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norwac Newbie
Anmeldungsdatum: 27.01.2006 Beiträge: 10
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Verfasst am: 7.Mai 2006 15:19 Titel: Verstößt Basel II gegen Grundrechte ? |
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Gibt es eigendlich schon Klagen gegen Basel II?
Im Grunde ist dieses Rating diskriminierend und wettbewerbsverzerrend.
Den Krankenkassen ist nicht erlaubt, Rauchern einen Risikoaufschlag zu geben. Die Richter dürfen bestimmte Personengruppen nicht vorsorgend verurteilen, nur weil sie statistisch gesehen mehr Verbrechen verursachen.
Anders ist es mit Basel II. Hier wird doch lediglich auf Verdacht jemand mit einem Risikoaufschlag von bis zu 100% bestraft und das wirtschaftliche Risiko noch weiter erhöht, während andere einen gesetzlich geförderten Wettbewerbsvorteil erhalten. |
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Gundel Insider
Anmeldungsdatum: 01.09.2005 Beiträge: 858
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Verfasst am: 10.Mai 2006 7:58 Titel: |
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hallo,
wieso sollte Basel II gegen die Grundrechte verstoßen? Etwa gegen Art. 3 oder 12 oder sogar 14 ???
Quatsch!
Basel II regelt das Verhältnis zwischen Banken untereinander und hat als Auswirkung für den Kunden lediglich eine privatwirtschaftliche Prüfung der Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kunde zur Folge.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß es ein grundgesetzlich verbrieftes Recht auf zwingende Geschäftsbeziehung oder Kreditvergabe gibt. Die privatrechtliche Beziehung zwischen Banken und Kunden hat nichts mit Grundrechten zu tun. Sie werden ja auch nicht gezwungen, bei Banken Konten zu eröffnen oder Kredite aufzunehmen. Dies steht Ihnen vollkommen frei. Also steht es auch den Banken frei, sich ihre Kunden "auszusuchen".
grüße
gundel |
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Elly * Consulter *
Anmeldungsdatum: 18.03.2004 Beiträge: 1180
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Verfasst am: 10.Mai 2006 16:52 Titel: Re: Verstößt Basel II gegen Grundrechte ? |
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Im Gegenteil. Basel II ermöglicht nunmehr jedem Unternehmer eine im Rahmen einer gewissen Bandbreite faire Standortbestimmung auch für sich selbst nachvollziehen zu können.
Faktum ist, dass vor allem dann der Aufschrei jedoch groß ist, wenn es darum geht, sich Gelder von jemandem zu leihen und im Zuge dessen eine Risikoevaluierung von Nöten ist. Mit Sicherheit ist es durch Basel-II einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, der Softfacts, Hardfacts, etc. in darin berücksichtigt.
Es gibt für Unternehmer und Geldgeber durchaus eine Menge Chancen im Rahmen von Basel-II. Dass dadurch auch manche Negativa ans Tageslicht kommen ist ebenfalls durchaus für alle Beteiligten begrüßenswert.
Oder sollen Geldgeber in Sachen Risikotransparenz und -bewertung vom potentiellen Finanzierungsnehmer ewig für deppert verkauft werden? Passiert häufig genug...
| norwac hat folgendes geschrieben:: |
....Im Grunde ist dieses Rating diskriminierend und wettbewerbsverzerrend.....
.....Anders ist es mit Basel II. Hier wird doch lediglich auf Verdacht jemand mit einem Risikoaufschlag von bis zu 100% bestraft und das wirtschaftliche Risiko noch weiter erhöht, während andere einen gesetzlich geförderten Wettbewerbsvorteil erhalten. |
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Gründungsinitiative Newbie
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 9 Wohnort: 41334 Nettetal
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Verfasst am: 24.Mai 2006 2:58 Titel: Re: Verstößt Basel II gegen Grundrechte ? |
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Hallo zusammen,
um das festzuhalten: Basel II ist als Instrument entwickelt worden, um Banken vor Wiederholungen von Herr Schneider und Co zu schützen. Das ist auch irgendwo richtig so. Es wurden Sicherungen in die Kreditvergabe eingebaut, die solche Betrügereien und somit auch Schutz vor Schäden jeden einzelnen bieten sollten. Manchen Leuten schützt Basel II sogar vor sich selbst, weil bis zu einem gewissen Punkt eine Verschuldung durch geht, aber dann auch einen Riegel vor weiterer Verschuldung schiebt.
