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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 19.Nov 2003 7:48 Titel: Kein Kredit für Wünsche - Banken bremsen den Aufschwung |
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Sicher kennen das viele - Kreditanfrage - bei Ihnen soweit alles in Ordnung - und die Bank schüttelt den Kopf.
| Zitat: |
Kaum Kredite für den Mittelstand
Kreditpolitik der Banken bremst den Aufschwung
Kleine und mittelständische Unternehmen benötigen oft kurzfristige Überbrückungs-kredite, um neue Maschinen oder Material einzukaufen. Die rigiden Vergaberichtlinien der Banken für Kredite sorgen oft für Probleme bei den Unternehmen - obwohl diese wirtschaftlich gesund dastehen.
Vom kleinen Tischler zum mittelständischen Unternehmer: Bernd Wünsche hat im Westerwald seine eigene Schreinerei. 20 Leute arbeiten hier, von der Zimmertür bis zur Büroausstattung ist bei Wünsche alles im Angebot. Die letzten Jahre waren hart, doch seit dem Sommer ist die Auftragslage wieder besser.
"Wir haben den Betrieb seit 15 Jahren und machen zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro Umsatz. Jährlich müssen wir 50.000 Euro für Kleininvestitionen bereithalten. Zum Beispiel eine Säge oder Kleinmaschinen. Die können wir nicht mit der Bank finanzieren lassen. Bei 2000 Euro lacht die Bank mich aus. Aber bei den großen Maschinen müssen sie helfen und Risiko mittragen", sagt Bernd Wünsche.
Kein Kredit für Wünsche
Um weiterzumachen, muss Wünsche jetzt seine Maschinen erneuern. Eine dringende Investition, für die der Unternehmer um Kredit gebeten hat. Das Ergebnis überrascht:
"Vor zehn Jahren habe ich die Plattensäge mit einem Telefonanruf bei meinem Banker finanziert. 80.000 Euro, genauso viel wie heute. Obwohl ich Geschäftsunterlagen vorgelegt habe, lässt die Bank mich hängen." Kein Einzelfall. Selbst gute Kunden haben von den Banken zurzeit wenig zu erwarten.
Fachliche Aussage
"Die Banken haben unter großen Ausfällen gelitten. Das geben sie jetzt an die kleinen und mittelständischen Unternehmen weiter. Zum Teil trifft es die Falschen", sagt Wolfgang Gehrke, Professor für Banken- und Börsenwesen aus Nürnberg.
500 km weiter östlich, bei Halle in Sachsen-Anhalt. Die Kugel rollt , das Geschäft brummt. Seit 13 Jahren schreibt Besitzer Andreas Künzer schwarze Zahlen und hat eine halbe Million Euro investiert. Dann, während des für eine Bowlingbahn normalen Sommerlochs, floss kurzfristig wenig Geld. Künzer bat die Gläubiger um kurzen Aufschub.
Sture Bank
"Bei meinen Verpflichtungen von rund 8500 Euro im Monat hatten sich alle Gläubiger geeinigt, mir für kurze Zeit zu helfen. Nur die Bank nicht, die wollten sofort ihr Geld", sagt Gastwirt Andreas Künzer.
Und das, obwohl Künzer immer pünktlich gezahlt hatte. Aber den Banken ist das egal, denn Kleinbetriebe als Kunden sind kein lohnendes Geschäft.
Privater Investor hilft
Andreas Künzer hatte noch einmal Glück: Ein privater Investor sprang ein und rettete seinen Betrieb mit acht Arbeitsplätzen. Die Bank hätte ihn Pleite gehen lassen, obwohl das Unternehmen gesund ist.
"Banken wollen Ihre Aktionäre und Anteilseigner zufrieden stellen und blicken daher besonders auf die Rendite. Kleine Kredite mit geringen Summen machen mehr Arbeit, als dass sie Rendite bringen", sagt Insolvenzverwalter Dirk Pfeil.
Momentan läuft es bei Gastwirt Andreas Künzer sehr gut - aber alles ohne Hilfe der Bank. Viele andere - im Kern solide - kleine und mittlere Betriebe, finden keinen privaten Retter. Sie werden durch die Kreditpolitik der Banken ruiniert.
Warten auf den Aufschwung
"Wir haben bei der Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft ein Marktversagen. Man kann noch akzeptieren, dass Unternehmen, die viel zu riskant sind oder schlechte Geschäfte machen, keinen Kredit bekommen. Aber es bekommen auch gute Unternehmen keinen Kredit. Sie müssen dafür letzten Endes den Banken 100 Prozent Sicherheit bieten und das kann natürlich kein Unternehmen", resümiert Gehrke.
"Aber diese Unternehmen sind kreditwürdig und sie bekommen dennoch keinen Kredit. Das ist für die Konjunktur schlecht. Und das ist für die weitere Entwicklung der mittelständischen Industrie bei uns fatal."
Bleiben die Banken bei dieser knallharten Kreditpraxis, dann kann der Mittelstand noch lange auf den Aufschwung warten.
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http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,2074059,00.html |
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1951 Pathfinder
Anmeldungsdatum: 13.10.2003 Beiträge: 359
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Verfasst am: 19.Nov 2003 9:02 Titel: Banken bremsen den Aufschwung! |
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Moin aus Hamburg,
auch wenn es das Forum nervt; heute schreibe ich solange der PC mitmacht- "freundlich lächel".
Anmerkungen aus der Praxis!
1. das Bankverhalten führt dazu, dass sich dubiose, kriminell veranlagte Menschen mit ihren betrügerischen Machenschaften mehr Platz in unserem Wirtschaftssystem verschaffen können. Not treibt diesen "Fängern" die Menschen in Scharen zu.
2. mit zynischer Brutalität verweigern sich Banker auch altbekannten Kunden
3. aktuelles Beispiel: im Auftrage eines Mandanten ein Gespräch mit dem Vertreter eines bekannten Hauses geführt.
Darlehenswunsch: 1,1 Mio. Aussage: machen wir, kommen Sie in 1/04 auf uns zu.
Frage meinerseits: wieso im nächsten Jahr, dieses Jahr muss die Investition getätigt werden.
Antwort: unser Abt. Dir. mächte in diesem Jahr keine Risiken mehr einkaufen, wir erhalten sogar eine Sonderzahlung wenn wir diesem Wunsch entsprechen.
Kann man sich vorstellen, dass dieses Haus für mich erledigt ist?
Ich habe wegen Nichtkooperation deutscher Banken in diesem Jahr zwei mittelständische Firmen mit insgesamt 54!! Mitarbeitern nach Polen und Estland gehen sehen.
Der Wahnsinn: beides Topunternehmen aus den Bereichen Zulieferer Medizintechnik und Maschinenbau. Die Produkte werden für die heimische Wirtschaft benötigt und werden nun importiert.
Da die gesamte Belegschaft mitgegangen ist, kann jeder selber prüfen, wieviel Steuern, Sozialabgaben etc. unserem Lande entgehen.
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Thema neue Bundesländer:
Banken sagen ganz klar: für uns existiert dieser Teil der Republik nicht mehr, wir wickeln nur noch ab!
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Zum Bankenapparat:
Es kann einem schlecht werden wenn man nach Bankengesprächen den Gesprächsverlauf analysiert:
- Banker sind völlig verunsichert
- die "neue" Generation Banker: frisch von der Uni, keine Menschenkenntnis, soziale Defizite, rücksichtlos im Umgang mit Kunden und erfahrenen Kollegen, angetrieben vom Ehrgeiz Karriere zu machen, Tunnelblick!
Wo soll denn bitte eine von beiden Seiten getragene Achtung zum Bestandteil des Gespräches werden, wenn ein 50j. Unternehmer einem 22.j Sachbearbeiter gegenübersitzt.
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Unsere Banken denken nur noch kurzfristig und haben nicht mehr den "langen"Atem.
Druck und nicht Motivation sind die Führungsinstrumente!
Nahezu pervers mutet es an, wenn intern die "Rennlisten" umgehen und der Umsatzträger des Woche gekürt wird.
Wieviele Menschen haben auch durch diesen Umsatzdruck der Banker Geld verloren?
Eine Umschichtung jagt die nächste; Churning ist doch Bestandteil der Vermögensberatung.
