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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 25.Mai 2005 16:24 Titel: Der Konkurs eines Computerhändlers |
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Jahre lang galt m+s electronic als Vorzeigeunternehmen. Der Computerhändler war Lieferant für alle großen Banken in Deutschland. Doch dann das Aus: Die DG-Bank kündigte den Geschäftskredit. Wie konnte es dazu kommen?
Klaus Martens enthüllt die Allmacht der Banken und die Folgen für den Mittelstand.
Zunächst die Erfolgsstory: Die DG Bank, die Deutsche Bank, Commerzbank, aber auch die Sparkassen, die Dresdner Bank und die Hypo-Vereinsbank rissen sich darum, mit der Topfirma m+s electronic Geschäfte zu machen.
Dann jedoch beschließt die DG-Bank, den Geschäftskredit zu kündigen. Auch die übrigen Kreditinstitute ziehen sich zurück. Damit beginnt die Pleite des Unternehmens und das Ende für 1.800 Mitarbeiter. Ohne Kredite kann das Unternehmen die laufenden Geschäfte nicht abwickeln.
Das Unternehmen versucht, mit den Banken zu verhandeln. Es legt positive Gutachten und volle Auftragsbücher vor. Die Angestellten sind bereit, Lohnkürzungen hinzunehmen, um ihre Firma zu retten. Der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu versucht zu vermitteln. Vergeblich. Die Banken handeln nach eigenen Gesetzen. Die Insolvenz eines Erfolgsunternehmens bahnt sich unaufhaltsam an.
Klaus Martens enthüllt die Allmacht der Banken und die Folgen für den Mittelstand.
Dokumentation von Klaus Martens (2005)
Sendetermine auf Phoenix
Mi, 25.05.05, 20.15 Uhr
Do, 26.05.05, 07.30 Uhr
Do, 26.05.05, 14.00 Uhr |
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unbelievable Specialist
Anmeldungsdatum: 29.04.2004 Beiträge: 205
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Verfasst am: 25.Mai 2005 17:35 Titel: Sehr zu empfehlen |
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Ich habe diese Dokumentation bereits vor ein paar Wochen gesehen; ist wirklich sehr empfehlenswert.
Sie zeigt nicht nur die Allmacht der Banken sondern insbesondere auch deren Skrupellosigkeit und Hinterhältigkeit.
Zum Börsengang und für die Einräumung der Kreditlinien standen die Banken sofort parat und haben die großartigen Geschäfte gerne großzügig untereinander aufgeteilt und mitgenommen. Auf der anderen Seite waren es aber genau diese Banken, die zu den säumigsten Zahlern des Unternehmens gehörten.
So waren die Handelssäle und Schalterräume der Banken mit modernster Technik von m+s ausgestattet; die Rechnungen in Höhe mehrerer Millionen wurden aber nie bezahlt. |
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P.Wilhelm * Consulter *
Anmeldungsdatum: 23.08.2003 Beiträge: 2277 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 25.Mai 2005 21:34 Titel: Re: Sehr zu empfehlen |
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Hallo User unbelievable...
| unbelievable hat folgendes geschrieben:: |
[.....]
So waren die Handelssäle und Schalterräume der Banken mit modernster Technik von m+s ausgestattet; die Rechnungen in Höhe mehrerer Millionen wurden aber nie bezahlt. |
Doch, aber erst am Ende - im Rahmen der Insolvenzabwicklung...
Spass beiseite:
Habe die Sendung aufgrund der hiesigen Hinweise angesehen.
Man möge mich als blauäugig bezeichnen... Aber ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, daß zu Anfang das Unglück seinen Lauf nahm aufgrund einer simplen Nachricht im Handelsblatt. Ein Kreditsachbearbeiter der DG-Bank hat daraufhin falsch und unüberlegt gehandelt. Obwohl... Engagements in dieser Größenordnung entscheidet nicht ein Kreditsachbearbeiter allein; in der Regel ist hier der Vorstand gefordert.
