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peppi
Newbie


Anmeldungsdatum: 07.12.2005
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 6.Jul 2006 14:58    Titel: wen interessiert es ? Antworten mit Zitat

wen interessiert es ?



Hallo an alle fleißigen Schreiber und Leser dieses Forums. Ich habe einmal hier eine Anfrage gestellt, aber Hilfe oder gute Ratschläge wurden mir leider nicht angeboten.

Trotzdem bin ich ständig in diesem Forum von einem Thema zum nächsten am stöbern und ich nehme den heutigen Tag zum Anlass meine Geschichte zu erzählen. Manche mögen sich zurecht Fragen was mein Beitrag hier zu suchen hat. Lesen sie und sie verstehen.
Ich habe leider niemanden dem ich meinen Frust und meine Wut vor die Füße werfen kann.
Doch, meiner Frau, ein herzensgutes Wesen. Ich ertappe mich mittlerweile täglich dass ich meine Frau ungerecht behandele und ihr Vorwürfe mache.
Aber nun erst mal der Reihe nach.

Vor 14 Jahren haben wir den Entschluss gefasst uns mit einem kleinen Laden selbständig zu machen. Die passende Lokalität war schnell gefunden. Nur leider sind wir damals blauäugig und ziemlich grün hinter den Ohren an den falschen geraten. Aufgrund falscher Zahlen und Lügen haben wir eine Abstandzahlung von 100.000 DM geleistet. Die damalige Bank hatte uns nur finanziert, weil beide Elternteile gebürgt hatten und wir unser Erspartes verpfändet haben.
Die Erlöse und der Verdienst waren gut. Wir konnten uns ein Haus kaufen (finanziert) und kamen ganz gut zurecht. Nach 5 Jahren entschlossen wir uns den Mietvertrag aufgrund einer Erhöhung nicht zu verlängern und haben uns in zentraler Lage ein neues Ladenlokal angemietet.
Nach leichten Anfangsschwierigkeiten haben wir im weiteren Verlauf gute Geschäfte getätigt und konnten unsere laufenden Verbindlichkeiten erfüllen.

Dann kam er, der Tag seit dem alles nicht mehr so ist wie es war. Ein Kran fast 40 Meter hoch wurde genau, und damit meine ich direkt ohne Zwischenraum, vor unserem Geschäft aufgebaut. Die Straße wurde gesperrt und der Fußgängerlauf umgeleitet.

Nun aufgepasst, der Kran war von unserem eigenen Vermieter der das Nachbarhaus gekauft hatte. Umbaumaßnahmen für dieses Haus waren angekündigt für einen Zeitraum von 4 bis 5 Wochen.

5 Monate hat der Kran samt Baustelle und dem dazugehörigem Lärm gedauert. Und nicht genug. Kurz bevor diese Baustelle fertig war wurde genau gegenüber ein neues Bauvorhaben gestartet. Die Bauzeit dauerte dort insgesamt sage und schreibe 9 Monate. Unsere Straße ist nur 3, 50 Meter breit und sie können sich vieleicht vorstellen was wir zu ertragen hatten. Von morgens bis abends nur Pressluftgehämmere und Dreck.

Unseren Vermieter hat das alles nicht interressiert. Er meinte die Straße bekomme ein besseres Erscheinungsbild und wir sollten halt durchhalten.
Nix ist mit durchhalten.
Nach 5 Monaten fast Null Umsatz hatten die Bank die Schnautze voll. Kredite gekündigt, keine Linie mehr Lastschriften wurden nicht mehr eingelöst Schecks gingen zurück. Anfangs hatten auch die Lieferanten Verständnis. Aber die müssen auch " Leben " und forderten ihr Geld ein.

