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Deutschland auf dem Weg in die Irrationalität?

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hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 13.Mai 2005 18:04    Titel: Deutschland auf dem Weg in die Irrationalität? Antworten mit Zitat

Was ist eigentlich bei uns los?

Auf der ganzen Welt werden neue Kernkraftwerke geplant, die Laufzeiten der alten verlängert und die Technologie weiterentwickelt. Wir, einst führend in der Technologie, schalten ohne Not wirtschaftlich arbeitende AKWs aus ideologischen Gründen ab.

Die grüne und die medizinische Gentechnik sind weltweit begrüßte Zukunftstechnologien – statt sie nach Kräften zu fördern, pflegen wir lieber unsere irrationalen Berührungsängste.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) versucht, durch konsequente Impfprogramme Infektionskrankheiten auszurotten, wie es bei den Pocken gelungen und bei der Kinderlähmung zu erhoffen ist
Deutschland wird gerügt, weil sich immer weniger Menschen an den Impfungen beteiligen – sie haben Angst vor eingebildeten Nebenwirkungen und gehen dafür lieber ein zig-mal höheres Risiko ein.

Ein böser Verdacht scheint sich zu bestätigen:
Das Volk der Dichter und Denker denkt nicht mehr.

Dazu paßt das Ergebnis einer Allensbach-Studie:
Immer mehr Deutsche sind abergläubisch – doppelt so viele wie noch in den 70-er Jahren.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,353489,00.html

Deutschland träumt, Deutschland pennt.
Gute Nacht Deutschland!
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Gast
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 22.12.2004
Beiträge: 316

BeitragVerfasst am: 8.Jun 2005 16:11    Titel: Was ist eigentlich bei uns los? Antworten mit Zitat

@ hdschulz

Mangel an Kenntnis und Verständnis der Zusammenhänge. Desinteresse, Vorstellungsleere und reine Bequemlichkeit sollte man schon überwinden.

Doch wer möchte das schon lesen?

Mit freundlichen Grüßen

Gast
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Gast
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 22.12.2004
Beiträge: 316

BeitragVerfasst am: 13.Jun 2005 23:22    Titel: Was ist eigentlich bei uns los? Antworten mit Zitat

Nichts ist los!

Deutschland steht wieder einmal vor einem Wahlkampf. Und keine Partei weiß, wo es eigentlich lang geht! Die Lobbyisten, Gewerkschaften zähle ich auch einmal hinzu, denken ständig an die "guten alten Jahre". Vorbei!
Vorbei, für immer, Globalisierung sei Dank! Früher belächelt, geht es jetzt an das Eingemachte. Wer hätte das gedacht?
Und das Ende? Es gibt kein Ende!
Die Entwicklung in Deutschland? Es gibt kein Hochlohnland! Geht das auch einmal in irgendein Politikerhirn rein?
Das geht nicht! Diese Leute verbreiten Schwachsinn! Aber was für einen! Was versprechen sich unsere Politiker davon?

Ganz toll!
Wieso nicht aus den Vergangenen lernen?
KKW`s weiterlaufen? Windmühlen einstampfen? Wer denkt sich so etwas aus?
Nur Leute die anscheinend keine Konzepte haben!
Wie wäre es denn einmal mit Energievorhaltung! Es geht definitiv, "Ökostrom" ganzjährig vorzuhalten!
Nur das würde ich fördern!!! Und nicht "Windmühlen ohne Ende!", wir wollen ganzjährig Strom, oder? KKW`s sollten im Vertragsrahmen runtergefahren werden. Anreize für Neuentwicklungen (Fusion) gegeben werden!
Toll, wen soll man da noch wählen?

Grüße

Gast
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DaMal
Insider


Anmeldungsdatum: 21.05.2004
Beiträge: 608

BeitragVerfasst am: 14.Jun 2005 23:26    Titel: Windräder Antworten mit Zitat

@ Gast

Die Politiker denken echt zu viel zurück, kaum in die Zukunft. Naja, in manchen Bereichen schon; wie z. B. wenn es um die eigenen Politikergehälter und -renten geht.

