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Ehrenmord. Na und...

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Lutz Spilker
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 20.Jun 2005 13:31    Titel: Ehrenmord. Na und... Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ein junger Mann im geschlechtsreifen, wie auch im heirats-
fähigen Alter, wählt und favorisiert erfahrene Frauen, fern-
ab der Jungfräulichkeit.

Von welchem jungen Mann ist hier die rede? Von jedem, der
in der Türkei wohnt und lebt. Seltsam. Und warum wird vom
gleichen jungen Mann innerhalb unserer Grenzen ein unnach-
ahmliches Spektakel aufgeführt, wenn die zu behütende und
beschützende Schwester mit einem Deutschen ausgehen will?

Eben. Das ist der Punkt. Hierzulande demonstrieren diese Ge-
sellen ein Brauchtum, welches in ihrem eigenen keinen Stellen-
wert besitzt und man eher darüber zu lächeln geneigt ist.

Doppelte Moral? Heuchelei? Nicht ganz. Es ist ein Phänomen,
welches Völkerkundler immer wieder beobachten und dieses
nicht nur von den Herren des Staates um den Bosburus prak-
tiziert wird. Die übersteigerte Darstellung längst vergessener,
oder nicht mehr aktiver Traditionen, innerhalb einer neuen
Umgebung, somit in einem anderen Land.

Und das führt bis zum Mord? Wie man den Medien unschwer
entnehmen kann ja. Man setzt dem ganzen Gehabe auch noch
ein pathetisches Krönchen auf und erhebt das Unterfangen
zum Ehrenmord. Nun klingt es fast schon straffrei und gesell-
schaftlich.

Jedwede Grundsätze von Ethik, Moral und humanitärem Den-
ken werden mit Füßen getreten, gilt es doch bloß einen Men-
schen umzubringen, welcher versuchte seine eigenen Vorstel-
lungen aktiv umzusetzen.

Der nichts anderes wollte, als sein Leben nach seinen, oder
den herrschenden Umständen in einem anderen Land zu ent-
falten. So schreitet man zur Tat, welche im eigenen Lande
nicht praktiziert wird und räumt kurzerhand die Schande aus
dem Weg, als ob man den Hof zu fegen hätte.

Das Szenario schick verpackt, unter dem Mäntelchen der Ehre
und alles ist in Butter. Kopfschütteln und Trauer auf der einen
Seite. Applaus und Schulterklopfen auf der anderen. Was ist
schon großartig passiert. Doch nichts weiter, als ein Ehrenmord.
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Syrene
Specialist


Anmeldungsdatum: 18.05.2005
Beiträge: 62
Wohnort: früher in den bayrischen Niederungen

BeitragVerfasst am: 20.Jun 2005 18:42    Titel: Re: Ehrenmord. Na und... Antworten mit Zitat

Lutz Spilker hat folgendes geschrieben::
...
Das Szenario schick verpackt, unter dem Mäntelchen der Ehre
und alles ist in Butter. Kopfschütteln und Trauer auf der einen
Seite. Applaus und Schulterklopfen auf der anderen. Was ist
schon großartig passiert. Doch nichts weiter, als ein Ehrenmord.


Lutz Spilker

Unser deutsches, mitteleuropäisches oder abendländisches Rechtssystem ist offensichtlich bei denjenigen noch nicht angekommen, deren Verstand aufgrund einer fatalen Fehleinschätzung in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung eines anderen Menschen aussetzt. Das ist im Einzelfall sehr traurig, darf aber auch nicht zur sippenhaften Verurteilung der von solchen Ritualen betroffenen ausländischen Mitbürgern führen, egal ob neu oder in der 3. Generation hier in Deutschland, gleich ob mit deutschem oder anderm Paß. - (Ich will hier nicht weiter spezifizieren).