Wie ist es möglich, dass trotz Financial Planning eine 70 jährige Witwe in 3 Jahren nach einer Anlage von 540.000 € im Juni zu mir kommt, bitterlich weint und einen Depotauszug von 295.000 € präsentiert. Kein Fragebogen nach WPHG gegengezeichnet wurde und die erworbenen Fonds einen Ausgabeaufschlag von Minimum 5% beinhalten?
Zur Beruhigung der Teilnehmer und der Dame-"lächel und darauf stolz sein": sie ist wieder auf dem alten Stand ihrer Anlage- dank Gesprächen und Rechtsbeistand!
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Ich möchte auch nicht verkehrt verstanden werden: ich greife nicht den einzelnen Bankmitarbeiter an, war ja selbst mal einer. Denn dieses System vernichtet nicht nur Existenzen in der freien Wirtschaft; es vernichtet auch Existenzen im Bankenapparat.
Schauen Sie sich mal Untersuchungsergebnisse über psychosomatische Ausfälle in der Bankenwelt an.
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Prognose:
die Bankenwelt wird sich in spätestens 10 Jahren völlig verändert haben. Schon jetzt drängen ausländische Banken nach D. Allein in meiner geliebten Stadt suchen 5 Adressen nach vernünftigen Räumlichkeiten. Deutsche Banker mögen lächeln; aber ausländische Manager haben eines erkannt: Unzufriedenheit der Kunden und das Freisetzen guter Mitarbeiter durch heimische Banken bieten gute Voraussetzungen.
Unsere Banken haben doch gerade hochmotivierte, nicht mit dem Strom "schwimmende" Mitarbeiter entlassen. Ein wunderbares Feld um neue Mitarbeiter zu akquirieren. Ein Personalberater-ansässig in London- ruft mich wöchentlich an. Gesucht werden Mitarbeiter speziell für den Aktivbereich, Mindestalter!!! 45 Jahre.
Tja, was machen die Ausländer bloss in D? "Lächel"
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Ein anderer Punkt bei dieser Verfahrensweise der Banken wird noch vergessen:
Wieviele junge, engagierte Menschen werden in den nächsten Jahren D verlassen? Sie sehen keine Zukunft mehr in diesem Land.
Mein Sohn-ausgelernt bei einer ausländischen Bank-gehört dazu. Mein 2. Sohn wird in 1 Jahr in Australien oder England studieren.
Sie haben keinen "Bock" mehr darauf, in einem Land zu leben dass mehr und mehr "einschläft".
Aber dafür haben wir ja 10.000 Kommissionen, die in 100 Jahren immer noch diskutieren.
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Vielleicht haben meine Kiddies doch recht, wenn sie in ihrer jugendlichen Unbefangenheit sagen: D wird ein Auswanderungsland.
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Im August 2001 gab es einen Artikel in der Welt am Sonntag mit der Überschrift:
Banken machen dicht!
Ich habe darauf geantwortet und habe meinen Brief eingestellt wie folgt:
" Sehr geehrte Frau Banze,
sehr geehrter Herr Reitz!
Manchmal ist es sehr gut einen WamS Verkäufer zu haben, mit dem man über viele Dinge plaudert und der dann interessante Artikel aufbewahrt, wenn man selber geschäftlich unterwegs ist.
So bin ich zu Ihrem Artikel der Nr. 32 vom 12. 0 8. 01 gekommen und möchte diesen kommentieren.
Über allem stellt sich für mich die Frage, ob Banker sich die Mühe machen, nach Alternativen zu suchen und den Kunden wirklich begleiten wollen.
Es bewahrheitet sich für mich in letzter Zeit erschreckend das geflügelte Wort:
„ Bei Sonnenschein gibt die Bank einen Regenschirm, bei Regen fordert sie ihn zurück“.
Welche Verantwortung nimmt die Bank auf sich, wenn sie Arbeitsplätze vernichtet ohne alle Möglichkeiten einer Rettung ausgeschöpft zu haben. Existenzen werden zerstört, Familien fallen auseinander, Kinder werden zu Hilfeempfängern verurteilt mit entsprechenden gesellschaftlichen und persönlichen Folgen.
Ihr Beispiel mit den ausstehenden Rechnungen gegenüber dem Hamburger Senat.
Wo ist die Verantwortung des Staates gegenüber dem Bürger, dem Arbeitnehmer und dem Wähler?
Ich empfinde Ihren Ausdruck des Möchtegern-Schuldners vorsichtig ausgedrückt als nicht passend.
Wo sollen denn Ihrer Meinung nach Startinvestitionen herkommen?
Welches Unternehmen verfügt denn bei dem Start über das entsprechende Eigenkapital?
Die Jungunternehmer sind doch auf Fremdkapital angewiesen!
Wenn die Banker von einer veränderten Kreditphilosophie sprechen - die Entwicklung war doch seit Jahren absehbar!
Hohe Lagerbestände, verändertes Konsumverhalten, Konkurrenzdruck etc.
Was machen denn die volkswirtschaftlichen Stabsabteilungen in den Banken?
Ein Abschwung war doch früh erkennbar.
Thema „reduzierte Zinsmarge“.
Die Banken haben durch immer neue Kreationen im Investmentgeschäft das provisionsabhängige Geschäft forciert. Ein „Neuer Markt“ Fonds nach dem anderen wurde aufgelegt und die Unwissenheit des Anlegers bzw. sicherlich auch in manchem Fall seine menschliche Gier befriedigt.
Die Banken mit ihrer Strategie, eine Firma nach der anderen zur Börsenreife zu führen, haben doch zum Großteil das Dilemma am Neuen Markt verursacht.
Wer ruft denn heute nach der Schuld der Banken, dass börsennotierte Gesellschaften nicht mehr existieren bzw. den Nimbus eines Penny-Stocks haben?
Die Banken, die Emissionen begleitet haben, sind doch auf der sicheren Seite bei einem Provisionssatz von mindestens 5% von dem Emissionsvolumen.
Jeder vernünftige Investor würde die Hand zurückziehen, wenn er in eine Firma investieren sollte, die bereits bei Börsengang einige gestandene Mitbewerber an ihrer Seite sehen musste!
Es war doch absehbar, dass aufgrund der gewachsenen Strukturen zwischen Anbieter und Abnehmer eine Verdrängung schwer werden würde bzw. aussichtslos ist.
Ein Wort noch zu den staatlichen Einrichtungen wie Bürgschaftsgemeinschaften etc.
Es tut schon körperlich weh, wenn Bürgschaften über TDM 25!!! verweigert werden, weil der Sachbearbeiter Bilanzen nicht lesen kann oder will. Beispiel: Ein Margenverfall von 10% im Handel bei einer gleichzeitigen Umsatzausweitung von 800% hätte einem jungen Hamburger Unternehmen fast die Existenz gekostet. Er wollte lediglich mit diesem Geld einen eigenen Wagen anschaffen um Frachtkosten von DM 130,00 je Auslieferung wegen Einbindung eines Fuhrunternehmens einzusparen.
Durch private Gelder eines Hamburger Investors konnte er den Wagen erwerben und hatte diesen nach 5!! Monaten bezahlt. Heute steht die Bank aufgrund seiner Bilanzen wöchentlich vor der Tür und möchte mit ihm in das Aktiengeschäft einsteigen.
Zusammenfassend möchte ich folgendes sagen:
Wenn diese Kreditvergabepolitik weiter installiert bleibt, werden wir in diesem Land ein Waterloo in wirtschaftlicher Hinsicht erleben. Die Gesellschaft wird sich weiter verändern und die Banken und die Politik werden sich vielen Fragen stellen müssen. Wenn dieser restriktive Kurs beibehalten wird, werden Folgen für die Beschäftigung, die Staatseinnahmen und der Sicherung des Sozialsystems verheerend sein.
Es ist schon sehr erstaunlich, wenn gerade Bankenvertreter nach dem Staat rufen und Erleichterungen in der Wirtschaftspolitik anmahnen. Hat der Staat nicht schon im Sinne der Banken reagiert und die Möglichkeit geschaffen, durch Beteiligungsverkäufe deren Bilanzen zu verschönern? Warum nutzen die Banken nicht diese Gelder um Unternehmen zu helfen? Hier könnte ein echter Mehrwert in vielerlei Hinsicht geschaffen werden.
Soweit unmittelbar zu Ihrem interessanten Artikel!
Aber: so what!!
Die Banken machen dicht!
Diese Aussage kann auch umformuliert werden in eine Frage.
Was machen die Banken überhaupt noch, wo ist ihre Verantwortung im Kreditbereich für den Mittelstand, im Anlagebereich für den Anleger?
