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“Biokost und Ökokult”...

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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 28.Apr 2008 20:00    Titel: “Biokost und Ökokult”... Antworten mit Zitat

...ist bei Sandra Maischberger am Dienstag um 22:45 Uhr das Thema.
Sicher sehr interessant und sehenswert!
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hostaria
Specialist


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 230

BeitragVerfasst am: 30.Apr 2008 8:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Sicher sehr interessant und sehenswert!

Das war´s auch schon.
Die Vorfreude ist die schönste Freude.

Diese Sendung war ein Beispiel dafür wie wenig Achtung ARD dem Zuseher entgegenbringt u. als was derjenige, der eine solche Sendung ansieht abqualifiziert u. behandelt wird.

Unglaublich, die graumelierten Herren dieses Pulks, selbst in ihrem eigenen oberflächlichen Halbwissen der Siebziger Jahre hängengeblieben, muten es ihren Betrachtern zu sie auf diese Art u. Weise zu vergewaltigen. Das ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Das ist bestes Beispiel Produkt 68er!

Die Besetzungen auf der Couch zu diesem Gespräch über die Thematik Bio-Ökokult läßt sich vergleichen als würde man die Anstreicher an Stelle der Maler setzen um dem „demokratisch mündigen Produkt Bürger“ (A……loch) vor dem Bildschirm eine weitere Dusche der eigenen persönlichen Oberflächenbehandlung zu unterziehen.

Gewollt oder nicht, er hat es zu erdulden. Ansonst muß er den Fernseher nach 3 Minuten ausschalten u. kann bei dieser Diskussion über dieses Beispiel wie Fernseh-Programmgestaltung im Zeitalter 2008 betrieben wird nicht mitreden.

Die Sendung war viertklassig, bis auf die Frau, die den Kochlöffel beherrschte. Sie vertrat noch am besten die Zusammenhänge im Nahrungsmittelbereich.
Der Rest der Redner waren Interssenvertreter; hatte das Wissen von dritten übernommen; aus dem Fernsehen , aus Büchern, von „Experten“, aus „Studien“, in der Schulbank indoktriniert bekommen, kurzum von Leuten die
niemals selbst ein Praktikum von mindestens einem Jahr in der Landwirtschaft absolviert haben.

Dabei gäb es zu diesem Thema so viele fundierte Argumente für eine gesunde Ernährung mit spürbar veränderbaren Auswirkungen für die bessere Befindlichkeit von Körper u. Geist, daß es für die Rechthaber in dieser Runde ein Lehrstück hätte werden können. (die Seele darf man hier gar nicht erwähnen; dazu benötigt der Deutsche die Absegnung durch Wissenschaft; ohne deren Stempel geht gleich gar nichts )

Es scheint der Ruf in dieser Sendung aufzutreten ist so schlecht, daß sich Leute, die dieser Materie von der Pike auf vertraut sind, gar nicht mehr angetan fühlen in so einer Runde dabeizusein u. Absage erteilen.

Ein Udo Pollmer hätte zu dieser äußerst argumentationsreichen Thematik einen ganz anderen Wind hineingebracht.

Fazit:

Oberflächliches Management zu dieser Themenaufbereitung hinter u. vor den Kulissen.
Geprächspartner mit Oberflächenwissen an den Tisch gesetzt, bzw. keine besseren bekommen.
Die Sendung ist ein weiteres Beispiel mit der Überschrift:
Produktionsauftrag: Volksverdummung, Verwirrung stiften!

Alternative:

Gesprächspartner dieser Runde, zusammengesetzt aus:
einen konventionellen u. einen Bio-Bauern, einem Bauernknecht, einen Lebensmittelchemiker, einem Hausarzt, einem Mediziner; kurz gesagt Personen, die über Jahrzehnte mit dem Enstehen , den Veränderungen, dem Verarbeiten, der Lagerung, mit dem Verspeisen, mit den Auswirkungen u. den Folgen für die Gesundheit, ihre gewonnen Erfahrungen für den weiteren Lebenslauf des Individuums Mensch u. Tier auch mit Überzeugung artikulieren können.

Inhalte, Fragen , Antworten, hätten zu einem anderen Ergebnis geführt u. der Zuseher hätte sich mit einem anderen Bild im Kopf vom Bildschirm erhoben.
Aber der Auftrag u. das Ziel solcher Medienfritzen ist vermutlich weiter Verwirrung in die Köpfe zu streuen.
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 30.Apr 2008 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Nanu - warum denn diese wüste Schimpfkanonade gegen Alles und Jeden in der Runde (außer Frau Wiener)?
Sehen Sie wirklich keine Unterschiede in der Argumentation zwischen den Herren Wilhelm und Dargatz auf der einen sowie Miersch und Prof. Stadler auf der anderen Seite?

