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Die Deutschen und das Böse: John McCain

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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1142

BeitragVerfasst am: 2.Sep 2008 13:28    Titel: Die Deutschen und das Böse: John McCain Antworten mit Zitat

Jost Kaiser macht sich Gedanken über die Obama-Hype in Deutschland und die grundlegende Einstellung der Deutschen zu Amerika:
(und hier noch eine Ergänzung exklusiv für Peter Wilhelm: Ich finde sein Urteil plausibel)

Zitat:

Die Deutschen und das Böse: John McCain

Die deutsche Obama-Begeisterung hatte ja von Anfang an etwas äußerst unangenehmes und versteckt Rassistisches: Der schwarze Mann war aus der Sicht der Deutschen nicht etwa die Verkörperung des amerikanischen Traumes (über den die Deutschen zumeist nur höhnisch lachen oder sich gönnerhaft ironisch auslassen), er, der Amerikaner wurde gar nicht als solcher wahrgenommen, sondern sollte die Leitfigur der Anti-Amerikaner sein. Obama wurde gar selbst als Anti-Amerikaner qua Hautfarbe und Biografie wahrgenommen. Er sollte den deutschen Anti-Amerikanismus heilen, in dem er als Projektionsfläche diente für ein Amerika, wie es SPD-Parteitage gern beschließen würden. Natürlich und von Anfang an sehr deutlich war dies ein fundamentaler Irrtum.

Am absolut respektablen Obama-Gegenkandidat John McCain kann sich die deutsche Strasse nun so richtig austoben. Es scheint den Deutschen komplett neu zu sein, dass zu einer demokratischen Wahl zwei Kandidaten gehören - das Obama-Fachblatt “Der Spiegel” gab sich ganz überrascht: “Wie McCain doch noch gewinnen kann”, so als sei diese Möglichkeit einer Obama-Niederlage und freier Wahlen in den USA qua Beschluss der Spiegel-Redakteursversammlung bis dato aus der Wirklichkeit verbannt gewesen.

Das Meinungspanaorama zu McCain muss erschrecken, weil es gar nicht vorhanden ist: es gibt nur eine Meinung zu dem äusserst ehrwürdigen Mann aus Arizona: Furchtbar, ein Kriegstreiber, der neue Cowboy, eine Katastrophe für die Welt. Gegenmeinungen: keine.

Alleine das reicht, um sich ernsthafte Sorgen um das Urteilsvermögen der Deutschen zu machen. Der McCain-Hass zeigt jetzt noch deutlicher, was der Obama-Hype, der zum Teil als Gegenbeweis zur Anti-Amerikanismus-These herhalten sollte, wert ist: nichts. Die Obamamania widerlegte nicht den latenten und offensichtlich unauslöschbaren deutschen Antiamerikanismus – er bestätigte ihn.

Es ist eben etwas anderes, ob der “Economist” eine durchaus kritische, sehr nuancenreiche, aber eben vorurteilsfreie Geschichte über den Senator aus Arizona schreibt, oder ob wir in den “Spiegel”-Leserbriefen zur McCain Titelgeschichte dieses hier lesen:

“Das Schicksal bewahre die Welt vor einem Präsidenten McCain. Er träumt von einer Weltherrschaft der USA mit Hilfe einer Liga der Demokratien, gemeint ist eine zusammengewürfelte Legion unter einem amerikanischem Kommando. Ein Vorläufer ist die Nato, die heute richtiger North American Tactical Organization heißen müsste. Mit Zustimmung naiver EU-Politiker, vor allem Neu-Europäer im Osten, ist es den Amerikanern gelungen, Europa für ihre Einkreisungspolitik gegen Russland zu gewinnen”.

Was soll man Wolf Wehrhahn aus Mallorca (!) wünschen? Einkreisungspolitik durch neureiche russische Touristen am Pool mittels frühmorgens ausgelegter Handtücher wäre das mindeste.

Nein, es bleibt dabei und wenn wir uns auf den Kopf stellen: Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika. Das Böse ist Amerika.

Und jetzt alle!