Weitere Institute aus dem Kreis der insgesamt sieben finanzierenden Banken zogen dann nach. Zeitgleich ist irgendwo Ursache und Wirkung des 11.09.01 mit einzubeziehen als auch das allgemeine Crashen der DV-Branche (DV-Luftblasen!) im weitesten Sinne...
Was sich jedoch danach (nach dem Meeting mit Herrn Dr. Wiesheu) abspielte, kann auch ich nicht gutheißen. Hier wurde einem Unternehmen spätestens zu diesem Zeitpunkt auf übelste Weise mitgespielt.
Ich hoffe und wünsche, daß dieses ein Einzelfall war...?
Freundliche Grüße
Peter Wilhelm |
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Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
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Verfasst am: 25.Mai 2005 23:08 Titel: |
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Der ganz simple Hintergrund war wohl gewesen, daß gerade zu dieser Zeit die von den Banken abgesprochene Vereinbarung in Kraft getreten war, wonach Kredite an mittelständische Betriebe restriktiv bis annähernd Null gehandhabt werden sollten.
Daß der Kundenberater, wie in Phoenix dargestellt, einem momentanen Erklärungsnotstand ausgesetzt war, ließ sich daran erkennen, daß, seiner Aussage zufolge, außer der Notiz im Handelsblatt kein weiterer Anlaß gegeben war, den Kredit der ihm anvertrauten M+S Elektronik zu kündigen.
Daß das Unternehmenskonto zu diesem Zeitpunkt mit 62.000,-- im Plus stand und von den gewährten Krediten nur 3 Mio. in Anspruch genommen worden waren, zählte nicht. Auch eine Gegenaufrechnung mit der Höhe der Forderung des Unternehmens an die DZ-Bank für glieferte Computer-Systeme, nämlich 22 Mio. gegenüber 3 Mio., stand anscheinend außerhalb jeglicher Diskussion.
Der spätere Einschluß der anderen Banken war meines Erachtens nur Show vor dem damaligen bayerischen Minister Wiesheu. Angeblich hatte der Bevollmächtigte der DG-Bank, heute DZ-Bank, keine Entscheidungsbefugnis, worüber sich die anderen Bankenvertreter ärgerten. Aber ihre Entscheidungsbefugnis reichte nicht so weit, die eigenen Bankvorstände bzgl. des dort gewährten Kredits in Höhe von 27 Mio. in die Pflicht zu nehmen. Deshalb: abgekartetes Spiel, nicht mehr und nicht weniger.
Zynisch das Lob eines ehemaligen Bankers der DG-Bank, daß die Einbehaltung der M+S Elektronik-Forderung in Höhe von 22 Mio. an die DG-Bank gelieferte Computer-Anlagen seitens der DG-Bank nicht bezahlt wurden, weil diese sich sehr schlau und absichernd verhielten.
Wenn ich richtig verstanden habe, wurden von der 22 Mio.-Forderung durch die DZ-Bank auch nur 7 Mio. nach Eintritt der Insolvenz beglichen. Weshalb die restlichen 15 Mio. nicht bezahlt werden, steht angeblich unter Bankgeheimnis.
Zwei verschiedene und überaus positive Gutachten zugunsten des Unternehmens haben nicht ausgereicht, M+S Elektronik zu retten. Hunderte von Arbeitsplätzen gingen verloren und ein Wirtschaftsstandort mußte Ansehenseinbußen erleiden und warum: weil den deutschen Banken, es waren ja alle wichtigen vertreten, der Übermut und die Selbstherrlichkeit in den Kopf gestiegen ist.
Und es gibt keinerlei Rechtsmittel dagegen anzugehen, weil die Banken mit ihren durch massenhaft Geld erworbenen Möglichkeiten jeden Gegner ersticken. Mit der Brechstange möchte man dreinschlagen in diese Brut, die nur aufgrund unseres demokratischen Systems als dem System immanent innewohnendes zu ertragendes Übel existieren kann.
Ich bin für Kapitalismus, nicht für diesen, sondern für einen in einem gesellschafts- und sozialverträglichen Rahmen eingebundenen Kapitalismus.
