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Die Ideologie des Tempolimits

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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1011

BeitragVerfasst am: 28.Okt 2007 12:52    Titel: Die Ideologie des Tempolimits Antworten mit Zitat

Der SPD-Parteitag fordert ein Tempolimit auf den Autobahnen.
Die Begründung liefert der Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD, Ernst-Dieter Rossmann, in der „Bild am Sonntag“: „Ein Tempolimit ist ein Gebot der Vernunft. Jeder weiß, dass man bei steigenden Benzinpreisen so nicht weitermachen kann."

Geht's noch? Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Die SPD-Linke (die natürlich die Vernunft gepachtet hat - abweichende Ansichten können offensichtlich nur Vollidioten haben) will ihre Weisheit per Gesetz durchdrücken.
Warum nicht gleich ein "Gesetz zur Befolgung der Vernunft" beschließen?
Da könnte man mit der gleichen Begründung noch jede Menge andere "vernünftige" Limits einführen, z.B. ein Limit bei der Wohnungsgröße: Pro Person sind 25 m² erlaubt (zu hoher Ressourcenverbrauch und CO²-Emission)

Da das Tempolimit nachweislich nicht mehr Verkehrssicherheit bringt (in den Ländern mit generellem Limit gibt es weder weniger Unfälle noch weniger Verkehrstote) muß nun die Ökologiekeule her.
Damit läßt sich prima jede Einschränkung begründen. Und da die Bürger zwar wissen, was vernünftig ist, sich aber möglicherweise nicht entsprechend verhalten, muß man sie eben per Gesetz dazu zwingen.

Die SPD, der "Große Bruder".

Im F.D.O.G.-blog sieht man das so:

Geistiges Tempolimit und demokratischer Sozialismus

Beim Versuch die Linkspartei links zu überholen (entsprechend der Straßenverkehrsordnung) und den Grünen das Wasser gleich mit abzu(g)rasen bereitet die SPD endlich für die nächste Bundestagswahl konsequent den Gang in die Opposition vor. Der Abschied von der Mitte und von den Mittelschichten ist auch der Verzicht auf deren Stimmen.

Im Stillen habe ich mir gedacht, da fehlt eigentlich nur noch das Tempolimit. Denn den demokratischen Sozialisten geht es um Gleichheit, nicht um Freiheit. Alle sollen bestenfalls möglichst gleich viel verdienen, gleich wenig zu sagen haben, auf die gleiche Schule gehen, die gleiche Ausbildung absolvieren, den gleichen Kündigungsschutz und die gleiche Sicherheit. Da ist es doch nur konsequent, wenn alle gleich schnell fahren. Und gleich schnell oder gut denken.

Und unsere demokratischen Sozialisten in den Redaktionsstuben stimmen ein in das Lied der Gleichmacherei. Es ist doch so harmonisch in Italien und Frankreich, wo alle gleich schnell fahren. Günther Fischer, der Autor der Süddeutschen, übersieht dabei nur geflissentlich, dass Autobahnen in Deutschland kostenlos sind (zumindestens noch und für PKW). Nicht für die Italiener und Franzosen. Und die fahren deshalb lieber auf der Route Nationale. Auch in Deutschland gelten fast flächendeckend Tempolimits. Und wenn das Gros der Automobilisten unterwegs ist, ist Berufsverkehr. Dann kann man von 130 km/h nur träumen. Auch auf der Urlaubsfahrt etwa zwischen München und Salzburg aber auch zwischen Hamburg und der dänischen Grenze kann der Reisende von 130 km/h nur träumen, während er sich im Dauerstau im Schneckentempo durch die Landschaft quält.

Wenn es regnet, gilt, was die Deutsche Strassenverkehrswacht einst flächendeckend an die Autobahn pinnte: Ab Achtzig fahren Sie Wasserski. Auch keine Zeit für freie Fahrt für freie Bürger. Wenn´s schneit, geht´s eh nicht.

Ich gebe zu, ich fahre gerne schnell. Als es die Schnellbahnstrecke von Berlin nach Hannover noch nicht gab und ich im Deutschen Nordosten ohne vernünftige Bahnanbindung mein Standquartier hatte, habe ich mir einen Fünfer-BMW mit einem ordentlichen Triebwerk unter der Motorhaube zugelegt. Morgens um Neun gings los und vor allen Dingen Abends gegen Neun zurück. Freie Bahn. Bei trockener Strasse sind 200 km/h und mehr kein Problem. Der Verbrauch lag mit rund 11 Litern im Teillastbereich weit unter dem, was die Spritschleuder in der Stadt durch die Ventile jagt.

Geschwindigkeit ist relativ. Nicht absolut. Es gibt keine absolut richtige Geschwindigkeit. Diejenigen, die schnell fahren können und tatsächlich schnell fahren, tragen zur Erderwärmung nichts bei. Diejenigen, die alltäglich in den Städten, auf den Landstrassen und Autobahnen im Stau den Motor laufen lassen, um entweder Klimaanlage oder Heizung nebst Autradio und Freisprecheinrichtung zu betreiben.

Der Mythos Autobahn lebt nicht nur vom Führer und von Eva Herman. Er veredelt deutsche Autos weltweit. Als Legende, die diejenigen, die mit 88 km/h mit ihren Porsches, Audis, BMWs und Mercedes auf dem Highway zuckeln und trotzdem bereit sind, einen irrealen Preis dafür zu bezahlen, womit dann die deutschen Konzerne die freigestellten IG-Metall-Betriebsräte finanzieren, von denen bestimmt einige auf dem Hamburger SPD-Parteitag im Saal saßen. Und real. Denn die deutschen Autos sind vermutlich tatsächlich die besten der Welt, weil sie sicher Geschwindigkeiten von 200 km/h und mehr bewältigen müssen. Das hat vom ABS über ESP viele Innovationen gebracht, die auch bei niedrigen Geschwindigkeiten mehr Sicherheit bringen. Dabei sind die deutschen Autobahnen die sichersten überhaupt. Weil alle in die gleiche Richtung fahren. Begegnen sich auf der Landstrasse zwei Autos mit je 100 km/, ist die Differenz, wenn sie sich begegnen 200 km/h. Überholt eine bei 250 km/h abgeregelte Luxuslimousine einen mit 80 km/h dahin schleichenden LKW, sind 170 km/h Differenz zu verzeichnen. In der Praxis dürften die Unterschiede viel niedriger sein. Hinzu kommt, dass Leitplanken einen davon abhalten, unvermittelt gegen einen Baum oder ein vergleichbares Hindernis zu prallen. Ein Tempolimit aus Sicherheitsgründen ist also auch völliger Unsinn.

Unseren demokratischen Sozialisten geht es um ein Symbol. Das Symbol von freier Fahrt für freie Bürger. Ein Symbol für die Ungleichheit, für Dynamik, dass in ein statisches Weltbild nicht passt, in dem sich am besten nichts bewegt. Rückwärts immer. Vorwärts nimmer.
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Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6446

BeitragVerfasst am: 9.Nov 2007 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

In einer 75minütigen Debatte debattierten die Abgeordneten über die Anträge der Fraktionen DIE GRÜNEN/BÜNDNIS 90 und DIE LINKE. für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen (16/6894, 16/6932).

Auch einige Redner der SPD-Fraktionen sprachen sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus.

Die Anträge wurden in den Verkehrsausschuss zur detaillierten Beratung überwiesen.

Drucksache: Schnellstmögliche Einführung eines generellen Tempolimits .....
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