Haben Sie eine Vorstellung, wie dieses Problem gelöst werden soll? - Bitte bringen Sie direkt einen Ansatz, wie Eifersuchtsprobleme in einer "normalen" mitteleuropäischen Beziehung gelöst werden können, bevor er ihr an die Gurgel geht oder bevor sie ihm das Brotmesser zwischen die Rippen stößt. - Dieser Fall, der duzendhaft vorkommt, ist doch ggf. leider nur zehn Zeilen für den Gerichtsreporter wert.

Ich will wirklich keine "Ehrenmorde" bagatellisieren, aber es fallen in Deutschland jährlich viele Frauen/Mädchen vergleichbaren Gewaltverbrechen zum Opfer, deren Folgen für die Hinterbliebenen in der Regel sehr lange traumatisch wirken.
Welcher Ansatz könnte hier im Vorfeld helfen? Eine erklärbare Doktrin auf der Grundlage religiöser Überlieferungen bzw. gesetzlicher Normen? (Wir gehen mal davon aus, daß jeder "Ehrenmörder" weiß, daß es in D ein Strafgesetzbuch gibt.)

Tragen Sie bitte in der Diskussion zu einem Lösungsansatz bei. Vielleicht ist Ihr Gedankengang gut und hilft Betroffenen, ... welchen auch immer.

Der Sirene fallen hierzu erst einmal nur die allgemeinen Sprüche ein.
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 20.Jun 2005 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Der Sirene fallen hier erst einmal nur die allgemienen Sprüche ein.:
Zitat:
Unser deutsches, mitteleuropäisches oder abendländisches Rechtssystem ist offensichtlich bei denjenigen noch nicht angekommen, deren Verstand aufgrund einer fatalen Fehleinschätzung in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung eines anderen Menschen aussetzt. Das ist im Einzelfall sehr traurig, darf aber auch nicht zur sippenhaften Verurteilung der von solchen Ritualen betroffenen ausländischen Mitbürgern führen, egal ob neu oder in der 3. Generation hier in Deutschland, gleich ob mit deutschem oder anderm Paß. -

Der erste Satz des Zitats ist m. E. und zumindest von der Auswirkung her in Ordnung.
Der zweite Satz ist, ebenenfalls nach meiner Meinung, eine Fehlinterpretation.
Ich sage auch warum:
Wir leben in einem christlich geprägten europäischen Kulturkreis. Zumindest bis zur Renaissance, dann änderte sich fast mit einem Schlag die christliche Weltanschauung und wandelte sich in einen humanistisch-europäischen Kulturkreis, ohne indessen die alten Wurzeln der Ursprünge ihres eigentlichen Beginns, eines Konglomerats aus hellenistischen, römischen und zuletzt christlichen Einflüssen, die sich bis heute spürbar erhalten haben, der Vergessenheit anheim fallen lassen zu können.
Der islamische Glaube begann wenige Jahre nach seiner Entstehung bereits mit Eroberungskriegen. U. a. wurde das oströmische Reich nahezu komplett dem Islamismus eingefügt, kurze Zeit später folgten große Teile des weströmischen Reiches. Nur wenige Teile des oströmischen Reiches konnten dem Islam wieder entzogen werden, das weströmische Reich konnte sich später vollkommen dem territorialen Einfluß entziehen.

Bewußt habe ich die Begriffe ost- u. weströmische Reiche gewählt, um die in Jahrhunderten gewachsene Kultur zu verdeutlichen.

Der Islamismus hat, westeuropäisch gedacht, keinerlei kulturellen Ursprünge und Entwicklungen. Es gibt nur den Glauben an Allah, der vom Propheten Mohammed übermittelt wurde, sowohl im Koran als in den zusätzlichen anerkannten Schriften und Auslegungen der islamischen Lehre. Daß Teile abrahamitischen Ursprungs in die mohammedanische Lehre eingeflossen sind, widerspricht dieser These nicht, da diese Einflüsse nur dazu gedient haben und immer noch dazu dienen, eine Rechtfertigung des Entstehens des mohammedanischen Glaubens zu begründen.