Nach der erwünschten und erhofften Wiedervereinigung – oder waren das nur plakative Äußerungen - überschlugen sich die Institute in der aktiven Beratung und Vergabe von Krediten. Heerscharen von Beratern wurden aktiviert; es ging darum, vor der Konkurrenz vor Ort zu sein und das Potential an zukünftigen Kunden auszuschöpfen. Antragsteller erhielten Gelder, zum Teil durch entsprechende Bürgschaften der öffentlichen Hand abgesichert.
Nun stellt man fest, dass manche Finanzierung wohl etwas gewagt war bzw. unter Nichtbeachtung elementarer Prüfungen kaum zu heilen ist.
Die Kunden sind alleingelassen. Eine aktive Begleitung ist kaum noch feststellbar. Diese durchaus logische Entwicklung im Kreditgeschäft hat aktuell zu der Entwicklung geführt, die Sie darstellen.
Das Schlimme an dieser Situation ist, dass viele junge Unternehmen gar keine Chance haben, trotz einer hervorragenden fachlichen und kaufmännischen Kompetenz sich in dem Markt zu positionieren.
Öffentliche Förderung durch KfW, DTA etc. muss man selber bei der Bank ansprechen. Klare Aussage eines Bankers mir gegenüber:
Wir haben wenig Interesse daran, da wir bei der Einbindung dieser Institutionen kaum etwas verdienen.
Danke – bitte!!
Mir scheint, dass wir generell in der Bankenlandschaft eine unheilvolle Entwicklung vor uns haben. In den Führungsetagen werden Ziele festgelegt; die Mitarbeiter an der „Front“ haben sie zu erfüllen.
Nun ist das Schöne an der heutigen Kommunikations-und Informationsmöglichkeit, dass die Kunden aufgeklärter sind, mehr mitdenken und gemeinsam mit der Bank nach einer Lösung suchen.
Dieses ist aber nicht gewollt!
Folge: gewachsene zwischenmenschliche Beziehungen zwischen Mitarbeiter und Kunden werden aufgeweicht oder „vernichtet“.
Ausschließlich die Position des eigenen Profitcenters zählt in der hauseigenen Statistik. Eine kunden-und bedarfsorientierte Beratung ist doch mittlerweile einer ertragsmaximierten Verkaufsstrategie gewichen. Fluktuation weicht zusätzlich die gewachsenen Beziehungsstrukturen auf.
Druckverkauf hat man in der Vergangenheit freien Finanzdienstleistern vorgeworfen und sich immer davon distanziert!
Schaut man sich manche Strukturen und Verkaufspakete an - man hat gut gelernt!
Es ist für mich eine logische Folge, dass Fachleute aus den Kreditinstituten ihren eigenen Weg gehen und sich mit anderen Profis als eine unabhängige Beratungseinheit den neuen Herausforderungen stellen.
Gerade „gestandene“ Banker, die viele Jahre dem Arbeitgeber zur Verfügung standen, werden heute doch mit verschiedenen Möglichkeiten aus ihren Positionen getrieben. Sie wollen sich nicht mehr verbiegen lassen und sind geradlinig.
Das passt natürlich jenen Jungmanagern nicht, die zwar Theorie jahrelang studiert haben, aber denen die praktische Erfahrung im Umgang mit Menschen einfach fehlt.
Sie verstehen es einfach nicht, dass in der täglichen Arbeit auch Menschen vorkommen, die nicht wie ein Computer durch Tasteneingaben reagieren.
Vertrauen wird nicht durch Positionen oder Titel geschaffen –
Vertrauen muss man sich erwerben!!
Es verwundert mich gar nicht, dass die “gestandenen“ Banker meist Menschen sind, die bei ihren Mitarbeitern und den Kunden gleichermaßen geschätzt sind.
Sie wissen eben aus direkter Erfahrung, wie wichtig ein funktionierendes Team für den Erhalt der Kundenbeziehung ist. Umgekehrt ist es für den Kunden auch wichtig, bekannte Partner in der Bank zu haben, um nicht bei jedem Anliegen die gesamte Geschichte erzählen zu müssen.
Warnungen von Betriebsärzten in Hinblick auf psychosomatische Erkrankungen der Mitarbeiter werden ignoriert oder aber durch innerbetriebliche „Filter“ auf dem Weg in die Führungsetage bereits eliminiert.
Es gibt bereits Bestrebungen in Deutschland, neue Banken und sogenannte Mittelstandsfonds zu gründen. Die Ideengeber sind teilweise Investoren aus dem Ausland, die bereit sind, die bestehenden Strukturen aufzubrechen.
Es darf niemanden wundern, dass diese Ideengeber aber nach Möglichkeiten suchen, Banken aus diesen Modellen völlig herauszuhalten.
Investoren, die begleitend und beratend dem Kunden zur Verfügung stehen und die langfristige Beziehung suchen, findet man nur selten!
Aber auch in diesem Marktsegment findet ein Umdenken statt. Nicht die schnelle Mark, sondern eine langfristig ausgerichtete Investitionsentscheidung und die Einbringung des eigenen Netzwerks sind der Anreiz für Investoren.
Warum soll denn ein erfahrener Manager nicht sein Wissen weitergeben und beratend zur Seite stehen?
Viele potentielle Kunden fliehen mittlerweile vor dem Internet und den kostengünstigeren Abschlüssen der Direktbanken.
Sie sind es leid nach Vermögen klassifiziert zu werden!
Das persönliche Gespräch hat mittlerweile eine neue Beachtung gefunden und wird gesucht.
Wer soll sich als Anleger beispielsweise im Dickicht von Tausenden angebotenen Fonds wiederfinden? Welcher Kunde hat bei einer Anlage von DM 10.000 einen Anruf erhalten mit folgender Aussage: “Verkaufen Sie, der Börsenhimmel trübt sich ein!“
Die Hausmeinung der Analysten ist das Einzige, was der Berater vermitteln darf. Entscheidet er gemeinsam mit dem Kunden, gibt es noch einen Verweis, weil so etwas nicht sein darf!!
Die Kreativität, die einen „hungrigen“ Menschen auszeichnet, ist nicht gewünscht. Kreativ muss man aber sein, wenn man sich im Marketing in der Außenwirkung als Problemlöser darstellt.
Die Entwicklung im Bankenbereich wird dazu führen, dass die guten, selbständig denkenden Berater nach Alternativen suchen. Eine nicht zu unterschätzende Alternative wird die sein, das Topleute in die Selbständigkeit gehen und aufgrund der gewachsenen Beziehung das Wertvollste einbringen als Kapital – ihre Kunden, die ihnen folgen, weil sie sich bei ihnen beRATen und BeTREUt fühlen.
Haben Sie doch bitte als Redakteure den Mut und sprechen Sie mit ehrlichen Menschen an der Basis. Aber wahrscheinlich wird weder dieser Artikel veröffentlicht noch werden Sie das Gespräch mit mir suchen.
Aber vielleicht täusche ich mich auch!
Alles Gute aus Hamburg.
Mit freundlichen Grüssen
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Wenn Ihnen, liebe Forumsteilnehner, jetzt die Augen wehtun; seien Sie mir nicht böse.
Gruss
1951 |
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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 19.Nov 2003 9:28 Titel: |
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| Dem ist nichts, aber auch absolut nichts hinzuzufügen. Außer: Sehr gute Beiträge! |
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Schwabenpower * Consulter *
Anmeldungsdatum: 24.12.2002 Beiträge: 1360 Wohnort: im wilden Süden
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Verfasst am: 19.Nov 2003 9:47 Titel: @1951 |
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Klasse, klasse, klasse! Treffend beschrieben, analysiert und kommentiert, auch mit genügendem Biss , damit es vielleicht mal der letzte versteht. In unserem Land bewegt sich seit 15 Jahren nichts mehr, alle notwendigen Reformen wurden verschlafen, das Vermögen unseres Landes verschleudert und die Menschen demotiviert.
