu öffnen. Man weiß nicht, was dann passiert", erinnert er sich. "Haben die Gläubiger dann auch das Recht, mir das Heft aus der Hand zu nehmen?"
Kommt drauf an. Hier greift der feine, aber entscheidende Unterschied zwischen Eigenkapital und Eigenkapitalersatz. Wer seine Geldspritze als "Ersatz" in ein Unternehmen schießt, hat zwar Anspruch auf Zinsen, aber nicht auf Mitsprache. Ganz anders sieht es aus, wenn die Finanzhilfe als Eigenkapital gewährt wird. Dann dürfen neue Miteigentümer durchaus ein Wörtchen mitreden - und dieses Recht nutzen sie.
Deshalb sorgen Debt Equity Swaps immer wieder für Schlagzeilen. Denn Private-Equity-Gesellschaften und Banken übernehmen durch ihr Eigenkapital bei kriselnden Unternehmen die Macht und gehen anschließend mit dem eisernen Besen durch.
Ein Beispiel dafür ist der Allgäuer Strumpfproduzent Kunert. Das Unternehmen stand 2004 vor dem Aus, das Eigenkapital war so gut wie aufgezehrt, das Unternehmen hoch verschuldet. Einige Investoren rund um die Deutsche Bank kauften den Gläubigern die Kredite ab und wandelten sie in Eigenkapital um.
So konnten sie 27 Prozent von Kunert übernehmen, bekamen große Mitspracherechte, entließen Mitarbeiter, schlossen verschiedene Werke und wechselten die Geschäftsführung aus. Für die Banken hat sich der Einsatz gelohnt: "Durch die Restrukturierung arbeitet Kunert inzwischen wieder wirtschaftlich", heißt es bei Kunert. "2006 wurden alle wichtigen Restrukturierungsziele erreicht."
Auf diese Weise hätte Walter Drasl nicht ausgebootet werden können, meint Experte Gündel. Denn bei Kunert wurden Schulden in echtes Eigenkapital umgewandelt, mit allen Folgen. Werden die Schulden jedoch - wie bei Drasl - in Eigenkapitalersatz umgewandelt, ist das nicht der Fall: "Dann wird weder die rechtliche Position des Gesellschafters verschlechtert, noch werden die Stimmverhältnisse in der Gesellschafterversammlung beeinflusst."
Walter Drasl jedenfalls ist nicht abgestürzt, die Turbulenzen sind überstanden. Die Bilanz von Pro Toura sieht wieder gut aus, bei den Banken bekommt der Geschäftsführer wieder leichter Kredit. Drasl sagt, er fühle sich "wieder sauwohl".
Minus zu Plus
Es gibt drei unterschiedliche Formen von Debt Equity Swaps:
Eigenkapital
Jemand kauft die Schulden eines Unternehmens auf. Diese Summe wird als Eigenkapital in das Unternehmen gesteckt. Der Geldgeber wird damit Gesellschafter - und das inklusive Mitspracherecht. Das Instrument wird zunehmend von Investoren genutzt, um Unternehmen ihrer Wahl zu "entern".
Eigenkapitalersatz
Weil sie die Mitsprache neuer Gesellschafter vermeiden wollen, scheuen viele Unternehmen vor dem Debt Equity Swap zurück. Dabei lässt sich das Gesellschafterrecht vertraglich ausschließen: Die Geldspritze gilt bilanziell als Eigenkapital, die damit verbundenen Rechte jedoch werden nicht genutzt.
Genussscheine
Als Ersatz von Eigenkapital - also ohne Stimmrechte - sind Genussscheine einzuordnen. Wie bei einer Anleihe verschulden sich Unternehmen über die Genussscheine. Wer sie kauft, dem werden jährliche Zinsen und nach einem bestimmten Zeitraum die Rückzahlung des Anlagebetrags versprochen.
Quelle: FTD |
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GM&P Info .

Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3335
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Verfasst am: 18.Apr 2007 7:41 Titel: |
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| Zitat: |
| Ein Debt Equity Swap ist eine attraktive Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung; dennoch kennen und nutzen ihn nur wenige oder glauben er sei nur in der Krise interessant. Experten sagen, dass die Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital auch für gesunde Unternehmen interessant ist. Nicht nur Bestehende, sondern auch neue Darlehen können in Eigenkapitalersatz umgewandelt werden. Das allerdings hat seinen Preis. Diese und weitere Aspekte erläutern die Referenten des Seminars Debt Equity Swap am 21. Juni 2007 in Frankfurt am Main. |
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GM&P Info .

Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3335
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Verfasst am: 11.Dez 2007 6:23 Titel: |
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Auszug - Pressemeldung: Gündel & Katzorke Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
| Zitat: |
Debt-Equity-Swap .. Wird diese Maßnahme noch im aktuellen Geschäftsjahr vollzogen, hat dies bereits Auswirkungen auf das Rating der Hausbanken ab dem Jahr 2008.
..
Hinter einem Debt-Equity-Swap verbirgt sich die Zeichnung einer neuen Beteiligung, bei der als Einlage nicht eine Barzahlung sondern die Einbringung einer Forderung gegen das Unternehmen geleistet wird. Damit vereinigen sich Gläubiger und Schuldner in einer Person und das Unternehmen wird von einer Verbindlichkeit befreit.
Die drei Hauptanwendungsformen des Debt-Equity-Swap:
· Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in Mezzanine Kapital
· Verlustzuweisung an Kapitalgeber
· Umwandlung von Darlehen Dritter in Eigenkapital(-ersatz)
Genussrechtskapital statt Gesellschafterdarlehen
Einer der häufigsten Anwendungsbereiche für Debt-Equity-Swaps ist die Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in Mezzanine Kapital, wie dem Genussrechts- oder Stillen Gesellschafts- Kapital. Besonders wirkungsvoll ist diese Maßnahme, wenn das Mezzanine Kapital in der Bilanz unter dem Eigenkapital ausgewiesen wird. In diesem Fall kann sogar die drohende bilanzielle Überschuldung, also ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag, abgewendet werden.
„Um eine Zuordnung zum Eigenkapital zu erzielen, muss die Kapitalüberlassung längerfristig (mindestens fünf Jahre) sein, das Kapital an den Gewinnen und Verlusten des Unternehmens beteiligt werden und der Investor einen Nachrang erklären“, so Björn Katzorke von der Mittelstandskanzlei Gündel & Katzorke aus Göttingen. |
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knappertsbusch Newbie
Anmeldungsdatum: 19.11.2007 Beiträge: 5
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Verfasst am: 13.Dez 2007 20:21 Titel: Debt-Equity-Swap (DES) läßt sich wie folgt definieren: |
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vertragliche Vereinbarung, bei der Forderungen gegenüber einem Schuldner zweifelhafter Bonität in Beteiligungen umgewandelt werden. Da meistens Gläubiger der Forderung und potentieller Erwerber der Beteiligung nicht personengleich sind, wird die zweifelhafte Forderung zunächst mit einem Abschlag weiterverkauft. Der neue Gläubiger kann dann die Forderung dazu verwenden, den von ihm geschuldeten Kaufpreis für den Erwerb einer Beteiligung am Schuldnerunternehmen aufzurechnen, so daß es zum Erlöschen der Forderung kommt. Aus der Sicht des Schuldners wurde also eine Verbindlichkeit in Eigenkapital umgewandelt. Die bislang spektakulärste Anwendung eines Debt-Equity-Swaps (DES) erfolgte bei der Sanierung des Automobilherstellers Chrysler.
In jüngerer Zeit werden DES zudem als Instrument zur Lösung der internationalen Schuldenkrise diskutiert.
Das Geschäft verläuft dabei nach folgendem Grundmuster: Unternehmung mit Sitz im Land A hat im Land B eine Tochtergesellschaft, die zur Durchführung von Erweiterungsinvestitionen zusätzliches Haftungskapital benötigt. Land B ist ein international hochverschuldetes Entwicklungsland, dessen Kredite, denominiert in US-$, bei den ausländischen Banken eingefroren sind. Land B hat Schwierigkeiten termingerecht Zinsen zu leisten. Die Tilgungsleistungen wurden bereits (teilweise) ausgesetzt. Aus diesen Gründen verkauft eine ausländische Bank der Unternehmung im Land A (Muttergesellschaft) Forderungen mit einem mit einem Disagio von ca. 20 bis 40% aus ihren US-$-Krediten, die sie gegen das Land B hat. Das Unternehmen präsentiert anschließend dem Land B diese Forderungen in Höhe von X-Einheiten auf US-$ lautend und erhält dagegen umgerechnet Y-Währungseinheiten des Landes B (u. U. mit einem Abschlag von bis zu 15 %). Dieser Betrag wird zur Kapitalerhöhung der Tochtergesellschaft im Land B verwendet.