Hier ist vor allem der Ursprung zu sehen, daß sich unterschiedliche Begriffe und Verständnisse herangebildet haben, was allgemeine Menschenrechte anbelangt, das allgemeine Rechtsverständnis und nicht zuletzt die unterschiedlichen ethischen Erkenntnisse und Überzeugungen.

Es gibt keine Brücke, um diese unterschiedlichen Verständnisse und Überzeugungen miteinander so zu verbinden, daß ein reibungsloses Nebeneinander und Miteinander zweier darart unterschiedlicher kultureller Entwicklungen im Grundsätzlichen möglich wäre.

Ausnahmen: Der westliche geprägte Kulturträger in islamischen Ländern assimiliert sich mit den Einwohnern, zumindest aus Furcht vor Repressalien, und der islamisch geprägte Kultur- und Glaubensträger in westeuropäischen Ländern assimilisiert sich mit den dortigen Einwohnern, allerdings ohne die Angst, im Gegensatz hierzu Repressalien fürchten zu müssen.

Die Verweigerung einer Assimilation in Westeuropa endet in Gewalt und/oder in Ghettobildung, die Verweigerung der Assimilation in islamischen Ländern endet in der Anwendung der islamischen Rechtssprechung.

In Westeuropa hat auch die bisherige bewußte Toleranz keine Veränderung zum Positiven bewirken können. In islamischen Ländern kennt man diese Toleranz nicht. Aber die Furcht bewirkt Anpassung und entsprechendes Verhalten in der Öffentlichkeit.

Will man zu einer Lösung ansetzen, sollte man sich mit dem obigen letzten Absatz auseinander setzen.

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Lutz Spilker
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
Haben Sie eine Vorstellung, wie dieses Problem gelöst werden soll?

Das zähle ich nicht zu meinen Aufgaben.

Zitat:
.../...ist doch ggf. leider nur zehn Zeilen für den Gerichtsreporter wert.

Man kann sich auch unentwegt über das Wetter unterhalten.
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jonathan33
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 12.02.2004
Beiträge: 269

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

@ Browser

Es tut mir Leid, aber da muss ich meinen Senf dazu geben.

Ich bin überzeugter Atheist und lebe glücklich und zufrieden damit. Ich begründe das immer damit, dass ich in einer sehr aufgeklärten, liberalen und gut betuchten Umgebung aufgewachsen bin, und ich nie das Bedürfnis hatte in der Religion Antworten auf meine Fragen zu finden.

Meiner Überzeugung nach sind solche Auswüchse wie Sie bei Ehrenmorden, Frauenunterdrückung etc. zu sehen sind, nicht in dem Islam selber begründet.

Vielmehr ist es einfach Fakt, dass diese Kreise vom Bildungsniveau und vom Wohlstand her betrachtet weit unter dem liegen, was wir in Westeuropa als Standard ansehen.

Wir sollten nicht darüber ablästern was die Religion des Islam macht, auch bei den Christen gab es Kreuzzüge, Hexenverbennungen, Frauenunterdrückung, Ablasshandel etc.

Nur wir haben uns weiterentwickelt. In der Türkei z. Bsp. wird man in Istanbul kaum Frauen sehen, die mit Kopftuch rumrennen. Fährt man dagegen ins Hinterland werden die Leute immer radikaler und fundamentalistischer.

Die Religion hat für das Volk immer die Funktion, die Lücke zu füllen, die es mit weltlichen Gegebenheiten nicht erklären kann.


Umsogrößer diese Lücken sind, umso stärker flüchten die Menschen in die Religion.

Auch wenn ich kein Verfechter Marxs bin, so muss ich doch zugeben, dass er mit dem Zitat "Religion ist Opium fürs Volk" den Nagel auf den Kopf getroffen hat...
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Lutz Spilker
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

vielleicht darf ich darauf hinweisen, dass dieses Thema keinesfalls religiö-
sen Ursprungs ist. Und somit hat es nichts mit Islamismus oder dergl. zu
tun.