Mietnachlass? Ausgelacht hat uns unser Vermieter. Wir müssten halt was machen damit die Leute weiterhin zu uns kommen. Der Bauherr der gegenüberliegenden Baustelle meinte, unsere Probleme würden nicht durch ihn verursacht, wir sollten uns an andere wenden.
150.000.- € weniger Umsatz in den ersten 7 Monaten. Wir waren Pleite, wollten das aber nicht wahr haben. So gut es ging haben wir die Miete gezahlt( damit der Vermieter uns nicht rausschmeisst) und einen geringen Teil an die Lieferanten. Privat konnten wir schon lange nichts mehr bedienen. Das haben sich die Hyphotekenbanken nicht lange gefallen lassen. Zwangsvollstreckung eingeleitet Kredite fällig gestellt u.s.w.

Weder IHK , Einzelhandelsverband, Bürgermeister oder eine Schar von Rechtverdrehern konnte uns helfen. Es ist halt so, war der allgemeine Tenor.
Wir wollten unser bis dahin Aufgebautes nicht aufgeben und im nachhinein war das ein riesiger Fehler.

Wir waren blind vor Wut und weil wir es nicht wahrhaben wollten immer weiter in unser Elend gerannt.

Lieferantentitel stapeln sich und der Gerichtsvollzieher kann uns bereits dutzen. Der Vermieter hat mitlerweile auf zwei Mieten verzichtet, aber nur unter der Voraussetzung dass wir die Rückstände bei ihm ratenweise abtragen und die laufenden pünktlich zahlen. (Notarvertrag)

Betrugsanzeige und Anzeige wegen Insolvenzverschleppung haben wir auch bereits hinter uns. Hier waren saftige Geldstrafen fällig. Niemanden hat nach den Gründen gefragt. Fakten waren entscheident.

Leider kann ich hier nicht alles zu Papier bringen was uns zugestossen ist und was wir durchmachen. Wir haben nach Beendigung der Baufasen versucht mit allen einigermaßen zurecht zu kommen.

Die eine Hypothekenbank hat die Zwangsvollstreckung zurück genommen aber die andere Bank verlängert den Vertrag nicht, weil die Zinsbindunsfristen abgelaufen waren. Hier droht die nächste Zwangsvollstreckung. Verschiedene Lieferanten die Tituliert haben wollen ihr Geld sofort und haben jegliche Ratenzahlung abgelehnt. Ich konnte noch nicht einmal die gesetzliche 6 monatsfrist einfordern da dieser bereits vom Gläubiger widersprochen wurde.

Wir haben lange gekämpft, aber so wie es nun Aussieht haben wir dies umsonst. Was mich am meisten fertig macht ist die Tatsache, dass wir unsere Familien mit reingezogen haben und am schlimmsten ist es das ich mitlerweile kalt wie ein Stein bin und keinerlei Lebensfreude mehr empfinde und all meinen Frust an meiner Frau auslasse.
Wie bereits erwähnt, obwohl dieser Text ziehmlich lang ist, beinhaltet er nur einen geringen Teil meiner Erlebnisse.

Meine Erwartungen auf dieses Schreiben?
Ich würde mich freuen wenn z.B. Gleichgesinnte ihre Erfahrungen schildern würden oder wenn mir jemand Ratschläge erteilen kann.
Oder jemanden mit viel Kapital der sein Vetrauen und Geld investiert.( nicht ernst gemeint)

Abschließend möchte ich mich für eventuelle Grammatik oder Rechtschreibefehler entschuldigen da ich diesen Text soeben mal einfach auf die Schnelle verfasst habe.

Grüße an alle Leser
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easycredit von der TeamBank
beih14
Specialist


Anmeldungsdatum: 07.04.2004
Beiträge: 157
Wohnort: im deutschsprachigen Raum

BeitragVerfasst am: 7.Jul 2006 7:43    Titel: Antworten mit Zitat

peppi

Du hast meine Anteilnahme. Ich kenne das Gefühl der Ohnmacht wenn man sich auf dem Weg der Arbeit und Ehrlichkeit bewegt und dann einem Jux ausgeliefert ist der einem das Lebenswerk zerstört.
Die Situation ist ähnlich gelagert wie bei Opfern von Betrügern.
Der Grund liegt in der falschen Rechtsauffassung, die die Täter schützt und nicht die Opfer.
Der hirnlose Bürger will alles geregelt haben und nur konsumieren am TV oder am Tresen.
Ich hätte Verständnis, wenn solche Geschädigte zur Eigeninitiative greifen mit einem Prügel in der Hand usw.
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Lutz Spilker
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 7.Jul 2006 7:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo „peppi“,

