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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 24.Aug 2005 6:23 Titel: Schufa-Anfragen erhöhen Kreditzinsen |
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Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Schufa und der Beantragung von Krediten. Haben sie ähnliche Erfahrungen machen können?
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Schufa-Anfragen erhöhen Kreditzinsen
Mündige Verbraucher haben es offenbar schwer: Wer sich vor dem Antrag auf einen Verbraucherkredit mehrere Angebote einholt, zahlt anschließend oft höhere Zinsen. Oder erhält gar keinen Kredit mehr.
Das ist das Ergebnis eines Tests des ARD-Magazins „Plusminus“, über das der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am Montag in Leipzig vorab berichtete. Grund für die plötzliche Verteuerung des Kredites seien die obligatorischen Anfragen der Banken bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) in Wiesbaden.
Für den Test wurde bei neun Banken mehrfach nach Angeboten für ein Privatdarlehen in Höhe von 5 000 Euro mit einer Laufzeit von vier Jahren gefragt. Nachdem die Banken bei der Schufa nachgefragt hatten, erhöhten einige Kreditinstitute ihre Zinsforderungen: So stieg dem Bericht zufolge bei einer Bank der zunächst angebotene Effektivzins von 9,14 Prozent auf später 12,69 Prozent, weil zwischen der ersten konkreten Kreditanfrage und dem eigentlichen „Abschluss“ des Vertrages mehrere Schufa-Einträge dazu gekommen waren. Dadurch verteuerte sich der Gesamtkredit um rund 370 Euro.
Auf ein ähnliches Ergebnis kamen die Tester auch bei einer anderen Bank: Hier wurde der Kredit zunächst mit 8,71 Prozent angeboten. Nachdem dann Schufa-Einträge zuvor gestellter Kreditanfragen vorlagen, sollte die gleiche Darlehenssumme mit 11,57 Prozent verzinst und damit etwa 270 Euro teurer werden. Eine Sprecher der Bank rechtfertigte die veränderten Konditionen dem Bericht zufolge damit, dass eine große Zahl von Kreditanfragen innerhalb weniger Tage die Vermutung nahe lege, dass der potenzielle Kunde Schwierigkeiten hatte, bei einem anderen Institut einen Kredit zu bekommen.
Bei einer dritten Bank führte das Vorliegen mehrerer Schufa-Einträge laut MDR sogar dazu, dass der Tester später als kreditunwürdig abgelehnt wurde, obwohl sie zu Beginn noch ein Privatdarlehen mit einem Zinssatz von 8,49 Prozent angeboten hatte.
Dass die Schufa-Einträge dem Kunden zum Nachteil ausgelegt werden, liegt nach Worten von Stefan Horst von der Schufa Holding AG allein in der Verantwortung der Bank. Die Anfrage selber sei ein rein neutrales Merkmal, das nur der Dokumentation diene. Wie die Banken dies interpretierten, liege bei ihnen.
Die Schufa-Einträge werden nach Angaben der Betreiberfirma zwischen 10 und 14 Tagen in den Datenbanken der Wiesbadener Schutzgemeinschaft gespeichert und dann gelöscht, wenn kein Kreditvertrag abgeschlossen wird. „Wer also Zeit hat, kann durch Abwarten eine Verschlechterung seiner Bonität vermeiden“, lautete das Fazit des MDR. Allerdings könne sich so ein Preisvergleich von Kreditkonditionen über Wochen hinziehen.
Quelle: Handelsblatt |
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SCHUFA-Falle bei Kredit-Angeboten
- wie die Suche nach Vergleichsangeboten die Zinskonditionen verschlechtert
Immer mehr Banken vergeben für normale Ratenkredite nicht mehr einheitliche, sondern individuelle Zinssätze. Das heißt: Die Höhe des Zinssatzes richtet sich nach der Bonität des Kreditkunden. Wer über eine gute Bonität verfügt, zahlt weniger Zinsen. Wer eine schlechtere Bonität hat, zahlt hohe Zinsen. Die Spannbreite der individuellen Zinssätze kann dabei zwischen 5 und 14 Prozent liegen. Umso wichtiger ist es, sich über seinen individuellen Zinssatz zu informieren und von verschiedenen Banken Angebote einzuholen, bevor ein Kreditvertrag abgeschlossen wird.
