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Ein Wort CSU zum Wahlsonntag in Bayern.

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hostaria
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2008 15:07    Titel: Ein Wort CSU zum Wahlsonntag in Bayern. Antworten mit Zitat

Ein bildlicher Auftritt von Beckstein avisiert dem Betrachter nur eines sicher: „Dattergreis mit Bürokratenlähmung“.
Und das ist etwas, was jedem unternehmerisch Handelnden als Greuel schon aus der täglichen Praxis widerstrebt.
Bei Huber springt auch keine Emotion auf die Hoffenden bzw. Wartenden über.

Möchte diesen beiden Herren auf keinenFall Fleiß oder andere Qualitäten absprechen.
Alles Leute für die zweite Reihe, für den Hintergrund zum harten Arbeiten.
Von den öffentlichen Wahl-Reden solcher Figürchen sollen Aufbruchstimmung abstrahlen oder übers Land hinauswehen??
Einer CSU stellt man ganz andere Maßstäbe als an die Roten.
Ein Dochstoß in den Rücken von der eigenen Frau, die sich beharrlich dem Dirndl zum Oktoberfest an seiner Seite, dem bescheidensten, aber klar signalisierendsten Marketinginstrument verweigert!

Man kann zu Stäuber stehen wie man will.
Hätte er in seinem Umfeld nur 2 starke Männer gehabt, wäre er wegen einer Schnepfe damals nicht gefallen.
Die bedeckte Schwäche seiner damaligen Umgebenden; sie lieferten nach seinem Abgang innerhalb kürzester Zeit weitere „Weicheier“- Beispiele im politischen Handeln, eins nach dem anderen.

Daß ein Führungspferd mit emotionalen Begeisterungsqualitäten fehlt ist damit offensichtlich nach außen gekehrt und dem treuesten Anhänger nicht mehr verborgen geblieben.

Ein Seehofer als Lösung? Eine Phatamorgana! Der hat sich noch nicht mal als Seitenspringer bewährt. In seinem Bereich gesunde Ernährung, Landwirtschsft sehe ich in seinem Kompetenbereich vor allem Kompromisse mit Lobbyisten.

Sollte heute tatsächlich die 50% Marke nicht unterschritten werden, wäre es als Weitsicht u. Geduld mit Zähneknirschen der Wähler, aber als kein Verdienst der Parteispitze zu werten.
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 4420

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2008 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Desaster in Bayern....

Die Prognose 43% für die CSU - und auch nur 19% für die SPD
Freie Wähler - über 10 %
Grüne über 9%
FDP bei ca. 8%

und die Linken - bei ca. 4,5%
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1142

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2008 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

GM&P Info hat folgendes geschrieben::
Desaster in Bayern....

Was soll denn daran desaströs sein?
(oder sind Sie etwa CSU-Mitglied?)
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 4420

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2008 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Desaster in Bayern....
so fing die Berichterstattung an ...
Wie sonst soll man den politischen Abend in Bayern beschreiben.
Zumindest für 2 Parteien ist es ein - unterschiedlich großes ... Desaster...

* Alles ohne Wertung, nur die Überschrift war geklaut ... (aus den Nachrichten)
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hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1142

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2008 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

GM&P Info hat folgendes geschrieben::
Desaster in Bayern....
so fing die Berichterstattung an ...


Ja - unsere Journaille....
Ohne Übertreibung geht halt gar nichts mehr.
Ist es ein Desaster, wenn 2 Parteien ihre Ziele nicht erreichen oder doch eher der Normalfall? (außer für die CSU)
Und ist für letztere der Zwang zur Koalition gleich ein Desaster?
Was wollen die Journalisten eigentlich schreiben, wenn wirklich mal was Katastrophales passiert?
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hostaria
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 29.Sep 2008 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ist es Schockstarre oder ein weiterer Beleg der Uneinsichtigkeit Becksteins die Fakten zu erkennen?

Wer von den Beiden noch nach Gründen für diese Wahlschlappe beim Heil in einer Analyse sucht, hat offensichtlich ein Riesenproblem mit seinem Realitätsbewußtsein.
Jeden dritten Wähler innerhalb eines Jahres verloren; ist Aussage genug!
Letztendlich ist das Ende solcher Parteiponsen (anders verhalten sie sich nicht) eingeleitet worden mit derem eigenen Absägen Stoibers.

Die Essenz an der traurigen Gschicht:
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Es gibt Gewiefte, die solche Schachzüge beherrschen, aber nicht die Beiden.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 2.Okt 2008 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

hostaria hat folgendes geschrieben::
...Wer von den Beiden noch nach Gründen für diese Wahlschlappe beim Heil in einer Analyse sucht, hat ...