gehen Sie ruhigen Gewissens davon aus nicht der Einzige zu sein, der
seinen Frust hier oder anderswo meint loszuwerden, nur weil man sich
durch schieres Niederschreiben dessen zu entledigen versucht. Dem ist
gottlob nicht so.

Wäre dem so, könnten andere Leute mit erheblich größeren Problemen
schnell Abhilfe schaffen und am Rad des Schicksals für sich selbst dre-
hen.

Auch stelle ich fest, dass Ihr geschätzter Bericht durch die Wahl Ihres
Nicks „peppi“ den Punch verliert, den Sie hoffentlich anstrebten, denn
durch diese Anonymisierung wirkt alles recht unpersönlich und ein we-
nig abstrakt.
_________________
sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum
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specialtransport
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Anmeldungsdatum: 31.12.2005
Beiträge: 12
Wohnort: Lauf-Neunhof

BeitragVerfasst am: 7.Jul 2006 9:34    Titel: Automatisch schuldig, automatisch der Depp Antworten mit Zitat

Nett, wenn man an die Wand gefahren wird. Sei es durch äußere Umstände, wie im Thread geschildert, oder durch Behördenwillkür.
Hinterher fragt keiner wieso, weshalb warum. Ich finde es interessant, dass Peppi ebenfalls Opfer einer automatischen Rechtssprechung geworden ist. Es ist nicht entscheidend, warum man seine Beiträge nicht zahlen kann. Entscheidend ist, dass man automatisch schuldig gesprochen wird (z.B. bei Nichtbezahlen von Krankenkassenbeiträgen). Bei den Sozialabgaben ist man bei Zahlungsunfähigkeit automatisch der Unterschlagung von Lohnnebenkosten schuldig. Dies wird meist mit einem Strafbefehl von irrwitziger Höhe belohnt, ersatzweise Haft.
Ich frage mich, wieviel Bodenhaftung deutsche Richter noch haben, wenn sie einem praktisch Mittellosen auf Grund gesetzlich festgelegter Einkommen (ein Selbstständiger hat mindestens 4.500 € netto) eine Geldstrafe auferlegen. Viele Kleinunternehmer haben weniger zur Verfügung, als ein Hartz IV Empfänger und sind sehr oft nicht mehr Krankenversichert. Angehörige von Gastarbeitern, die im Ausland leben werden jedoch vom Füllhorn der gesetzlichen Krankenkassen verwöhnt.
Wie viele Menschen sind dem Lockruf der Politiker in die Selbstständigkeit egfolgt, um hinterher festzustellen, dass sie durch alle Maschen des sozialen Netzes gefallen sind? Das ist der Dank, dass man nicht in Agonie verfällt und sein Schicksal selber in die Hand nehmen wollte. Wie viele ehemalige Arbeitslose sind somit aus der Statistik der Nürnberger Arbeitslosenverwalter herausgefallen?
Deutschland hat viele fleißige Hände und intelligente Köpfe. Vielen fehlt es lediglich an Kapital, um Arbeitsplätze zu schaffen. Restriktive Basel II Vorschriften, Fördermittel, die nur für Unternehmen bestimmt sind, die bereits genug Kapital haben und Abzocker und Betrüger auf dem Private Equity oder Venture Capital Markt läßt die meisten Erfinder und Macher resignieren. Kapital und Arbeitsplätze wandern mehr und mehr ins Ausland ab. Deutschland blutet aus. Was bleibt? Der Bodensatz?
Anstatt zu helfen und eine gute Idee an den Markt zu bringen, Arbeitsplätze zu schaffen und damit Steuereinnahmen zu generieren sind immer mehr Gewerbeämter mit einer Gewerbeuntersagung an den ehemaligen Selbstständigen zu Gange. Kontraproduktivität. Was bleibt dem ehemaligen Selbstständigen neben seinen Schulden? Ein Job als Call-Center Agent, wo er anderen Mittellosen irgendeinen Quatsch aufschwatzen muss, den er sich weder leisten kann noch gebrauchen kann. Also dreht sich die Insolvenzspirale immer weiter nach unten.
Frau Merkel und Konsorten hingegen schlafen den Schlaf der Gerechten und stopfen sich mit ihren Diäten die Taschen voll. Wenn es nicht geklappt hat, bekommt man als Politiker immerhin eine satte Pension.
Was also kann Peppi tun? Sich bei seiner Familie entschuldigen, die Koffer packen und nicht über Sinn oder Unsinn deutscher Justiz und deutscher Behörden nachdenken. Denn sonst könnte es sein, dass einem die Sicherungen durchbrennen....
B.L. Kniel
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Pilot
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
Beiträge: 20
Wohnort: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 7.Jul 2006 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Peppi,