Hier geht es um Mord. Daran gibt es keine Verzierung, welche sich im
Schein einer Glaubensrichtung, nicht vorhandener Traditionen oder sonst
welcher Dünkel ausruhen kann.

Um es an einem banalen Beispiel zu verdeutlichen. In keinem Land der
Welt, außer in Deutschland, nennt man das Mobiltelefon 'Handy'. Sicher
ein gewaltiger Gedankensprung. Ich hätte mich auch auf das Bauen von
Sandburgen beziehen können.

Manche Leute tun eben Dinge, die sonst niemand macht. Und wenn ein
Türke in unserem Land meint eine Ordnung herstellen zu müssen, welche
er in seinem eigenen Land nicht meint herstellen zu müssen, dann ist das
bestimmt keine Frage der Religion, denn diese kennt keine Grenzen, die
hat im Kopf Platz.

Wie schon im ersten Beitrag zu lesen ist, tritt dieses Phänomen nicht nur
bei Türken in Form eines 'Ehrenmordes' auf, sondern weitet sich auch
bei anderen Völkern in ähnlicher Form aus. Die übersteigerte Darstellung
vergangener, bzw. nicht mehr aktiver Rituale wird hier wiederbelebt und
das aus völlig unerkennbaren Gründen, wäre es sonst kein Phänomen.

Nur - dass es Türken bis zum Mord kommen lassen und es mehr oder min-
der lapidar abtun, das macht mich persönlich ein 'wenig' nachdenklich,
geht es doch immerhin um das Leben eines Menschen. Wie viel dieses
wert ist, stellt jeder bei sich fest, wenn er bloß wegen Zahnschmerzen zu
jammern beginnt.

Und dem Zahnschmerz zu sagen, man sei Atheist, beeindruckt ihn wenig.
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jonathan33
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 12.02.2004
Beiträge: 269

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

@ Lutz Spilker

Tut mir Leid, aber wer denkt er könnte Ehrenmord von der religiösen Ausrichtung abkoppeln, der hat einiges nicht richtig verstanden...
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Lutz Spilker
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Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

@ jonathan,

hm, glauben Sie mir bitte eines. Ich habe mich ca. eine Woche mit dem
Gedanken, dieses Thema zu posten, auseinandergesetzt und mir war klar,
dass es polarisiert.

Genau dieser Punkt, nämlich die Frage des Glaubens, hat mich zögern las-
sen. Sicher ist es 'uns' nicht gegeben, in den Kopf eines anderen zu schau-
en, der in der Umgebung anderer Ideologien aufwuchs und von diesen ge-
prägt wurde.

Wir könnten bei den Kreuzzügen beginnen und bei den Taliban enden.
Stets wir das Kreuz, oder weiss-der-Geier-was, empor gehalten und als
Universaldisarmament geschwenkt. Einfacher kann man es sich dann nun
wirklich nicht machen.

Ist ja nicht die eigene Frau, die da 'hopps' ging, nicht die eigene Schwester.
Nur irgend so eine von da, die sich nicht beugen wollte. Selbst Schuld...
eine mehr oder weniger von denen... wen juckts schon.... was gibts es
zum Mittagessen...
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Lutz Spilker
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Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

kleine Randnotiz:
mich wundert ein wenig, dass sich zu diesem Thema keine Frau äußert.
Sind alle Suffragetten schon ausgestorben?
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jonathan33

Ich weiß, Ihr Geist neigt gerne zu Widerspruch.
Ihre Denkweise und Ihre Ansichten dürfen Sie nun mal nicht als Ausgangspunkt Ihrer Überlegungen zu diesem Thema nehmen. Sie müssen die unterschiedlichen Situationen in Ihren Gesamtheiten auf deren Usprung hin untersuchen und von dort aus begründen anderes geht es nicht.