Mal abgesehen von Ihren heftigen Seitenhieben auf die Fernsehleute werfen Sie den Diskutanten pauschal "oberflächliches Halbwissen der siebziger Jahre", Dreistigkeit" und "Vergewaltigung der Zuschauer" vor.
Das ist starker Tobak und das sollten Sie belegen können und da würde mich schon mal interessieren, was Sie damit konkret meinen. In meinen Augen haben übrigens die Diskussionsteilnehmer völlig unterschiedlich qualifiziert argumentiert und mir ist völlig unbegreiflich, wie man sie pauschal in einen Topf werfen kann.

Mich würde auch mal interessieren, was aus Ihrer Sicht "fundierte Argumente für eine gesunde Ernährung" sind, Sie bleiben da leider etwas unklar. Lassen Sie uns doch mal wissen, was Sie mit welcher Begründung als "gesunde Ernährung" bezeichnen würden.

Das Einzige, was Sie uns außer Ihrer pauschalen Schimpfkanonade konkret übermitteln, ist die Mitteilung, dass Sie Udo Pollmer vermißt haben.
Ich gebe Ihnen Recht, der hätte da gut hineingepasst - aber glauben Sie wirklich, er hätte viel anders argumentiert als Michael Miersch?

Ich zitiere mal nachstehend aus einem Interwiev, das er der Zeitschrift "Novo" zum Thema Biokost gegeben hat:

Herr Pollmer, Sie sind als scharfer Kritiker industriell erzeugter Nahrungsmittel und Zusatzstoffe bekannt geworden. Dennoch sind Sie kein Verfechter der Biokost. Warum?
Früher habe ich mich sogar für „bio“ stark gemacht – solange, wie die Agrarlobby nichts Besseres zu tun hatte, als die Biobauern als gefährliche Spinner zu denunzieren, nur weil sie versuchten, ohne die Segnungen der Agrarchemie auszukommen. Ihre Ideen waren damals ihrer Zeit voraus. Statt der heutigen Flut von Subventionen gab es nur Anfeindungen.

Und woher der Sinneswandel?
Das Bild hat sich langsam, aber nachhaltig gewandelt. Die jungen Betriebsleiter haben inzwischen von den Biobauern gelernt, wie man Probleme auch ohne chemische Keule lösen kann. Die konventionellen Kulturtechniken wurden weiterentwickelt, so dass sich die Ökobilanzen der konventionellen Landwirtschaft nicht mehr von Biobauern unterscheiden.

Warum kaufen dann so viele Menschen „bio“?
In wohlhabenden Gesellschaften stillen Nahrungsmittel nicht mehr in erster Linie den Hunger, sondern stehen für eine bestimmte Lebensanschauung. Die Vorstellung, nur „bio“ sei umweltfreundlich, ist nichts anderes als eine Heilslehre, die so tut, als könne man beim Essen die Welt retten. Das hat sie mit dem Vegetarismus, dem Schlankheitswahn, aber auch der Anti-Aging-Propaganda gemeinsam.

Aber die Menschen kaufen Bioprodukte doch in erster Linie, weil sie etwas für ihre Gesundheit und die ihrer Kinder tun wollen…
Jaja, das Prinzip Hoffnung. Vielleicht ist es eher die vagabundierende Lebensangst, die sich am Essen festklammert? Es fehlen brauchbare aktuelle Untersuchungen, die der einen oder anderen Form der Landwirtschaft einen höheren Gesundheitswert bescheinigen. Wie gut ein Agrarprodukt ist, hängt nicht davon ab, ob es sich um ein Bioprodukt oder ein konventionelles handelt, sondern davon, was der Betriebsleiter kann.

Haben Sie keine Angst vor Pestizidrückständen?
Davor sollte der Landwirt Respekt haben, der das Zeug kanisterweise auf dem Acker verteilt. Wer da nicht aufpasst, kann sich und andere gefährden. Als Lebensmittelchemiker weiß ich, dass Kulturpflanzen durch die Züchtung zahlreicher natürlicher und ziemlich potenter Gifte beraubt wurden, mit denen sie sich vor Schädlingen schützten. Aus Wildpflanzen wurden erst durch den Verlust ihrer natürlichen Pestizide Nutzpflanzen, die wir essen können. Ohne den Schutz des Menschen (egal ob mit Gift, durch Absammeln von Geziefer oder andere Techniken) würden sie in freier Wildbahn nicht überleben. Kartoffeln können wir beispielsweise nur deshalb essen, weil wir den Gehalt an Solanin züchterisch vermindert haben. Leider munden sie seither auch den Kartoffelkäfern. Solanin ist, wenn es in die Blutbahn gelangt, etwa so giftig wie Strychnin. Grüne Kartoffeln haben genauso Vergiftungsfälle verursacht wie die unsachgemäße Anwendung von Pestiziden.

