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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 26.Jul 2004 6:59 Titel: Mezzanine-Kapital |
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Mezzanine-Fonds - Mezzanine Kapital
Die institutionellen Investoren schätzen die vergleichsweise hohe Rendite bei überschaubarem Risiko. Für die meisten Privatanleger waren Mezzanine-Fonds wegen der hohen Mindestanlagebeträge dagegen bislang praktisch unzugänglich. Das soll sich nun ändern.
Mezzanine-Produkte sind innovative Finanzierungsinstrumente für Unternehmen. Sie sind weder dem Eigen- noch dem Fremdkapital zuzurechnen, sondern eine Mischform. Genau das macht sie für Unternehmen und für Geldgeber gleichermaßen interessant.
Die großen Fondsanbieter, die dieses Kapital vergeben, wollen sich nun auch für private Anleger öffnen. Der BHF Private-Equity-Fonds liegt als reiner Mezzanine-Fonds mit 50 000 Euro Mindesteinsatz schon heute in relativ bezahlbarem Rahmen. Noch in diesem Jahr sollen weitere Anbieter folgen. Die Privatbank Oppenheim, die Hypo-Vereinsbank sowie die Schweizer UBS sind mit ihren Plänen weit fortgeschritten. Die Sachsen-LB will voraussichtlich 2005 mit einem eigenen Fonds kommen.
Unternehmer lieben Mezzanine-Kapital, weil der Geldgeber zwar kein Mitspracherecht wie ein Aktionär hat, sie es gegenüber der Bank aber dennoch als Eigenkapital ausweisen können. Das ist ein Vorteil bei der verschärften Kreditvergabepolitik der Banken. "Außerdem hat alles, was Steuern spart, bei deutschen Unternehmern einen besonderen Klang", sagt Klaus Weigel, Geschäftsführer von DZ Equity Partner, mit Blick auf die Absetzbarkeit der Zinsaufwendungen in der Firmenbilanz.
Auf der anderen Seite stehen die Investoren. Sie suchen seit jeher eine Kapitalanlage, die drei Anforderungen erfüllt: laufende hohe Einkünfte, ein begrenztes Investitionsrisiko und ein attraktives Wertsteigerungspotenzial. In dieser Hinsicht haben Mezzanine-Fonds nach Ansicht ihrer Verwalter das ideale Chance-Risiko-Profil. "In der Regel sind drei Viertel der Erträge vertraglich durch Zinseinnahmen gesichert und fließen zumeist ab dem zweiten Jahr, ein Viertel der Erträge resultiert aus einer Erfolgsbeteiligung", sagt Thomas Etzel, Geschäftsführer der BHF Private Equity Treuhand- und Beratungsgesellschaft.
Für Anleger interessant ist vor allem die Verzinsung des investierten Geldes. Je höher das Risiko, desto höher bekanntlich auch die Rendite. Während Banken bei Firmenkrediten fünf bis acht Prozent Zinsen verlangen, rechnen Eigenkapitalinvestoren mit 20 bis 25 Prozent Rendite. Mezzanine-Kapital kostet zwischen 14 und 18 Prozent, liegt also in der Mitte.
Berechnungen von Jeremy Golding, Inhaber der auf Mezzanine-Finanzierung und -Fonds spezialisierten Golding Capital Partners, bestätigen, dass im Zehnjahreszeitraum 1993 bis 2003 knapp 14 Prozent jährlich an die Mezzanine-Fondsanleger zurückgeflossen sind. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch eine Untersuchung des Center of Private Equity Research (Cepres) der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
"Dazu kommt der Umstand, dass Anleger bei Mezzanine-Kapital ein im Verhältnis geringes Risiko eingehen", sagt Stefan Glowka, bei der Sachsen-LB verantwortlich für den hauseigenen Mezzanine-Fonds, an dem sich bislang nur Großanleger beteiligen können.
Zum einen liegt das an den strengen Auswahlkriterien der Initiatoren der Fonds, die für eine Finanzierungszusage ausschlaggebend sind. Der BHF-Banker Thomas Etzel erwartet beispielsweise eine Eigenkapitalquote von mindestens 30 bis 35 Prozent. Dagegen achtet Klaus Weigel von der DZ Equity Partner ganz besonders auf den Cashflow: "Irgendwie muss das Geld schließlich zurückbezahlt werden", sagt er.
Dies schließt Ausfälle allerdings nicht aus. "Dennoch müssen wir nur sehr selten einen Mezzanine-Kredit abschreiben", sagt Golding. Außerdem ist der Ausstieg im Vergleich zu Private Equity wesentlich eleganter, denn Laufzeit und Modalitäten der Rückzahlung stehen bereits bei Geldvergabe fest.
Bis zur Tilgung einer Mezzanine-Finanzierung vergehen im Durchschnitt fünf Jahre; bei Private Equity müssen Anleger in den meisten Fällen mit der doppelten Zeit bis zum Verkauf der Fondsbeteiligungen rechnen. Außerdem ist der Ausstieg das eigentliche Problem einer Anlage in Private-Equity-Fonds.
Schließlich entwickeln sich Mezzanine-Fonds losgelöst von den jeweiligen Trends an den Aktien- und Anleihemärkten. "Zur Diversifikation sind Mezzanine-Fonds deshalb bestens geeignet", sagt der Sachsen-LB-Banker Stefan Glowka.
Doch es gibt auch Kritiker. Alexander Binz, für den Bereich Private Equity verantwortlicher Geschäftsführer von Blue Capital, ist von Mezzanine-Fonds nicht in jedem Punkt überzeugt: "Das Risiko ist nicht viel kleiner als bei Private-Equity-Fonds. Bei Letzteren sind dagegen die Renditen mit 15 bis 20 Prozent regelmäßig deutlich besser.
Torsten Schubert - Artikel erschienen am 25. Juli 2004 |
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