1951 ein hervorragender Beitrag zu dieser Thematik. Allerhöchste Anerkennung! _________________ Auf Regen folgt Sonne! |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 19.Nov 2003 9:50 Titel: super beitrag |
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preiset den herrn ... der basel II erfunden hat.
und erschwerend hinzu kommt noch unsere
arbeitsplatz-vernichtungs-politik hinzu.
was will man mehr? |
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1951 Pathfinder
Anmeldungsdatum: 13.10.2003 Beiträge: 359
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Verfasst am: 19.Nov 2003 14:35 Titel: Banken bremsen den Aufschwung! |
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"Passt" doch schön darein:
Immer mehr Unternehmer wollen ins Ausland abwandern
Hamburg (vwd) - Größere mittelständische Unternehmen zieht es zunehmend ins Ausland. Jedes siebte Unternehmen (14,5%) mit mehr als 100 Beschäftigten plant, Produktionsstätten dorthin zu verlagern, wie aus einer vom "Manager Magazin" am Mittwoch vorab vorgestellten repräsentativen Umfrage hervorgeht. Jedes neunte (11,8%) wolle die gesamte Produktion verlegen, und jede dreizehnte Firma (7,4%) wolle inzwischen sogar mit der Unternehmenszentrale ins Ausland gehen, hieß es weiter.
Gründe für die geplante Abwanderung seien eine tiefe Verunsicherung mittelständischer Unternehmen, gepaart mit größerer Mobilität und Internationalität. Für die Untersuchung befragte das Institut Media Markt Analysen im Auftrag des "Manager Magazins" und des Stromanbieters Watt weiteren Angaben zufolge 512 Geschäftsführer mittelständischer Familienunternehmen in der Größenordnung ab einer Mio EUR Jahresumsatz.
vwd/ddp/19.11.2003/ptr |
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Rosi Newbie
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 31
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Verfasst am: 19.Nov 2003 14:35 Titel: |
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Hallo, super Artikel, dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Uns geht es ja, wie im Forum schon dargelegt, genauso. Man hat das Gefühl, kleine und mittelständische Betriebe sollen kaputt gemacht werden. Bei Bankgesprächen sitzt oft ein Bankangestellter, jung, dynamisch und erfolglos, einem gestandenen Geschäftsmann gegenüber und er versteht so gut wie kein Wort was dieser über seine Tätigkeit und seinem Betrieb erzählt. Wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir auch ins Ausland gehen. Doch leider fehlt uns Kleinen das Geld. Gefördert und gesponsert werden nur die Großbetriebe, die immer noch mehr Subventionen erhalten als das sie Steuern zahlen. ARMES DEUTSCHLAND!
Gruß und schönen Tag an alle!
Rosi[/quote] |
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daniela tessin Specialist
Anmeldungsdatum: 11.05.2003 Beiträge: 117
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Verfasst am: 19.Nov 2003 18:08 Titel: Banken |
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Möchte mich für den wirklich sehr guten Artikel bedanken. Ich kann dem gesagten nur zustimmen. Hier, in der Südwest-Ecke Deutschlands ist schon fast der Super-Gau eingetreten. Krankenhäuser schliessen wegen Geldmangel, das Personal arbeitet in der Schweiz usw. Leute kaufen Immobilien in Frankreich und erhalten ohne Schwierigkeiten bei den dortigen Banken das Geld. Wenn dann dort gewohnt wird braucht man die deutschen Banken sowieso nicht mehr und hat noch Steuerersparnisse und mehr. Genauso ist es mit der Schweiz. Diese Banken finanzieren inzwischen bis 100km ins Ausland, bei "guten Kunden" bundesweit, auch wenn das offiziell nicht gesagt wird. Im Grossen und Ganzen kann ich sagen, dass hier keine Firma oder Kleinbetrieb mehr den Hauptsitz hat die sind schon alle weg und haben das sinkende Schiff verlassen.
Wenn ich das Geschwätz höre von Reformen usw. kommen mir vor Lachen die Tränen. Was soll reformiert werden? Unsere Politiker werden sich schon nicht selbst absägen. Zum Glück gibts heute moderne Medien usw. und der einfache Mann von der Strasse kann sich auch schlau machen.
Ein kleines Bankenbeispiel: Ein Nachbar ging zur Bank, Kontoauszug dabei. Euro 150.- Guthaben. Er geht an den Schalter kriegt kein Geld, die Bankangestellte kann angeblich nicht buchen. Den Fehler findet auch die inzwischen hinzugerufene Filialleiterin nicht. Dann plötzlich: Ah, hier steht Wertstellungstag XX, das ist erst morgen. Tut mir leid das Geld können Sie erst morgen holen. Der Nachbar ist fassungslos, aus Jux gehen wir jetzt dieses Mal zusammen an einen Geldautomaten der Bank, die Pin haben wir inzwischen gefunden, anstandslos wird der Betrag vom Automat ausgespuckt. Jetzt gehe ich mit dem Kunden in die Bank und die schauen dort nach und sagen: das gibts doch nicht. Nachbar löst Konto auf, hat Recht der Mann. So ein Zirkus wegen 140.- Euro. Das ist zum Lachen und gehört in die Fasnachtzeitung. |
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P.Wilhelm * Consulter *
Anmeldungsdatum: 23.08.2003 Beiträge: 2277 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 19.Nov 2003 19:22 Titel: Ein Wahnsinnsartikel... |
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Hallo 1951,
auch wenn ich Ihren Artikel jetzt nur einmal schnell überflogen habe...
So habe ich doch teilweise Bauchschmerzen damit, allen Aussagen uneingeschränkt zuzustimmen.
Die Masse der Arbeitgeber sind die mittelständischen Unternehmen (die natürlich reichen bis zu einer Größenordnung von rd. 500 Mitarbeitern). Diese stellen bekanntermaßen auch das Gros der Ausbildungsplätze bereit. Eine Vielzahl dieser Unternehmen ist eher regional bis überregional tätig; die wenigsten international.
Daraus ergibt sich zwingend, eher regionale Bankkontakte zu suchen. Ich denke da an die Sparkassen und Volksbanken.
Natürlich flattert einer jeden Bank vor dem Hintergrund von Basel II z. Zt. das Hemd.
Ich kann und will nicht alles werten...
Aber ich möchte kundtun, daß z. B. die Sparkasse Dortmund - eine der größten Sparkassen überhaupt - sich sehr für Gründer und auch für den Mittelstand einsetzt. Erwartet wird im Gegenzug eine absolute - den Basel II Kriterien entsprechende - Transparenz über Geschäftsverläufe und eine ständige Kommunikation zwischen Bank und Unternehmen.
Für diese Geschäftspolitik (im Bereich Unternehmensbetreuung) steht der heutige Vorstandsvorsitzende Uwe Samulewicz (bis vor rd. einem Jahr noch Vorstand für den Bereich Unternehmen) mit seiner Crew.
Herr Samulewicz und - die für den Unternehmensbereich zuständigen Führungskräfte - z. B. Herr Gerhard Bültena sind mir seit mehreren Jahren (aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit als Leiter des Finanz- und Rechnungswesens eines inzwischen nicht mehr existierenden Unternehmens) persönlich bekannt.
Für weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten:
http://www.stadtsparkasse-dortmund.de |
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GTF Austria Pathfinder
Anmeldungsdatum: 16.09.2003 Beiträge: 416 Wohnort: A-1130 Wien
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Verfasst am: 19.Nov 2003 20:23 Titel: Re: Banken bremsen den Aufschwung! |
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Grundsätzlich haben Sie möglicherweise mit Ihren Ausführungen in weiten Teilen nicht unrecht. Dennoch möchten wir zu, aus unserer Sicht notwendigen, Teilen Stellung beziehen, damit auch hier noch eine andere Sicht der Dinge Raum greifen kann:
Abwanderungen vermehrt den Banken in die Schuhe zu schieben ist nicht korrekt. Letzten Endes ist die (Standort-)Politik unserer gewählten Regierungen (nicht nur Deutschland, auch Österreich, Frankreich, etc. gehören dazu) massgeblich an den Missständen derAbwanderungen beteiligt. Zu hohe Steuern (alleine die Körperschaftssteuer in der Slowakei ist ca. doppelt so hoch wie in Österreich), das allegemeine Lohnniveau, etc. sind die grösseren Abwanderungskriterien als Banken. Denn die Abwanderung der Betriebe kostet jeweils beträchtliche Summen, welche ein davon betroffenes Unternehmen aufzuwenden hat.
Seit vielen Jahren wandern die (vor allem) Produktionsbetriebe und jene mit hoher Lohnintensität in Billigländer ab. Das ist nichts Neues und ist im Rahmen der Gewinnmaximierung nachvollziehbar, moralisch jedoch möglicherweise mehr als bedenklich.
Damit haben die Banken nichts zu tun.