Gerade das mit den Windrädern kann ich absolut bestätigen. Es werden ständig mehr gebaut. Die gewonnenen Elektrizität dieser Räder darf aber nur eine bestimmte Prozentzahl des Gesamtstroms ausmachen. Was ist die Folge? Sie stellen welche ab! Und das ist nicht nur peinlich, sondern äußerst dämlich. Die Dinger stehen da doch jetzt eh rum, dann können die doch auch effektiv genutzt werden.

Oder es werden Brücken gebaut. Plötzlich (nach Jahren) wird festgestellt, das nicht genug Geld vorhanden ist. Dann lassen die doch einfach die einsamen Brücken auf den Wiesen der Bauern rumstehen.
So lange das Geld so verprasst wird, geht es nicht wirklich voran.
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Gast
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 22.12.2004
Beiträge: 316

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 7:02    Titel: Antworten mit Zitat

@ gast-luk,

gestern zum ersten mal im Fernsehen gesehen: "Deutschland deine Bürokraten - Die Selbstbedienungspolitik". (RBB - Rundfunk Berlin / Brandenburg).
Nun, eigentlich habe ich zumindest gehofft, das die mir bekannten Fälle eher Ausnahmen sind, anscheinend ist das nicht der Fall.

Es sollte meiner persönlichen Meinung nach immer heißen - Im Zweifel für den Bürger!
Schön wäre auch manche Regelungen zu vereinfachen.
Bisher haben aber alle nur noch mehr Bürokratie geschaffen. Es wäre wirklich positiv, wenn dort einmal "Ordnung" geschaffen würde.

Vielleicht sollten die Politiker einmal Zettel im Volk verteilen, wo etwas verändert werden soll. Aber dann auch bitteschön umsetzen!

Grüße Gast
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hewi
Specialist


Anmeldungsdatum: 06.10.2003
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 8:47    Titel: Apropos "Brücken"... Antworten mit Zitat

..da sollte vor Jahren hier in unserer Gegend eine uralte Brücke über ein Flüßchen ersetzt werden, die wohl noch aus der Zeit der Pferdefuhrwerke stammte. Die Bauern freuten sich, würden dann doch für ihre neuen Maschinen kilometerlange Umwege zu ihren Feldern über eine große, breite Brücke entfallen. Die Brücke wurde gebaut, etwas breiter als ihre Vorgängerin, aber doch so schmal, dass auch heute keine der modernen Erntemaschinen über sie fahren kann und die Bauern wie gewohnt......

Gute Nacht, Deutschland.

Gruß

hewi
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Lutz Spilker
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 9:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Zitat:
Ein böser Verdacht scheint sich zu bestätigen:
Das Volk der Dichter und Denker denkt nicht mehr.


Auch wenn es sich eher abgedroschen anhört, aber es ist
kaum noch von der Hand zu weisen.

@ Gast,

Zitat:
Doch wer möchte das schon lesen?


Ich. Mit Verlaub.

---

Die von @hdschulz im Threadtitel beschriebene Irrationalität,
betrachte ich zwar als Orientierungslosigkeit mangels Kompass,
aber das Resultat bleibt nach wie vor erkennbar.

Der Lobbyismus in diesem Land ist derart vielfältig geworden,
dass man nicht mehr weiss wo vorne und hinten ist. Jeder hat
etwas zu sagen, oder fühlt sich zumindest berufen dazu.

Die Kluft zwischen den Machern und den Machenden ist größer,
als je zuvor und diese Distanz scheint sich zunehmend zu ver-
größern, ja sogar zeitweilend unüberbrückbar zu sein.

Unverständnis macht sich breit und der Alltagsfrust scheint
Sich in jede Körperzelle auszuweiten. Stehen wir mit etlichen
Technologien im internationalen Vergleich eher bescheiden da,
so sieht man dennoch keinen Handlungsbedarf.

Anstatt also in die Hände zu spucken, zitiert man lieber die
Statuten des Parteibuchs, nach denen dies und jenes nicht
machbar sein soll. Und was nicht sein kann, das nicht sein
darf.

