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Anwalt vor Gericht - Kurioser Kriminalfall

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6461

BeitragVerfasst am: 16.Feb 2007 15:42    Titel: Anwalt vor Gericht - Kurioser Kriminalfall Antworten mit Zitat

Ein renommierter Anwalt prellt seinen Mandanten, der wiederum selbst Millionen ergaunert hat.

Gewundene Formulierungen sind sein Metier, schließlich ist Heinz B. Rechtsanwalt, führt zwei Doktoren- und einen Professorentitel. "Ich trete der Anklage nicht entgegen," sagt er schließlich nach längerem Anlauf und räumt damit ein, an einem der größten und kuriosesten Gaunerstücke der jüngsten Münchner Kriminalgeschichte beteiligt gewesen zu sein. In dem Stück geht es um Tierfreunde, die um Millionen geprellt wurden und um Betrüger, die sich um die Beute balgen.

Heinz B sitzt seit Donnerstag auf der Anklagebank im Landgericht München I. Untreue, Betrug, Geldwäsche, Bankrott und Subventionsbetrug lauten die Vorwürfe. Ausgangspunkt des Verfahrens sind Vorgänge, die weit in die 90er Jahre zurückreichen. Im Mittelpunkt standen seinerzeit die dubiosen Finanzpraktiken des damaligen Vorsitzenden des Deutschen Tierhilfswerks (DTHW), Wolfgang U.

Der heute 62-Jährige hatte jahrelang Vereinsgelder auf eigene Konten abgezweigt, insgesamt sollen es rund 30 Millionen Euro gewesen sein. Der wahre Zweck seines Tierschutz-Imperiums, soll U. einmal einem Vertrauten anvertraut haben, sei es, "die Viechernarren kräftig abzuzocken".

Nach fast zweijährigem Prozess wurde Wolfgang U. im April 2003 vom Landgericht München II zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Einer seiner damaligen Anwälte war Heinz B., Spezialist für Wirtschafts- und Steuerrecht. Die Anklage wirft dem 50 Jahre alten Juristen vor, seinem Mandanten U. einen Teil der Beute wieder abgenommen zu haben, während dieser im Gefängnis saß.

Um an die ergaunerten Millionen von U. zu kommen, soll Heinz B. Blankovollmachten und -unterschriften seines Mandanten benutzt haben, die ihm dieser im Rahmen der Anwaltstätigkeit übermittelt hatte. Insgesamt soll Heinz B. laut Anklage rund 5,3 Millionen Euro der von U. ins Ausland geschafften Vermögenswerte in die eigene Tasche gesteckt haben.

Besonders pikant: Als 2005 Vollzugslockerungen für U. anstanden und damit die Machenschaften von Heinz B. aufzufliegen drohten, soll der Anwalt ein anonymes Fax an die zuständigen Richter geschickt haben mit der Warnung von angeblichen Mordplänen Wolfgang U.’s. Heinz B. wollte damit offenbar dessen vorzeitige Entlassung verhindern. Sein Pech: Das Gerät, mit dem er das Fax abschickte, wurde von einer Videokamera überwacht.

Seit Juni 2005 sitzt Heinz B. in Untersuchungshaft, seine Kanzlei in Düsseldorf steht vor dem Aus, seine Zulassung als Anwalt wird er demnächst zurückgeben. Auch den Professorentitel wird er wohl bald los sein, die Fachhochschule in Osnabrück hat jedenfalls schon einmal eine entsprechende Prüfung angekündigt.

"Ich hätte das Mandat U. nicht annehmen sollen, aber hinterher ist man immer klüger", sagt Heinz B. heute zu seiner Verteidigung. Er habe, als U. damals zwei Jahre lang in Thailand in Auslieferungshaft saß, stets "Vorleistungen" ohne entsprechendes Honorar erbracht. Er habe sich in das Mandat immer mehr "verbissen" und schließlich rund eine Million Euro vorgestreckt.

"Das Verlustrisiko war enorm", sagt der Angeklagte, wohl um damit anzudeuten, warum er sich schließlich selbst an den Geldern bediente.