ich kann diese Wut, Hilflosigkeit und Ohnmacht gut verstehen und ich hoffe, dass mal einer richtig durchdreht und weithin sichtbare Zeichen setzt.

Ich denke auch, dass es oft die Familien sind, die den Frust auffangen müssen.

Mir hat mal ein Rechtsanwalt, der uns gegen unseren Gewerbevermieter (Immobilienfond der Deutschen Bank) vertreten sollte gesagt: "In der Rechtsprechung unseres Staates ist nicht vorgesehen, dass einer kein Geld mehr hat!" (Er selber hat auch kräftig bei uns kassiert)
Da hat man dann neben dem, am Rande des Betruges agierenden, Vermieter einen weltfremden und strunzdämlichen Richter, der in der Verhandlung erklärt, dass doch Geschäfte nur diejenigen machen sollten, die das auch können und zu allem Überfluss legt der Anwalt das Mandat nieder, (obwohl voll bezahlt), weil er sich nicht, für seine nachweislichen Bearbeitungsfehler rechtfertigen will.

Aus meiner Sicht liegt die Ursache für solcherlei Abläufe in der Struktur
unseres Staates! Anwälte, Steuerberater usw. werden per Gebührenordnung davor geschützt, für Blödheit und berufliche Unfähigkeit geradestehen zu müssen. Sie erhalten den staatlich garantierten Lohn, unabhängig davon, ob sie gute oder schlechte Leistung gebracht haben. Beamte, und z.B. Richter sind ja auch Beamte, haben, sofern sie erst mal im Amt sind, staatlich sanktionierte Narrenfreiheit, da sie für Fehler nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Da vergehen manchmal Jahre, bis so eine Behörde oder ein Gericht sich dann bequemt, sich mit den Fakten, die unter Umständen für den Bürger existenziell sind, zu beschäftigen. Und wehe, wenn man das Pech hat, so einen "Gesetzesgläubigen" als Entscheidungsträger auf der anderen Seite zu haben. In letzter Zeit geistert immer wieder mal der Begriff "Bürokratieabbau" durch die Medien, aber unter dem Strich kommen laufend neue Vorschriften, Verordnungen und Gesetze dazu. Kein Wunder, diese Brut sichert die eigenen Pfründe und alle Bestrebungen Verwaltung abzubauen, sind nur von denen gewollt, die nicht davon profitieren.

Insgesamt kann ich nur sagen, wir brauchen uns doch nicht zu wundern, wenn das Volk nicht mehr wählen gehen will, jeden Tag werden uns so viele Kröten vorgesetzt, dass man gar nicht so viel fressen kann, wie man eigentlich kotzen möchte.

So mal als Beispiel, die Gesundheitsreform: Hat nicht die Frau Minister gesagt, wir brauchen die Praxisgebühr um die Beiträge der Kassen senken zu können? Nun grinst sie frech in die Kameras und erklärt, dass man um Beitragserhöhungen wohl nicht herum kommt. Wann wollen wir anfangen, diese Leute für Ihr Handeln haftbar zu machen?