So ziehen wir es vor das Schlusslicht zu schwenken, bleiben
unseren Paragraphen treu ergeben und lehnen versonnen mit
den Ellbogen im Fenster, den Blick mit der Hoffnung auf den
Horizont gerichtet, dass dort evtl. die große Erleuchtung er-
scheint.

Wer sollte dazu noch einen Kommentar abgeben, wenn nicht
Heinrich Heine:

»Denk ich an Deutschland in der Nacht,
so bin ich um den Schlaf gebracht.«
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Weltreisender
Specialist


Anmeldungsdatum: 13.06.2005
Beiträge: 100
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 20:03    Titel: und es wird noch schlimmer werden... Antworten mit Zitat

Zitat:
Das Volk der Dichter und Denker denkt nicht mehr.


Tja, warum auch ? Strengt doch nur an, und lenkt vom Spass ab.

"morgens um halb zehn in Deutschland: Knoppers"- aber es wird kein wirklich arbeitender Zeitgenosse gezeigt.

12 Uhr: joggen mit der Kollegin, danach ne Jogurette.
Alle arbeiten scheinbar unsichtbar und haben tolle Jobs, bei denen
man sich nicht schmutzig macht.
Tolles Bild !

Wenn schon der Jugend vorgegaukelt wird, daß das Arbeitsleben so aussieht, wenn mit easy credit alles finanzierbar ist, es für jeden Mist Klingeltöne gibt, dann,- ja dann geht es mit Deutschland wirklich langsam bergab.

Da muss dann Heinrich Heine wieder herhalten !

Aber ich vermisse seit langem vernünftige Lösungsansätze, wie wahrscheinlich mehr als 50 % ( von mir geschätzt) der Einwohner.
Wobei, wenn ich mir die Auflagen der Boulevardblätter ansehe und das mit den Auflagen "vernüftiger" Zeitungen vergleiche, denke ich schon fast, daß diese Zahl zu hoch ist.

Welch ein Glück, daß 2006 die WM hier ist. Da kann wieder 1 Jahr Optimismus versprüht werden und wenn die WM vorbei ist, fragen sich alle: War´s das ?

Ich denke, die Neuwahlen ( wenn sie denn kommen) werden höchstens im Vorfeld ein wenig Optimismus aufkommen lassen. Aber wehe, wenn ich auf das Ende sehe. Laut den Nachrichten vom abend "testen" die Unions/ FDP Politiker bereits die Grenzen der Kürzungen aus in dem sie diverse Meldungen über verschiedene Möglichkeiten verbreiten.
Geschickt,- wo am wenigsten aufgeschrien wird, lässt sich der Wahlkampf gut geplant mit diesen Themen spicken.

Und das alles kurz vor der Sommerpause...

Klingt jetzt niedergeschlagen ? Nein, aber ein wenig frustrierend ist das alles schon.

Es könnte so schön sein...

In diesem Sinne
Euer Weltreisender ( der aber auch gerne in Deutschland lebt!)
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Lutz Spilker
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

sehr guter Beitrag. Danke.
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DaMal
Insider


Anmeldungsdatum: 21.05.2004
Beiträge: 608

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 22:15    Titel: Re: Apropos "Brücken"... Antworten mit Zitat

hewi hat folgendes geschrieben::
..da sollte vor Jahren hier in unserer Gegend eine uralte Brücke über ein Flüßchen ersetzt werden, die wohl noch aus der Zeit der Pferdefuhrwerke stammte. Die Bauern freuten sich, würden dann doch für ihre neuen Maschinen kilometerlange Umwege zu ihren Feldern über eine große, breite Brücke entfallen. Die Brücke wurde gebaut, etwas breiter als ihre Vorgängerin, aber doch so schmal, dass auch heute keine der modernen Erntemaschinen über sie fahren kann und die Bauern wie gewohnt......
Gute Nacht, Deutschland.
Gruß
hewi