Mit den besten Wünschen, Browser |
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acf24 Newbie
Anmeldungsdatum: 06.12.2004 Beiträge: 38 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 26.Mai 2005 19:59 Titel: |
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Eine ähnliche Geschichte gab es schon 1961 mit den Bremer Automobilwerken Borgward. Ein neuer Sparkassen-Niederlassungsleiter fand den Kreditrahmen zu hoch und kündigte ihn. Die Produktion wurde eingestellt, alle Leute wurden entlassen, die Werke wurden komplett aufgelöst. Am Ende waren alle Gläubiger befriedigt, es wurden keine Schulden hinterlassen, die ganze Aktion also eigentlich höchst unnötig.
Nun könnte man sagen, 1961 gab es genug andere Arbeit, aber heute? 1800 Arbeitsplätze einfach so weg? Was hat da eigentlich die sonst so kampfbereite fünfte Kolonne von Herrn Peters gemacht?
Als mittelständischer Unternehmer ist man ja manchmal geneigt, die Banken als kriminelle Vereinigung anzusehen. Man kann aber auch andere Schlüsse ziehen, nämlich sein Geschäft so zu führen, dass man keine Kredite braucht. Wozu braucht man denn 3 Millionen Kredit, wenn man 22 Millionen Außenstände hat? Vielleicht hätte man die mal eintreiben sollen. Oder gegen Vorkasse liefern?
Ich kenne Unternehmer, die Haus, großes Auto und Yacht haben, aber seit Jahrzehnten ihren Kreditrahmen ausschöpfen. Abgesehen davon, dass es schade um die gezahlten Zinsen ist, sind diese Leute wehrlose Opfer, wenn die Bank glaubt, an der Liquidierung eines Betriebes mehr verdienen zu können als an den Zinsen. Dann heißt es mal eben, die Immobilie reicht als Sicherheit nicht mehr aus, die Preise sind gefallen, bis nächsten ersten bitte Kredit auf die Hälfte reduzieren. Geht nicht? Wie wär’s mit Zwangsversteigerung? Beispiele hierfür gab es in den letzten Jahren reichlich, das sind eben keine Einzelfälle!
Da sind ja Herrn Müntefehrings Heuschrecken noch ehrlicher, die versuchen wenigstens erst, die Betriebe rentabel zu machen und versenken erst, wenn nichts mehr zu machen ist.
Grüße aus dem sonnigen Preußen! |
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Heinrich Dreier ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.09.2003 Beiträge: 2921
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Verfasst am: 27.Mai 2005 5:44 Titel: |
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| acf24 hat folgendes geschrieben:: |
Als mittelständischer Unternehmer ist man ja manchmal geneigt, die Banken als kriminelle Vereinigung anzusehen. Man kann aber auch andere Schlüsse ziehen, nämlich sein Geschäft so zu führen, dass man keine Kredite braucht. Wozu braucht man denn 3 Millionen Kredit, wenn man 22 Millionen Außenstände hat? Vielleicht hätte man die mal eintreiben sollen. Oder gegen Vorkasse liefern?
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Die Macht der Banken ist schon viele Jahre erschreckend. Das durfte ich als junger Unternehmerspunt auch schon erfahren, und hat mir ca 500 000 DM damals an Lehrgeld gekostet. Als Unternehmer ist man wirklich gut beraten, so weit es geht, ohne Bankkredite seine Geschäfte zu tätigen.Wer in der heutigen Zeit bei einem Auftrag nicht mindestens 50% Anzahlung nimmt, und Rest bei Lieferung, der wird es schwer haben. Im Sondermaschinenbau war es vor ca 30 Jahren üblich, 50 % bei Auftragserteilung, 30% bei Fertigstellung der Maschine, und 20 % vor Lieferung. Die Firma war sehr gesund. Ob heute noch so gearbeitet wird, weiß ich nicht. Doch ich würde jedem Unternehmer dazu Raten so, oder so ähnlich seine Zahlungsvereinbarungen zu gestalten, und wenn ein kunde nicht will, oder kann, verzichtet man besser auf den Kunden, denn das ist Kostengünstiger.
Grüße
Heinrich |
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