Bonitätsabfrage bleibt bei SCHUFA gespeichert
Neben der Abfrage der persönlichen Vermögensverhältnisse stellen viele Banken eine Bonitätsanfrage bei der SCHUFA, um ein Kreditangebot auszuarbeiten. Die SCHUFA – die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung mit Hauptsitz in Wiesbaden – speichert u.a. Daten über laufende Kredite, Kreditkarten, Girokonten, aber z.B. auch laufende Mobilfunkverträge. Und es wird vermerkt, ob ein Kunde in der Vergangenheit seinen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist oder nicht.
Nach dieser Bonitätsabfrage erhält der Kunde sein individuelles Kreditangebot. Allerdings: Auch die Bonitätsabfrage bleibt bei der SCHUFA zunächst gespeichert, selbst wenn im Anschluss kein Kreditvertrag abgeschlossen wurde. Und genau hier beginnen die Probleme für den Kreditkunden: Denn jede Bank, die eine Anfrage bei der SCHUFA stellt, erfährt dabei auch, ob und wieviele andere Banken zuvor dort bereits ebenfalls die Bonität des Kunden abgefragt haben.
Banken sehen in SCHUFA-Anfragen "signifikantes Merkmal"
Wie [plusminus in einem Test herausgefunden hat, verschlechtern sich bei vielen Banken die Kreditzinsen, wenn der Kunde sich bereits bei anderen Kreditinstituten Angebote eingeholt hat und diese dafür bei der SCHUFA seine Bonität abgefragt haben. Unserer Testperson wurde z.B. bei der Commerzbank für einen Kredit über 5.000 Euro bei 48 Monaten Laufzeit zunächst einen effektiven Zinssatz von 9,14 Prozent angeboten. Beim zweiten Versuch, nachdem unsere Testperson sich bereits Angebote bei anderen Banken eingeholt hatte mit entsprechenden SCHUFA-Anfragen, wird ihr von der Commerzbank ein effektiver Zinssatz von 12,69 Prozent angeboten. Der Kredit hat sich damit um rund 370 Euro verteuert. Die Konzernleitung der Commerzbank begründet dies wie folgt: "Die Anzahl der SCHUFA-Anfragen hat sich in der Vergangenheit stets als ein signifikantes Merkmal herausgestellt, d.h. mit der Anzahl der Kreditanfragen in der SCHUFA-Auskunft steigt auch das Ausfallrisiko. Deshalb sind die Kreditanfragen mit zunehmender Häufigkeit als "risikoreicher" eingeschätzt worden, da – zumindest bisher – häufige Anfragen in kurzer Zeit auf Kreditablehnungen bei anderen Banken zurückzuführen sind."
Das heißt also: Der Kunde, der Kreditangebote vergleicht, weil es bei vielen Banken keine festen, sondern individuelle Zinsen gibt, wird als höheres Ausfallrisiko angesehen. Weil jede SCHUFA-Anfrage wegen eines Kredites bei der SCHUFA gespeichert und dann offenbar dem Kunden zum Nachteil ausgelegt wird. Stefan Horst von der SCHUFA Holding AG sieht hier jedoch die Banken in der Verantwortung: "Die Anfrage selber ist ein rein neutrales Merkmal, was nur der Dokumentation dient. Die Interpretation liegt allein bei den Banken. Sowohl die positive als auch die negative Interpretation ist Sache der Banken."