Der scheidende CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat die Politik seines Vorgängers Edmund Stoiber für die schweren Verluste der CSU bei der Landtagswahl mit verantwortlich gemacht.

Stoiber sei mit seiner Reformpolitik über das Ziel hinausgeschossen, sagte Huber der "Süddeutschen Zeitung". "Wir hatten im Jahr 2003 einen so hohen Wahlsieg, dass es schwierig war, damit umzugehen. Übermut, Überheblichkeit werden abgestraft", sagte Huber. Negative Auswirkungen habe auch Stoibers Zögerlichkeit bei seinen eigenen politischen Plänen gehabt.

"Natürlich hat uns das Schwanken von Stoiber zwischen Berlin und München zwei Jahre lang eine Diskussion gebracht, die die politischen Inhalte überdeckt hat", sagte Huber.

Kritik an Stoiber kam auch vom scheidenden Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU).

In der "Passauer Neuen Presse" bezeichnete er es als den größten Fehler seiner Amtszeit, sich nicht genügend von seinem Vorgänger abgesetzt zu haben. "Ich hätte die massiven politischen Korrekturen, die ich gegenüber meinem Vorgänger gemacht habe, deutlicher kennzeichnen müssen", sagte Beckstein. Problematisch sei es auch gewesen, dass Stoiber im vergangenen Jahr zwischen Rücktrittsankündigung und Abgang zu viel Zeit habe verstreichen lassen: "Der neunmonatige Übergang, diese Wartezeit, war ausnehmend schwierig".

Beckstein kündigte an, sein Landtagsmandat anzunehmen. Einen Posten im neuen Kabinett schloss er aber aus. Er deutete an, dass letztlich massiver Druck aus der CSU-Landesgruppe in Berlin die Revolte gegen ihn ausgelöst habe. Erst nach massiven Rücktrittsforderungen aus Berlin hätten sich auch andere Parteiverbände und CSU-Bezirke für einen radikalen Neuanfang ausgesprochen. "Damit war mir klar, dass ich zurücktreten werde", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Nach dem Rücktritt Becksteins zeigt sich die CSU tief zerstritten über die Nachfolge. Die Landtagsfraktion vertagte am Mittwoch die Entscheidung am Ende einer mehrstündigen Krisensitzung auf nächste Woche. In der Sitzung meldeten neben Bundesverbraucherminister Horst Seehofer auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, Wissenschaftsminister Thomas Goppel und Fraktionschef Georg Schmid ihre Ambitionen an. Seehofer will laut Huber aber nur antreten, wenn sich die Fraktion auf keinen der anderen drei Bewerber einigt.
(afp)
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hostaria
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 3.Okt 2008 10:07    Titel: EINDRÜCKE Antworten mit Zitat

Zur Erinnerung: Wer sich auf der Grundlage jener widrigen Umstände vor gut einem Jahr an die Macht katapultierte, vollendete Tatsachen durch die Hintertür einleitete (d.h. das Stochern „ paulinchens“ nutzte um der Wahl Sept. 2008 vorzugreifen;
wer Stoiber die Rückendeckung wegen einem Trara eines „paulinchens“ zu Fall gebracht hat= geich einer Sabotage) muß danach auch für die vollen Konsequenzen der gesamten Regierungsperiode geradestehen.
Der derzeitige Abgang mit jedem Tag unwürdiger!

Mit einem teils von außen ins Nest gelegten Ei (Pauli u. Kombination Presse) mußte eine Führungs-Fraktion fertig werden, so denn sie es aufrichtig wollte.
Eine Personalquerele ist ja kein garantiertes inhaltliches Gütesiegel über eine qualitative Arbeit der Regierenden (wenngleich ein solches als Argumentation vorgeschoben wurde).
Und hier nutzte die Fraktion (vermutlich alle bis auf einen) das Aufbegehren „paulinchens“ als Ansatz ihre Schachzüge persönlicher Machtgelüste zu plazieren.
Hätte der Fraktionsvorsitzende (hermann) dies beenden wollen, (u.das wäre seine Kompetenzaufgabe in solchen Momenten gewesen Stärke zu beweisen, das Ruder zu führen), wären die Eskapaden „paulinchens“ als Episode, als Anknabbern zur Machtergreifung abgeprallt; die Fraktion geeint, mit ihrem geschlossenen Auftreten dem Vorkommnis neutralisierend darüber standgehalten.
Das Gegenteil war der Fall. Der Vorfall ist aber zu einem eigenen Komplott der Führungsriege gewachsen.