Weiters kann man persönlich ebenso der Meinung sein, dass es falsch ist, dass die Millionen von Privaten auf ihrem Geld auf den Konten sitzen (Österreich ist diesbezüglich eines der reichsten Länder der Welt), anstatt damit die Wirtschaft (Start-ups) zu unterstützen und in diese zu investieren. Da kommt der pure Egoismus der Individuen zum tragen, frei nach dem Motto "hinter mir die Sintflut".
Die ganze Bürde der Finanzierungen den Banken aufzuhalsen ist unzumutbar.
Das Verhalten dieser potentiellen Privatinvestoren ist unverantwortlich, feige und höchst egoistisch.
Und im diesem Zusammenhang, also Egoismus, darf man im Sinne der "Shareholder-Value" nicht vergessen, dass der Druck auf Banken von deren Eigentümern zur Gewinnmaximierung extrem hoch ist. Dass man dann aus Kostengründen oft auf unreife und unfertige Schnösel als "Kundenbetreuer" trifft ist die logische Folge, aufgrund der Kostenminimierung auch (oder vor allem) im Personalbereich.
Der Egoismus der Bankmitarbeiter betrifft ihren eigenen Job. Keiner möchte mehr Verantwortung übernehmen, weil er diese gar nicht tragen kann. Unsere gesamte Gesellschaft ist allerdings davon geprägt. Das ist nicht nur bei den Banken so, sondern bei jedem Unternehmen und beginnt oft schon bei Kleinbetrieben. Angst davor Fehler zu machen und der in eventu daraus resultierenden Konsequenzen führt dazu, keine Verantwortung mehr übernehmen zu WOLLEN!
Die nackte Angst um den eigenen Job führt dazu, dass man das Risiko einem anderen zu helfen, nicht mehr tragen will.
Basel II soll den Banken in Europa nichts anderes bieten, als einheitliche Beurteilungskriterien. Das Problem dabei ist, dass die Beurteilung der angesetzten vereinheitlichten Kriterien dann den Banken entsprechend vermittelt werden muss, die darin ebenso wenig Erfahrung haben, wie jene auf der anderen Seite.
Es kann auch davon grundsätzlich ausgegangen werden, dass es - aufgrund des Umstandes, dass die meisten Menschen keine Verantwortung mehr tragen wollen - auch die der Mobilisierung der Wirtschaft anderen aufbürden wie Banken und Politik. Anstatt selber in die Bresche zu springen und in weiterer Folge davon auch zu profitieren.
Das wäre doch auch mal ein anderer Denkansatz.
Und die Wahrheit ist vermutlich auch die, dass vielen es viel zu leicht gemacht wurde Unternehmer zu werden und dabei unglaublich Summen über die Jahre hinweg aus Unvermögen, Unkenntnis und Dummheit in den Sand gesetzt haben - auf Kosten aller. Die Quittung haben wir heute unter anderem in Form von Basel II.
Auch das wird sich vermutlich ohnehin bald von selbst ad absurdum führen, denn die USA (wo theoretisch Basel I und Basel II ihren Ausgangspunkt hatten) ist von derartigen Systemen auch schon wieder etwas weiter entfernt als noch vor nicht allzulanger Zeit.
Dabei werden einige Betriebe sterben, die vielleicht hätten überleben können. Doch durch die sterbenden Betriebe werden wieder neue zum Leben erweckt - ein Kreislauf der in der Wirtschaft einem Selbstregulativ unterliegt.
Mit besten Empfehlungen |
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1951 Pathfinder
Anmeldungsdatum: 13.10.2003 Beiträge: 359
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Verfasst am: 19.Nov 2003 21:48 Titel: Banken bremsen Aufschwung! |
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Grundsätzlich haben Sie möglicherweise mit Ihren Ausführungen in weiten Teilen nicht unrecht.
****Danke
Dennoch möchten wir zu, aus unserer Sicht notwendigen, Teilen Stellung beziehen, damit auch hier noch eine andere Sicht der Dinge Raum greifen kann:
**** ist in Ordnung, wir sind ein lebendiges Forum
Abwanderungen vermehrt den Banken in die Schuhe zu schieben ist nicht korrekt. Letzten Endes ist die (Standort-)Politik unserer gewählten Regierungen (nicht nur Deutschland, auch Österreich, Frankreich, etc. gehören dazu) massgeblich an den Missständen derAbwanderungen beteiligt. Zu hohe Steuern (alleine die Körperschaftssteuer in der Slowakei ist ca. doppelt so hoch wie in Österreich), das allegemeine Lohnniveau, etc. sind die grösseren Abwanderungskriterien als Banken. Denn die Abwanderung der Betriebe kostet jeweils beträchtliche Summen, welche ein davon betroffenes Unternehmen aufzuwenden hat.
**** kein Widerspruch
Seit vielen Jahren wandern die (vor allem) Produktionsbetriebe und jene mit hoher Lohnintensität in Billigländer ab.
**** kein Widerspruch
Das ist nichts Neues und ist im Rahmen der Gewinnmaximierung nachvollziehbar, moralisch jedoch möglicherweise mehr als bedenklich.
**** wer heute von Moral redet wird eh belächelt. Vor Jahren wurden in Hamburg von hanseatischen Kaufleuten Millionengeschäfte per Handschlag besiegelt! Hielt man die Zusage nicht ein war man in der Stadt "out of area". So schnell konnte niemand gucken!!
Damit haben die Banken nichts zu tun.
**** Oh doch, gerade was die Moral angeht sind die Banken ein gutes Beispiel.
Weiters kann man persönlich ebenso der Meinung sein, dass es falsch ist, dass die Millionen von Privaten auf ihrem Geld auf den Konten sitzen (Österreich ist diesbezüglich eines der reichsten Länder der Welt), anstatt damit die Wirtschaft (Start-ups) zu unterstützen und in diese zu investieren.
**** sehe ich differenzierter, gibt genügend Investoren die sich blutige Nasen geholt haben. Auch mit start ups oder in der seedphase, animiert übrigens von Banken oder deren "Sammelstellen" für Private Equity.
Da kommt der pure Egoismus der Individuen zum tragen, frei nach dem Motto "hinter mir die Sintflut".
**** kein Einspruch, siehe in D die Verantwortung aller Parteien für das Volk, die Staatsbürger! Habe den Eindruck wir leben auf der Erde, die Politikerkaste auf dem Mars. Dummerweise ist die Funkverbindung zwischen den Planeten abgebrochen.
Die ganze Bürde der Finanzierungen den Banken aufzuhalsen ist unzumutbar.
**** Tue ich doch garnicht! Vermisse aber die Bereitschaft der Banken in einen konstruktiven Dialog einzutreten. Schauen Sie mal nach Hamburg. Dort ist der Präses der Handelskammer Vorstand der Hamburger Sparkasse. Als Präses wird verlautbart: Machen Sie sich selbständig, riskieren Sie etwas, öffentliche Mittel DTA,KfW stehen zur Verfügung. Gehen Sie am nächsten Tag in die Sparkasse und fragen nach öffentlichen Mitteln heisst: das rechnet sich für uns nicht.
Das halte ich übrigens für moralisch sehr bedenklich!!
Das Verhalten dieser potentiellen Privatinvestoren ist unverantwortlich, feige und höchst egoistisch.
**** Warum werfen Sie dieses Verhalten Privatinvestoren vor; gilt denn diese Definition auch für Banken?
Und im diesem Zusammenhang, also Egoismus, darf man im Sinne der "Shareholder-Value" nicht vergessen, dass der Druck auf Banken von deren Eigentümern zur Gewinnmaximierung extrem hoch ist.
**** kein Widerspruch
Dass man dann aus Kostengründen oft auf unreife und unfertige Schnösel als "Kundenbetreuer" trifft ist die logische Folge, aufgrund der Kostenminimierung auch (oder vor allem) im Personalbereich.
**** jo
Der Egoismus der Bankmitarbeiter betrifft ihren eigenen Job. Keiner möchte mehr Verantwortung übernehmen, weil er diese gar nicht tragen kann. Unsere gesamte Gesellschaft ist allerdings davon geprägt. Das ist nicht nur bei den Banken so, sondern bei jedem Unternehmen und beginnt oft schon bei Kleinbetrieben. Angst davor Fehler zu machen und der in eventu daraus resultierenden Konsequenzen führt dazu, keine Verantwortung mehr übernehmen zu WOLLEN!