Man kann dagegen nichts machen, das ist tiefenpsychologisch in den untersten Schichten der deutschen Seele festbetoniert. Das ist den Deutschen einfach nicht auszutreiben. Man muss es aufgeben.

Sie glauben nicht, dass es noch primitiver geht? Dann lauschen Sie, welche Erkenntnisse Matthias-Lutz Grosskopf zu Amerika gewonnen hat:

“Mister McCain: vom Hilfssheriff (2000) zum Marschall der Vereinigten Staaten von Nordamerika (2008). Ein amerikanischer Traum - God bless you and God bless the world! Mit 71 Jahren sollte er seine Colts anschauen und zum Ergebnis kommen: ‘You don’t stand a chance!”

Aber der Ami will und will den Tipps aus dem Land der Friedliebenden, die ja bekanntlich ganz kurz davor sind, den Erdkreis mittels Entwicklungshilfe und Heidemarie Wieczorek-Zeul endgültig zu befrieden, nicht gehorchen. Der Ami bleibt beratungsresistent.

Auch und gerade dann, wenn wohlmeinende Deutsche (”Ich wünsche Amerika Obama!”) ihm erklären, warum er, der Ami ein unversbesserlicher Rassist ist. Die Deutschen haben da ja ihre Lektion gelernt, der Ami nicht. Und deshalb sollte er auf Michael Gieser (Osteel, Niedersachsen) hören, denn Deutschland ist ja bekanntlich das Land, in dem die wichtigsten Posten in Politik und Wirtschaft seit Jahren mit Schwarzen, Türken und anderen Minderheiten besetzt sind:

“Ich kann Ihnen sagen, warum Obama nicht Präsident wird. In einem Land, das wie kein anderes von Waffensucht, Rassismus und Überheblichkeit beherrscht wird, haben Gemäßigte von vorneherein nicht den Hauch einer Chance. (…) Die Amerikaner haben zuwenig Schwarze, um sich mal endlich weißzuwaschen (…).”

In dem Land, das wie kein anderes vom Rassismus beherrscht wird, hat sich bekanntlich ein Schwarzer so nah wie noch nie an das höchste Staatsamt herangearbeitet. Ein historischer, ein großer Moment.

Aber das zählt nichts. Das provoziert höchstens hämische Kritik von Rassismus-Experten aus einem Land, in dem türkische Traumkarrieren beim Amt des Ausländerbeauftragten enden.

Manchmal fragt man sich: das mit dem Antiamerikanismus – ist das nicht etwas langweilig und übertrieben? Aber dann liest man das hier. Und ist wieder voll auf Kurs.

Ich befürchte die Deutschen brauchen aus therapeutischen Gründen dringend vier Jahre John McCain.

Ein Kandidat, den die Deutschen als den ihren auserkoren haben – gegen den müsste man fast deshalb schon schwerste Bedenken haben.

Aber ich lass mir meinen Obama nicht von Michael Gieser aus Osteel (Niedersachsen) kaputtmachen.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 12.Sep 2008 4:32    Titel: Antworten mit Zitat

Die republikanische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, Sarah Palin, hält sich ohne jeden Zweifel für erfahren genug, den Posten der Nummer Zwei im Weissen Haus zu übernehmen - und notfalls sogar das Präsidentenamt selbst.

Im ersten Fernsehinterview seit ihrer Nominierung sagte die bisherige Gouverneurin von Alaska dem US-Sender ABC, sie habe zur Vizekandidatur an der Seite John McCains ohne Zögern "Ja" gesagt. "Ich habe Vertrauen darauf, dass ich vorbereitet bin."

Im Interview präsentierte sie sich als aussenpolitischer Falke. Sie wisse, "dass man nicht mit der Wimper zucken darf", um das Amt in der richtigen Weise auszuüben.

So würde sie einen Militärschlag Israels gegen den Iran unterstützen, sollte die israelische Regierung ihn für nötig halten, sagte Palin. "Wir können nicht die Schritte infrage stellen, die Israel für notwendig erachtet, sich selbst zu schützen."

