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Der Bausparvertrag "BHW Dispo maXX" von der BHW Bausparkasse

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6871

BeitragVerfasst am: 21.Aug 2006 6:05    Titel: Der Bausparvertrag "BHW Dispo maXX" von der BHW Ba Antworten mit Zitat

Mit dem Werbezins von 1,9 Prozent erlebt der Bauherr sein blaues Wunder
Der Bausparvertrag "BHW Dispo maXX" von der BHW Bausparkasse

Die zum Postbank-Konzern gehörende BHW Bausparkasse bietet unter der Bezeichnung "Dispo maXX" einen flexiblen Bauspartarif an, der dem Kunden alle Verwendungsmöglichkeiten offen halten soll. Je nach Zielsetzung verspricht die Bausparkasse den Vertragsinhabern entweder - sofern ein Immobilienerwerb geplant ist - äußerst günstiges Baugeld oder hohe Renditen, wenn lediglich Geld angespart werden soll.

Günstiges Bauspardarlehen

Aktuell wirbt die BHW Bausparkasse für den "Dispo maXX" vor allem mit dem Hinweis auf den günstigen Zins des Bauspardarlehens. "Ab sofort können Sie sich Ihr Bauspardarlehen schon ab sensationellen 1,9 Prozent* sichern", heißt es auf der Internet-Homepage und in Werbeschreiben. Zudem scheint der Kredit zum Dumpingpreis auch schnell verfügbar zu sein - so suggerieren zumindest Werbeaussagen wie "Schnell zum Baugeld - ohne festes Mindestsparguthaben" und "Wahlzuteilung: Bauspardarlehen kurzfristig abrufbar". Bauherren sollten die Versprechungen des Baufinanzierers aber skeptisch betrachten.

Wahl des Darlehenszinssatzes

Beim "Dispo maXX" handelt es sich um einen sehr flexibel einsetzbaren Bauspartarif. Die verschiedenen Wahloptionen machen es möglich, dass der Vertrag sowohl an die Ansprüche zukünftiger Bauherren mit unterschiedlichem Planungshorizont als auch an den Bedarf von Sparern, die mit ihren Einzahlungen lediglich die staatliche Förderung durch Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage nutzen wollen, angepasst werden kann. Und das auch noch nach Vertragsabschluss, wenn sich Kundenpläne nachträglich verändern.
Allerdings gibt es soviel Freiheit nicht zum Nulltarif. Zwar muss der Bausparer für Vorteile, die er beansprucht, keine speziellen Gebühren berappen. Er zahlt seinen Preis aber durch Nachteile bei bestimmten vertraglichen Leistungen.
Denn die Bausparfinanzierung basiert traditionell auf dem Prinzip des Gebens und Nehmens. So kommt an das günstige Bauspardarlehen nur heran, wer der Bausparkasse als Sparer zuvor sein Vertragsguthaben über Jahre zum Niedrigzins überlassen hat. Dispo-maXX-Sparer erhalten einen Anlagezins von einem Prozent pro Jahr. Viele Banken und Sparkassen bieten bei langfristigen Sparverträgen derzeit wesentlich mehr.

Welchen Kredit der Kunde bekommt und für wie lange, entscheidet sich vor allem mit der Wahl des Darlehenszinssatzes. Wer auf den Werbezins von 1,9 Prozent fliegt, erlebt schnell sein "blaues Wunder". Ein Beispiel: In sieben Jahren soll eine Umbaumaßnahme finanziert und dafür monatlich 250 Euro in den Vertrag eingezahlt werden. Je nach Darlehenszins sieht die Rechnung sehr unterschiedlich aus: Wählt der Bauherr die teuerste Kreditvariante mit einem Nominalzins von 3,75 Prozent, zahlt ihm die Bausparkasse nach sieben Jahren einen Betrag von 49 000 Euro aus. Davon gibt es 27 783 Euro als Darlehen mit einem Effektivzins von 4,05 Prozent.

Nimmt der Kunde die Werbung beim Wort und kreuzt er im Vertrag die Niedrigzinsvariante mit 1,9 Prozent an, sieht die Rechnung völlig anders aus: Zum Dumping-Effektivzins von 2,28 Prozent fließen hier trotz gleicher Ansparleistung nur 13 633 Euro - also weniger als die Hälfte - an Kreditmitteln auf sein Baukonto, zusammen mit dem Sparguthaben 35 000 Euro. Außerdem währt der Zinsvorteil nur recht kurz, denn schon nach fünf Jahren und neun Monaten muss die Schuld bei Wahl des Standardtilgungssatzes von sechs Promille der Vertragssumme getilgt sein. Bei Wahl der teureren Variante kann sich der Bauherr dagegen neun Jahre und fünf Monate Zeit lassen.

Deutliche Leistungsunterschiede offenbart auch der Blick auf den Zeitraum, der unter Standardbedingungen bis zur Zuteilung eines Bausparvertrages vergeht. Bei Einzahlung der Regelsparrate von drei Promille der Vertragssumme wird die Zuteilung erst nach 13 Jahren erreicht - volle drei Jahre später als bei Wahl des 3,75 Prozent-Kreditzinses. Und das kostet den Bausparer jede Menge Geld in Form von Zinsverlusten gegenüber möglichen Alternativanlagen.