Mag ja sein, aber sind Biobauern nicht eben noch vorsichtiger?
Wie man’s nimmt. Bio-Obstbauern spritzen beispielsweise häufiger als ihre integrierten Kollegen, weil gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten keine wirksamen Stoffe zugelassen sind. Dann nimmt man eben Kupfer und Schwefel und spritzt sie 12- bis 16-mal. Dass im Biobereich Kupfer verwendet wird, straft die ganze Ökopropaganda Lügen. Kupfer ist ein Schwermetall wie Cadmium oder Quecksilber, das wir nie wieder aus den Böden kriegen. Es schädigt massiv das Bodenleben, insbesondere die Regenwürmer. In einem Ökobetrieb in Baden-Württemberg musste unlängst aufgrund einer Verseuchung mit „Biogift“ das gesamte Erdreich ausgetauscht werden.

Soweit die Auszüge aus dem Interwiev - (Quelle hier)

Gehe ich Recht in der Annahme, dass Sie das jetzt ein bisschen wundert?
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hostaria
Specialist


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 230

BeitragVerfasst am: 1.Mai 2008 9:11    Titel: Antworten mit Zitat

@hdschulz
Zitat:
Gehe ich Recht in der Annahme, dass Sie das jetzt ein bisschen wundert?

Herr hdschulz ich muß Sie enttäuschen. Worüber könnte ich mich wundern? Daß sie einmal Lebensmittelchemiker in einem Raum für einen Konzern gearbeitet haben ?
Also auch nicht gänzlich frei bzw. losgelöst von der Infizierung der Lobbyisten sind.

Ausnahmsweise beginne ich bei ihrem Posting von rückwärts den Inhalt aufzurollen.
Sie unterscheiden sich in der Argumentationstechnik nur geringfügig von der Art u. Weise, die auch schon bei Maischberger praktiziert wurde.
Auf allen Hochzeiten tanzen u. im Schnelldurchlauf ein Thema für sich zu besetzen. Beim Thema Öko-Landwirtschaft haben sie zu erkennen gegeben, daß sie dafür nur mit dem Rüstzeug für eine Oberflächenbehandlung ausgestattet sind.

Diese gängige oberflächliche Praxis sich Themen unter den Nagel zu reißen u. zu besetzen ohne dafür die profunde Kompetenz in sich zu tragen, hängt mir zum Hals heraus; dann unterstellen gerade sie mir pauschale Verurteilung. Erwarten sie wirklich daß ich jene, die mit so vielen Behauptungen um sich werfen ohne über die fundamentalen Hintergründe u. Zusammenhänge bis in die Praxis vertraut zu sein noch mit Samthandschuhen hofiere u. etwa noch den Hut ziehe?

Beispiel1

Bio-Obstbauern spritzen beispielsweise häufiger als ihre integrierten Kollegen, weil gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten keine wirksamen Stoffe zugelassen sind. Dann nimmt man eben Kupfer und Schwefel und spritzt sie 12- bis 16-mal

Das kann ich so nicht stehen lassen. Es beruht auf Wissensstand u. Praxis für Umstellungsbetriebe in den neunziger Jahren; also Schnee von gestern!
Zur ihrer Erwähnung 12-16 mal gehören aber noch andere Kapitel die ineinandergreifen als Aufklärung dazu; sonst ist das einfach unfair wie sie Idealisten bequem mit zwei Zahlen ohne weitere Erläuterung in ein schlechtes Licht rücken u. dort wie begossene Pudel stehen lassen.

Es gibt kein 12- 16 mal ohne gleichzeitig die Komplexität die dazugehört zu erläutern. Alles andere ist Anmaßung vom Schreibtisch aus sich über andere Personen in Szene zu setzen. Solche haben wir bereits genug.
Bio Bauern verwenden Cu nur bei herkömmlichen Sorten wie Golden Delicious, Stark Delicious u. wenigen anderen.
Dabei werden Dosierungen im Grammbereich pro hl 100lt Wasser Anwendungsmenge verwendet.
Der überwiegende Teil an Apfelsorten im Bio -Obstanbau von heute ist schorfresistent u. bedarf deshalb keiner einzigen Cu- Behandlung

Diese neuen schorfresistenten Sorten gelangten erstmals nach der Öffnung des Ostens zu uns und hielten bei uns Einzug anfangs der neunziger Jahre.(Florina, Topaz u.s.w.)

Während die Landwirtschaft Westeuropas u. die gesamte Entwicklung der Landwirtschaft nach dem Kriege von Konzernen unter US Doktrin getrimmt wurde auf Pflanzmaterial zuzugreifen, das gezüchtet wurde um eine ständige Abhängugkeit von der Besprühung chemischer Substanzen zu den Produkten als Bekämpfungsmittel aus den Händen der Multis im Wochenrythmus zu gewährleisten, verfolgte der Osten eine andere Vision.