In Ihrer Antwort an Lutz Spilker haben Sie wieder den korrekten Weg gefunden:
Zitat:
Tut mir Leid, aber wer denkt er könnte Ehrenmord von der religiösen Ausrichtung abkoppeln, der hat einiges nicht richtig verstanden...


Weiter: Haben sie möglicherweise Zweifel daran, daß das Bildungsniveau etwas mit der zugrunde liegenden Kultur zu tun hat? Na also!
Bei Wohlstand darf man allerdings Zweifel haben.

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Lutz Spilker
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Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

betrachten wir doch einmal ein paar Fakten. Männer sperren
ihre Frauen ein, zwingen sie Dinge zu tun, die sie für richtig
halten und vergewaltigen sie körperlich, wie auch seelisch,
wie es ihnen behagt.

Die selben Männer allerdings, sieht man weder zum Gebet, in
traditioneller Kluft, noch in sonstiger Art, welche auf ihre Ide-
ologie, die sie als geheucheltes Schutzschild mit sich tragen,
hinweist.

Dieser Punkt der doppelten Moral stößt mir sauer auf. Hier ist
der Punkt, der mich zum denken veranlasst.

Nimmt man aus der Türkei einen völlig unbedeutenden Stein
als Souvenir vom Strand mit nach Hause, so läuft man Gefahr,
einige Zeit in den dortigen Gefängnissen verbringen zu können,
handelt es sich bei dem Stein doch um Kulturgut. Kultur also.

Diese Kultur ist demnach wertig. So wertig, dass man dafür ein-
sitzt. Die selben Menschen dieser so kulturell veranlagten Na-
tion begehen dann aber Ehrenmorde, weil sich einige Frauen zu
unserer Kultur hingezogen fühlen. Sie wollen frei sein. Sich klei-
den und leben, wie es ihnen gefällt und nicht, wie es dort Sitte
ist, wo sie nicht leben, sei es auch ihr Heimatland.

Und dieses Heimatland will Einzug halten in die EU? Mit Ehren-
mördern im Gepäck? Mit verstaubten Ansichten und zugenagel-
ten Köpfen? Bitte, nicht dass wir uns hier falsch verstehen, es
geht um Mord. Nicht um eine Erkältung, die es zu kurieren gilt.
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jonathan33
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 12.02.2004
Beiträge: 269

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

@ All

Ihre Ansichten sind auch vernünfitg und zeigen, dass Sie sich damit auseinandergesetzt haben.

Ich bin kein Verfechter dieser Ehrenmorde, im Gegenteil ich verabscheue sie voll und ganz.

Bloß um die Hintergünde dazu zu finden, müsste man sich tagelang damit auseinandersetzen und viele verschiedene Ansichten betrachten.

Es tut mir Leid, aber ich werde mir dafür keine weitere Zeit nehmen.

Ich wollte nur mit einem Kommentar zeigen, dass die Erklärungen nicht immer so einfach sind, wie es manche versuchen hier darzustellen.

Ich werde die Beiträge meinerseits aus Zeitgründen hier beenden.
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Lutz Spilker
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 04.05.2004
Beiträge: 1432
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2005 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo jonathan,

Zitat:
Ich wollte nur mit einem Kommentar zeigen, dass die Erklärungen nicht immer so einfach sind, wie es manche versuchen hier darzustellen.


Da stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu.

Zitat:
Ich werde die Beiträge meinerseits aus Zeitgründen hier beenden.

Was ich persönlich sehr bedaure, denn sachliche und kompetente Dialog-
partner sind rar.
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WC.Hofmann
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 09.12.2004
Beiträge: 364
Wohnort: in der Mitte Europas

BeitragVerfasst am: 22.Jun 2005 7:19    Titel: Re: Ehrenmord. Na und... Antworten mit Zitat

Syrene hat folgendes geschrieben::
...
Das ist im Einzelfall sehr traurig, darf aber auch nicht zur sippenhaften Verurteilung der von solchen Ritualen betroffenen ausländischen Mitbürgern führen, egal ob neu oder in der 3. Generation hier in Deutschland, gleich ob mit deutschem oder anderm Paß. - (Ich will hier nicht weiter spezifizieren).
... - Dieser Fall, der duzendhaft vorkommt, ist doch ggf. leider nur zehn Zeilen für den Gerichtsreporter wert.

