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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6453
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Verfasst am: 16.Dez 2006 4:26 Titel: Bundestagsabgeordneter verläßt Union- »Guter Mann« für NPD |
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Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist um einen Abgeordneten ärmer. Wie am Freitag bekannt wurde, verließ der CDU-Abgeordnete und Rechtsaußen Henry Nitzsche bereits am Donnerstag seine Partei.
Nitzsche hatte erst vor zwei Wochen für Aufregung gesorgt, als bekannt wurde, daß er auf einer CDU-Veranstaltung im Juni gefordert hatte, Deutschland dürfe »nie wieder von Multi-Kulti-Schwuchteln in Berlin regiert« werden.
2005 war er mit der auch von der neofaschistischen NPD verwendeten Parole »Arbeit, Familie, Vaterland« in den Wahlkampf gezogen und hatte bezüglich der deutschen Vergangenheit von einem »Schuldkult« gesprochen. 2003 hatte Nitzsche Schlagzeilen mit der Aussage gemacht, eher werde einem Muslim »die Hand abfaulen«, als daß dieser CDU wähle.
André Hahn, parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion im sächsischen Landtag, verwies auf weitere Skandale der CDU. Beispielsweise habe deren »Patriotismusbeauftragter« Matthias Rößler noch kurz vor der Bundestagswahl 2005 zu einer Veranstaltung nach Reinhardtsdorf-Schöna in der Sächsischen Schweiz geladen.
Nachdem anwesende NPD-Vertreter den historischen Kniefall von Willy Brandt in Warschau dort als Unterwürfigkeit und Verrat an deutschen Interessen kritisiert hatten, fühlte sich der die Veranstaltung leitende CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig bemüßigt zu betonen, daß seine Knie nicht durchgescheuert seien und es auch nicht werden würden. Am Ende der Veranstaltung hätten die anwesenden CDU- und NPD-Vertreter zudem gemeinsam die Nationalhymne angestimmt.
Für das »Lied der Deutschen« hat die CDU ohnehin eine Vorliebe: Anläßlich einer Feierstunde in der Sächsischen Schweiz zum Tag der Deutschen Einheit 2006 druckte die Partei alle drei Strophen auf ihre Einladung. »Wer ohne jede kritische Distanz ›Deutschland, Deutschland über alles‹ und ›von der Maas bis an die Memel‹ propagiert, macht Rechtsextremismus und Neofaschismus hoffähig«, kommentierte André Hahn.
Die NPD dagegen zollte Henry Nitzsche Respekt. Jürgen Gansel, sächsischer NPD-Landtagsabgeordneter, forderte das Bundestagsmitglied auf, sich umgehend seiner Partei anzuschließen.
Ein Eintritt wäre nur konsequent, so Gansel, da Nitzsche nach der Übernahme der NPD-Parteitagslosung »Arbeit, Familie, Vaterland« und ihrer Demonstrationsparole »Schluß mit dem Schuldkult« »die Vertreibung der Sudetendeutschen eine ›Ausrottungspolitik‹ und die Benes-Dekrete eine ›Politik auf dem Weg zum vollendeten Völkermord‹« genannt habe.
Gansel spendierte dem ehemaligen CDU-Mann bereits ein Geschenkabo der NPD-Parteizeitung Deutsche Stimme. Dadurch könne der »gute Mann« feststellen, »was man als selbstbewußter Deutscher alles ungerügt sagen und schreiben darf, wenn man nur in der richtigen Partei ist«, so Gansel.
Interesse an einer Mitgliedschaft des Rechtsaußen äußerten neben der NPD auch die »Republikaner«, die dem ehemaligen CDU-Mitglied flugs »politisches Asyl« anboten.
Schließlich sei die CDU »tief gesunken« und eine Partei ohne »Format, Rückgrat, Grundsätze und Charakter, in der Konservative ganz offensichtlich keine Heimat mehr haben«, so Rolf Schlierer, Bundesvorsitzender der »Republikaner«. |
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