Loyalität zu Stoiber gab es aus den vorbenannten Gründen in jenem Moment nicht.
Und nur damit ist Stoiber gefallen.

Heutige Aufrechnungen der beiden abgewählten Herren von „was wäre wenn“, „gestern, vorgestern“ zementieren immer deutlicher die eigene Unfähigkeit als 1. Personen an der Spitze zu stehen.
Die Gesamtbilanz des Führungsduos (inkl. Stoibers) stellte laut wiederholten Umfragen die Mehrheit der Befragten vor der Wahl nicht in Frage.
Sie steht als Gesamtbilanz über allen der zu vergleichenden Länder da.
Detaillierte Suche „jetzt“ nach Gründen der Abwahl aus ferner Vergangenheit , ist Flucht der Abgewählten sich den Tatsachen ( Aus, vorbei!) zu stellen u. eine angeheizte Haarspalterei, gängige Praktik deutschen Journalismus.
Wenn die mal ein Ende eines Fadens erhaschen ist ein wirres Knäuel Programm. Lösung aber keine da. Alles fürs Geschäft u. was auch immer sonst.
Und nur so wird ein Abgang als logische Folge zu einem unwürdigen Filmschnitt.
Die Person, die es allen recht machen kann ist noch nicht erfunden worden.

Die Wahrheit aber ist, dass keiner der Beiden ein Charisma ausstrahlt, womit sich die Mehrheit der Wähler für die Zukunft hat identifizieren können und wollen.
Die Zukunft liegt vorne u. nicht hinten.


Daß das Schwanken oder Zaudern von Stoiber zwischen Berlin und München über einen längeren Zeitraum von und für Stoiber selbst eine Fehlentscheidung war weiß jeder politisch Interessierte; aber das ist Geschichte.
Zitat:
In der "Passauer Neuen Presse" bezeichnete er es als den größten Fehler seiner Amtszeit, sich nicht genügend von seinem Vorgänger abgesetzt zu haben. "Ich hätte die massiven politischen Korrekturen, die ich gegenüber meinem Vorgänger gemacht habe, deutlicher kennzeichnen müssen", sagte Beckstein. Problematisch sei es auch gewesen, dass Stoiber im vergangenen Jahr zwischen Rücktrittsankündigung und Abgang zu viel Zeit habe verstreichen lassen: "Der neunmonatige Übergang, diese Wartezeit, war ausnehmend schwierig".

Das ist weiteres Strampeln die eigene Unfähigkeit, die eigene Borniertheit noch deutlicher ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu heben, anstatt sich selbst an die Brust zu klopfen u. dazuzuzulernen. Jeder gegenwärtig, neu praktizierte Tagesauftritt mit deren Ausweitung von Rechtfertigungen vertieft ein Bild schlechter Verlierer.
Zitat:
Nach dem Rücktritt Becksteins zeigt sich die CSU tief zerstritten über die Nachfolge.

„Zerstritten“ ist Journalistenvokabular; - Reden kann auch Kultur signifizieren.
Eine Woche „Wolkenverschiebung“ könnte langfristig das Ganze auf feste Beine stellen. Je nachdem, wofür die Woche Zeit genützt wird.

Das Viererklee-blatt aber, das jetzt aufblüht, gehört allesamt zwischenzeitlich auf den Wertstoffhof ausgelagert u. die gesamte Fraktion durch junge, frische Gesichter neu bestellt.
Sonst ist es naheliegend, dass der Reigen weitergeht. Die Lehrmeister dessen sind ja nicht entfernt worden.


Ein Argument "Erfahrung" lasse ich nicht gelten.
Was heißt schon Erfahrung?
Kann eine Schatztruhe sein. Ist es das aber wirklich?

Nach den Vorlaufgeschichten kann man daraus aber auch Verfilzug, Machtgier, Realitätsverlust, Führungsschwäche u. u. u. ablesen.
Warum alles sonst in der Welt geben die besagten Herren nicht endlich den Platz für einen richtigen Neustart neuer Köpfe frei? . . . . . ...
Qualitäten sind vorhanden.
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preusse
Specialist


Anmeldungsdatum: 17.10.2005
Beiträge: 236

BeitragVerfasst am: 4.Okt 2008 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Warum alles sonst in der Welt geben die besagten Herren nicht endlich den Platz für einen richtigen Neustart neuer Köpfe frei? . . . . . ...
Qualitäten sind vorhanden.


sehr optimistisch.
die qualität fehlt. das ist das problem.
seehofer als neustarter. für seine karriere vielleicht.

man stelle sich mal vor die anderen vier parteien werden von einem geistesblitz getroffen.
sie bieten der fdp den posten des landeschefs an!!!!!!!!!!!!!!
und die macht mit!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

da wäre die csu auf einmal ganz weg.
das wäre dann allerdings ein neustart.

preusse
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 31.Okt 2008 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Das Kampf- und Kraftpaket

Der Mann ist, wie er klingt, sonor zwar, aber hohl.

