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Hänsel und Gretel Pathfinder
Anmeldungsdatum: 08.02.2002 Beiträge: 416 Wohnort: Diese Erde
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Verfasst am: 24.Jun 2002 16:07 Titel: |
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Weis denn ein Verkäufer, ob er ein Verkäufer ist? Was wäre die Alternative? Etwa ein “Nicht“-Verkäufer, im Sinne einer atmenden “Umsatzbremse“, oder schlicht und ergreifend ein Dienstleister, was eigentlich und letztlich nichts Negatives darstellte.
Ist ein Verkäufer etwa jener, der auf Verlangen und Geheiß des Kunden eine gewisse Menge Ware abpackt, diese mit einem Bon versieht und erwähntem Kunden über den Tresen reicht? Zählt ein Verkäufer gar zu der Sorte Zeitgenossen, welche die (Grund)-Bedarfswünsche eines Einzelnen oder einer Gruppe erkennt und sie entsprechend versorgt und somit befriedigt? Stellt ein Verkäufer nicht auch die Kundenwünsche ins rechte Licht, welche dieser selbst noch gar nicht realisierte und erweckt dadurch erst Bedarf?
Setzt ein Verkäufer vielleicht nur die ihm, durch einen Kunden gestellte, Aufgabe so um, so dass der Kunde 1. zufrieden ist, 2. das Gefühl hat, es machte dem Verkäufer Spaß für ihn tätig zu sein, 3. die Beratung des Verkäufers nicht als Belehrung oder gar als Belästigung empfindet, sondern als unabdingbaren “Small-Talk“ mit 100% Output im Content und 4. die fachliche Kompetenz eines Verkäufers, seinerseits nicht als “Weltwunder“ apostrophiert wird, sondern als rudimentäre Grundlage im Handling mit Produkten/Ware/Dienst-, /Serviceleistungen und im Umgang mit Menschen, von dessen Umsatz nicht selten die Existenz eines Unternehmens abhängig sein könnte und somit und schlussendlich als völlig normal zu betrachten ist.
Oder ist ein Verkäufer nicht eine Essenz all dieser Aspekte. Wenn es so ist, dann ist es ein Verkäufer. Bin ich auch ein guter Verkäufer, oder wer ist ein guter Verkäufer?
Gemessen an Monats-, oder Jahreseinkommen, würden doch die mit den höchsten Einkommen, auch logischerweise die Besten sein? Das kann zwar der Fall sein, ist aber nicht logisch und auch nicht linear der Fall. Haus- und Autoverkäufer werden wohl einem Verkäufer in der HOB-Abteilung immer um eine Stoßstange voraus sein. Ein Verkäufer aus der Motorjacht-Branche, bekundet dann wieder für die Provs der Autodealer ein Grinsen und ein Top-Broker schmeißt sich vor Lachen auf den Boden, wenn er die Margen des Boots-Sellers hört. Irgendwo enden wir dann bei den Top-Managern der Großindustrie, deren Einkommen im 7-8-stelligen Bereich angesiedelt sind und die, ohne mit der Wimper zu zucken, mit dem Kapital eines Weltkonzerns an der Börse Achterbahn fahren, bis hin zum Crash. Ist besagter Achterbahnpilot nun ein guter, oder eher ein weniger guter Verkäufer...?
Ich liebäugele mit der Aussage: “zeitweilend eher weniger gut“. Dummerweise kann der Knabe seine Verkaufskunst eine Woche später beim nächsten Konzern wieder unter Beweis stellen und auch diesen Laden zu Schrott fahren...wenn’s schee mocht.
Wer ist in diesem Spiel endlich und eigentlich der GUTE VERKÄUFER, oder wonach schon oft gefragt wurde, der BESTE? Der mit dem 3er, mit dem 7er, mit dem Porsche oder mit dem CL, oder der mit Chauffeur? Der mit der Eigentumswohnung, mit dem Bungalow, der mit der Villa, oder der, nach dem schon die Strasse benannt wurde, in der er wohnt? Oder vielleicht der, der stets darüber spricht, um sich interessant zu machen? Solls ja hie und da schon gegeben haben...!
Man sieht hier nur die eine Seite; Man sieht hier nämlich nur die Seite der Verkäufer. Auf der Anderen steht der Kunde. Haben wir denn schon danach gefragt, von wem er zuvorkommend und auch noch um 18:58 nett und freundlich, distanziert und unaufdringlich, kurz und unverbindlich aber dennoch umfassend und kompetent beraten und bedient wurde? Bisher eher weniger. Hier treffen wir unter Umständen den ersten Profi. Keine Villa, keinen Pool und keinen Maserati, sondern das Übliche.
Er macht seinen Job. Mehr nicht, aber keinesfalls weniger. Er sieht es als selbstverständlich an, zufriedenen Kunden zu begegnen, mit denen er täglich zu tun hat und von deren Umsatz letztlich sein Gehalt bezahlt wird. So im Kleinen – so im Großen.
Er strebt evtl. auch nach “mehr“. Mehr Gehalt, mehr Freizeit, mehr Auto und mehr Lebensqualität überhaupt, so diese mit Geld zu erkaufen ist. Er besucht vielleicht dieses Forum und stellt seine Frage, in der Hoffnung auf Profis zu treffen, als Posting ab. Er drängt dabei sein eigenes Können als vermeintlich minderwertig in den Background und vergisst, dass er selbst ein Profi ist, allein mit der Aussicht und unter der Prämisse, noch besser werden zu können und ggf. auf die “wahren“ Top-Seller zu stoßen.
Wie geht er mit den vermittelten und differenzierten Ratschlägen um? Ist er zufrieden oder doch nicht so ganz? Sind die gelesenen Tips ein Plus für ihn, oder kommt er auch künftig mit seinen eigenen Erfahrungen weiter? Ist er also nun ein guter Verkäufer, oder weis er es bald nicht mehr? Dann wäre er ein Huhn. Denn ein Huhn weis nicht, dass es ein Huhn ist.
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