Auch befürworte sie einen präventiven Erstschlag gegen ein anderes Land, sollten die USA unmittelbar bedroht sein. Der russische Einmarsch nach Georgien war ihrer Ansicht nach "unprovoziert".

Kritik übte Palin an der bisherigen Anti-Terror-Politik von US-Präsident George W. Bush. Zwar unterstütze die seinen Kurs, "die Welt von Extremisten zu befreien. Doch habe es auf dem Weg "Fehlleistungen" gegeben, sagte die Gouverneurin.

Auf ihre aussenpolitische Erfahrung angesprochen, räumte Palin ein, neben einem Truppenbesuch in Deutschland und in Kuwait bislang lediglich die US-Nachbarländer Mexiko und Kanada besucht zu haben. Auch habe sie bislang keinen ausländischen Staatschef getroffen.

Das Interview, das ABC in mehreren Teilen ausstrahlt, war mit besonderer Spannung erwartet worden. Seit Palin vor zwei Wochen von Spitzenkandidat John McCain zum Vize ernannt wurde, hatte sie nur Wahlkampfreden gehalten und war sorgfältig von Journalisten abgeschottet worden.

Die Demokraten lasten ihr an, dass sie über keinerlei nationale und internationale Erfahrung verfüge. Palin ist erst seit zwei Jahren Gouverneurin von Alaska. Zuvor war sie Bürgermeisterin eines Dorfes mit rund 9000 Einwohnern.
Quelle: sda


Nachdem sie zur Vizepräsidentin nominiert wurde, sind die Republikaner in den Umfragen wieder nah dem Sieg.

Wer geglaubt hat, nach Jahren des Machtmissbrauchs und religiösen Wahns, des wirtschaftlichen Niedergangs, des sinnlosen Sterbens Tausender Soldaten wollten die Amerikaner einen hochintelligenten jungen Mann, der für die demokratische Kultur und die Gleichheitsideale des Landes steht, hat sich geirrt. Denn die Amerikaner wollen: Das Gleiche noch mal! Serviert von Sarah Palin.

Wie Kopfschüsse das Leben verschönern, weiß sie als passionierte Elchjägerin. Dass sich jedes Problem mit der Warnung vor dem Höllenfeuer lösen lässt, hat sie gerade an ihrer 17-jährigen Tochter bewiesen. Die heißt "Bristol" wie die Hafenstadt in England, ist irgendwie schwanger geworden und muss zur Strafe heiraten.

"Was ist der Unterschied zwischen einer Hockey-Mama und einem Pitbull?" fragte sie den republikanischen Parteitag. "Lippenstift!" Der Saal jubelt und mit ihm die Nation, denn das ist es, was Amerika groß und gut machen wird: Ein Pitbull mit Lippenstift. Die Verkörperung amerikanischer Werte. Die Vergangenheit, so realistisch rekonstruiert, dass sie wie die Zukunft aussieht.
Quelle: FR

"Hockey Moms" - ein Synonym für bürgerliche Mütter in Alaska
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 14.Sep 2008 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hat Sarah Palin als Gouverneurin von Alaska ihr Amt missbraucht, um persönliche Rachefeldzüge zu führen? Das zumindest berichtet die "New York Times" über die republikanische Politikerin.

Die "New York Times“ berichtete am Sonntag, dass Palin hoch dotierte Führungsposten in Behörden an Schulfreunde vergeben habe. Das Blatt kam nach Interviews mit 60 demokratischen und republikanischen Abgeordneten sowie Beamten im Bundesstaat Alaska zu dem Schluss, dass die Gouverneurin private und berufliche Angelegenheiten vermenge.

In der Affäre um die Absetzung des Sicherheitschefs von Alaska kündigte der Rechtsausschuss des Senats des Bundesstaates an, Palins Ehemann Todd als Zeugen zu befragen.

Nach Recherchen der "New York Times“ vergab Palin die Leitung der Landwirtschaftsbehörde von Alaska an ihre Schulfreundin Franci Havemeister. Als Qualifikation für den mit einem Jahresgehalt von 95.000 US-Dollar (rund 67.000 Euro) dotierten Job habe Havemeister unter anderem ihre "Liebe zu Kühen als Kind“ angegeben. Die Gehälter der früheren Schulkameraden hätten die auf dem freien Markt gezahlten Saläre oftmals deutlich überschritten.