Die Strafe für Heinz B. zeichnet sich bereits ab. Die Richter gaben am Donnerstag eine Absprache bekannt, wonach er im Falle eines Geständnisses und "Angaben zum Verbleib der Vermögenswerte" zwischen sechs und sieben Jahren Haft zu erwarten hat.

Quelle:SZ
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Maec-Ffm
Newbie


Anmeldungsdatum: 19.12.2005
Beiträge: 7
Wohnort: Thailand

BeitragVerfasst am: 19.Feb 2007 14:37    Titel: Anwalt prellt seinen Mandanten Antworten mit Zitat

Ja - das ist schon interessant! Wo man doch eigentlich sprichwörtlich zu sagen pflegt dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.
Der Mandant Namens Wolfgang Ullrich von dem hier die Rede ist, ist tatsächlich in Thailand kein Unbekannter. Derzeit - wohl nach vorzeitiger Haftentlassung - sitzt Ulrich aber schon wieder. Der einst zur Persona Non Grata Thailands erkläre "Pate von Pattaya" kam dennoch im vergangenen Jahr - nach Absitzen seiner Haftstrafe in Deutschland wieder - und zwar mit gültigem in Deutschland ausgestelltem Visum zurück nach Thailand. Dennoch - er reiste über Kambodscha nach Thailand ein. Man Frage sich also - Warum dieser Umweg? Und promt - an genau diesem Grenzübergang, an genau dem Terminal an dem Ullrich einreiste funktionierte innerhalb genau dieser 20 Minuten das computergestützte Programm nicht, das hätte feststellen können WER dieser Einreisende tatsächlich war. Zufall? Macht des Geldes? Wer weiß! Nun - ein paar Tage in seinem Haus in Pattaya gelebt klopfte auch schon die Immigration Police an seine Tür und "verfrachtete" ihn in das "Abschiebegefängnis" in Bangkok. Vorgeworfen wird im nun - bereits zum zweiten mal - (einst wurde ohne sein Beisein verhandelt da er sich in Haft in Deutschland befand) gegen die Einfuhrzoll-Bestimmungen verstoßen zu haben. Angeblich habe er einst für seine Yacht in Pattaya - die den sinnigen Namen "Last Money" trug, keinen Einfuhrzoll gezahlt. Zu zahlen hatte er demnach über 70.000.000 Millionen Baht (ca. 1.52 Mio Euro)(in der Regel sind 300% Einfuhrzoll fällig! - die Yacht wurde mittlerweile Versteigert) Laut Medienberichten wurde der Status Persona Non Grata zwar wieder aufgehoben, dennoch - kriminellen Ausländern versucht man seit geraumer Zeit in Thailand die Einreise zu erschweren oder diese ganz zu unterbinden. Dazu gehören in besonderen Personen denen in ihrem Heimatland Straftaten in Steuer-. und Drogendelikten zum "Verhängnis" wurden. Es bleibt also abzuwarten wie es weiter geht mit dem Mandanten, der als Kondominium-, Restaurants-, Bar und wer weis was noch alles - Besitzer in Pattaya/Thailand (auch in Malaysia und den USA werden im Firmen zugeordnet) trotz allem ein "gemachtes" Nest besitzt. Augenscheinlich geht es ihm selbst in Abschiebehaft in Bangkok (was ich aus persönlicher Sicherer Quelle weis) wesentlich besser als es seinem '"treuen-teuren" Anwalt wohl je gehen wird. Denn ich wage zu bezweifeln dass jener Anwalt so geschäftstüchtig war und seine Zeit "nach der Strafe" ebenso sorgfältig geplant und Vorsorge getroffen hat wie es einst und noch heute Herr Ullrich tut. Bedenklich stimmt mich nur wie es möglich ist geschätzte 70 Millionen Mark aus einer Kasse abzuzwacken - auch wenn dies über Jahre hinweg geschieht - ohne das hier einem was aufgefallen ist oder der Verein Pleite ging! Und mit der "Münchner Anklage" ist es ja dann auch nicht ausgestanden fuer den cleveren Gauner-Anwaltsgauner. In Düsseldorf warten auf Herrn B. noch etwa 1000 weitere Klagen wegen Beihilfe zum Betrug in Höhe von geschätzten 20 Mio Euro. Ob ihm das wohl mehr als 5-7 Jahre einbringen wird?
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