Da kenne ich auch noch einen tollen Fall. Ich wohne seit jeher in einem der kleinsten Kuhkäffer Deutschlands. Vor einigen Jahren wurde hier die Hauptstraße und einige Nebenstraßen erneuert, "um es touristenfreundlicher" zu gestalten. Die einzigen "Touristen", die wir hier haben, kehren regelmäßig in eines der drei hierfür eingerichteten speziellen Häuser ein, um "Kabel zu verlegen". Daraus lässt sich auch folgende Regel ableiten: Je kleiner das Dorf, desto mehr Puffs hat es.
Naja, jedenfalls haben die sich dann entschlossen, einen teuren Kreisverkehr zu bauen (warum auch immer, bei dem fast nicht vorhandenen Straßenverkehr). Dieser wurde mehrmals ausgemessen. Und als er denn fertig war, konnten die Busse nicht mehr ins Dorf fahren und der Regionalverkehr war komplett verriegelt. Daraufhin wurde der Kreisverkehr komplett abgerissen (was wiederum Geld kostete) und wieder etwas größer aufgebaut (ebenfalls sehr teuer). Nun passten immerhin schon die normalen Busse durch. Als dann aber die großen Busse dort durchfahren wollte, stellte man erneut fest, dass der Kreisverkehr zu klein war. Also riss man ihn wieder ab (teuer!) und baute ihn nun endlich in der Mindestgröße auf, die von Anfang an erforderlich war. Gesamtkosten: mehrere 100.000 Euro. Na das hat sich für diese "Metropole" echt gelohnt...
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Taeaen
User gebannt


Anmeldungsdatum: 10.08.2003
Beiträge: 1940
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 22:17    Titel: Selbsterkenntnis und Umsetzung Antworten mit Zitat

@ Weltreisender

Der Karren sitzt so tief im Dreck, den holt ohnehin niemand mehr raus.
Etliche kluge Köpfe haben D bereits verlassen und meine Zuflucht fernab des kommenden Chaos ist bereits bezugsfertig eingerichtet.

Dabei wäre es ein Leichtes, wenn die Mehrzahl der Menschen wirklich Veränderungen wollte. Der Rest würde sich früher oder später schon anstecken lassen, wir hatten das oft genug in unserer Geschichte, wenn auch nicht immer mit positivem Ergebnis.

Ein Anfang könnte darin bestehen, dass jeder Mensch für sich selbst eine Bestandsanalyse macht und das Ergebnis kompromisslos um zu setzen versucht. Was habe ich gelernt, was kann ich, wo werde ich gebraucht, was benötige ich zu einem menschenwürdigen Leben ? Das erkennen, und danach handeln. Nicht irgendwelchen Spinnereien hinterher jagen, sondern sich auf das Reale und Machbare konzentrieren. Nicht ein neues Auto mit dem vierten Kredit kaufen, nur weil der besser bezahlte Nachbar auch eins gekauft hat. Sich darüber klar werden, dass Spargelstechen vielleicht nicht der Traumjob ist, für eine ungelernte junge Arbeitskraft aber eine Alternative zu Hartz IV darstellt.

Wir Menschen sind nun mal verschieden, mit unterschiedlichen Geistesgaben und Talenten gesegnet oder auch nicht. Ich erinnere mich an die Zeit, wo Eltern von besonders begabten Schülern dazu aufgefordert wurden, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken, niemand hat damals die Eltern der Dummdödel gefragt !

Im Laufe der Jahre gab es dann Parolen wie gleiche Bildung für alle, und da sich immer mehr Leute aufgrund der ihnen aufgezwungenen "Bildung" zu Höherem berufen sahen, fehlten irgendwann die Menschen, die auch die einfache Drecksarbeit machen wollten. Kein Problem, man konnte diese Leute schließlich "importieren", und damit fing ein gewisser Teil der Misere schon an. Ich will das jetzt nicht weiter ausführen, sonst schreit noch irgendein Überempfindlicher etwas von "Rassismus" oder Schlimmeres.

Hinzu kommt allerdings auch, dass die Menschen das was sie tun, auch mit Freude und Zufriedenheit tun sollten. Wer macht denn heutzutage seinen Job noch wirklich mit Inbrunst ? Wer setzt sich noch für seine Firma ein und guckt nicht auf die Stempeluhr, wenn noch Arbeit da liegt ?
Für viele Menschen ist die Arbeit nur noch Mittel zum Zweck, damit die Miete gezahlt werden kann und der jährliche Urlaub zu finanzieren ist.