Die nackte Angst um den eigenen Job führt dazu, dass man das Risiko einem anderen zu helfen, nicht mehr tragen will.
**** Wenn Sie meine Ausführungen von heute morgen gelesen haben, dann habe ich doch gerade Verständnis für den Angestellten vermittelt.
Basel II soll den Banken in Europa nichts anderes bieten, als einheitliche Beurteilungskriterien. Das Problem dabei ist, dass die Beurteilung der angesetzten vereinheitlichten Kriterien dann den Banken entsprechend vermittelt werden muss, die darin ebenso wenig Erfahrung haben, wie jene auf der anderen Seite.
**** Sie gestatten mir hierzu einen Hinweis. Bevor ich diese Antworten schreibe, hat mich ein Banker verlassen. 52 Jahre alt und hat mir erzählt wie dieses Instrument Basel II missbraucht wird. Daten werden von einer jungen Dame eingegeben, Punkt X kommt raus und das Darlehensgesuch ist abgelehnt. Keine Möglichkeit einen zum Beispiel saisonal bedingten Gewinnrückgang zu kommentieren und einfliessen zu lassen. PC entscheidet - Vogel stirb.
Es kann auch davon grundsätzlich ausgegangen werden, dass es - aufgrund des Umstandes, dass die meisten Menschen keine Verantwortung mehr tragen wollen - auch die der Mobilisierung der Wirtschaft anderen aufbürden wie Banken und Politik. Anstatt selber in die Bresche zu springen und in weiterer Folge davon auch zu profitieren.
**** Lesen Sie doch bitte mal meinen Passus aus meinem Leserbrief an die WamS von 8/2001 zum Thema Fremdkapital. Meinen Sie nicht auch, dass 450 Mill.€ in England versenkt durch die WestLB, den deutschen Gründungswilligen mehr geholfen hätte. Die Offerte des Kanzlers gegenüber dem Holzmann Konzern: wissen Sie wieviele Mittelständler kaputtgegangen sind, weil Holzmann mit staatlicher Hilfe zu Dumpimgpreisen Verdrängung betrieben hat.
Auch unter dem Aspekt Moral zu betrachten!
Das wäre doch auch mal ein anderer Denkansatz.
Und die Wahrheit ist vermutlich auch die, dass vielen es viel zu leicht gemacht wurde Unternehmer zu werden und dabei unglaublich Summen über die Jahre hinweg aus Unvermögen, Unkenntnis und Dummheit in den Sand gesetzt haben - auf Kosten aller. Die Quittung haben wir heute unter anderem in Form von Basel II.
**** OK, wo waren denn die Sicherungsmechanismen der Banken?
Auch das wird sich vermutlich ohnehin bald von selbst ad absurdum führen, denn die USA (wo theoretisch Basel I und Basel II ihren Ausgangspunkt hatten) ist von derartigen Systemen auch schon wieder etwas weiter entfernt als noch vor nicht allzulanger Zeit.
**** Ist Ihnen bekannt dass Basel III in Vorbereitung ist und schon heute die USA sich die Hände reiben? Es kann doch nicht besseres passieren um weiter in D voranzukommen!
Dabei werden einige Betriebe sterben, die vielleicht hätten überleben können.
**** Das tut weh! OK, sterben eben einige, Existenzen werden vernichtet, Familien zerstört! Der Stärkere überlebt, die Schwachen haben Pech gehabt. Hatten Sie nicht weiter oben den Egoismus angeprangert?
Doch durch die sterbenden Betriebe werden wieder neue zum Leben erweckt - ein Kreislauf der in der Wirtschaft einem Selbstregulativ unterliegt.
**** Also sterben immer mehr bis keiner mehr da ist? Sehen Sie, und diesem Schicksal wollen gerade junge Menschen entgehen. Deshalb wird D ein Auswanderungsland.
Gestatten Sie mir noch eine Anmerkung: Sie sprachen davon, dass viele Betriebe aus verschiedenen Gründen Ihre Produktionsstätten ins Ausland verlagern. Haben Sie schon mal beobachtet wieviele Unternehmen aus dem Ausland deutsche Unternehmen erwerben? Das ist auch ein Punkt, wo ich deutsche Manager frage: was macht ihr eigentlich?
Danke für Ihre Anmerkungen; alles Gute und Gruss aus Hamburg!!
1951 |
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Heinrich Dreier ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.09.2003 Beiträge: 2922
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Verfasst am: 19.Nov 2003 23:34 Titel: Re: @1951 |
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| Schwabenpower hat folgendes geschrieben:: |
Klasse, klasse, klasse! Treffend beschrieben, analysiert und kommentiert, auch mit genügendem Biss , damit es vielleicht mal der letzte versteht. In unserem Land bewegt sich seit 15 Jahren nichts mehr, alle notwendigen Reformen wurden verschlafen, das Vermögen unseres Landes verschleudert und die Menschen demotiviert.
1951 ein hervorragender Beitrag zu dieser Thematik. Allerhöchste Anerkennung! |
Dem ist nichts hinzuzufügen, denn solange unsere Politiker nur an sich und Ihre Wiederwahlen denken, und die Märchenerzähler in den Firmen das Sagen haben, wird sich nichts verändern.Vor allem Leute mit Erfahrung will man ja nicht haben.
MfG
Heinrich |
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Rosi Newbie
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 31
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Verfasst am: 20.Nov 2003 10:07 Titel: |
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Schönen guten Tag an alle!
Auch wir haben die Erfahrung gemacht, egal, welche Hilfsprogramme man auch versucht zu bekommen, sei es Investitionsdarlehen, Kapital für Arbeit, Liquiditätshilfedarlehen, Bürgschaften oder was auch immer. Man kommt an der Hausbank nicht vorbei. Diese muß die Anträge stellen. Doch was nutzen all diese tollen Programme, wenn die Bank sagt: Kapital für Arbeit, halten wir nichts von und bei den anderen Programmen haben wir nur viel Papierkram und sonst nichts davon. Das heißt für mich, die Banken wollen einerseits selbst keinerlei Risiken eingehen, andererseits aber nicht die Risiken auf die Programme abwälzen, weil sie ja dann nichts mehr verdienen. Wenn man sich bei der KfW oder Deutschen Ausgleichsbank darüber beschwert erhält man folgende Antwort: Uns ist das Problem mit den Hausbanken bekannt, wir können aber auch nichts dagegen tun. So rennt man ständig im Kreis. Was soll man als kleiner und mittelständiger Betrieb machen? Soll man wirklich mit
Aufträgen satt, völlig ohne Kredite belastet, gute Zukunftsaussichten, nur halt ohne die Möglichkeit die Aufträge vorfinanzieren zu können, den Konkurs anmelden? Das kann doch nicht wahr sein!
Warum können denn diese Betriebe nicht vorfinanzieren? Weil die Verdienstmagen so gering sind, das man gerade so seine Kosten zahlen kann, und der Gewinn, der sich nun mal nicht im Milionen Bereich bewegt, mit so hohen Steuern belegt ist, das mann kaum in den Betrieb investieren, geschweige denn Rücklagen bilden kann.
Was die Holzmanngeschichte angeht, hier eine Erfahrung aus der Praxis. Ein guter Freund von uns, seit 40 Jahren Unternehmer, hatte durch Holzmann 500.000 DM verloren. Nachdem der Kanzler Holzmann Unterstützung zu gesagt hatte, hoffte unser Freund er würde nun sein Geld, oder wenigstens einen großen Teil, erhalten. Hat er aber nicht. Weil er zu lange hoffte, wird ihm jetzt Konkursverschleppung angehängt.
Ihm hilft keiner! Warum auch, er hat ja nur 20 Arbeitsplätze.
Liebe Grüße Rosi |
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Uli K Specialist
Anmeldungsdatum: 11.11.2003 Beiträge: 68 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 20.Nov 2003 10:58 Titel: Andere Meinung |
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Eine Forderungsausfallsversicherung z.B. hätte Ihrem von Ihnen geschilderten Bekannten das mit Holzmann erlebte Fiasko erspart. Eine derartige Versicherung kann vielen Unternehmern ein ähnliches Szenario ersparen und ist zudem leistbar.
Im Zuge einer Risikominimierung, welche auch bei der Beurteilung von Banken herangezogen wird, obliegt es der Verantwortung des Lieferanten, die Deckung seiner Aussenstände zu sichern. Dazu dienen derartige Versicherungen.