Aus vielen , vielen natürlichen Kreuzungen u. Ausleseverfahren gelangte man dort zu einem Ergebnis bei der Sortenzüchtung, das auf eine Ernährung bzw. Versorgung der Bevölkerung ohne Abhängigkeit von außen abzielte: schorfresistente Sorten (nicht anfällig für diese Pilzkrankheit), dem Hauptproblem, speziell bei der biol. Apfelproduktion.
Deshalb waren nach Öffnung der Grenzen Obsterzeuger des Westens überrascht was ihnen aus deren Versuchsanstalten jenseits der Grenzen an Pflanzmaterial gezeigt wurde u. für die Zukunft zur Verfügung stand. Für wachsame Bauern die mit der gängigen Realität dem Sinn ihrer Lebensgestaltung Grenzen gesetzt sahen, ab da ein Leichtes die Obstbau-Betriebe auf Bio umzustellen, konnten sie plötzlich auf Pflanzmaterial zugreifen, hinter dessen Züchtung Vorarbeit einiger Jahrzehnte lag.

Diese Forschungsresultate u. Selektionsergebnisse hinter dem eisernen Vorhang standen- diametral entgegen den Zielen u. Ergebnissen der Westpolitik.
Konventionelle Bauern verwendeten Kupfer in einer 10 bis 20 fach höheren Dosierung als es Biobauern erlaubt ist.
Laut Bioland Richlinien ist die max. Kupfermenge auf 3 kg pro ha und Jahr festgelegt. Werden kupferhaltige Mittel eingesetzt muß der Cu-Gehalt der Böden laufend durch Kontrollen festgestellt werden.
(zum Vergleich konventionelle Betriebe überschritten diese Menge in der Regel mit einer einzigen Behandlung)

Gegenwärtig werden diese Cu Behandlungen im konventionellen Obstbau fast ausnahmslos durch andere Pilzbekämpfungsmittel ersetzt, deren Langzeit-Nebenwirkungen auf den Mensch wir nicht kennen. 15-30 Behandlungen je nach Niederschlagsmenge , die von ca. Mitte April bis Anfang September fallen, sind gängige Praxis in den Obstbaubetrieben.

Die vorgeschriebene Karenzzeit eines Pilzbekämpfungsmittels von ca.8 Tagen im günstigsten Fall ist schon deshalb ein legaler Betrug per Verordnung an den Konsument, weil das winzige Äpfelchen von der Blüte bis ca. 3/4 Wochen vor der Ernte im konventionellen Obstbau wie erwähnt mindestens 15- 30 mal, also ständig mit einer Schicht dieser chemischen Brühe (Pilzbekämpfungsmittel u. Gifte) umhüllt wird.

Selbst naive Personen werden erkennen, daß durch ein äußeres Waschen der Früchte an die im Fruchtfleisch integrierte Chemikalie nicht mehr heranzukommen ist u. die Zeitspanne von der letzten Spritzung bis zur Ernte, sprich Verzehr um ein Vielfachen höher per Gesetz anzuordnen wäre.
Bioproduzenten kommen in guten Lagen im günstigen Fall (Sonneneinstrahlung, Niederschlagsmenge, Exposition der Lage des Grundstückes, Temperaturen des vorangegangenen Winters, eine standortgerechte Sortenwahl ) ohne eine einzige Besprühung ihrer Tafeläpfel aus.
Das setzt natürlich schorfresistene Sorten voraus , wonach sich die Praxis gegenwärtig orientiert.
Die von ihnen erwähnte Behandlungszahl trifft also ausschließlich auf konventionelle Sortenwahl mit einem verschwindend geringen Marktanteil zu.
Der Käufer hat aber zusätzlich immer noch die Wahl für welche Apfelsorte er sich entscheidet.
Zitat:
weil gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten keine wirksamen Stoffe zugelassen sind.

Führen sie mir bitte an um welche Krankheiten es sich handelt; ich werde ihnen daraufhin antworten.
Zitat:
. Kartoffeln können wir beispielsweise nur deshalb essen, weil wir den Gehalt an Solanin züchterisch vermindert haben.L eider munden sie seither auch den Kartoffelkäfern


Ich muß sie berichtigen:
Die Kartoffelkäfer traten in Europa erstmals nach dem massenhaften Abwurf dieses Schädlings durch die amerikanische Kriegsführung auf.
Vorher war er in Europa unbekannt u. die Äcker kartoffelkäferfrei.

Die Peronospera (Pilzkrankheit) bei Trauben wurde ebenfalls aus Amerika eingeschleppt.
Vorher war Europa auch von dieser Plage frei.

Das ist nur ein Bruchteil dessen was ich wegen der Fülle der Thematik heute beantworte.
Fortsetzung folgt.
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 1.Mai 2008 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Uups - das war ja wieder ein ordentlicher Paukenschlag!
Und da kommt noch mehr??

Bevor Sie jetzt zur nächsten Runde ansetzen, will ich versuchen, Sie ein wenig zu bremsen und etwas Struktur und Stringenz ind die Diskussion zu bringen, denn so konfus wie sie bisher abläuft, macht das Ganze m.E. keinen Sinn, zumindest nicht für mich und wohl auch nicht für den normalen Mitleser.