Dieser Trend ist in allen Bevölkerungsschichten zu beobachten, die Arbeiter jammern genauso wie die Angestellten, die Manager und die Politiker. Und jeder sagt: Die Anderen machen das doch auch.
Solange wir nicht fähig sind, bei uns selbst mit Veränderungen zu beginnen, solange nützt das ganze Lamentieren um falsche Politik oder andere Miseren nichts. So gesehen haben wir wirklich die Regierung, die wir verdienen und leben genau das Leben, was wir uns selbst ausgesucht haben !

Freundliche Grüße
Taeaen
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Weltreisender
Specialist


Anmeldungsdatum: 13.06.2005
Beiträge: 100
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 16.Jun 2005 22:53    Titel: Höre ich da Resignation heraus ?? Antworten mit Zitat

Guten Abend Taeaen !
Zitat:
Der Karren sitzt so tief im Dreck, den holt ohnehin niemand mehr raus.


Den ersten Teil kann man so stehen lassen, das ist Fakt. Der zweite Teil müsste ergänzt werden um , "der zurzeit auf der politischen Bühne präsent ist".

Ich bin überzeugt, daß viele Menschen in D Veränderungen wollen, aber nur nicht zum Nachteil des Individuums. Die Gewerkschaften können keine Veränderugen, die die Arbeitnehmerschar benachteiligen ( sind 40 std / woche nachteiliger als Arbeitslos?) gutheissen, würden sie doch damit ihre Legitimation verlieren. Diese Reihe könnte nahezu unbegrenzt fortgeführt werden.

Mal ehrlich:
Eine persönliche Bestandsanalyse ist den meisten Menschen doch ein Rätsel. Wenn schon, dann aber so,daß diese Analyse positiv ausfällt.
Hier seien die mittlerweile unzählige Vorstellungsgespräche, die ich mit arbeitslosen Bewerbern geführt habe, als Beispiel angeführt.
Die Menschen sind meiner Ansicht nach Maßlos geworden. Schneler,höher weiter,- das war ein Motto. Heute müsste es heissen:
langsamer(arbeiten), mehr(verdienen) weiter (reisen)

Die Aussage von Altkanzler Kohl über den Freizeitpark hat(te) schon eine Berechtigung.

Das wird, und da stimme ich Ihnen 100% zu,- durch die "Gleiches Recht für alle" Polemik noch verstärkt. Dabei wurde aber vergessen, daß es eigentlich "gleiche Chancen für alle" heissen müsste. Chancengleichheit, eine gern verwendete Phrase. Das schlimme ist aber, daß die Menschen, die aufgrund der Anlagen nicht zu "höherem" berufen sein können, auf jeden Fall nach diesem "höheren" streben.

Aber was wollen wir mit einem Land voller Häuptlinge ? Wir brauchen auch Indianer. Mag aber keiner sein.

Das Schlagwort Dienstleistungsgesellschaft lässt sich daher auch rasch ad absurdum führen: Im Wortstamm kommen [/i]dienen undleisten vor.

Aber es stimmt, was Sie zum Schluss anführen: Nur das dümmste Schwein sucht sich den Schlachter selbst.

Und wohin führt uns das nun ? Wir können doch nicht einfach stillsitzen und staunend zuschauen ?

Späte ratlose Grüsse
Weltreisender ( bald reichts mit dem Namen)
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Taeaen
User gebannt


Anmeldungsdatum: 10.08.2003
Beiträge: 1940
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 17.Jun 2005 23:35    Titel: den Worten sollten Taten folgen Antworten mit Zitat

@ Weltreisender

Aus Ihren Worten glaube ich eine gewisse Seelenverwandtschaft zu erkennen, und da Sie aus meinem Heimatbundesland sind, sollte man irgendwann einmal ein konstruktives persönliches Gespräch führen - wenn es nicht mehr so heiss und die Urlaubszeit vorbei ist.
Melden Sie sich bei Interesse doch kurz unter [E-Mail anzeigen] , dann schlürfen wir gelegentlich einen Kaffee miteinander.