Auf dem Sonderparteitag der CSU, auf dem er sich zum Vorsitzenden küren ließ, spielte er den 1,98 Meter-Jesus aus Ingolstadt, das Licht der Verheißung in der Finsternis der Niederlage. Und ein wenig auch den Revoluzzer (beide Fäuste auf Höhe der Ohren geballt), denn: "Wir alle haben nicht mehr die Nähe zu den Menschen gehabt."

Die Stärke der CSU war stets ihr Größenwahn.

Der muss wieder her! Seehofer aber kam in eine Halle, deren bloßer Anblick schon Depressionen auslöste, und trat vor 1.000 Delegierte, die an ihren waidwunden Seelen froren.

Erstmals entschied sich ein Emporkömmling auf den Stuhl des großen Vorsitzenden, seine Antrittsrede nicht als Hohelied auf die Bayerische Heimat zu singen, sondern auf sich selber. Denn Seehofer ist vor allem an Seehofer interessiert.

In den 40 Jahren seiner Karriere, in der er sich als universell verwendbar und praktisch ohne Einarbeitungszeit stets als zuständig erwies, hat Seehofer viel Schönes über Seehofer gesagt (er ist klar, entschlossen, pragmatisch, vor allem ehrlich). Doch selbst in den finstersten Ecken des Internet findet sich kein Satz von ihm, der ihn als politischen Kopf kennzeichnet. Einmal im Leben hat er einen Krach riskiert, da ging es um die "Kopfpauschale". Seither lässt er sich "Rebell" nennen. Ansonsten hat er zu allen Sachthemen, die ihn auf den verschiedenen Posten unversehens tangierten, hurtig die Meinungen gewechselt.

Auf dem Sonderparteitag palaverte er über sich auch schon mal in der dritten Person. "Ein Horst Seehofer" weiß nämlich, wie der Hase läuft, kennt den Betrieb, ist kein Messias, fällt nicht so leicht um. Seine Biografie werde man umschreiben müssen, verkündete er unlängst. Seine Biografie (ist denn schon eine erschienen?) ist ihm nämlich wichtig.

Was habe er nicht alles über sich lesen müssen - denn weil er so wichtig und überdies interessant ist, muss er täglich sehr viel über sich lesen: Ein Chamäleon, einen Egomanen habe man ihn genannt! Dass er sich tagelang mit Tütensuppen und Bananen in sein Berliner Appartement zurückziehe, sei behauptet worden. Alles Quatsch.

Wie er sich selber sieht? Er sieht sich "mit brennendem Herzen" (flache Hand aufs linke Revers), es brennt dafür, "dass wir künftig keine Koalitionsverhandlungen mehr brauchen". Und dass die Bayern wieder billig pendeln können und sie die Erbschaftssteuer nicht mehr drückt. - Diese beiden Punkte sind sein vollständiges politisches Programm. Er sieht sich als "Kraftpaket" und geht dabei gern zum Pluralis Majestatis und zu gewagter Syntax über: "Wir sind ein Kraftpaket als CSU!" Er ist sicher, dass noch mehr in ihm steckt, was raus will: "Was glauben Sie, was man als Mensch alles leisten kann, wenn man es sich zutraut!". Er traut es sich zu, und zwar als Mensch.

Als erstes wird er übers Wasser gehen, Schmerzen lindern und Zwietracht heilen: "Meine Aufgabe ist jetzt, alle Volksstämme zu einen", denn die Stämme in Bayern haben noch immer eine Bedeutung, wie sonst nur in Zentralafrika.

Und wo wird sein Arbeitsplatz sein? "Mein Arbeitsplatz ist München. Aber meine Kampfkraft wird sich auch auf Berlin erstrecken." Kampf und sich erstreckende Kraft, am besten im Paket - das wird der neue bayerische Ministerpräsident.

Allzu sehr muss sich Frau Merkel doch nicht fürchten. Seehofer hat einen politischen Grundsatz, zugleich das Motto seiner Regierung: "Leben und leben lassen".

Es wird kein gutes Ende nehmen mit Horst Seehofer.
Autor: M.Wedel
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