Zunächst einmal Grundsätzliches:
Sie scheinen mich für einen Lebensmittelchemiker zu halten, der seine Meinung zu sogenannten Bioprodukten in Form eines Interviews hier kundtut. Haben Sie nicht bemerkt, dass es sich um ein Interview mit Udo Pollmer handelt, den Sie sich selbst in die besprochene Diskussionsrunde bei Maischberger gewünscht haben und den ich nur deswegen hier zitiert habe? Ich bin nicht Udo Pollmer!

Ich maße mir das alles nicht an, was Sie mir hier unterstellen und meine persönliche Meinung zum Thema Biokost können Sie gar nicht kennen, weil ich sie noch gar nicht kundgetan habe!

Wenn Sie, hostaria, hier mit Gegenargumenten zu Pollmer kommen (warum haben Sie sich den eigentlich in die Diskussionsrunde gewünscht? Ist der nun plötzlich auch einer, der "mit oberflächlichem Halbwissen der siebziger Jahre auf allen Hochzeiten tanzt und mit dem Rüstzeug für ein Oberflächenbehandlung im Schnelldurchlauf ein Thema für sich besetzt"?) - wenn Sie also hier versuchen, Pollmer zu widerlegen, dann kann ich das nicht auf mich beziehen, sondern nur interessiert zur Kenntnis nehmen und mir meinen Reim darauf machen. Logischerweise kann ich auch nicht auf Ihre Fragen antworten, die Sie mit dem Pollmerschen Interview verbinden.

Ich bin weder Lebensmittelchemiker noch Landwirt noch maße ich mir bei der Beurteilung der diversen Landbaumethoden besondere Kenntnisse zu.
Ich besitze eine solide naturwissenschaftliche Grundausbildung mit Spezialkenntnissen in Chemie, Pharmazie und Medizin. Mein Kenntnisstand reicht nicht aus, Ihnen zu antworten, wenn Sie in agrartechnologische Einzelheiten gehen. Ich traue mir allerdings schon zu, Ihnen da zu widersprechen, wo Sie im Allgemeinen bleiben oder über Dinge reden, die "selbst naive Personen erkennen" können, um Ihre eigene Formulierung zu gebrauchen.

Und da - Verzeihung - schreiben Sie einen rechten Stuss zusammen!

Sie outen sich als Anhänger der "Königin aller Verschwörungstheorien" die besagt, dass letztlich an allem Elend der Welt die Amerkaner schuld sind und wiederholen den Unsinn, dass diese den Kartoffelkäfer als biologische Waffe aus Flugzeugen abgeworfen und so nach Europa gebracht hätten. In Wirklichkeit ist der Kartoffelkäfer seit 1877 in Europa als Schädling aufgetreten und den Blödsinn mir dem Flugzeugabwurf haben sowohl die Nazis als auch die Kommunisten in der DDR verbreitet.
(siehe hier und hier)

In die gleiche Kategorie gehört auch der hanebüchene Unsinn, dass "die Landwirtschaft Westeuropas von Konzernen unter US-Doktrin getrimmt wurde auf Pflanzmaterial zuzugreifen, das gezüchtet wurde um eine ständige Abhängugkeit von der Besprühung chemischer Substanzen zu den Produkten als Bekämpfungsmittel aus den Händen der Multis im Wochenrythmus zu gewährleisten,"

Abenteuerlich auch die Behauptung, "der Osten" habe eine "andere Vision" bei der Bekämpfung von Pilzkrankheiten gehabt und mit "vielen, vielen natürlichen Kreuzungen und Ausleseverfahren" gearbeitet.

Damit mögen Sie bei den Linken Beifall bekommen, in Wirklichkeit hat man dort keine Vision verfolgt und nicht mit natürlichen Methoden gearbeitet, sondern aus Mangel an Geld für Spritzmittel mit Hilfe von radioaktiver Bestrahlung und chemischen Keulen nach zufällig resistenten Mutanten gesucht und die dann auch gefunden.

Die Eigenschaft der Schorfresistenz bei Äpfeln wurde übrigens nicht im Ostblock, sondern erstmalig in den USA bereits Anfang des 20. Jahrhunderts durch Professor Crandall (Universität Illinois) beschrieben.

Wie schon gesagt, kann und will ich mich zu Ihren weiteren agrarspezifischen Aussagen als Laie nicht äußern. Es liegt jedoch der Verdacht nahe, dass es mit deren Qualität so ähnlich bestellt sein könnte wie bei denjenigen, zu denen ich mir ein Urteil erlauben kann.

