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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1014
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Verfasst am: 18.Jul 2007 12:12 Titel: Das Ende der Aufklärung |
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Die "Freunde der offenen Gesellschaft" sorgen sich um eine wesentliche Grundlage der westlichen Kultur, die man bisher eher durch die Angriffe fundamentalistischer Religionen gefährdet sah. Nun sieht man sie durch die Ökologisten gefährdet, also wohl auch eine fundamentalistische Religion:
| Zitat: |
Das Ende der Aufklärung
„Wissenschaft ist keine demokratische Veranstaltung“. Dieser Aussage wird auf der Seite der Bissigen Liberalen ohne Gnade widersprochen. Denn – so das faktische Ergebnis des Autors – sie sei es im wahren Leben eben doch.
Wer die Ökoinquisition mit ihrem Hohepriester Al Gore betrachtet, die den „men – made“ Klimawandel als neues Fegefeuer um die Welt treibt, um die Subventionen für die Öko-Industrie zu maximieren, mag dem Autor Recht geben. Aber sind die von den Kampagnenmachern präsentierten Ergebnisse, die allesamt arbeitslos wären, wenn sie nicht zu eben diese Kampagne betrieben, das was man landläufig Wissenschaft nennt? Oder eben doch eine blosse Religion, wie Gideon Boess provokant festgestellt hat.
Tatsächlich gibt es „demokratische“ Einflüsse der Politik auf die Wissenschaft in Europa. Zwar schützt die Unabhängigkeit der Wissenschaft den Lehrstuhlinhaber auch im Falle von Unfähigkeit oder Faulheit vor der Abberufung. Aber die Universität, die Fakultät, das Institut, der Lehrstuhl ist abhängig von materiellen Zuweisungen des Staates, der über die Ausstattung der Institution mit Personal und Sachmitteln entscheidet. In „The great global warming swindle“ stellt der Autor fest, dass die Mittel für die „Klimaforschung“ seit den 90iger Jahren von weltweit 150 Mio. $ auf rund 2 Mrd. $ angestiegen sind. Würden all diejenigen, die davon bezahlt werden, feststellen, der Klimawandel sei natürlich und nicht vom Menschen verursacht und habe darüber hinaus nichts mit dem CO² zu tun, sie wären morgen ihren Job los. Und das macht sie zum Sklaven der eigenen Theorie.
Ein anderes Beispiel für den politischen Einfluss ist der in Deutschland ausgerufene Scheinwettbewerb um den Titel der „Elite-Universität“ verbunden mit hohen Fördergeldern oder die Idee ein „European Institute of Technology“ als Gegenstück zum „MIT“ zu kreieren. Hier entscheiden Politiker und die sind demokratisch legitimiert. Über die wissenschaftliche Qualifikation des Politikers ist damit aber noch nichts gesagt. Und über die Richtigkeit ihrer Entscheidung unter solchen Gesichtspunkten auch nicht.
Dem Autor mag man auch Recht geben, wenn man die zahlreichen Berichte des Weltklimarates studiert, von denen wir wissen, dass zahlreiche Autoren aufgeführt sind, die zur widersprechenden Minderheit zu zählen sind und für den Glauben der Mehrheit in Anspruch genommen werden. Eben als „demokratisches Ergebnis“. Aber ist das Wissenschaft?
Wer wie die Freunde der offenen Gesellschaft Sir Karl Popper und F.A. v. Hayek verpflichtet ist, kann den B.L.O.G. Eintrag nicht unwidersprochen hinnehmen. Demokratie ist ein quantitatives Entscheidungsverfahren. Wissenschaft aber hängt an der Qualität.
In der Klimadebatte brauchen wir einen neuen Galileo, auch wenn der erst in einigen Jahrhunderten von den Nachfahren Al Gores vom Schuldspruch des Ketzers rehabilitiert wird, dem sich heute jeder unterzieht, der der Öko-Inquisition widerspricht. Die Welt ist eben doch keine Scheibe und der Klimawandel ist ein natürlicher Prozess, der wahrscheinlich von der schwankenden Aktivität der Sonne beeinflusst wird.
Neues Wissen wird nicht entwickelt. Es wird entdeckt (F.A. v. Hayek). Das beste Verfahren für die Entdeckung neuen Wissens ist der Wettbewerb – das Gegenteil von Demokratie, von Plan und von Zentralverwaltungswirtschaft.