Flexibilität hat ihren Preis

Trotz aller Flexibilität kann die BHW Bausparkasse mit dem Tarif "Dispo maXX" die traditionelle Bauspar-Arithmetik nicht ausschalten. Auch hier gilt: Wer als Bausparer einerseits bestimmte Vorteile genießen will, muss andererseits mehr Vorleistungen erbringen oder Leistungseinschränkungen hinnehmen.
Konkret: Bausparer bezahlen den Schaufensterzins von nominal 1,9 Prozent im Vergleich zu teureren Tarifvarianten mit einer längeren Wartezeit bis zur Zuteilung, einem geringeren Darlehensanspruch und hohen Tilgungsraten. Und zwar je nach Ausgangslage in unterschiedlicher Kombination.
Außerdem gilt wie bei jeder Bausparfinanzierung auch hier: Der Zins des Bausparkredits spiegelt keinesfalls die kompletten Kosten der Finanzierung wider. Denn hierzu gehören ebenfalls die in der Ansparphase im Vergleich zu Alternativanlagen erlittenen Zinseinbußen. Wird das Baugeld sofort benötigt, kommen zusätzlich die Kosten einer langjährigen Zwischenfinanzierung des Bausparvertrags dazu.

Bauherren sollten sich weder von der Lockvogel-Werbung der BHW noch durch ähnliche Versprechen anderer Anbieter blenden lassen und vor einem Abschluss unbedingt Alternativfinanzierungen prüfen - am besten mit Hilfe eines unabhängigen Beraters.

(WELT.de)
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Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beiträge: 263
Wohnort: Regensburg

BeitragVerfasst am: 21.Aug 2006 10:44    Titel: Und die Moral von der Geschicht: Antworten mit Zitat

...Bausparen lohnt sich nicht!
Applaus für den obigen Beitrag!!!

Man kann nicht oft genug daran erinnern. Alle Bausparkassen - da gibt es keine Ausnahme - versuchen mit unübersichtlichen Tarifen die Kunden in die Bausparfalle zu locken und die "Hausbanken" mischen da kräftig mit. Warum? "Eine Hand wäscht die andere."

Zitat:
["Mogelpackung...
Die seltsamen Sonder-Darlehen der Bausparkassen...
Der Häuslebau mit sofort bewilligten Zwischenkrediten von Bausparkassen ist viel teurer .. ...Selbst der günstige Zinssatz des Bauspardarlehens senkt die Gesamtkosten der Finanzierung nur auf jährlich 10,5%. Zuviel im Vergleich zu dem, was die Angebote an Kostenbelastung vorgaukeln ..."
Zitat Ende. Quelle: Capital - 9/86
Man beachte das Datum. Dieses Zitat stammt aus dem Jahre 1986

Niedrige Zinsen werden angeboten und der Unkundige setzt sie mit niedrigen Raten gleich.
So einfach läßt sich unser Gehirn täuschen.
Schnell vergessen sind: Abschlußgebühren, Kontoführungsgebühren, unverschämt niedrige Guthabenzinsen, Gebühr für Darlehensaufnahme, ... Man unterschreibt und freut sich auf die niedrigere Rate. Eine Freude, die am Ende leider zur Enttäuschung wird, denn die Bausparfinanzierung ist mit niedrigen Raten unmöglich!

Zitat:
"... Vermögensvernichter Bausparen: Volksverdummung oder legaler Betrug?
... Geradezu erschreckend ist es, wie Staat und Bausparkassen gemeinschaftlich und vorsätzlich Bürger unseres Landes, insbesondere junge Familien, in das Elend der von ihnen konstruierten Bauspar-Falle treiben. Die Bausparkassen mit ihren gut geschulten und mit Fachkenntnissen ausgestatteten "Beratern" kennen die Nachteile des Bausparens. Doch sie wollen und müssen Gewinne machen. Also nutzen sie den bereits seit vielen Jahren unberechtigt guten Ruf des Bausparens, um ihre Kunden ´über den Tisch zu ziehen´..."
Zitat Ende.
Quelle: Spitze - 1/1993

Und nochmal wird das Gehirn überlistet:
Wie schnell setzt man die Aussagen zu Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie mit Rendite gleich? Wenn man hört, dass zu den "normalen" Zinsen gar noch 9% Arbeitnehersparzulage, 8% Wohnungsbauprämie dazu "addiert" werden können... Leider ist dem nicht so, sonst gäbe es wirklich einen Grund, Bausparpläne abzuschliesen.

Fazit:
- Kunden erhalten beim Abschluss des BSV keine Zusage, wann das "zinsgünstige" Darlehen zugeteilt wird,
- Verzinsung in der Ansparphase lächerlich gering,
- viele offene und versteckte Gebühren sind teilweise sogar höher als die max. möglichen staatlichen Zulagen,
- kurze Laufzeit des BS-Darlehens (10 - 12 Jahre) stellt viel zu hohe Belastung des Bauherrn dar,
- der wahre Darlehenszins ist nicht der von den Bausparkassen angegebene Effektivzins sondern noch viel höher, wenn man alle Gebühren berücksichtigt und vor allem den erzwungenen Zinsverlust in der Ansparphase.
- Es gibt BSV, die das Doppelte bis Dreifache einer normalen Bankfinanzierung kosten.

Darum noch eimal:
Die Moral von der Geschicht:
Bausparen lohnt sich nicht!

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