Also lassen Sie es einfach sein, sich in weiteren Einzelheiten zu ergießen, es kann Ihnen sowieso niemand folgen. Wenn Sie die Diskussion vernüftig weiterführen wollen, so antworten Sie doch einfach mal auf meine vorherigen Fragen, bleiben Sie beim Thema und verkneifen sich Ihre pauschalen Rundumschläge.
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hostaria
Specialist


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 230

BeitragVerfasst am: 2.Mai 2008 6:14    Titel: Antworten mit Zitat

@hdschulz
Zitat:
Als Lebensmittelchemiker weiß ich, dass

Schrieben sie doch. Daraus ging hervor dass sie Lebensmittelchemiker seien.

Beim nächstenmal stellen sie bitte ihre eigenen Texte ein u. argumentieren sie nicht mit Kopien anderer Leute.
Wenn ich eine Aussage von Udo Pollmer hören möchte, dann höre ich mir seine Erklärungen 1:1 direkt von ihm oder übers Fernsehen an, aber nicht um drei Ecken aus den Zusammenhängen gerissen, von ihnen aus Zeitungen gelesen, dann nachgeplappert u. hier hereingestellt.
Wenn schon, dann halte ich mich an das Original.

Zitat:
Wenn Sie, hostaria, hier mit Gegenargumenten zu Pollmer kommen (warum haben Sie sich den eigentlich in die Diskussionsrunde gewünscht?

Ich komme mit keinen Gegenargumenten zu Udo Pollmer, denn ich kenne ihn von Vorträgen lange genug. Ihre Griff sich mit solchen Verdrehungen jetzt aus der Diskussion zu winden ist nicht sauber; es ist mies wie sie sich hier aus der Schussslinie drücken u. eine andere Person involvieren die ihre Aussagen nicht direkt hier eingestellt hat u. hinter deren Image sie sich verschanzen.
Zitat:
Ich bin weder Lebensmittelchemiker noch Landwirt noch maße ich mir bei der Beurteilung der diversen Landbaumethoden besondere Kenntnisse zu.

Also doch nicht!. Aus ihren vorangegangenen Beiträgen kann ein Laie nur den gegenteiligen Eindruck gewinnen. Dann lassen sie es lieber gleich von vornherein bleiben, sich anzumaßen wie ein Papst über Themen zu predigen die sie nicht beherrschen u. sobald sie auf einen treffen der diese Materie wie seine Hosentasche kennt, ziehen sie sprichwörtlich „ den Schwanz“ ein.
So bleibt ihnen im Rückzug nur Fakten ins abenteuerliche zu interpretieren u. mit ihrem eigenen Stus zu ergänzen.
Zitat:
Die Eigenschaft der Schorfresistenz bei Äpfeln wurde übrigens nicht im Ostblock, sondern erstmalig in den USA bereits Anfang des 20. Jahrhunderts durch Professor Crandall (Universität Illinois) beschrieben.

Beschrieben stelle ich nicht in Abrede, aber die Wege wurden anders beschritten. Osteuropa beginnt u. endet bei mir mir nicht eingegrenzt auf die ex DDR.
Zitat:
Wie schon gesagt, kann und will ich mich zu Ihren weiteren agrarspezifischen Aussagen als Laie nicht äußern.

Das glaube ich ihnen gerne, weil sie auf jemanden gestoßen sind, der die Materie nicht nur an Fachoberschulen theoretisch erworben, sondern gleichzeitig auch in der Praxis über 35 Jahre damit gearbeitet u. täglich gegengeprüft hat.
Beim nächstenmal überlegen sie vorher worüber sie Aussagen ins Feld führen , die sich letztendlich als Schmuck mit fremden Federn entblößen.
Wenn sie weiterhin argumentieren, dass ich zu diesem Thema nur Rundumschläge verteile dann erübrigt sich jede wetere Fortführung einer Aufklärung. Was soll ich mit jemandem weiter diskutieren der, wie sie jetzt selber zugeben nicht vom Fach ist u. Erkenntnisse ins Lächerliche zieht.
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 2.Mai 2008 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Güte - jetzt reicht's aber wirklich.

Wie soll man denn mit Ihnen diskutieren, wenn Sie sich nicht die geringste Mühe machen, einen Text ordentlich und komplett zu lesen und zu verstehen, sondern sich wie eine Furie auf Bruchstücke stürzen, die Ihnen nicht gefallen; aus denen Sie sich völlig falsche Zusammenhänge, Schlußfolgerungen und daraus resultierende persönliche Angriffe zurechtbasteln, die aber auch nicht die Spur einer Berechtigung haben.

Ich hab's schon gemerkt, mit der Logik haben Sie es nicht so - deshalb jetzt zum dritten Mal und ganz einfach und Schritt für Schritt:

Sie haben in Ihrem ersten Beitrag über die Diskussionsrunde bei Maischberger erstmalig den Namen Udo Pollmer erwähnt, von dem Sie sich Unterstützung für Ihren Standpunkt erwarteten.