Eine Anfrage führt manchmal schon zur Kreditunwürdigkeit
Viele Banken werten derartige SCHUFA-Anfragen offenbar negativ. Denn auch bei der Citibank wurden im [plusminus-Test unterschiedliche Zinssätze angeboten, je nachdem ob bereits SCHUFA-Anfragen anderer Kreditinstitute vorlagen oder nicht. Zunächst lautete der effektive Zinssatz hier 8,71 Prozent, dann 11,57 Prozent. Der Kredit wäre diesmal rund 270 Euro teurer. Auch die Citibank argumentiert ähnlich wie die Commerzbank: "Eine große Zahl von Kreditanfragen innerhalb weniger Tage legt die Vermutung nahe, dass der potenzielle Kunde Schwierigkeiten hatte, bei einem anderen Institut einen Kredit zu bekommen."
Die HypoVereinsbank verschlechterte bei unserem Test ebenfalls die Kreditkonditionen. Hier erhielt unsere Testperson bei zweiten Mal nicht mehr die gewünschten 5.000 Euro, sondern nur noch ein Kreditangebot bis maximal 2.300 Euro. Und die Norisbank bot zunächst einen Zinssatz von 8,71 Prozent an. Und als unsere Testperson bereits Angebote anderer Banken eingeholt hatte, war sie bei der Norisbank plötzlich kreditunwürdig – und das, nachdem unser Tester nur ein Alternativangebot eingeholt hatte. Der Vorstandsvorsitzende der Norisbank, Theophil Graband, sagt dazu gegenüber [plusminus: "Ich würde nicht sagen, dass die SCHUFA-Anfragen ein Negativmerkmal sind. Aber sie können ein Momentum sein."
Ein Momentum, das sich bei unserem Test allerdings negativ auswirkte. Denn auch eine weitere [plusminus-Testerin wurde als kreditunwürdig eingestuft, nachdem sie sich zuvor Kreditangebote anderer Banken eingeholt hatte. Ähnlich ergeht es Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken, die im Kreditgeschäft mit der Norisbank zusammenarbeiten.
Wenig Rechte für Verbraucher
Zu den [plusminus-Testergebnisse meint Stefanie Pallasch von der Zeitschrift "Finanztest": "Das sollte natürlich nicht passieren, dass sich für einen Kunden, der bei verschiedenen Banken nach einem Kreditangebot fragt, die Anzahl der gespeicherten SCHUFA-Merkmale "Anfrage Kredit" negativ auf den Zinssatz auswirkt." Doch viel kann der Kunde dagegen derzeit nicht unternehmen. Stefanie Pallasch geht davon aus, dass in Zukunft immer mehr Banken dazu übergehen, individuelle anstatt feste Kreditzinsen zu vergeben. Dann müssten sich die Banken dieses Problems automatisch annehmen. Ansonsten weiß die Finanzexpertin nur einen Rat: "Entweder der Kunde versucht, im persönlichen Gespräch mit dem Bankmitarbeiter zu erläutern, woher die SCHUFA-Merkmale stammen. Und wenn das nicht funktioniert, weil die Kredite automatisiert über ein Computerprpgramm vergeben werden, dann hat der Kunde nur die Möglichkeit, zwischen der einen und der nächsten Anfrage die Zeit von zehn Tagen vergehen zu lassen." Nach zehn, spätestens 14 Tagen werden die SCHUFA-Anfragen gelöscht, wenn kein Kreditvertrag zustande kam. Da kann die Suche nach der günstigsten Bank aber mehrere Monate dauern. Wenig verbraucherfreundlich!
Es gibt auch Ausnahmen
Im Rahmen des [plusminus-Tests hatten SCHUFA-Anfragen wegen eines Kreditangebots bei der Dresdner Bank, der Deutschen Bank und der Postbank keine Auswirkungen auf die Zinskonditionen. Auch die Leipziger Sparkasse sagt, dass die Anzahl der SCHUFA-Anfragen bei Abschluss eines Kreditvertrages keinen Einfluss auf die Konditionen habe. Allerdings sei in einem solchen Fall die Kreditvergabe an sich genau abzuwägen, "letztlich auch zum Wohle des Kunden".
Quelle: Plus-Minus / Autor: Andreas Wolter
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,a6xp08530y39pcr1~cm.asp
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