Es läßt sich also festhalten, dass bei einem DES auf jeden Fall fremde Gesellschafter/Anteilseigner in die Firma aufgenommen werden müssten (zumindest als stille Beteiligte, die natürlich auch ihren Kapitaleinsatz vergütet haben möchten), so dass sich die, von diesen gekauften Forderungen in Eigenkapital umwandeln würden. Den gleichen Effekt hätten Sie, wenn sie einen Fremdgesellschafter im Rahmen einer Kapitalerhöhung aufnehmen und das Geld aus der von ihm gezahlten Kapitalerhöhung zum Schuldenabbau nutzen würden. |
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 406 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 13.Dez 2007 21:55 Titel: Re: Debt Equity Swap Schulden in frisches Eigenkapital umwan |
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Guten Abend,
vielleicht noch einige erklärende Worte zu Teilen des Erstbeitrages...
An- und abschließend eine kurze Bewertung mit den Augen eines Praktikers....
Dabei bemühe ich mich gleichzeitig, das auch so darzustellen, daß es auch derjenige versteht, der nicht täglich mit diesen Begriffen zu tun hat.
| Moderator GM&P hat folgendes geschrieben:: |
Der Vorteil findet sich in der Bilanz: Die sieht deutlich besser aus. "80 Prozent des Mittelstands unterschätzen, wie wichtig es ist, eine gute Eigenkapitalquote in der Bilanz ausweisen zu können", sagt Gündel, der sich auf die Beratung von Mittelständlern in Finanzierungsfragen spezialisiert hat.
Wer seine Kredite in Eigenkapitalersatz umwandelt, hübscht damit seine Bilanz auf. "Und die Schulden werden auf andere Töpfe verteilt", sagt Pro-Toura-Chef Drasl. Das allerdings hat seinen Preis - nach einem Debt Equity Swap muss der einstige Schuldner für das Kapital mehr bezahlen als vorher. Im Regelfall sind die Zinsen zweieinhalb bis drei Prozentpunkte höher als bei normalen Darlehen, sagt Norbert Winkeljohann, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Zu den Zinsen kommt noch eine ertragsabhängige Gewinnausschüttung. Darauf aufgesattelt werden noch diverse Transaktionskosten.
"Für den klassischen Handwerksbetrieb lohnt sich das nicht", sagt Winkeljohann. Für größere Mittelständler aber bringen die Tauschgeschäfte keine ernsthaften Nachteile mit sich. Winkeljohann: "Durch die höheren Zinsen ist diese Variante zwar teurer. Dennoch halte ich sie für sehr empfehlenswert." |
Diese Absätze erachte ich als die Kernaussagen...
Die farblich markierten Aussagen deuten bereits an, worauf es letztlich hinausläuft.
Wir konstruieren hierzu folgendes Beispiel:
Eine GmbH des produzierenden Gewerbes mit angenommenen 5 Mio. Euro Jahresumsatz erzielt mit einem einzelnen Kunden alleine rd. 50 % des Jahresumsatzes.
Die durchschnittliche Materialeinsatzquote (Materialeinkäufe, Anarbeitungen durch Dritte) betrage rd. 45 %.
Zur Leistungserbringung bediene man sich hauptsächlich vierer Lieferanten.
Die Lieferantenverbindlichkeiten für diese vier Hauptlieferanten sollen sich im Durchschnitt auf je rd. TEUR 125 belaufen.
Die Bilanz ist also ständig, so auch zum Stichtag 31.12., mit mind. TEUR 500 belastet.
Der Hauptkunde soll nun ausfallen!
Das Unternehmen befindet sich damit zwangsläufig in der Krise!
Wenn auch in der Betriebswirtschaft die Fertigungslöhne z. B. als variabel anzusehen sind, so sind diese in der Praxis zumindest mittelfristig (Kündigungsfristen!) als fix anzusehen. Die Mitarbeiterlöhne sind also zunächst weiter zu zahlen, obwohl nur noch die Hälfte der Mitarbeiter benötigt würde. In der Folge komme es zu Schwierigkeiten bei der Bedienung der Lieferantenverbindlichkeiten...
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Was tun?
Zwei Lösungsansätze bieten sich an:
a) Das Bankgespräch
Es kann plausibel und glaubhaft dargelegt werden, daß kurz-bis mittelfristig Aufträge von anderen Auftraggebern in den Produktionsprozess gegeben werden können.
- Die Bank spielt mit und hilft mit überbrückenden liquiden Mitteln. OK!