Hinzu kommt, dass die durch die Versicherung auftragsbezogen durchgeführte Bonitätsprüfung bereits im Vorfeld dem Lieferanten die potentiellen Risken in Bezug auf seine jeweiligen Kunden individuell vor Augen führt. Zum Teil richtet sich die Höhe der Prämie nach dem Risiko des Kunden. Letzten Endes ist es besser weniger zu verdienen, als viel zu verlieren.
Derartige Beurteilungen und Einschätzungen sind nicht nur das Privileg von Banken und Grossunternehmen. Die meisten Klein- und Mittelbetriebe setzen sich allerdings fast unverantwortlich über diese Notwenigkeiten völlig hinweg. Und wundern sich dann über die Schwierigkeiten, auf welche sie stossen, indem sie das selbst eingegangene Risiko oftmals lapidar auf Finanzierungsinstute zu übertragen gedenken.
Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit Factoringinstitutionen auch als Umgehung von Finanzierungsbegehren an Banken durchaus geeignet, auch wenn es Geld kostet. In Wirklichkeit ist dies nichts anderes als eine Auftragszwischenfinanzierung, wobei man dadurch als Lieferant (welcher Leistung auch immer) seinerseits wieder in die Lage versetzt wird, selbst die eigenen Verbindlichkeiten unter Skontoausnutzung zu begleichen. Das minimiert wieder die Kosten des Factorings.
Teilweise ist hier jedoch Vorsicht bei der Auswahl dieser Factoring-Gesellschaften geboten, da immer wieder Naheverhältnisse zu den fraglichen Banken bestehen und daher ähnliche Annahme-/Ablehnungskriterien angesetzt werden.
Es gibt eine Reihe Möglichkeiten für Unternehmer, aus den starren Gefügen der klassischen Bankenumgebungen sehr wohl auszubrechen. Diese werden jedoch in vielen Fällen kaum ausgeschöpft, aus welchen Gründen auch immer. Meist ist Unwissenheit der einzige Grund dafür.
Je geringer das Risiko auf seiten des Finanzierungsnehmers ist, umso größer die Finanzierungsbereitschaft beim Finanzierungsgeber. Auch das ist Teil eines (leider viel zu oft viel zu sehr vernachlässigten) ordentlichen Managements.
Wenn man ohnehin weiss, dass die Banken bei Finanzierungen kein (oder kaum) Risiko eingehen möchten, warum tragen dann die meisten Unternehmen dem keine Rechnung und bereiten die Basis gemäss der Erforderlichkeiten nicht vor?
Vermutlich auch deswegen, weil sie grosswegs falsch, schlecht, unprofessionell oder gar nicht beraten werden, oder wurden.
Es gibt ausgezeichnete Basel II-Berater, es gibt ausgezeichnete Finanzierungssachverständige, Unternehmensberater, die tatsächlich dem fraglichen Finanzierungsbedürftigen helfen, für die Gegenwart um- und für die Zukunft aufzurüsten. Die Schwellenangst der Unternehmer zu überwinden ist allerdings die Grundvoraussetzung.
Hand auf das Herz: die meisten Klein- und Mittelbetriebsunternehmer sind eher do-it-yourself-Unternehmer, die eher zwangsläufig in eine Position des Unternehmertums hineingeraten und haben von vielen Dingen des Unternehmers in Wirklichkeit zuwenig bis gar keine Ahnung. Weil nicht gelernt. Dazu ist die Verantwortung zu gross und daher gehen wir davon aus, dass in der Eigenverantwortlichkeit der Unternehmer ein raschestes Umdenken stattfinden sollte.
Der gedankliche Zugang zu Banken, sehr wohl in Kenntnis der Sachlage und diese keineswegs beschönigend, sollte an die Realität angepasst werden. Es gibt immer Mittel und Wege, auf legalem Wege das zu erreichen, was man sich vornimmt. Den Weg zu finden und die Voraussetzungen für die Gangbarkeit schaffen ist nicht Aufgabe von irgendwelchen Banken auf diesem Planeten, sondern die des Finanzierungssuchenden!
Mit besten Empfehlungen
| Rosi hat folgendes geschrieben:: |
Schönen guten Tag an alle!
Auch wir haben die Erfahrung gemacht, egal, welche Hilfsprogramme man auch versucht zu bekommen, sei es Investitionsdarlehen, Kapital für Arbeit, Liquiditätshilfedarlehen, Bürgschaften oder was auch immer. Man kommt an der Hausbank nicht vorbei. Diese muß die Anträge stellen. Doch was nutzen all diese tollen Programme, wenn die Bank sagt: Kapital für Arbeit, halten wir nichts von und bei den anderen Programmen haben wir nur viel Papierkram und sonst nichts davon. Das heißt für mich, die Banken wollen einerseits selbst keinerlei Risiken eingehen, andererseits aber nicht die Risiken auf die Programme abwälzen, weil sie ja dann nichts mehr verdienen. Wenn man sich bei der KfW oder Deutschen Ausgleichsbank darüber beschwert erhält man folgende Antwort: Uns ist das Problem mit den Hausbanken bekannt, wir können aber auch nichts dagegen tun. So rennt man ständig im Kreis. Was soll man als kleiner und mittelständiger Betrieb machen? Soll man wirklich mit
Aufträgen satt, völlig ohne Kredite belastet, gute Zukunftsaussichten, nur halt ohne die Möglichkeit die Aufträge vorfinanzieren zu können, den Konkurs anmelden? Das kann doch nicht wahr sein!
Warum können denn diese Betriebe nicht vorfinanzieren? Weil die Verdienstmagen so gering sind, das man gerade so seine Kosten zahlen kann, und der Gewinn, der sich nun mal nicht im Milionen Bereich bewegt, mit so hohen Steuern belegt ist, das mann kaum in den Betrieb investieren, geschweige denn Rücklagen bilden kann.
Was die Holzmanngeschichte angeht, hier eine Erfahrung aus der Praxis. Ein guter Freund von uns, seit 40 Jahren Unternehmer, hatte durch Holzmann 500.000 DM verloren. Nachdem der Kanzler Holzmann Unterstützung zu gesagt hatte, hoffte unser Freund er würde nun sein Geld, oder wenigstens einen großen Teil, erhalten. Hat er aber nicht. Weil er zu lange hoffte, wird ihm jetzt Konkursverschleppung angehängt.
Ihm hilft keiner! Warum auch, er hat ja nur 20 Arbeitsplätze.
Liebe Grüße Rosi |
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1951 Pathfinder
Anmeldungsdatum: 13.10.2003 Beiträge: 359
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Verfasst am: 20.Nov 2003 11:21 Titel: |
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Sehr geehrter Uli K.!
Zwei Anmerkungen zu Holzmann:
1. Gebe Ihnen völlig recht das entsprechende Versicherungen in jede Überlegung hineingehören. Nun kenne ich den geschilderten Fall von Rosi nicht. Aber genau diese von Ihnen skizzierte Überlegung nahm immer grossen Raum ein, wenn ich mit der Genehmigung von Grosskrediten zu tun hatte.
2. Die in meinem Beitrag angezeigte Überlegung in Hinblick auf Holzmann sollte lediglich aufzeigen, dass die staatliche Hilfe für den Konzern genutzt wurde, um Ausschreibungen zu "drücken". Hier fand eine staatlich gestützte Unterbietung statt. Und das kreide ich auch unter dem Aspekt der Moral den Verantwortlichen an.
Alles Gute
1951 |
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GTF Austria Pathfinder
Anmeldungsdatum: 16.09.2003 Beiträge: 416 Wohnort: A-1130 Wien
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Verfasst am: 20.Nov 2003 11:29 Titel: Re: Andere Meinung |
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Das von Uli K Dozierte deckt sich mit unserer Position. Nicht so sehr aufgrund der Tatsache, dass Uli K einer unserer Mitarbeiter (mit eigenständiger Meinung) ist, sondern weil es die Realität selbst darstellt. Es ist dies eine Realität, die nicht länderspezifisch zu sehen ist, sondern global den Nagel auf den Kopf zu treffen scheint.
Es ist Faktum, neben all den bekannten und unbestrittenen, sowie teils zu recht umstrittenen Verhaltensmustern der "angeklagten" Banken, dass in den meisten zur Vor- und Zwischenfinanzierungen anstehenden Fällen, die Hausaufgaben des Antragstellers nur unzureichend gemacht wurden. Auch werden oft die Darstellungsformen der Finanzierungsanträge, welche von Institut zu Institut unterschiedlich sind, nicht den Erfordernissen entsprechend adaptiert.