Freundliche Grüße
Taeaen
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Ronald
Insider


Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beiträge: 781

BeitragVerfasst am: 18.Jun 2005 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
So gesehen haben wir wirklich die Regierung, die wir verdienen und leben genau das Leben, was wir uns selbst ausgesucht haben !


Ich liebe die Presse. Diese objektiven Berichterstatter an den Trögen der Mächtigen sind in Form. Täglich lächelt mir Frau Merkel entgegen, und der Schröder sitzt zerfurcht auf irgendwelchen Treppenstufen.
Er wurde plaziert.
Sicherlich, es war ein Foto von der Eröffnung der Akademie der Künste, aber der symbolische Wert ist unumstritten.
Deshalb sollte dieses Foto im Wahlkampf der CDU/CSU eine zentrale Rolle spielen. Schröder als fleischgewordener Treppenwitz der Geschichte.

Natürlich werden die Genossen nicht drüber lachen können,
doch wen stört das schon. Minderheiten dienten immer schon als Balsam für die geschundene Volksseele.
Lacht das Volk, dann ist das Volk gesund. Und ein gesundes Volk ist geldwert.

Faszinierend finde ich an dieser angestrebten Neuwahl, daß sich alle strategischen Köpfe der geistigen Elite dieses Landes daran messen, tiefgründige Erklärungen für Schröders letzten politischen Akt zu finden. Keiner kommt darauf, darin die kontinuierliche Fortschreibung eines Despoten zu sehen.
Das Schrödersche politische Paradoxon mußte zu diesem Ende führen. War er doch der erste, der die Republik als Unternehmen definierte
und so führen wollte. Sein Glauben an die wirtschaftlichen
Erfolgsgaranten, die er nie in Frage stellte, war die Kraft, die stets
das Beste glaubte und stets das Böse schuf.

Die zentrale Kategorie seines politischen Handelns ist der Eigennutz.
Er ist der erste Kanzler, der wesentliche Mechanismen und Werte
aus der Welt der Wirtschaft in das Politische transformierte.
Mit diesem Kanzler wurde ein neuer Politikertyp eingeführt.
Die Schlüsselbegriffe für diese Kaste sind Effizienz, Pragmatismus und Gewinn.
Indem Schröder mit diesen Werten aus der wirtschaftlichen Sphäre in der Politik erfolgreich war, öffnete er der Erosion der Demokratie das Tor.

Auf einsamen Kommandohöhen steht der Steuermann und lenkt die Galeere zu fernen Ufern. Klugerweise hat er vorher alle Ferngläser eingesammelt, so daß die Mannschaft nicht erkennen kann, wohin die Reise geht. Vertrauen in die Weitsicht des ersten Mannes schützt vor den eigenen Zielen.
Nach dieser Prämisse hat sich Schröder die Kanzlerjahre verschönt.
Seine Partei und seine Wähler glaubten oder verzweifelten.

Der Kurs wurde nach den wirtschaftlichen Winden ausgerichtet. Beschlossen in rauchgeschwängerten Rotwein-Runden mit denen, die Nutzen aus den politischen Daumenschrauben ziehen wollten.
Der Abbau demokratischer Regeln ging einher mit dem Verlust des sozialen Konsenses der Republik.

Irgendwann begann es Schröder zu dämmern, daß er mit seiner Politik nicht einmal ansatzweise den eigenen Zielen gerecht werden kann.
Seine Reformen bringen nicht einmal mehr Wählerstimmen; seine
Helfer aus der Wirtschaft (Hartz, Müller) haben versagt; der Scherbenhaufen ist riesig. Deutschland – als Unternehmen betrachtet – ist bankrott.

Mit nie geahnter Ehrlichkeit gestand sich der Lenker ein,
offenen Auges einen Eisberg gerammt zu haben.
Schröder geht von Bord.
Irgendwo wartet auf ihn ein Rettungsschiff. Damit bleibt er sich treu. Niemals geht ein Manager im Büßerhemd und wird arbeitslos. Er geht unverstanden und mit gut gefüllten Taschen.
Deshalb fällt es Schröder nicht schwer, den Job an den Nagel zu hängen. Er will nicht wieder gewählt werden.