Ich will wirklich keine "Ehrenmorde" bagatellisieren, aber es fallen in Deutschland jährlich viele Frauen/Mädchen vergleichbaren Gewaltverbrechen zum Opfer, deren Folgen für die Hinterbliebenen in der Regel sehr lange traumatisch wirken. ...


Der folgende Beitrag passt leider zur oben aufgeführten Meinung der @Syrene, die von einigen Lesern offensichtlich etwas missverstanden wurde, so auch von mir. Daher erlaube ich mir erst einmal eine kleine Abänderung des obigen Textes, so wie ich ihn verstehen möchte: "Das ist im Einzelfall sehr traurig, darf aber auch nicht zur sippenhaften Verurteilung der zu solchen Ritualen fähigen ausländischen Mitbürgern führen, ... ."

Nun ein sehr trauriges Beispiel mit fatalem Verlust an Lebensqualität für die Betroffene:

Verlobter das gesunde Auge ausgerissen

Moers. Seiner auf einem Auge blinden Verlobten hat ein 33-Jähriger das gesunde Auge ausgerissen. Das Landgericht Kleve verurteilte ihn dafür am Dienstag in Moers zu zehneinhalb Jahren Haft.
Die Richter sprachen den vorbestraften Türken der schweren Körperverletzung schuldig. Zudem muss er 225.000 Euro Schmerzensgeld an die Frau zahlen. Sie ist nun vollständig erblindet. Der Mann hatte bereits einige Wochen vor der Tat versucht, der Frau das Auge auszureißen. Nach Aussage des Opfers hatte der 33-Jährige angekündigt, sie «zum Krüppel zu machen, damit der deutsche Staat lebenslang für sie aufkommen muss». Die Frau hatte die Verlobung lösen wollen, war damit aber auf den heftigen Widerstand ihres Verlobten gestoßen, der die Familienehre in Gefahr sah. (dpa)
Quelle: Aachener Zeitung, Seite 5, Region Rhein-Maas, 22.06.2005
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Ronald
Insider


Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beiträge: 781

BeitragVerfasst am: 22.Jun 2005 8:24    Titel: Antworten mit Zitat

Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit mit einem türkischen Mann(ca. 30J.) zu sprechen.
Nach dem Tod seines Vaters war er das Familienoberhaupt geworden. Was bedeutet dies?
Er setzt alles fort was sein Vater ihm gelehrt, worauf er vorbereitet worden ist. Seine Entscheidung ist Gesetz.
Er muß zu allem gefragt werden, erteilt seine Zustimmung oder auch nicht, die eigene Mutter ist davon nicht ausgenommen. So muß zB. seine Schwester die Erlaubnis einholen ob der Freund der Familie angenehm sei.
Gibt es ein Nein und die Verbindung wird nicht gelöst wird bestraft. Und dies geht im Stillen vonstatten.
Die oben aufgeführten Taten sind die Spitze des Bestrafungsritus und es kommt auch nur an die Öffentlichkeit weil deutsche Freunde nicht still sein können.

Es ist keineswegs so daß dies nur hier passiert und nicht auch in der Türkei.

Ist ein solcher Familiencodex verabscheuungswürdig?
Ich sage ja!

Welchen diffizilen Erniedrigungs- und Bestrafungstechniken benutzt eigentlich der Deutsche?
Jeder von uns weiß um solche Dinge in seinem Umfeld, an seinem Arbeitsplatz.
Ich kenne persönlich eine Frau die von ihrem Mann mehrfach krankenhausreif geprügelt wurde, Zähne ausgeschlagen, Knochenbrüche. Beim letzten Mal lag die Frau längere Zeit auf der Intensivstation!
Gab es eine Schlagzeile in der Presse?
Verabscheuungswürdig?
Ich sage ja!