Die "New York Times“ schrieb, dass Palin "während ihrer ganzen politischen Laufbahn Rachefeldzüge geführt, Beamte gefeuert und manchmal die Linie zwischen Regierung und persönlichen Anliegen verwischt“ habe. In der von Palin geführten Verwaltung seien "Loyalität und Verschwiegenheit“ an der Tagesordnung.

Der Mail-Verkehr zwischen Palin und hochrangigen Mitarbeiter laufe manchmal über private Postfächer. In Dutzenden dieser E-Mails, die der "New York Times“ vorlagen, überlegten Palins Mitarbeiter, ob sie mit diesem Kommunikationsweg Aussagen bei öffentlichen Anhörungen umgehen könnten.

Gegen die Mitbewerberin um den Einzug ins Weiße Haus läuft bereits eine parlamentarische Untersuchung wegen des Vorwurfs, sie habe im Juli den Sicherheitschef von Alaska abgesetzt, weil dieser es abgelehnt habe, den geschiedenen Mann von Palins Schwester aus dem Polizeidienst zu entlassen.

Der Rechtsausschuss des Senats des Bundestaats beschloss nach Angaben aus Parlamentskreisen in Juneau nun, Todd Palin als Zeugen vorzuladen. Ingesamt sollen demnach 13 Zeugen befragt werden, darunter Sarah Palins Bürochef und dessen Stellvertreter. Palin selbst muss demnach nicht aussagen.

Die Vorladungen der Zeugen mussten noch durch Senatspräsidentin Lyda Green bestätigt werden. Green ist zwar ebenfalls Republikanerin, aber zugleich schon lange eine Gegenspielerin von Palin. Daher wurde nicht erwartet, dass sie die geplanten Befragungen verhindert. Palin weist den Vorwurf des Machtmissbrauchs zurück und sicherte zu Beginn der Untersuchung Ende Juli zu, bei der Aufklärung zu helfen. Seitdem verweigerten jedoch sieben hochrangige Mitglieder der Regierung von Alaska dem Untersuchungsausschuss ein Gespräch.

Der republikanische Kandidat für die US-Präsidentschaft, John McCain, hatte Palin Ende August überraschend als seine potenzielle Stellvertreterin präsentiert. Obwohl die erzkonservative Gouverneurin noch keine lange politische Karriere hinter sich hat, löste sie im Lager der Republikaner eine Woge der Begeisterung aus.

Inzwischen gab es schon etliche kritische Fragen an Arthur Culvahouse, den Mann, der die Kandidatensuche für McCain koordiniert hatte. Auf die Frage, ob er wirklich alle möglichen Probleme im Lebenslauf von Palin überprüft habe, sagte Culvahouse: „Ich glaube schon.“

Culvahouse sagte der AP weiter, Palin habe sich einer „vollen und kompletten“ Überprüfung ihres persönlichen Hintergrundes unterzogen, bevor McCain sie als seine Vizekandidatin ausgewählt habe.

Als Teil der Überprüfung habe die 44-Jährige einen 70 Punkte umfassenden Fragebogen ausfüllen müssen. Dabei ging es unter anderem um folgende Fragen:
„Haben Sie jemals für Sex bezahlt?“
„Waren Sie in ihrer Ehe treu?“
„Haben Sie je Drogen genommen oder gekauft?“
„Haben Sie sich (im Internet) Pornografie heruntergeladen?“
Quelle: Welt
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 18.Sep 2008 9:31    Titel: Antworten mit Zitat

Einer der beiden E-Mail-Accounts der Gouverneurin von Alaska, mit denen sie die Archivierungspflicht umgehen wollte, wurde gehackt, die E-Mails veröffentlicht.

Die US-Gesetze schreiben die Archivierung von E-Mails vor, mit denen die Regierenden ihren Geschäften nachgehen.

