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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6286
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Verfasst am: 14.März 2007 7:28 Titel: Aufgemerkt: » Tatort Bruchbude « eine beliebte Masche |
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Wenn Rechtsradikale sich für Immobilien interessieren, geraten Kommunen unter Druck. Nicht selten kaufen sie selbst - und fallen dabei auf eine beliebte Masche herein.
In Gonzerath im Hunsrück war der Hund schuld. Weil der Riesenschnauzer Anne um sich biss und die Gemeinde ihn ins Tierheim steckte, schmiedete sein Besitzer einen Racheplan. "Ich will die Gemeinde schikanieren, die mir meinen Hund genommen hat", sagt er. Und eines der wirksamsten Mittel, eine Gemeinde unter Druck zu setzen, heißt derzeit: NPD.
Dem wütenden Hundebesitzer gehört nämlich auch eine alte Immobilie im Ortskern des 1200-Seelen-Fleckens Gonzerath. Als sein Schnauzer Ende 2006 ins Tierheim kam, setzte er sie zum Verkauf ins Internet. Es meldete sich die NPD, die das Gebäude seitdem als Schulungszentrum mietet. Jetzt wird in Gonzerath spekuliert, ob die rechtsradikale Partei die Immobilie kaufen will.
Der Schauplatz wechselt, doch die Masche ist immer die gleiche: Vor ein paar Monaten war es noch ein altes Hotel in Delmenhorst, im Januar ging es um ein paar Baracken in der brandenburgischen Provinz. Ein Eigentümer in Geldnot versucht, eine marode Immobilie loszuwerden. Und plötzlich ist ein eigentlich unverkäufliches Objekt heiß begehrt.
In Delmenhorst verdiente der Hoteleigentümer. Wochenlang hielt er die niedersächsische Kleinstadt mit Verkaufsgerüchten in Atem - der Widerstand gegen das angekündigte Schulungszentrum für Rechtsextreme wuchs immer weiter. Kurz vor Weihnachten schließlich verkaufte er sein "Hotel am Stadtpark" für mehr als 3 Mio. Euro an die städtische Wohnungsbaugesellschaft. Dabei wurde es in einem Gutachten nur auf einen Verkehrswert von 1,3 Mio. Euro geschätzt. Fast 1 Mio. Euro steuerte eine Bürgerinitiative bei, die Spenden sammelte und dafür auch "Würstchen gegen rechts" verkaufte.
In den vergangenen zwei Jahren haben Sicherheitsbehörden 29 Immobilienkäufe von Rechtsextremen gezählt, davon allein 17 sogenannte Scheinverkäufe. Tausche Kaufinteresse gegen Spende, heißt häufig der Immobiliendeal zulasten der Kommunen. Denn der Preis einer Schrott-Immobilie steigt durch die Kaufabsicht von rechts oft weit über den Verkehrswert. Das demokratische Gewissen der Bevölkerung bringt den Beteiligten bares Geld.
Quelle:FTD |
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