Jeder Mensch auf unserer Erde wird mit physischer und psychischer Einwirkung erzogen - auf Linie gebracht.
Verstößt er gegen diese Linien so bekommt er es von seinen Stammesbrüdern und Stammesschwestern zu spüren.

Verabscheuungswürdig?
Ich sage nein!
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Syrene
Specialist


Anmeldungsdatum: 18.05.2005
Beiträge: 62
Wohnort: früher in den bayrischen Niederungen

BeitragVerfasst am: 22.Jun 2005 16:13    Titel: Ehrenmord, Gewalt u.s.w. Antworten mit Zitat

Ronald hat folgendes geschrieben::
...
Jeder Mensch auf unserer Erde wird mit physischer und psychischer Einwirkung erzogen - auf Linie gebracht.
Verstößt er gegen diese Linien so bekommt er es von seinen Stammesbrüdern und Stammesschwestern zu spüren.

Verabscheuungswürdig?
Ich sage nein!


Roland, Ihr letztes Statement teile ich nicht. - Warum empfinden Sie bei physischer und psychischer Gewalteinwirkung keine Abscheu? Sie argumentieren doch sonst immer sehr ausgeglichen? - Bitte um Aufklärung.

WC.Hofmann, nach Ihrer Ergänzung/Korrektur verstehe ich jetzt mein weiter oben aufgeführtes Statement auch besser. Ist wirklich o.k. so.!

Die Syrene macht sich Sorgen um Roland. Ob er wieder zu viel raucht?
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Ronald
Insider


Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beiträge: 781

BeitragVerfasst am: 22.Jun 2005 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

@Syrene,

ich habe geschrieben:
Zitat:
mit physischer und psychischer Einwirkung


Den von Ihnen interpretierten Begriff (hervorgehoben)
Zitat:
Warum empfinden Sie bei physischer und psychischer Gewalteinwirkung keine Abscheu?


habe ich bewußt nicht benutzt und kann deshalb bei meinem Nein bleiben.

Gruß Ronald

PS:
Zitat:
Ob er wieder zu viel raucht?


Leider noch zu viele - wollte schon weiter sein.
Es wird so sein - es geht nur abrupt und nicht schleichend.
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gerd
Specialist


Anmeldungsdatum: 18.06.2003
Beiträge: 205

BeitragVerfasst am: 28.Okt 2006 7:32    Titel: Re: Ehrenmord. Na und... Antworten mit Zitat

Lutz Spilker hat folgendes geschrieben::
Ehrenmord. Na und...

ein pathetisches Krönchen auf und erhebt das Unterfangen
zum Ehrenmord. Nun klingt es fast schon straffrei und gesell-
schaftlich.

...Doch nichts weiter, als ein Ehrenmord.


Türkische Studenten halten Ehrenmorde für legitim

Zitat:
Bis zu 30 Prozent aller türkischen Studenten halten „Ehrenmord“ für eine legitime Reaktion auf eine Verletzung der Familienehre. Schockiert berichtet die türkische Tageszeitung „Hürriyet“, die seit über zwei Jahren eine sehr erfolgreiche Kampagne gegen häusliche Gewalt betreibt, über eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Metropol. Danach sprechen sich insbesondere in den osttürkischen Universitäten viele Studenten für Ehrenmorde aus.