Das erklärt die Überlegenheit angelsächsischer Forschungseinrichtungen. Sie sind nicht staatlich, sondern privat organisiert. Ihre Kapitalakkumulation erfolgt im Wettbewerb miteinander um eine freiwillige Zuwendung, nicht um eine noch so demokratisch legitimierte Zwangsabgabe, die obendrein unter der parlamentarischen Kontrolle des Haushaltsvorbehaltes steht.
Seit Popper wissen wir, dass wir nichts wissen, sondern eher vermuten. Im Sinne einer sozialen und wissenschaftstheoretischen Evolutionstheorie gelten die Erkenntnisse als bewährt – nicht als wahr. Würde die Hypothese der monokausalen CO²-Abhängigkeit des Klimawandels nicht bereits widerlegt sein, wir hielten sie nicht für die endgültige Wahrheit, sondern für allenfalls wahrscheinlich.
Sie ist aber falsch, auch wenn die Mehrheit der Wissenschaftler, der Politiker, der Erd- oder der Weltbevölkerung für richtig hält. Deshalb wird sie von der Ökoinquisition gegen das Poppersche Falsifikationskriterium immunisiert, durch die vermeintlich demokratische Legitimation, die einfache Behauptung, der Beweis sei erbracht oder wie andernorts die Weigerung, mit Kritikern der Ökoinquisition öffentlich aufzutreten.
Dahinter stehen handfeste materielle Interessen. Wirtschaftlich sind die nicht, denn die „Bewegung“ (in Deutschland gab´s schon mal eine“) ist auf staatliche Alimentierung aus der Wertschöpfung derjenigen angewiesen, die mit ihrer Arbeit, ihrer Dienstleistung und ihren Produkten tatsächlich w i r t s c h a f t l i c h einen Mehrwert erzielen. Und diese Subventionierung muss demokratisch legitimiert werden. Deshalb gilt es, die veröffentlichte Meinung zu beeinflussen, damit die Politiker den Eindruck erhalten, sie könnten ihren Wert, der in der Währung Wählerstimmen gemessen wird, mit der Entscheidung für diese Subventionen steigern.
Wenn hier in der liberalen Sphäre der Anspruch auf Wissenschaft zugunsten schein-demokratisch legitimierten Meinungsbildungsprozessen aufgegeben wird, ist Holland nicht nur wegen des angeblich unvermeidlich steigenden Wasserspiegels in Not.
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Mit diesen Worten markiert Immanuel Kant das Ende des Mittelalters. Er stellt den Menschen und nicht ihre Mehrzahl oder gar Mehrheit in den Mittelpunkt. Er rechnet dem Menschen die Verantwortung zu, sich selbst aus dieser Unmündigkeit zu befreien. Das Ende des Mittelalters ist der Beginn des Anspruchs an eine echte Wissenschaft, die sich selbst und nicht dem Fürsten, dem Glauben oder Demokratie verpflichtet ist. Um neues Wissen zu entdecken.
Vieles spricht dafür, dass das Zeitalter der Aufklärung hinter uns liegt. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 19.Jul 2008 3:54 Titel: |
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Mit einem ehrgeizigen Plan will der frühere US-Vizepräsident Al Gore in den USA eine vollständige Energiewende herbeiführen. In zehn Jahren sollen die US-Bürger demnach 100 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen.
"Dieses Ziel ist erreichbar und kostengünstig", sagte Gore in Washington. Die Energiewende sei nötig, weil "das Überleben der Vereinigten Staaten" in Gefahr sei. Der Klimawandel beschleunige sich schneller als gedacht.
Gore verglich die Herausforderung mit der ersten Mondlandung. "Als Präsident John F. Kennedy unsere Nation aufforderte, innerhalb von zehn Jahren einen Menschen zum Mond und wieder sicher zurückzubringen, haben viele Menschen bezweifelt, ob wir dieses Ziel erreichen können", rief Gore tausenden Anhängern zu. "Aber acht Jahre und zwei Monate später betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin die Mondoberfläche."
Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama sicherte Gore unterdessen seine Unterstützung zu. Er sei sich mit Gore "völlig einig", heisst es in einer Mitteilung, in der Obama verspricht, als Präsident massiv in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren.
Quelle: tagesanzeiger |
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