Was bleibt? Neue Ideen braucht das Land.
Dafür braucht es neue Leute.
Frau Merkel und ihre Mannschaft haben sich bisher kaum von der SPD unterschieden, so wird der Wechsel nicht zu bemerken sein.
Eine halbtote Schimäre wird gesattelt; der Reiter wird ausgewechselt.
Mit gleichen Scheuklappen wird im Kreis getrottet und nach vorn geschaut.
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berndffm
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 01.02.2005
Beiträge: 319

BeitragVerfasst am: 18.Jun 2005 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Machen wir es uns doch einmal ganz einfach. Ueberlegen wir, was wir wollen. Sind das unsere politischen Parteien?
Sollte das nicht so sein, dann sollten wir uns einfach andere Wege suchen!

MfG
Bernd
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Schlawiener29
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Anmeldungsdatum: 17.05.2005
Beiträge: 184
Wohnort: Andernach !!

BeitragVerfasst am: 18.Jun 2005 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

berndffm hat folgendes geschrieben::
Machen wir es uns doch einmal ganz einfach. Ueberlegen wir, was wir wollen. Sind das unsere politischen Parteien?
Sollte das nicht so sein, dann sollten wir uns einfach andere Wege suchen!

MfG
Bernd


...apropo Wege...
erzähle von deinem Marketing -Plan vom Telefon.
Interessiert mich wirklich.

Danke,

Schlawiener
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 19.Jun 2005 9:19    Titel: Antworten mit Zitat

@Taeaen

Zitat:
Etliche kluge Köpfe haben D bereits verlassen und meine Zuflucht fernab des kommenden Chaos ist bereits bezugsfertig eingerichtet.


Kann man erfahren, in welchem Land?
Vielleicht läßt sich dort ein Stammtisch der Gomopa-Fans einrichten
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Schlawiener29
Specialist


Anmeldungsdatum: 17.05.2005
Beiträge: 184
Wohnort: Andernach !!

BeitragVerfasst am: 20.Jun 2005 0:39    Titel: Antworten mit Zitat

hdschulz hat folgendes geschrieben::
@Taeaen

Zitat:
Etliche kluge Köpfe haben D bereits verlassen und meine Zuflucht fernab des kommenden Chaos ist bereits bezugsfertig eingerichtet.


Kann man erfahren, in welchem Land?
Vielleicht läßt sich dort ein Stammtisch der Gomopa-Fans einrichten




.....mit Sicherheit mit Ungeduld. Warten wir es ab.

Schlawiener
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.


Anmeldungsdatum: 25.01.2002
Beiträge: 2406

BeitragVerfasst am: 4.Sep 2005 9:24    Titel: Antworten mit Zitat

Handelsblatt

Streit um Kernkraftwerke spitzt sich zu Energiebranche: Laufzeiten von 60 Jahren sind möglich - Trittin warnt vor Investitionsstopp

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) kritisiert den Vorschlag von Heinrich von Pierer, Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, als investitionsfeindlich.

Von Pierer ist wirtschaftspolitischer Berater der Union und Chef des Siemens-Aufsichtsrates. Der Umweltminister sagte, die Verlängerung der Laufzeiten nehme den Stromerzeugern den Anreiz, neue Kraftwerke zu bauen. Auf lange Sicht würden die Strompreise sogar steigen. Auch Politiker der Union bewerten von Pierers Vorschlag zurückhaltend.

Die Hoffnung, eine Laufzeitverlängerung werde zu sinkenden Strompreisen führen, sei unbegründet, vielmehr würden längere Laufzeiten die Marktmacht der vier großen Stromproduzenten Eon, RWE, EnBW und Vattenfall stärken: "Die vier Atomkraftwerksbetreiber könnten mit ihren längst abgeschriebenen Atomkraftwerken Strom besonders günstig produzieren." Da könne kein Wettbewerber mithalten. Ausländische Investoren, die in Deutschland Fuß fassen wollen, würde das nur abschrecken. "Und wenn die vier Großen auf diesem Wege ihre Position stärken, würde das mit Sicherheit nicht zu sinkenden Preisen führen", sagte Trittin dem Handelsblatt.