Lösungsmöglichkeiten sehe ich folgende:

1) Rechtsanwälte usw. müssen einem tatsächlichen Wettbewerb ausgesetzt werden und deren Entlohnung muss Erfolgsabhängig sein.

2) Beamte und Behördenbedienstete müssen für Ihr Handeln und Tun voll haftbar gemacht werden können, wie jeder andere auch. Behörden und Gerichte haben keinen Anspruch auf lange Bearbeitungszeiten und sollen sich an Bearbeitungszeiten der Wirtschaft messen lassen.

3) Politiker sollen während ihrer Amtszeit hervorragend für Ihre Arbeit (nicht für Ihre bloße Existenz) bezahlt werden. Nachdem wir, das Volk sie nicht wieder gewählt haben, gibt es nichts, aber auch gar nichts mehr. Sofern sie Ihre Arbeit gut gemacht hätten, wären sie doch wieder gewählt worden.

Wenn wir uns nicht ganz schnell auf Tugenden wie Ehrlichkeit, Wahrheit, Gradlinigkeit, Zuverlässigkeit, Gemeinsinn usw. besinnen, werden unsere Kinder vergessen, wovon wir eigentlich reden und werden Gemeinheit, Frechheit Dummheit usw. für normal halten.

Und wenn wir das nicht wollen, dann sollten wir schnell handeln und haben vielleicht hier ein Forum, auf dem konstruktive Ideen und Vorschläge gesammelt werden können. Da mir keine der bekannten Parteien, aus verschiedensten Gründen, als geeignet erscheint, die negative Entwicklung zu stoppen, bin ich ziemlich ratlos.

Mit mitfühlendem Gruß
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euroguide
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Anmeldungsdatum: 06.04.2006
Beiträge: 5
Wohnort: Salon de Provence

BeitragVerfasst am: 7.Jul 2006 16:49    Titel: In Frankreich ist es das Gleiche! Antworten mit Zitat

Hallo Peppi,
Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht und ich kann Ihnen sagen, dass wir (meine Familie und ich) wir Ihnen genau nachfühlen können.

Ich habe in der Provence eine "Leihwagenfirma mit chauffeur" gegründet (mit einer 20jährigen Chauffeur erfahrung in ein und derselben Firma in Paris).
Die Firmengründung als solches war kein Problem, aber in meinem speziellen Fall brauchte ich eine "Lizens", die nur von einem speziellen Gremium vergeben wurde. Dieses Gremium tritt aber nur 2 mal im Jahr zusammen. Ohne Lizens darf die Firma nicht arbeiten, aber die Lizens kann man nur beantragen, wenn man die Firma bereits gegründet hat....
Ich habe meine Lizens nur bekommen, da das Gremium versäumt hat mich zu verständigen, dass mein Antrag bearbeitet wird.