Weder das Weiße Haus unter George W. Bush noch Alaskas Gouverneurin Sarah Palin hielten sich daran. Zur Umgehung der Gesetze setzte die Vizepräsidentschaftskandidatin unter anderem auf Webmail-Accounts.

Sollte sie Vizepräsidentin werden, wäre sie nur noch einen Herzschlag davon entfernt, Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika zu sein. Schon heute hat sie viel mit dem amtierenden Präsidenten George W. Bush gemeinsam, darunter eine E-Mail-Affäre. Mit den bis zu 5 Millionen verschwundenen E-Mails im Weißen Haus beschäftigten sich bereits die Gerichte, mit denen von Sarah Palin erst einmal die Klatschpresse.

Um der Archivierungspflicht, vielleicht auch Staatsanwälten und Historikern zu entgehen, setzte die Gouverneurin offenbar auf gleich zwei Accounts bei Yahoo Mail.

Abgesehen davon ist die Gouverneurin des 49. Bundesstaats ohnehin immer mit zwei Blackberrys unterwegs, von denen angeblich einer ihren Staatsgeschäften und der andere nur ihren privaten Angelegenheiten dient. Was aber inzwischen auch die Lokalpresse bezweifelt, die Sarah Palin im übrigen attestiert, "technisch versiert" zu sein.

Nun soll es aber Leute geben, die technisch noch versierter sind und sich erlaubten, ihre Webmail-Accounts zu hacken.

Sichtbare Ergebnisse davon landeten bei Wikileaks, der Anlaufstelle für die gefahrlose Veröffentlichung von Geheimnissen, die auch schon Guantanamo Bay und Schweizer Steuerfluchtkonten betrafen. Klatschblog Gawker.com veröffentlichte ebenfalls genüsslich die Screenshots von Palins mutmaßlichen Yahoo-Accounts mit einzelnen Mails, ihrer Kontaktliste sowie unterhaltsamen Fotos ihrer Familienmitglieder, die als Mail-Anhänge verschickt wurden.

An der Echtheit konnte es kaum Zweifel geben. Der zeitliche Ablauf von Account-Hack und Löschung erschien plausibel. Auch private E-Mail-Adressen und Telefonnummern, die in den veröffentlichten Dokumenten enthalten sind, erwiesen sich als richtig. Die Familienfotos waren selbst Society-Experten bislang unbekannt.

Das Magazin Wired bekam die Echtheit einer an Palins Yahoo-Account geschickten Mail durch eine Absenderin bestätigt. Mindestens einer der Accounts lief lange vor Palins Erhebung zur Vizepräsidentschaftskandidatin. Wäre es ein Hoax gewesen, hätte er also zu einer Zeit entstehen müssen, als sich außerhalb Alaskas niemand für Sarah Palin auch nur entfernt interessierte.

Inzwischen wurden die öffentlich sichtbaren Profile beider Accounts - gov.sarah yahoo.com und gov.palin yahoo.com - gelöscht, und zwar gleichzeitig.

Schon länger waren belastende Mails aus Palins umtriebiger Yahoo-Korrespondenz in der Troopergate-Affäre dringend gesucht worden, aber nicht auffindbar gewesen. Dass überhaupt Belege für Palins ausweichende E-Mail-Aktivitäten gefunden wurden, soll den Online-Aktivisten von Anonymous zu verdanken sein, die sich bislang bevorzugt mit der Scientology-Sekte anlegten.

Nach dem Hack versuchte jemand das Passwort zu ändern und Sarah Palin zu alarmieren. Da er zugleich das neue Passwort preisgab, wollten sich zahlreiche Neugierige gleichzeitig einloggen, was den Account für 24 Stunden unzugänglich machte - und dann war er gelöscht.

Sensationelle Enthüllungen enthalten die noch einsehbaren Screenshots nicht, und es waren schon peinlichere Aufnahmen aus Palins Umfeld zu sehen. Verschiedene Mails in Palins vorgeblich privatem Yahoo-Account kamen von den Adressen ihrer Mitarbeiter, darunter der Entwurf eines Briefs an den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger, bei dem doch sicher niemand einen privaten Anlass vermuten möchte.