Da ich die Veröffentlichungen von Udo Pollmer recht gut kenne, wußte ich, daß Sie damit völlig falsch liegen und habe ein zum Thema exakt passendes Interview von Pollmer zitiert und im Original hier eingestellt, um das zu belegen.

Dabei habe ich mich genau an die Regeln gehalten, die für Fremdzitate in Forumsbeiträgen gelten:
Beginn und Ende des Zitats kenntlich gemacht, die Quelle angegeben und zur möglichen Überprüfung direkt verlinkt.

Aus welchen Gründen auch immer haben Sie das alles unbeachtet gelassen, sich wie eine Furie auf die Ihnen nicht passenden Aussagen von Pollmer gestürzt, sie meiner Person zugeschrieben und mit beleidigenden Angriffen garniert zu widerlegen versucht.

Nachdem ich Sie in meiner entsprechenden Antwort nun zum zweiten Mal und unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ich vorher ausschließlich Udo Pollmer im Original (und nicht "nachgeplappert" oder "um drei Ecken aus dem Zusammenhang gerissen") zitiert hatte, ist Ihr letztes Posting eine einzige Unverschämtheit.

Sind Sie wirklich so beschränkt, dass Sie immer noch nicht gemerkt haben, dass Sie nicht mich, sondern Udo Pollmer ankläffen?
Möglicherweise können Sie ja nicht begreifen, dass er diese Aussagen tatsächlich gemacht hat - oder was für eine Show wollen Sie hier abziehen?
Ich habe mich nicht "als Lebensmittelchemiker ausgegeben", nicht "wie der Papst über Themen gepredigt, die ich nicht beherrsche" und ich habe auch nicht "den Schwanz eingezogen" weil ich ihn vorher gar nicht herausgehängt hatte. Noch mal: Das war alles Udo Pollmer!!

Von Ihren beleidigenden Vorwürfen bleibt also nichts als heiße Luft, garniert mit einer penetranten Selbstbeweihräucherung.
Mag ja sein, dass Sie "die Materie wie Ihre Hosentasche kennen", aber in dieser Hosentasche krabbeln offensichtlich auch Kartoffelkäfer aus amerikanischen Flugzeugen. Wer weiß, was da sonst noch so drin ist.
Verschonen Sie uns lieber mit dem restlichen Inhalt.
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hostaria
Specialist


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 230

BeitragVerfasst am: 3.Mai 2008 7:51    Titel: Antworten mit Zitat

@hdschulz
Zitat:
Sie haben in Ihrem ersten Beitrag über die Diskussionsrunde bei Maischberger erstmalig den Namen Udo Pollmer erwähnt, von dem Sie sich Unterstützung für Ihren Standpunkt erwarteten.

Ich persönlich habe kein Verlangen um Unterstützung für meinen Standpunkt.
Sie sind ein Meister im Abfälschen von Inhalten.

Was interpretieren sie immer in mich hinen, was so nicht stimmt?
Ich erwarte mir im Fernsehen zu diesem Thema eine Diskussion von Fachleuten, u. da hätte Udo Pollmer diesen Leuten, die nur mit übernommenen Argumenten, mit denen sie sich vorher von dritten haben berieseln lassen , ganz andere Standpunkte darlegen können.

Der eine war Lobbyist eine Chemieunternehmens
Der andere verteidigte seine Pfründe als Metzger u. Unternehmer u. führte Absatzmärkte ins Feld.
Der dritte wollte sein Buch vermarkten.

Zitat:
Dabei habe ich mich genau an die Regeln gehalten, die für Fremdzitate in Forumsbeiträgen gelten:
Beginn und Ende des Zitats kenntlich gemacht, die Quelle angegeben und zur möglichen Überprüfung direkt verlinkt.

Ich will aber u. akzeotiere keine Verlinkung oder Kopie über dritte von ihnen.
Papier ist geduldig.
Ihrem raffinierten Abgleiten auf Nebenkriegs-Schauplätzen gehe ich nicht auf den Leim.

Der Mittelpumkt des Fernsehauftrittes u. warum sich die Dikussion dreht sind die Teilnehmer aus der Runde bei Maischberger.
Zitat:


Mag ja sein, dass Sie "die Materie wie Ihre Hosentasche kennen", aber in dieser Hosentasche krabbeln offensichtlich auch Kartoffelkäfer aus amerikanischen Flugzeugen. Wer weiß, was da sonst noch so drin ist.

Lieber den Kartoffelkäfer im Sack, als einen Maikäfer im Kopf.
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 3.Mai 2008 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

@hostaria
Mein Güte....sind Sie ein verstockter Typ.
Ist es denn so schwer, zuzugeben, dass Sie Pollmer völlig falsch eingeschätzt haben? Dass Sie mir fälschlicherweise Aussagen untergeschoben haben, die ich gar nicht gemacht habe, weil Sie nicht gerafft haben, dass ich nur Pollmer zitiert hatte (mit überprüfbarer Quellenangabe!) Was heißt denn in diesem Zusammenhang: Papier ist geduldig? Stimmt die Quelle oder nicht? Wenn ja, dann unterlassen Sie gefälligst die Andeutung von Fälschung.