Von Pierer hatte sich im Gespräch mit dem Handelsblatt für eine Neubewertung der Atomenergie ausgesprochen. Er sagte der Atomkraft eine Renaissance voraus und verwies auf die USA, wo die Betriebsdauer von Atomkraftwerken auf 60 Jahre verlängert werden soll. Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel hatte von Pierer Anfang der Woche als ihren wirtschaftspolitischen Berater vorgestellt.

Der Vorstoß von Pierers wird auch innerhalb der Union skeptisch betrachtet: "Man sollte sich Amerika in dieser Hinsicht nicht zum Vorbild nehmen", sagte der umweltpolitische Sprecher der Union, Peter Paziorek (CDU), dem Handelsblatt. In ihrem Wahlprogramm bekennen sich zwar auch CDU und CSU zur Atomkraft und verlangen längere Laufzeiten. Im Gespräch ist allerdings eine Verlängerung um lediglich acht auf 40 Jahre.

In der Energiebranche selbst heißt es, Laufzeiten von 60 Jahren nach amerikanischem Vorbild seien "technisch durchaus machbar". Zwar sei man beim Bau der Kraftwerke von 40-jährigen Laufzeiten ausgegangen. Die Betriebspraxis zeige jedoch, dass erhebliche Laufzeitverlängerungen "grundsätzlich darstellbar" seien. Die Betreiber wollen sich jedoch nicht auf bestimmte Laufzeiten festlegen, sondern halten es für praktikabler, sich allein daran zu orientieren, ob die Kraftwerke die von der Politik definierten Sicherheitsvorschriften erfüllen.

Große Teile der Bevölkerung hegen Vorbehalte gegen die Kernenergie. Bei einer Anfang August veröffentlichten Emnid-Umfrage sprachen sich 70 Prozent der Befragten für einen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft aus. 34 Prozent plädierten dafür, die deutschen Kernkraftwerke nach dem jetzigen Ausstiegsfahrplan abzuschalten, 26 Prozent forderten sogar einen schnelleren Ausstieg. Lediglich 13 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, den Betreibern die unbegrenzte Nutzung ihrer Kraftwerke zuzugestehen.

Trittin argumentiert, längere Laufzeiten verzögerten den laufenden Prozess einer Modernisierung des Kraftwerkparks. Das wiederum werde "zu Auftragsrückgängen für Anlagenhersteller, vor allem für die Hersteller von Gasturbinen wie Siemens, führen. Ein merkwürdiges Verhalten für einen Aufsichtratsvorsitzenden, für die eigene Firma Umsatzeinbußen zu fordern."

Die Befürworter der längeren Laufzeiten halten dagegen, die Meiler müssten am Netz bleiben, um die Lücke zu schließen, die der von der rot-grünen Bundesregierung ausgehandelte Ausstiegsplan hinterlasse. Trittin sieht dieses Problem nicht. Klimaschutz und Emissionshandel hätten einen "regelrechten Investitionsboom" erzeugt: "Derzeit werden in Deutschland Projekte mit insgesamt 15 000 Megawatt Leistung umgesetzt. Das entspricht der Kapazität von 15 Atomkraftwerken. Rund die Hälfte der Investitionen fließt in hocheffiziente Gaskraftwerke. Insgesamt reden wir von Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich." Besonders erfreulich sei, "dass auch ausländische Unternehmen erkannt haben, dass es sich lohnt in Deutschland in die Energieerzeugung zu investieren. Es sind längst nicht mehr nur die großen deutschen Konzerne, die Geld in die Hand nehmen". Diese Entwicklung dürfe durch eine Laufzeitverlängerung bei der Atomkraft nicht konterkariert werden.

Trittin mahnte, wenn die Union den Atomausstieg rückgängig machen wolle, müsse sie sich über die Konsequenzen im Klaren sein: "Wer die Laufzeiten verlängert, ermöglicht den Weiterbetrieb von Museumsmeilern wie Biblis und Brunsbüttel über 2009 hinaus. Außerdem würde dadurch das Atommüllproblem verschärft. Die Union müsste auch die Kapazitäten aller 13 Zwischenlager vergrößern. Der zusätzlich produzierte Atommüll muss ja schließlich gelagert werden."

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