Das Problem war nur, dass die 18 (!!) Monate, die ich auf die Lizens warten musste (natürlich ohne jegliche Bezahlung, da ich bei meinem Arbeitgeber kündigen musste, bevor ich die Firma gründen konnte und obendrein ohne jegliche finanzielle Absicherung seitens der "Sozialfürsorge".
Nach 18 Monaten war das Kapital, dass für den Kauf EINES Fahrzeuges (Mercedes 320S) vorgesehen war, vollständig verbraucht (wir sind 4 in der Familie) und als ich endlich die ersehnte Lizens erhielt, konnte ich sämtliche Aufträge nur in "Untervermietung" bearbeiten - das heisst, dass ich meine Kunden an meine Konkurrenz weiterleite......!
Obendrein ist der Gewinn unendlich gering (etwa 10 bis 15% des Kundenpreises.)
Um keine Probleme mit dem Finanzamt zu haben ist es absolut notwendig einen eingetragenen Steuerberater zu haben, der sich den anfallenden Steuerkram kümmert und mich auf die einzuhaltenden Fristen hinweist, was natürlich die "Gewinnspanne" erneut einschränkt.
Obendrein reklamiert das Finanzamt jedes Jahr seinen "Obolus" und in Frankreich häufen sich die Steuern, die von Firmen bezahlt werden müssen (solvent oder nicht).
Der Gipfel war aber, als ich die, von der Regierung versprochenen Firmengründungsprämien beanspruchen wollte, denn da sagte man mir:
"Ja, lieber Herr, die hätten Sie beantragen müssen, BEVOR Sie die Firma gegründet haben!"
Das Problem ist nur, dass, hätte ich diese Hilfen beantragt, ohne die Lizens erhalten zu haben, wären diese Zahlungen ohnehin nicht gewährt worden. Die Lizens erhalte ich aber nur, wenn die Firma bereits gegründet wurde.
Inzwischen habe ich einen Vollzeitjob gefunden (Im Alter von 50 Jahren gar nicht so einfach...!) der mich wirklich nicht voll ausfüllt (vom Verdienst ganz zu schweigen), aber der es mir ermöglicht, wenigstens meine Familie weiter zu ernähren....
Ich arbeite jetzt auf dem Kontrollturm des BMW Testzentrums in unserer Nähe und bin der Verantwortliche für die Logistik des Testzentrums.

ANMERKUNG für eventuelle Investitoren:
Sollte jemand daran interessiert sein, in mein Unternehmen zu investieren:
Wir benötigen in erster Linie einen VW Multivan CDI für 8 Passagiere (+ Fahrer), mit Klimaanlage und Ledersitzen in der "langen" Version.
Der Wagen darf nicht älter als 2 Jahre sein und muss vom französischen "TUV" akzeptiert sein.
Der zweite Wagen (unter den selben Bedingungen) sollte ein Mercedes 400S Diesel sein.
Ich wäre bereit den Gewinn ensprechend zu teilen.

Da ich in der Provence lebe, der Gegend von Frankreich, in der wir die meiste Sonne haben, habe ich angefangen, mich für Sonnenenergie zu interessieren.
Ich kann allen, die sich damit befassen, nur sagen, dass deutsche Firmen unheimliche Chancen haben hier Fuss zu fassen, wenn sie den richtigen Vermittler haben.
Ich wäre, unter bestimmten Vorrausetzungen, gerne bereit eine dieser Firmen hier zu vertreten und zu beraten.

Für jegliche Art von Kontakt hier meine e-mail (1):
[E-Mail anzeigen]
oder

Emailadresse korrigiert - die vorsätzliche Umgehung kann
keine positive Bewertung des Users ergeben. / Mod.


Herzliche Grüsse von
EUROGUIDE
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beih14
Specialist


Anmeldungsdatum: 07.04.2004
Beiträge: 157
Wohnort: im deutschsprachigen Raum

BeitragVerfasst am: 9.Jul 2006 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

pilot
Danke für Deinen Beitrag, aber leider haben die etablierten nichts zu befürchten, weil diese an den Hebeln des Marinettentheaters sitzen.
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Mr_Durchschnitt
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 01.10.2004
Beiträge: 328

BeitragVerfasst am: 9.Jul 2006 17:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe einen Bekannten der hatte auch einen Laden, die Baumassnahme hatte er aber rechtzeitig vorher erfahren, dies hatte zur Folge dass niemand mehr über hunderte von Metern mehr in Ladennähe parken konnte.

Er hat so schnell wie möglich seinen Mietvertrag gekündigt und jemand anders hat vor Beginn den Laden übernommen, hat aber von der Problematik gewusst.

So ist er noch mit einem blauen Auge davon gekommen, der Nachfolger kann die wesentlich schlechteren Geschäfte durch 2 andere Läden etwas kompensieren und überleben.

Auch hier hätte ihn die Stadt ins Verderben laufen lassen und in die Insolvenz.

Manchmal ist es besser wirklich die Augen und Ohren aufzuhalten und so schnell wie möglich zur reagieren, falls erforderlich mit schneller Geschäftsaufgabe
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