Aber was häusliche Gewalt betrifft, ergab eine andere kürzlich veröffentlichte vergleichende Studie, dass die Zahlen in deutschen und türkischen Familien etwa gleich hoch sind - dass aber die moralische Akzeptanz von Gewalt gegen Frauen in der Türkei erheblich höher ist. Ratlos berichtet Ucan Supurge vom Netzwerk Fliegender Besen, dass gerade junge Frauen von der Middle East University in Ankara, einer der besten des Landes, zu 77 Prozent sagen, ein Mann habe das Recht, seine Frau zu schlagen, wenn sie beispielsweise das Essen anbrennen lasse.
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sydorle
Specialist


Anmeldungsdatum: 15.12.2003
Beiträge: 228
Wohnort: GB / E / D

BeitragVerfasst am: 30.Okt 2006 7:44    Titel: "Ehrenmord" Antworten mit Zitat

Hallo an alle,

hier muss ich Lutz Spilker mal in vollem Umfang beipflichten!

Nicht nur "Ehrenmord" (was fuer ein Wortungetuem!!! - Ehre und Mord in einem Begriff!) ist empoerend, auch was sich derzeit mit den tuerkisch-staemmigen Abgeordneten im Bundestag tut.

Welche Unverfrorenheit leistet sich doch die maennlich dominierte tuerkische Presse, Sturm gegen Meinungsaeusserungen dieser Abgeordneten zu laufen! Mal abgesehen davon, dass ich von tuerkisch-staemmigen Menschen in unserer Legislative nichts halte, aber WENN es denn mal soweit ist, dann haben diese Menschen auch das Recht, ihre Meinung zu aeussern ohne bedroht zu werden. Insbesondere, wenn es um solche Lapalien wie das Kopftuch geht.

Es freut mich, dass derartige Diskussionen hier im Forum stattfinden koennen. Demokratie ist schwer zu erlernen, aber man kann es schaffen. Auch unsere tuerkischen bzw. islamischen "Mitbuerger" werden das irgendwann mal fressen.

Gruss Karin
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Brendle
Insider


Anmeldungsdatum: 27.11.2002
Beiträge: 672

BeitragVerfasst am: 30.Okt 2006 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Zitat:
In islamischen Ländern kennt man diese Toleranz nicht


Dies ist nicht ganz richtig. In Spanien der Maurenzeit war der Islam tolerant anderen Religionen gegenüber. Unter Saladin ebenfalls.

Wie unsere Kirche vor dem 17. Jahrhundert, die damals bis zurück ins 5. Jahrhundert absolutistisch eingestellt war, so ist es der Islam heute noch. Er ist leider in dieser Zeit hängengeblieben.
Doch zum Vorwurf dass der Islam Ehrenmorde, Verschleierung und Frauenunterdrückung unterstützt:
dies ist falsch! Jede Art der Gewalt ist wie beim Christentum verboten. Jede Unterdrückung der Frauen auch. Und von einem Kopftuch- und Verschleierungsgebot wird niemand im Koran was finden. Es sind die Menschen, die den Islam zum Horrorszenarien machen. Es sind Orientalen. Genau das gleiche ist bei den fundamentalistischen Juden zu finden. Bis fast zur Verschleierung. Es ist nicht die Religion, es sind die Menschen. Orientalen.
Die Führer der Religionen haben frühzeitig erkannt, dass man mit Religion die Menschen lenken, und mit dem Lenken seine eigene Macht und sein Wohlergehen fördern kann. Also versuchen diese (allgemein bezeichnet) Pfaffen seit Jahrhunderten die geistige, kulturelle, zivilisatorische Entwicklung zu behindern. Denn Entwicklung nur ein dummes Volk ist auch gut lenkbar.
Dies zeigt sich besonders in der Türkei: die Gebiete mit hohem Lebensstandard und hohem Bildungsstandard sind ähnlich in ihrer Lebenseinstellung wie die Europäer. Je primitiver die Gegend desto mächtiger die Imame, desto radikaler das religiöse Denken.
Da aber die Türkei zu 70 % aus diesen primitiven Gegenden besteht, lehne ich eine Aufnahme der Türkei in die EU ab.
Und das, obwohl ich viele "vernünftige", nette Türken kenne.
Grüße
Brendle
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