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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6453
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Verfasst am: 9.Dez 2006 6:38 Titel: Eine Bank ist kein Wohltätigkeitsverein. Oder doch? |
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Ein Beispiel aus Wien: die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse, ein Projekt der österreichischen Spar-Casse Privatstiftung, hat gerade eröffnet.
Die nass gewischten Steinfliesen, die aufrechten und stets spindeldürren Bürogummibäume vor den Fenstern, das unscheinbare Haus im nicht eben vornehmen zweiten Wiener Bezirk, das alles erinnert an eine Behörde. Eine kleine Beobachtungskamera ist auf die Besucherstühle gerichtet. Es riecht nach schwarzem Kaffee, der im Nebenzimmer durch die Maschine tropft. Nichts deutet darauf hin, dass dies die Versuchsanordnung für ein Experiment ist, das die Bankenszene verändern könnte.
Dort, wo der L-förmige Raum einen Knick macht, liegt strapazierfähiger Teppich, darauf steht ein moderner Schreibtisch, darauf ein Flachbildschirm. Erika Heiling sitzt dahinter, setzt ihr strahlendstes Lächeln auf und begrüßt einen jungen Mann, der die Rappermütze tief in die Stirn gezogen hat. Heiling ist von 8 bis 16 Uhr Filialleiterin bei der österreichischen Ersten Bank, jenem Spitzeninstitut der Sparkassen, das an der Börse im Wien derzeit rund 17,8 Milliarden Euro auf die Waage bringt.
Nach 16 Uhr wechselt Heiling in die „Zweite“, wie die Filiale im zweiten Bezirk bei den Mitarbeitern genannt wird. Dort kümmert sie sich ehrenamtlich um diejenigen, die bei der „Ersten“ keine Chance haben. Um Pleitiers und Pechvögel.
Um Mütter, die keine Unterhaltszahlung bekommen. Um Manager, die Privatkonkurs angemeldet haben. Oder wie im Fall des jungen Rappers um solche, die Miete, Handyrechnung und Versandhausforderungen früh in den Ruin getrieben haben.
„Es sind Menschen, deren finanzielles Kartenhaus zusammengebrochen ist“, sagt Heiling. Sie gibt ihnen, was auf deren Wunschliste ganz oben steht: ein Konto mitsamt Plastikkarte für den Geldautomaten.
Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse, wie sich die Bank für Bedürftige nennt, ist ein Projekt der österreichischen Spar-Casse Privatstiftung, die mit 30,5 Prozent die größte Aktionärin der Ersten Bank ist.
5,8 Millionen hat die Stiftung nun für zunächst vier Jahre zur Verfügung gestellt, um die Zweite Bank zum Laufen und Pleitiers wieder auf die Beine zu bringen.
„Kein Konto zu haben, bedeutet ausgegrenzt zu sein“, sagt Martin Litschauer, Berater bei der Wiener Caritas und Mitinitiator des Projekts. Caritas und Schuldenberatung schicken ihre Fälle hierher.
Wer keine Empfehlung einer dieser beiden Organisationen vorweist, dem kann auch Heiling nicht helfen. Wer dagegen von dort geschickt wird, bekommt garantiert ein Konto: für drei Jahre, ohne Überziehungsmöglichkeit, aber mit bescheidenen Zinserträgen. Wer sich dann saniert hat, der kann wieder zur Ersten Bank oder einem anderen Institut wechseln.
170 aktive und ehemalige Mitarbeiter der Ersten Bank haben sich bislang gemeldet, um so wie die freundliche Frau Heiling ohne Bezahlung drei bis fünf Stunden im Monat Kunden zu beraten, die sie ansonsten vor die Tür setzen müssten. 12 000 sind das nach Schätzungen der Bank allein in Wien.
Der Rapper vorne in jenem Foyer mit Sozialamtsambiente hat unterdessen sein Beratungsgespräch hinter sich. Das Konto ist eröffnet, die Plastikkarte bestellt, Daueraufträge für Miete und Strom sind eingerichtet. „Cool“, sagt er und schlurft aus der Filiale.
Das Modell:
Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse bietet Schuldnern, die von Wohlfahrtsorganisationen geschickt werden, ein Konto ohne Überziehungsmöglichkeit an.
Pro Quartal ist eine Kaution von neun Euro fällig, die die Kunden nach Auflösung des Kontos zurückbekommen, wenn sie bis dahin nicht mehr ausgeben, als auf dem Konto ist. Damit sollen Teile der Kosten für Bankauszüge, Überweisungen, Daueraufträge und Geldautomatenkarte finanziert werden.
Die Kunden können alle zwei Monate zu einem Beratungsgespräch kommen. Nach drei Jahren soll das Konto gelöscht werden – mit dem Ziel, dass der Kunde bis dahin seine Finanzen im Griff hat.
Quelle: HB |
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sualkchees Newbie
Anmeldungsdatum: 12.01.2005 Beiträge: 49 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 9.Dez 2006 10:25 Titel: |
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Da sollten sich die deutschen Banken mal was abschauen.
Für meine Begriffe eine ganz tolle Sache.
Den Damen und Herren die eine solche Idee geboren haben ein ganz dickes Lob.
Den Damen und Herren die ohne Kostenersatz den armen Leuten helfen, noch ein dickeres Lob.
Machen Sie weiterso, man wird es Ihnen danken, denn die armen Menschen wissen, was " herzlichen Dank " bedeutet.
Gruß
Sualkchees |
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