- Die Bank spielt nicht mit und verweist auf die schlechte Eigenkapitalquote. SHIT HAPPENS!
b) Das Lieferantengespräch
Die vier Haupt-Lieferanten selbst sind gut aufgestellt und können sich aufgtrund der langjährigen Geschäftsverbindung gut vorstellen, als stille Gesellschafter aufzutreten, soweit der Geschäftsplan akzeptabel und glaubwürdig erscheint.
Die Vier erklären sich also bereit, Einlagen als stille Gesellschafter in Höhe ihrer jeweiligen Forderungen bereitzustellen. Dazu bedienen sie sich des Instrumentes der 'Aufrechnung nach BGB'.
Die Lieferantenverbindlichkeiten verschwinden also aus der Passivseite der Bilanz. Stattdessen erscheinen diese Beträge - ebenfalls auf der Passivseite - als Eigenkapitalersatz.
Und schon hat dieses Unternehmen seine Bilanz aufgehübscht, wie oben schon so schön dargelegt...
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Bewertung:
Bei diesem konstruierten Beispiel, welches letztlich mit nur Eigenkapital ersetzender Maßnahme geschildert wurde, ist es im Ergebnis defacto so, daß sich zwar die Bilanzrelationen deutlich verbessern, nichtsdestotrotz aber dem Unternehmen kein Fresh-Money zugeführt wird.
Die augenblicklich vorhandenen liquiden Schwierigkeiten bleiben zunächst, auch wenn, bezogen auf die Lieferantenverbindlichkeiten, zunächst eine Entspannung eintritt.
Ob es begleitend - nach! dieser Maßnahme - bei den Banken leichter wird, zu zusätzlichen liquiden Mitteln zu kommen, darf im Grundsatz bezweifelt werden...
Merke auf:
Da, wo nichts mehr ist, helfen letztlich auch keine Bilanz'tricks'.
Da hilft schlicht und einfach nur noch Geld...
Gruß |
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MCD Pathfinder
Anmeldungsdatum: 06.12.2004 Beiträge: 300
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Verfasst am: 14.Dez 2007 7:52 Titel: |
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interessant wird es - bleiben wir bei dem konstruierten fall- wenn das unternehmen jetzt verkauft wird. und die stillen gesellschafter ihre "einlage" zurückhaben möchten UND dann die antwort erhalten, dass dies ihr beitrag sei, die firma zu sanieren und nichts erhalten. so kürzlich bei einer in schieflage geratenen -und verkauften- frankfurter hypo bank geschehen.
viele grüsse
mcd |
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 406 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 14.Dez 2007 9:04 Titel: |
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MCD, Sie sagen es...
Und daher betrachte ich diese Maßnahmen in aller Regel mit äußerst gemischten Gefühlen; ordne ich sie doch eher in die Kategorie 'Bilanztricks' ein.
Das Vorgehen ist legal, die Frage nach dem Nutzen muß jeder Betroffene für sich selbst beantworten...
Propagiert wird dieses Verfahren bekannterweise auch von Göttinger Anwälten.
Je nach dem, wie es rübergebracht wird, könnte ein Betroffener glauben, eine Cash-Cow (Aus Schulden mach' Kapital) erfunden zu haben.
Dem ist leider in keinster Weise so, denn:
Kapital ist nicht immer gleichbedeutend mit Liquidität!
Und das muß im Kopf erst einmal verstanden werden...
Gruß |
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bavarian1 Newbie
Anmeldungsdatum: 02.05.2005 Beiträge: 13 Wohnort: Siegsdorf
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Verfasst am: 7.Jan 2008 10:05 Titel: |
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Völlig richtig - und um das noch zu untertreichen:
der "Trick" ist auch für Blinde ganz einfach auch aus der Bilanzposition zuerkennen:
auch das Eigenkapital steht auf der Passiv-Seite. Ist also nicht Vermögen. Sondern an die Gesellschafter geschuldetes (geborgtes) Kapital.
Die zwei Vorteile der Forderungsumwandlung in der Bilanz ergeben sich erstens aus der Nachrangigkeit des Eigenkapitals gegenüber den sonstigen Verbindlichkeiten und zweitens die möglicherweise dadurch enstehende Vermeidung der Überschuldung.
Aber - da haben Sie völlig Recht - eine Änderung auf der Passiv-Seite der Bilanz alleine hat noch nicht unbedingt eine Sanierungsfunktion, wenn nicht auch auf der Aktiv-Seite etwas passiert - wie zum Beispiel bei der Zuführung neuen Kapitals. Es muß deshalb richtig heißen: eine solche Maßnahme ist eine Umwandlung in "Eigen"-Kapital - welcher Form auch immer. |
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