In solchen Fällen werden dann meist vom potentiellen Finanzierungsnehmer mehrere Banken mehr chaotisch als gut vorbereitet aufgesucht und so ist das spezifische Thema (und der Unternehmer selbst) dann bald "ausgelutscht", das Projekt bekannt, etc. und stösst natürlich auf Ablehnung.
Es ist erfahrungsgemäß so, dass in erster Linie die Aufmerksamkeit auf die vom Unternehmen anzbietenden Leistung (als Umsatzbasis) den Kunden gegenüber höchst konzentriert aufgebracht wird. Gut so, denn das ist die Basis für Umsätze. Es werden tolle Prospekte gemacht, etc., um den Kunden für sich und sein Angebot einzunehmen.
Dann z.B. hat man den Auftrag erhalten und sucht erst dann konkret um eine Finanzierung an. Der Druck ist bereits gross. Der Ansatz war falsch und zu spät und man hat einen wichtigen (Finanzierungs-)Partner völlig vernachlässigt.
Den Banken dann in aller Not und unter Druck eine Entscheidung, die oft vom Finanzierungsnehmer völlig anders hätte vorbereitet werden müssen, abzuringen, die sich mit dem Eigeninteresser deckt, ist unprofessionell. Hinzu kommt, dass man auf sein Bankengegenüber meist als Feind schon a priori herangeht und daher kaum den gewünschten Erfolg haben kann.
Den Kunden behandelt man niemals so, denn dem will man etwas verkaufen. Bei der Bank ändern sich die Verhaltensmuster - und unter anderem ist das völlig falsch, jedoch Realität. Basel II hin oder her.
Und die Zeit, das eigenen Unternehmen auch der Banken- oder Finanzerungsseite perfekt zu präsentieren ist nicht mehr da. Oder es wurde nicht rechtzeitig die Notwendigkeit dazu und die notwendigen Voraussetzungen erkannt.
Die Erwartungshaltung gegenüber Banken ist meist falsch oder viel zu hoch.
Die Erwartungshaltung der potentiellen Finanzerungsgeber richtig einzuschätzen und aufgrund dessen mit und für den Finanzierungsnehmer das Richtige zu tun ist Aufgabe von Unternehmensberatern und Finanzdienstleistern. Man sollte in einer rechtzeitigen Planung auch in solchen Bereichen Profis engagieren. Man druckt sich z.B. seine Prospekte meist auch nicht selber...
Zu einer perfekten Unternehmensstrategie für Klein und Gross zählt auch die solide Vorbereitung der Finanzierungsbasis. Das ist mitunter ähnlich mühsam, wie der Aufbau anderer Unternehmensbereiche. Als Hauptbasis jedoch verdient dieser Bereich die notwendige Aufmerksamkeit und Professionalität.
Grüßung aus Wien |
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Rosi Newbie
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 31
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Verfasst am: 20.Nov 2003 13:26 Titel: |
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Wir haben der Bank schon im Dezember 2002 mitgeteilt, das wir die Ausschreibung für das 2 Mio. Projekt gewonnen haben und sind mit einer ganzen Mappe Unterlagen, auch wie wir uns die Finanzierung vorstellen, angetreten. Die Aussage war: Kommen Sie wieder wenn Sie den Auftrag auch wirklich haben. Nun, der Auftrag wurde, was nicht unsere Schuld ist, aber erst im August 2003 an uns erteilt. Da der Auftraggeber viel Zeit verloren hat, aber unbedingt seinen Termin einhalten will, was auch möglich ist, drängt jetzt natürlich die Zeit. Also wieder hin zu den Banken, bei der Ersten schon am Sacharbeiter gescheitert mit der Begründung: Bau, dafür engagieren wir uns nicht mehr. Der Zweite hat nach 2 Wochen die Unterlagen noch nicht gelesen und auch offensichtlich keine Lust dazu. Der Dritte sagt: Sie haben sich zwar 7 Jahre ohne Kredite gehalten, aber wenn Sie eine Bürgschaft haben wollen, dann müssen Sie uns die gleiche Summe in Bar hinterlegen." usw. usw. usw.
Was meinen Bekannten angeht, der hat auf den Namen HOLZMANN vertraut, und seine Bank, nach angeblichen Recherchen auch. Die Summe war bereits fällig, bevor die Holzmanngeschichte an die Öffentlichkeit kam. Hier hat der ach so gute Name geblendet. Sicher würden wir uns gerne von Finanzberatern usw. beraten lasssen, aber woher sollen wir wissen, das wir nicht unser letztes Geld irgendeinem Scharlatan hinterher werfen. Auch das ist uns schon passiert. Die Finanzdecke ist einfach zu dünn, um sich teure Ausfallversicherungen oder Wirtschaftsagenturen leisten zu können. Es ist richtig, das man als Unternehmer kaum etwas über seriöse private Finanzdienste weiß. Als Unternehmer einer so spezifischen und technichaufwendigen Firma, muß man ständig auf den Baustellen vor Ort sein. Natürlich bleibt dann für viele, auch wichtige Dinge, einfach keine Zeit. Zur Zeit haben wir einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer, der aber auch mit seinen anderen Mandanten, kein Glück bei den Banken im Osten hat. Der Osten existiert anscheinend für Banken nicht mehr!
Gruß Rosi |
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GTF Austria Pathfinder
Anmeldungsdatum: 16.09.2003 Beiträge: 416 Wohnort: A-1130 Wien
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Verfasst am: 20.Nov 2003 13:40 Titel: |
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Welche Größe hat Ihr Unternehmen (Umsatzvolumen, Personal getrennt in Arbeiter und Angestellte)?
Hat das Unternehmen oder haben Sie Immobilienbesitz?
Mit besten Empfehlungen
| Rosi hat folgendes geschrieben:: |
Wir haben der Bank schon im Dezember 2002 mitgeteilt, das wir die Ausschreibung für das 2 Mio. Projekt gewonnen haben und sind mit einer ganzen Mappe Unterlagen, auch wie wir uns die Finanzierung vorstellen, angetreten. Die Aussage war: Kommen Sie wieder wenn Sie den Auftrag auch wirklich haben. Nun, der Auftrag wurde, was nicht unsere Schuld ist, aber erst im August 2003 an uns erteilt. Da der Auftraggeber viel Zeit verloren hat, aber unbedingt seinen Termin einhalten will, was auch möglich ist, drängt jetzt natürlich die Zeit. Also wieder hin zu den Banken, bei der Ersten schon am Sacharbeiter gescheitert mit der Begründung: Bau, dafür engagieren wir uns nicht mehr. Der Zweite hat nach 2 Wochen die Unterlagen noch nicht gelesen und auch offensichtlich keine Lust dazu. Der Dritte sagt: Sie haben sich zwar 7 Jahre ohne Kredite gehalten, aber wenn Sie eine Bürgschaft haben wollen, dann müssen Sie uns die gleiche Summe in Bar hinterlegen." usw. usw. usw.
Was meinen Bekannten angeht, der hat auf den Namen HOLZMANN vertraut, und seine Bank, nach angeblichen Recherchen auch. Die Summe war bereits fällig, bevor die Holzmanngeschichte an die Öffentlichkeit kam. Hier hat der ach so gute Name geblendet. Sicher würden wir uns gerne von Finanzberatern usw. beraten lasssen, aber woher sollen wir wissen, das wir nicht unser letztes Geld irgendeinem Scharlatan hinterher werfen. Auch das ist uns schon passiert. Die Finanzdecke ist einfach zu dünn, um sich teure Ausfallversicherungen oder Wirtschaftsagenturen leisten zu können. Es ist richtig, das man als Unternehmer kaum etwas über seriöse private Finanzdienste weiß. Als Unternehmer einer so spezifischen und technichaufwendigen Firma, muß man ständig auf den Baustellen vor Ort sein. Natürlich bleibt dann für viele, auch wichtige Dinge, einfach keine Zeit. Zur Zeit haben wir einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer, der aber auch mit seinen anderen Mandanten, kein Glück bei den Banken im Osten hat. Der Osten existiert anscheinend für Banken nicht mehr!
Gruß Rosi |
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GTF Austria Pathfinder
Anmeldungsdatum: 16.09.2003 Beiträge: 416 Wohnort: A-1130 Wien
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