Im Klartext, ein gewissenhafter Austausch von Informationen über einen Kreditantragsteller findet statt und lässt nicht die kleinste Lücke aus.
Nicht richtig ist dagegen, was die Banken aus Basel II gemacht haben. Diese machen aus jedem Kreditantragsteller einen potentiellen Betrüger, den man vom "bankeigenen" Geld schützen muss. Wir erleben immer wieder, das Existenzgründer wesentlich schlimmer behandelt werden, als z.B. ein Arbeitsloser.
In den Augen vieler Banken ist ein Existenzgründer nur ein Geldvernichter, der in Ruin landet und seine Verpflichtungen dann nicht mehr nachkommen kann.
Sieht man sich die Branchenbriefe der Banken an, könnte man denken, man hätte einen Beipackzettel eines Medikaments in der Hand, auf dem in drei Sätzen die positiven Eigenschaften aufgeführt sind und auf weiteren fünf DinA4 Seiten die Neben-und Gegenwirkungen dargestellt werden.
So kann das mit Deutschland ja auch nicht weiter gehen, zumal es Födertöpfe ohne Ende gibt.
Für den privaten Verbraucher hat Basel II auch Nebenwirkungen. Ist man einmal negativ aufgefallen, geht schon mal garnichts mehr.
Als unauffälliger Kunde muss man sich allerdings auch einiges gefallen lassen. |
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harebu Newbie
Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 19
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Verfasst am: 2.Jun 2006 6:32 Titel: |
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Hallo,
auch wenn man nicht "negativ" aufgefallen ist, geht manchmal nichts mehr, trotz gutem Einkommen, sicherem Arbeitsplatz, guter Immobilie.
Da weder die Schufa, noch die Banken erklären müssen (wollen), wie sich der Score zusammen setzt, wie die Punkte beim Scoring entstanden sind, kann man nur spekulieren.
Wie werten sich falsche Adresseintragungen und unnötige Schufaanfragen seitens der Banken aus?
Wie kann jemand als leitender Angestellter mit gutem Einkommen einen grottenschlechten Score haben, seine Ehefrau als Rentnerin dagegen supergut dastehen? Beide haben keine Negativeintragungen, wohnen im gleichen Haus, also gleiche Gegend, und die Hypothek + Darlehen stehen auf beider Namen? Beide sind im Besitz von Kreditkarten.
Die leitenden Angestellten der Kreditabteilung einer größeren hiesigen Bank haben mal, so just vor Fun, den Score mit ihren persönlichen Daten gefüttert. Das Ergebnis war umwerfend, die Hälfte wäre nicht mehr kreditwürdig gewesen. Aber freuen kann ich mich nicht darüber.
Ein Schelm der Böses dabei denkt.
MfG |
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Gast Pathfinder
Anmeldungsdatum: 22.12.2004 Beiträge: 316
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harebu Newbie
Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 19
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Verfasst am: 4.Jun 2006 6:24 Titel: |
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Hallo Gast,
die Argumentation der Userin Elly bestärkt meinen Verdacht.
In Zeiten , wo die Zinsen niedrig wie selten sind, haben es die Banken verstanden, trotzdem Gewinne wie selten zu machen. Obwohl die Rate privater und gewerblicher Insolvenzen immer noch sehr hoch ist, macht die Bankbranche, wohl als einzige, riesige Gewinnzuwächse.
Wie so etwas geht? Zuerst werden, unter Mithilfe einiger Politiker, die ja nicht selten in den Aufsichtsräten sitzen, neue Richtlinien geschrieben, neue Gesetze verordnet.
Dann werden Firmen, wie auch gutverdienende Personen mittels eines undurchsichtigen Scoring "schlechtgeredet" und dann läßt man sich, wegen des "hohen Risikos" natürlich, das billig eingekaufte Geld teuer bezahlen.
In diesem Sinne
vroe Vingsten:-) |
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