GoMoPa
 
 
 
 
GoMoPa    SuchenSuchen RegistrierenRegistrieren ProfilProfil LoginLogin
FAQFAQ MitgliederlisteMitgliederliste Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen



Blender, Bluffer und Geldvernichter?

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten GOMOPA® : Startseite ->  Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen 
Autor Nachricht
GM&P Info
.


Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 3633

BeitragVerfasst am: 9.Jun 2006 6:29    Titel: Blender, Bluffer und Geldvernichter? Antworten mit Zitat

Zitat:
Sind Berater nur „Blender, Bluffer und Geldvernichter“? – Oder ist Thomas Leifs Kritik an McKinsey & Co. „bloße Effekthascherei“?


Pressemitteilung von: medienbüro.sohn


Für Thomas Leif, Chefreporter beim SWR, sind Unternehmensberater „Blender, Bluffer und Geldvernichter“.
Unternehmensberater verkaufen ihren Kunden in der Regel 0815-Ware und keine maßgeschneiderten Lösungen“, sagte Leif im Interview mit ChangeX changex.de . Die Unternehmensberater generierten ihr Wissen nicht aus eigener Kraft, sondern über die zu beratenden Mitarbeiter. Bei allen Beratungsgeschäften gehe es in erster Linie um Folgeaufträge und oft zielten die Aktivitäten der Berater nicht auf die Problemlösung der Projektaufgabe, sondern auf die erfolgreiche Akquise künftiger Aufträge.

Doch mit der Mythos bröckele, auch wenn es vordergründig noch einen Berater-Boom gebe: „Mein Eindruck ist, dass Unternehmensberater trotz aller Ineffizienz immer noch eine Anmutung der Exklusivität und Exzellenz haben, die man sich gerne ins Haus holt. Aber meine Beobachtungen und Analysen zeigen, dass der Markt in eine neue Richtung geht. Die Kunden in der Industrie und im öffentlichen Sektor haben die Schwächen der Branche zum Teil erkannt und richten immer häufiger Abteilungen ein, die dafür sorgen, dass sich die Beraterszene weg von millionenschweren Massenaufträgen hin zu größerer Differenzierung und Individualisierung bewegt“.

Leifs Berater-Bashing, das er auch in seinem neuen Buch „Beraten und verkauft. McKinsey &. Co. – der große Bluff der Unternehmensberater“ ausbreitet, bleibt in der Branche nicht unwidersprochen. Michael Sander, Geschäftsführer des Lindauer Beratungshauses TCP Terra Consulting Partners GmbH, vermisst in Leifs Interview eine klare Argumentation. Zu vieles werde über einen Kamm geschoren.
„Berater sollen angeblich Blender sein und fassen nur das Know-how der Mitarbeiter ihrer Kunden in bunte Bildchen zusammen. Allein dieser Vorwurf verkennt, dass gerade aus der Beratungsbranche schon seit Jahrzehnten wichtige Anstöße beispielsweise von der Boston Consulting Group oder McKinsey gekommen sind. Kein Manager und kein Wirtschaftswissenschaftler arbeitet heute mehr ohne Erfahrungskurven, Portfolio-Ansätze oder Geschäftsfeldsegmentierungen“, weiß Sander.

Gerade zu lächerlich wirke der Vorwurf, dass Berater nur auf der Suche nach Folgeaufträgen seien. „Warum soll ausgerechnet in der Beraterbranche nicht das gelten, was im allgemeinen Wirtschaftsleben auch gilt, dass man einem zufriedenen Kunden auch mehr verkaufen kann?“, fragt Sander. „Dies setzt immerhin voraus, dass man vorher bei dem Kunden ein gutes Projekt abgeliefert hat. Es ist geradezu blauäugig zu glauben, dass im Management der großen und der mittelständischen Unternehmen haufenweise ergebene Auftraggeber mit Blanko-Checks sitzen. Das Argument hierzu liefert Herr Leif bereits selbst, denn an vielen Stellen sitzen den Beratern heute bereits beratungserfahrene Manager gegenüber.“

Sander hält Leifs Argumentation für „Effekthascherei“. Außerdem gehe es darum, möglichst einfach Schuldige zu finden für missratene Großprojekte: „Es wird dann schnell noch die IT-Beraterbranche mit der Strategieberaterbranche vermischt und verwechselt; schon ist die Suppe für die Berater-Schelte fertig.“

Ganz auffällig in der Argumentation sei allerdings das, was nicht gesagt werde. So blende Leif die Frage aus, wie die Empfehlungen der Berater in die Praxis umgesetzt werden: „Hier liegt eine wesentliche Ursache für die Schwierigkeit, die Leistung eines Beratungsprojektes zu messen. Auch in Unternehmen geht es längst nicht auf allen Hierarchieebenen nur um die Sache. Macht, Karriere und Geld spielen eine Rolle. Ohne an dieser Stelle mit dem moralischen Zeigefinger zu hantieren, kommt es dann häufig vor, dass Entscheidungen nicht oder zu langsam oder auch falsch umgesetzt werden. Ist dafür jetzt der Berater verantwortlich?“