Einige der aufgelisteten Mails trugen zudem die Buchstaben DPS, die Abkürzung für Alaskas Department of Public Safety - just der für die Landespolizei (State Troopers) zuständigen Behörde, in der sich Troopergate entfaltete. Sollte sich erweisen, dass mehr Sprengstoff in den Accounts steckte und VP-Kandidatin Palin selbst für deren Löschung sorgte (was Wikileaks für sicher hält), könnte es als Behinderung einer vom Kongress des Staates Alaska angeordneten Untersuchung gelten.

Die McCain-Kampagne versucht den Spieß umzudrehen und ruft jetzt lautstark "Haltet den Dieb!".

Sie empört sich über das "schockierende Eindringen in die Privatsphäre der Gouverneurin und einen Gesetzesverstoß". Wer im Besitz dieser E-Mails sei, möge sie doch bitte umgehend löschen. Die Angelegenheit sei den zuständigen Behörden übergeben worden, mehr habe man nicht zu sagen.

FBI-Sprecher Eric Gonzales bestätigte gegenüber CNN: "Uns sind die Anschuldigungen bekannt, und wir stimmen uns mit dem Secret Service ab, was das behauptete Hacken von Gouverneurin Palins persönlichem E-Mail-Account angeht. Wir werden dazu eine gemeinsame Ermittlung mit dem Secret Service durchführen."
Quelle: B.Kling
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 3.Okt 2008 6:54    Titel: Antworten mit Zitat

Einen Monat vor der US-Präsidentenwahl haben sich die beiden Vize-Kandidaten ein Fernsehduell geliefert.

Der Demokrat Biden kritisierte die Wirtschaftspolitik der Republikaner. Er stellte die Wirtschaftskompetenz des Präsidentschaftskandidaten McCain infrage.

Bidens Kontrahentin Palin konterte, der Demokrat Obama wolle die Steuern erhöhen und so das Leben der hart arbeitenden Amerikaner noch erschweren.

Weiterer Schwerpunkt der Debatte war die Außenpolitik: Während Biden darauf verwies, dass Obama den Irak-Krieg beenden wolle, sagte Palin, Obamas Plan für einen stufenweisen Abzug der US-Truppen sei eine Kapitulation. McCain wisse, wie man Kriege gewinne.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 21.Okt 2008 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Das Wahlkampfbüro des republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten schickte einen Spenden-Aufruf an den russischen UN-Botschafter.

Mit 35 bis 5.000 Dollar könne Witali Tschurkin den Sieg über den Demokraten Barack Obama sichern helfen, hieß es in dem Schreiben. McCain werde "immer die Stärke, die Ideale, die Zukunft" Amerikas an erste Stelle setzen.

Der Bittbrief sorgte aber maximal für Spott: Russland finanziere keine politischen Aktivitäten im Ausland, antwortete die Botschaft kühl.

McCain hatte Russlands Politik mehrfach kritisiert und auch aufgerufen, Moskau aus der G-8 auszuschließen.

Der US-Bestseller-Autor John Grisham warf McCain indes vor, in ein System von Korruption verstrickt zu sein.

In seiner Amtszeit als Senator habe der 72-Jährige schon früher im Interesse der Öl- Lobby Politik betrieben. McCains jetzige Unterstützung für Bohrungen in Naturschutz-Gebieten sei aber besonders bedenklich, weil er sich zuvor klar dagegen ausgesprochen habe.

"Wenn der Senat darüber abstimmt, ob man Offshore-Bohrungen zulassen sollte, dann schauen Sie mal auf die Summen, die Ölkonzerne wie Exxon oder Chevron den Senatoren gespendet haben. Und raten Sie mal, wofür die Abgeordneten dann stimmen", sagte Grisham.

"Dies ist nicht illegal, weil wir dieses System legalisiert haben", so der Schriftsteller. "Aber es ist korrupt, es dreht sich alles ums Geld, mit dem die Politiker manipuliert werden."
Quelle: ag
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