Auf Ihre weiteren persönlichen Beleidigungen (z.B. "Abfälschen") unter der Gürtellinie will ich gar nicht eingehen. Ich finde es schade, wenn sich jemand solcher Mittel bedient und das wirft leider auch ein zweifelhaftes Licht auf seine Sachkompetenz.
Haben Sie das nötig?

Zitat:
Der Mittelpumkt des Fernsehauftrittes u. warum sich die Dikussion dreht sind die Teilnehmer aus der Runde bei Maischberger.....
Der eine war Lobbyist eine Chemieunternehmens
Der andere verteidigte seine Pfründe als Metzger u. Unternehmer u. führte Absatzmärkte ins Feld.
Der dritte wollte sein Buch vermarkten.

Schönes Beispiel für Ihre Sachlichkeit:
Persönliche Herabsetzungen und Angriffe, Auseinandersetzung mit Argumenten = null.
Übrigens habe ich nicht drei, sondern sechs Teilnehmer in der Diskusssionsrunde gesehen. Aber darauf können Sie nicht eingehen, einseitig blind wie Sie sich darstellen. Sie tun mir nur noch leid.
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Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 3.Mai 2008 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

hallo hostaria,

obwohl mit dem User hdschulz ja auch nicht immer auf einer Wellenlinie liegend, hat er in diesem Falle recht...

Sie haben die Ausgangslage total missverstanden.

Seien Sie doch einfach manns genug und gestehen dieses ein - und gut ist es!
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 17.Mai 2008 9:07    Titel: Antworten mit Zitat

Prof. Stadler, einer der Diskutanten in der Talkshow, die Auslöser dieses Threads war, hat sich in der "Welt" noch einmal zum Thema geäußert:

Zu wenig Pannen bei der Grünen Gentechnik

Die Grüne Gentechnik braucht einen Unfall. Eine neue Technologie kann nur sozial verarbeitet werden, wenn sie auch emotional begreifbar ist. Die Grüne Gentechnik ist einfach zu sicher. Noch nie hat jemand wegen Genfood ein Hüstelchen gekriegt, noch nie eine Heiserkeit, noch nie ein Fieber. Dies ganz im Gegensatz zur Roten Gentechnik, die völlig akzeptiert ist, obwohl bei Gentherapien Menschen gestorben sind. Über der Grünen Gentechnik lastet sozusagen das Gespenst des virtuellen Risikos. Allenthalben liest man sogar, die Grüne Gentechnik habe unabsehbare Risiken zur Folge. Als Beweis wird angeführt, ein Gen, das einmal freigesetzt wurde, könne nicht mehr zurückgeholt werden. Oh, hätten dies doch nur die Dinosaurier gewusst, sie wären heute noch da. Wir hätten nun zumindest ein echtes, nachhaltiges Risiko…


Ein Risiko wird nämlich definiert, wie groß die Wahrscheinlichkeit für einen Zwischenfall ist. Ist etwas unabsehbar, ist es auch kein Risiko. Wir bräuchten also dringendst Unfälle, wie etwa bei Biogemüse, wo im Vergleich zu konventionellen Gemüse gleich oft, oder ein klein wenig öfter, daran gestorben wird. Naturnah bedeutet eben auch nah an Fäkalien. Biobauern nennen so etwas Dünger. An Genfood ist jedoch noch nie jemand gestorben. Im Gegenteil: 200 Millionen Amerikaner essen seit 20 Jahren Genfood, ohne Zwischenfall und mit Appetit.
Nun scheint das Blatt sich zu wenden. Genfood könnte in nächster Zeit rehabilitiert werden, weil die größten Widersacher, die Biobauern, in Beweisnot geraten. Ihre mittelalterliche Anbaumethode verschwendet zu viel Kulturland. Wer Bio kauft, macht sich am Welthunger mitschuldig, weil das Welternährungsproblem kein ausschließliches Verteilungsproblem ist. Wer an Bio glaubt, muss gegen Gentechnik sein. Lange genug wurde gepredigt, es gäbe kein Zusammengehen.
Die Grüne Gentechnik hat allerdings längst den Beweis erbracht, dass Ertragsteigerungen die Norm sind. Im Vergleich zum Biolandbau ist die Steigerung sogar gewaltig. Wer also weiterhin Bio-Wellness-Gemüse essen will, tut das Gegenteil von “Weltretten”. Er sollte dies im Geheimen tun, damit diese politische Unkorrektheit nicht so offensichtlich ist. Zumindest sollte man aufhören, den Entwicklungsländern dreinzureden, wenn sie sich mit einer modernen Landwirtschaft ernähren möchten.

Der Kommentar erschien zuerst am 16. Mai 2008 in DIE WELT
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