Unternehmen seien produktive, aber komplexe soziale Systeme in dynamischen Umwelten, deren Probleme nicht durch einfache Ursache-Wirkungs-Verläufe zu erklären seien, so der Geschäftsführer des Lindauer Beratungshauses: „So schön dies für den Verkauf eines effekthaschenden Buches sein mag, so wenig seriös erscheint die Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld Unternehmen und Berater.“

...

medienbüro.sohn
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben

Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6784

BeitragVerfasst am: 28.Jun 2006 6:11    Titel: Antworten mit Zitat

Du rufst einen Berater, weil du wissen willst, wie spät es ist. Der kommt dann, borgt sich deine Uhr und sagt dir die Antwort. Und als Belohnung dafür nimmt er deine Uhr gleich mit.“ Ironisch-abfällige Bemerkungen dieser Art können sich allseitigen Applauses sicher sein. Berater-Verhauen ist in. Warum? Weil Rache süß ist.

Man freut sich daran, den elitären Orakelmännern und -frauen die Maske betriebswirtschaftlicher Rationalität herunterzureißen und darunter ein Geheimnis zu schlürfen: heiße Luft sei da, zur anglisierten Wortwolke aufgebläht. Jaja, Blender und Bluffer seien sie. Die keine Beratung verkaufen, sondern vorgefertigte Produkte. Die keine Probleme lösen, sondern den nächsten Auftrag akquirieren.

Warum aber werden sie dann geholt? Aus zwei Gründen. Erstens: Sie leben von der Paradoxie. Sie verschieben die Balance auf einem Polaritätenprofil – etwa Zentralisierung/Dezentralisierung – ins Extreme und verkaufen den Reparaturaufwand gleich mit, der zwei Jahre später fällig wird. Ihre permanent wechselnden Management-Moden leben parasitär von den Problemen der Problemlösung. Das ist die Lizenz zum Gelddrucken.

Zweitens und wichtiger: Unternehmen sind Status-quo-Organisationen. Veränderung ist ihnen wesensfremd. Andererseits will das Management den Wandel. Man will sich ja als zukunftsoffen präsentieren. Wohin aber wandeln? Und vor allem: Wie? Das Management ist entschlossen, es weiß nur noch nicht genau, wozu. Wenn man jedoch unschlüssig ist, geht es nicht mehr um die Qualität eines Arguments, sondern um die Massenhaftigkeit seines Vorkommens. In Zeiten der Überinformation ist das wesentliche Motiv, etwas zu meinen, die Meinung des anderen, die anderen meinten es auch.

Das ist der Einsatzpunkt des Beraters. Er weiß, was die anderen meinen. Er zieht umher und sammelt in Unternehmen Kausalitäts-Unterstellungen, die er als Erfolgsrezepte an andere Unternehmen verkauft. Beratung mutiert damit zur Sicherheits-Dienstleistung. Sie erzeugt den Anschein von Rationalität – eine spezifische Form der Autosuggestion, um sich als wandlungsfähig zu präsentieren. Die Konjunktur der Beratungsindustrie indiziert damit die Entscheidungsschwäche des Managements – die gegenwärtige Managergeneration scheint ja ohne Berater handlungsunfähig zu sein. Dabei ist es nachrangig, zu welchen Erkenntnissen die Studien kommen. Wichtig ist nur, dass objektiv erscheinende Zahlen produziert werden, die bestimmte Handlungen nahe legen. Häufig verleihen sie nur intern getroffenen Entscheidungen die Weihen externer Expertise. Damit sind sie oft das Wasser, in dem Pilatus sich die Hände wäscht. Ich habe noch nie gehört, dass Berater die Abberufung des Vorstandschefs vorgeschlagen haben.

Die Rachelüsternen können sich also wieder hinlegen: Berater verkaufen genau das, was der Kunde will – Nervenberuhigung. Dass die Unternehmen nebenbei zu ahistorischen Organisationsklonen werden, die allenfalls gleich gut oder gleich schlecht wie der Wettbewerb sein können, dass es daher unmöglich ist, mit Beratern Wettbewerbsvorteile zu erzielen – das nehmen Manager locker in Kauf. So tauscht man Sicherheit gegen Zukunft. Aber auch dafür braucht es zwei: einen der verkauft, und einen, der kauft. Oder sich verkaufen lässt.

Quelle: Handelsblatt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten     Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Die größten Geldvernichter der Republik Moderator GM&P Aktien 0 21.Feb 2007 20:06 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Wer kennt Mark Schlag, den Abzocker u... Pfeifendeckel Wer kennt, was meint Ihr dazu? 2 10.Feb 2006 13:54 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Geldvernichter Schwarzbuch Et Kapitalanlage 4 2.März 2005 10:07 Letzten Beitrag anzeigen


Powered by phpBB © phpBB Group
 
 

Copyright 2000-2008 - GoMoPa® - Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC
Impressum | Presse | Kooperation | Forenwerbung | Downloads | Newsletterwerbung | Sitemap | Partnerprogramm | Bannergenerator | Polizei-STA-Behoerden | Premiumaccounts | Werbung | Finanzlinks | Beschwerde

Katalog für Finanzen | Suche für Finanzen | Blog für Finanzen